Smartphones

Android, iOS, HarmonyOS und freie Systeme: was sie unterscheidet

In Deutschland laufen Smartphones fast nur mit Android oder iOS. iOS gibt es ausschließlich auf dem iPhone, Android bei den übrigen Herstellern, meist mit Googles Diensten, die viele Apps voraussetzen. Huawei verkauft in Europa Geräte mit EMUI ohne Google-Dienste, das eigenständige HarmonyOS NEXT gibt es nur in China. Datensparsame Varianten wie /e/OS, GrapheneOS oder LineageOS kommen ohne Google aus, dafür verweigern manche Bank- und Bezahl-Apps den Dienst.

Von Geprüft am 11 Min. Lesezeit

Smartphone mit salbeigrüner Rückseite liegt auf einer von unten beleuchteten Milchglasplatte, daneben zwei polierte Kieselsteine
KI-generiert

Das Betriebssystem entscheidet, welche Apps laufen, wer Updates liefert und welche Daten an wen fließen. Für die meisten Käufer ist die Wahl schnell getroffen: iPhone oder Android. Darunter liegt eine zweite Ebene, die selten erklärt wird – Android ohne Google, Huaweis eigener Weg und Systeme von Stiftungen und Freiwilligen, die ohne Googles Dienste auskommen. Diese Seite ordnet alle Varianten ein und sagt, was sie im Alltag kosten.

Verbreiteter IrrtumWie lange ein Handy Updates bekommt, hängt am Betriebssystem

Was stimmtEs hängt am Hersteller und am Modell. Android-Geräte bekommen je nach Marke zwei bis acht Jahre Updates, und iOS 27 läuft noch auf dem iPhone 11 von 2019 – das System allein sagt darüber wenig.

Zwei Systeme teilen sich den Markt

Nach den Zahlen des Statistikdienstes StatCounter kamen im September 2026 gut 72 Prozent der mobilen Seitenaufrufe in Deutschland von Android-Geräten und knapp 28 Prozent von iPhones. Andere Systeme spielen in dieser Messung praktisch keine Rolle. Gezählt werden Seitenaufrufe, nicht verkaufte Geräte; die Größenordnung ist trotzdem eindeutig.

Der Unterschied liegt im Modell. Apple baut iPhone und iOS selbst und gibt das System an niemanden weiter. Den Kern von Android stellt Google als offenen Code bereit, den jeder Hersteller nutzen und anpassen darf; Samsung, Xiaomi oder Motorola legen eigene Oberflächen darüber.

Die Google-Dienste mit Play Store, Karten und den Hintergrunddiensten für Benachrichtigungen sind dagegen nicht frei, sondern werden lizenziert. Genau an dieser Stelle trennen sich die Varianten.

Die Systeme im Überblick

Smartphone-Betriebssysteme im Vergleich, Stand Oktober 2026
SystemWer es pflegtGeräteApps und Google-DiensteBank-Apps und Bezahlen
Android mit Google-DienstenGoogle und die Geräteherstellerfast alle Marken außer Apple und HuaweiPlay Store, andere Quellen möglichin der Regel ohne Einschränkung
iOSApplenur iPhoneApp Store, in der EU auch alternative Marktplätze; Google-Apps als normale Appsohne Einschränkung
EMUIHuaweiHuawei-Smartphones in EuropaAppGallery, Android-Apps ohne Google-Diensteje nach App eingeschränkt, kein Google Wallet
HarmonyOS NEXTHuaweinur in Chinanur eigens dafür entwickelte Appsin Deutschland nicht im Handel
/e/OSe Foundation, Vertrieb über MurenaMurena-Geräte, Fairphone ab Werk, weitere zum SelbstinstallierenApp Lounge; Google-Dienste ersetzt durch microGApps mit Geräteprüfung können streiken
GrapheneOSgemeinnütziges Projektnur Google PixelGoogle Play auf Wunsch als abgeschottete AppApps, die ein von Google zertifiziertes System verlangen, laufen nicht
LineageOSFreiwilligeGeräte von mehr als 20 Herstellernohne Google-Apps, vor dem ersten Start nachinstallierbarPrüfungen scheitern meist am offenen Bootloader

Android: ein System, viele Hersteller

Weil jeder Hersteller Android anpasst, kommt jedes Update vom Hersteller des Geräts, nicht von Google. Deshalb reicht die Spanne so weit. Die Tabelle zeigt die Zusagen der Marken aus unserer Datenliste:

Smartphone-Marken nach zugesagten Sicherheitsupdates
MarkeSicherheitsupdatesAndroid-VersionenForm der ZusageKurz gesagt
Fairphonebis Juni 2033 zugesagt7 Versionen (Gen. 6)kalendarisches Enddatumzwölf Ersatzteile selbst tauschbar, Reparierbarkeitsklasse A bei Gen. 6 und Gen. 6+
Google Pixel7 Jahre7 Jahre langschriftlich ab Pixel 8, Frist ab US-Verkaufsstart7 Jahre Android- und Sicherheitsupdates für alle Modelle ab Pixel 8, auch die a-Reihe
Honor7 Jahre (Magic ab Magic7 Pro)7 Jahre lang (Magic ab Magic7 Pro)schriftlich, zunächst EU, Lite-Modelle ausgenommen7 Jahre Android- und Sicherheitsupdates für Magic-Modelle ab Magic7 Pro, nicht für Lite
Motorola2–7 Jahre2–7 VersionenEnddatum pro ModellEnddaten je Gerät veröffentlicht, Topmodelle bis 7 Jahre, viele moto g nur 2 bis 4 Jahre
Nothing7 Jahre (Phone (3)), meist 6 Jahre, Phone (2a) Plus 4 Jahre5 Jahre lang (Phone (3)), sonst 3 Jahreschriftlich pro Modellreihe, ab erster VerfügbarkeitPhone (3) mit 7 Jahren Sicherheitsupdates, die neueren a- und b-Modelle mit 6 Jahren
Samsung7 Jahre (S- und Z-Reihe)7 Versionen (S- und Z-Reihe)schriftlich pro Modellreihe7 Jahre für S- und Z-Reihe, 6 Jahre für die A-Reihe, gezählt ab globalem Marktstart
Shiftphonemindestens bis 2032 zugesagtbis Android 16 garantiert, weitere angestrebtJahresangabe des Herstellers18 tauschbare Module, Ersatzteile im eigenen Shop, Updates mindestens bis 2032
vivo7 Jahre (X300-Reihe)5 Jahre lang (X300-Reihe)schriftlich pro ReiheX300-Reihe mit 7 Jahren Sicherheitsupdates, ältere X-Modelle mit kürzerer Zusage
CMF by Nothing6 Jahre3 Jahre langschriftlich pro ModellNothing-Untermarke: CMF Phone 2 Pro mit sechs Jahren Sicherheitsupdates
OnePlus6 Jahre (OnePlus 13 und 15), Enddaten je Modell4 VersionenEnddatum pro ModellKeine neuen Modelle mehr in Europa, Updates für vorhandene Geräte laufen weiter
Oppo6 Jahre (Find X8 und X9)keine ZusageEnddatum pro ModellFind-Modelle mit rund 6 Jahren Sicherheitsupdates, Enddaten je Modell veröffentlicht
Pocobis 6 Jahre, Enddatum je Modellkeine ZusageEnddatum pro ModellNeue F- und X-Modelle mit 6 Jahren, ältere wie Poco X7 nur mit 4
Sony Xperia6 Jahre (auch Xperia 10)bis 4 VersionenEnddatum pro ModellKlinke, microSD, Kamera-Auslöser; sechs Jahre Sicherheitsupdates auch in der Mittelklasse
TCLeigene Richtlinie mindestens 2 Jahre ab Erstauslieferung; im EU-Datenblatt 6 bis 7 Jahre ab Verkaufsende (alle Deutschland-Modelle)keine Zusageallgemeine Richtlinie, Mindestdauer im EU-DatenblattNXTPAPER-Modelle im Programm, laut EU-Datenblatt 6 bis 7 Jahre Sicherheitsupdates ab Verkaufsende
Xiaomibis 6 Jahre, Enddatum je Modellbis 5 VersionenEnddatum pro ModellNeue Xiaomi- und Redmi-Note-Modelle mit 6 Jahren, ältere Redmi teils nur mit 4
realmeEnddatum je Modell (GT 7 bis Juni 2031)keine ZusageEnddatum pro ModellEnddaten je Modell veröffentlicht, aber keine Zusage zur Zahl der Android-Upgrades
Applemindestens 5 Jahre ab Verkaufsendekeine feste ZusagePflichtangabe im EU-Datenblatt, Praxis längerZusage nur im EU-Mindestmaß, iOS 27 läuft aber noch auf dem iPhone 11 von 2019
Asus5 Jahre (ROG Phone 9)2 Versionen (ROG Phone 9)schriftlich auf der ProduktseiteDerzeit nur Zenfone 12 Ultra und ROG Phone 9 im Sortiment, keine neueren Modelle
DoroEnddatum je Modell (Aurora bis Januar 2031)keine ZusageEnddatum pro Modell (Update-Tabelle)Seniorensmartphones mit Notruftaste, Enddaten der Updates je Modell veröffentlicht
Emporiamindestens 5 Jahre ab Verkaufsende (EU-Datenblatt)5 Generationen (SMART.7-Serie)Produktseite und EU-Datenblatt, Ersatzteile 7 JahreSeniorensmartphones mit Notruf-Taste, Akku vom Nutzer austauschbar, Ersatzteile 7 Jahre
Nubia / RedMagic5 Jahre ab globalem Marktstart (ab RedMagic 11 Pro)2 Versionen (ab RedMagic 11 Pro)schriftliche Update-Richtlinie, ältere Modelle im EinzelfallSpielesmartphones mit aktiver Kühlung, feste Update-Zusage erst ab RedMagic 11 Pro
Nokia / HMD3 Jahre (XR21 bis zu 4), Enddatum je Modell2 Versionenschriftlich, Enddatum pro ModellNokia-Lizenz für Smartphones bis März 2026, HMD-Smartphones derzeit nicht in Deutschland
Blackviewkeine eigene Zusage; im EU-Datenblatt 5 bis 6 Jahre ab Verkaufsende3 Versionen (XPLORE 2), sonst keine Zusagekeine Zusage veröffentlichtRobuste Outdoor- und Alltagssmartphones, keine veröffentlichte Update-Frist
Doogeekeine eigene Zusage; im EU-Datenblatt 5 bis 6 Jahre ab Verkaufsendekeine Zusagekeine Zusage veröffentlichtRobuste Outdoor-Smartphones, keine veröffentlichte Update-Frist
Huaweikeine eigene Zusage; EU-Pflicht: 5 Jahre ab Verkaufsende für Modelle ab 20.06.2025keine Zusagekeine Zusage veröffentlichtSmartphones mit EMUI und AppGallery, keine veröffentlichte Update-Frist
Ulefonekeine eigene Frist; EU-Pflicht: 5 Jahre ab Verkaufsende für Modelle ab 20.06.2025mind. 2 Versionen (neue Modelle seit 08/2026)schriftlich nur für Android-VersionenRobuste Outdoor-Smartphones, seit August 2026 mindestens 2 Android-Updates für neue Modelle
ZTEkeine eigene Zusage; im EU-Datenblatt 5 Jahre ab Verkaufsendekeine Zusagekeine Zusage veröffentlichtBlade-A- und Blade-V-Modelle, keine veröffentlichte Update-Frist

Google sagt für Pixel-Geräte ab dem Pixel 8 sieben Jahre Updates zu, gezählt ab dem Verkaufsstart im US-Google-Store; Samsung nennt für Galaxy-Geräte bis zu sieben Jahre Sicherheitsupdates. Am anderen Ende stehen Marken ohne veröffentlichte Frist, darunter die meisten Hersteller von Outdoor-Handys. Für sie gilt nur das EU-Mindestmaß: Updates müssen mindestens fünf Jahre ab dem Verkaufsende eines Modells verfügbar sein, bei Smartphones, die seit dem 20. Juni 2025 auf den Markt kommen. Wie Sie das Enddatum Ihres Modells finden, zeigt der Ratgeber Update-Garantie.

Android ist offener als iOS, denn Apps lassen sich auch außerhalb des Play Stores installieren. Google schränkt das schrittweise ein: 2027 soll auf zertifizierten Android-Geräten weltweit gelten, dass Apps von Entwicklern stammen, die sich bei Google verifiziert haben. Für erfahrene Nutzer kündigt Google einen eigenen Weg an, auf dem sich nicht verifizierte Apps weiter installieren lassen. Was das für den Schutz vor Schadsoftware bedeutet, steht unter Virenschutz für Android.

iOS: ein Hersteller, lange Pflege

Apple veröffentlicht keine feste Update-Frist, pflegt seine Geräte in der Praxis aber lange. iOS 27 erschien am 14. September 2026 für das iPhone 11 und neuer, also für Geräte ab 2019. Ältere Modelle bekommen teils weiter Sicherheitsupdates der Vorversion: Das iPhone XS und das XR aus dem Jahr 2018 erhielten im August 2026 noch iOS 18.7.10. Im EU-Datenblatt, etwa beim iPhone 17, garantiert Apple fünf Jahre Updates ab dem Ende der Marktverfügbarkeit.

Seit iOS 17.4 im März 2024 lässt Apple in der EU alternative App-Marktplätze zu, und Bank- und Bezahl-Apps anderer Anbieter dürfen den NFC-Chip nutzen. Apple selbst warnt, dass dadurch neue Wege für Schadsoftware und Betrug entstehen. Wer zwischen beiden Welten wechseln will, findet die Abwägung unter iPhone oder Android.

HarmonyOS und EMUI: Huawei ohne Google

Huawei darf wegen der US-Sanktionen keine Google-Dienste vorinstallieren. In Europa laufen die aktuellen Geräte deshalb mit EMUI; beim Pura 80 Pro nennt das deutsche Datenblatt EMUI 15.0. EMUI führt Android-Apps aus, die aus Huaweis AppGallery oder anderen Quellen kommen. Das eigenständige HarmonyOS NEXT ohne Android-Code hat Huawei 2024 für China angekündigt; Geräte außerhalb Chinas laufen nach Huaweis Angaben weiter mit EMUI.

Für Käufer heißt das: Vor einem Huawei-Kauf steht die App-Probe. Schreiben Sie die Apps auf, ohne die Ihr Alltag nicht funktioniert, und prüfen Sie jede einzeln. Kontaktloses Bezahlen über Google Wallet ist ohne Google-Dienste nicht möglich. Einzelheiten stehen auf der Seite Huawei.

Datensparsame Android-Varianten

Drei Projekte prägen die Szene. Sie nutzen den offenen Android-Code, lassen Googles Dienste weg oder schotten sie ab und werden von Stiftungen, gemeinnützigen Projekten oder Freiwilligen gepflegt. Wer ein solches System selbst aufspielt, muss den Bootloader entsperren, also die Startsperre, die nur die Software des Herstellers zulässt.

/e/OS

/e/OS ersetzt die Google-Dienste durch den freien Nachbau microG und bringt mit App Lounge einen eigenen App-Store mit, der zu jeder App die Zahl der Tracker anzeigt. Entwickelt wird es von der e Foundation, Geräte mit vorinstalliertem System verkauft Murena. Fairphone bietet seine Smartphones in Europa ebenfalls mit /e/OS ab Werk an, mit voller Hardware-Garantie. Das ist der bequemste Einstieg, weil nichts selbst installiert werden muss.

GrapheneOS

GrapheneOS ist ein gemeinnütziges Projekt mit Schwerpunkt Sicherheit und läuft ausschließlich auf Google-Pixel-Geräten, nach der Liste des Projekts von der sechsten bis zur zehnten Generation. Google-Dienste sind nicht enthalten. Google Play lässt sich aber als normale App ohne Sonderrechte in einer abgeschotteten Umgebung installieren, so laufen viele Apps aus dem Play Store. Unterstützt wird nur ein Gerät mit wieder gesperrtem Bootloader.

LineageOS

LineageOS ist eine freie Android-Version, die eine weltweite Freiwilligen-Community pflegt; sie läuft auf Geräten von mehr als 20 Herstellern. Google-Apps sind nicht dabei; wer sie will, muss sie vor dem ersten Start installieren. Für unterstützte Geräte verspricht das Projekt monatliche Sicherheitsupdates, gebaut von Freiwilligen. Den Bootloader wieder zu sperren, erlauben laut Projekt nur wenige Geräte, und selbst dann klappt es oft nicht.

Zertifiziertes System oder freie Variante: was sich ändertGegenüberstellung: Zertifiziert: Hersteller-Android, iOS: Updates vom Hersteller, Dauer je Modell verschieden, Kontaktlos bezahlen mit Google Wallet oder Apple Pay, Apps mit Geräteprüfung laufen ohne Umweg, Garantie und Support ohne Zusatzschritte – Freie Android-Varianten: Weniger oder keine Google-Dienste, weniger Datenabfluss, Google Wallet funktioniert bei verändertem System nicht, Apps mit Geräteprüfung können den Dienst verweigern, Updates vom Projekt, Firmware nur vom HerstellerZertifiziertes System oder freie Variante: was sich ändertHersteller-Android und iOS gegen /e/OS, GrapheneOS und LineageOS, Stand Oktober 2026Zertifiziert: Hersteller-Android, iOSUpdates vom Hersteller, Dauer je ModellverschiedenKontaktlos bezahlen mit Google Wallet oder ApplePayApps mit Geräteprüfung laufen ohne UmwegGarantie und Support ohne ZusatzschritteFreie Android-VariantenWeniger oder keine Google-Dienste, wenigerDatenabflussGoogle Wallet funktioniert bei verändertem SystemnichtApps mit Geräteprüfung können den DienstverweigernUpdates vom Projekt, Firmware nur vom HerstellerQuellen: Google (Play Integrity, Google Wallet-Hilfe), GrapheneOS, LineageOS, Fairphone
Freie Systeme können sicher und datensparsam sein – sie kosten vor allem Bequemlichkeit beim Bezahlen und Banking.

Was Sie dafür aufgeben: Bezahlen, Bank-Apps, Garantie

Viele Apps lassen über Google prüfen, ob das Gerät unverändert ist. Für die mittlere Prüfstufe verlangt Google ein echtes, zertifiziertes Gerät; ab Android 13 muss es belegen, dass der Bootloader gesperrt ist und ein zertifiziertes System des Herstellers läuft. Ein freies System erfüllt das nicht, auch wenn es sicher ist. GrapheneOS besteht nach eigenen Angaben nur die Basisprüfung, weil Google das System nicht zertifiziert.

Ob eine Bank-App deshalb streikt, entscheidet ihr Anbieter. Beim kontaktlosen Bezahlen ist Google eindeutig: Google Wallet funktioniert laut Hilfeseite nicht auf Geräten mit Custom-ROM, also einem selbst aufgespielten System, mit geänderter Werkssoftware oder mit entsperrtem Bootloader. Wer mit Google Wallet an der Kasse zahlen will, braucht also das Originalsystem. Ob Bezahl-Apps von Banken laufen, hängt von deren eigener Prüfung ab.

Bei der Garantie lohnt das Kleingedruckte. Fairphone schreibt, dass die Hardware-Garantie erhalten bleibt, wenn Sie den Bootloader entsperren und ein anderes System installieren. Vor einer Garantiereparatur müssen Sie aber das Original-Android zurückspielen, und Probleme, die bei der Installation entstehen, deckt die Garantie nicht. Andere Hersteller regeln das anders; die gesetzliche Gewährleistung des Händlers ist davon zu unterscheiden, siehe Garantie und Gewährleistung.

Zwei weitere Folgen sollten Sie kennen. Das Entsperren des Bootloaders löscht nach Fairphones Angaben alle persönlichen Daten und schaltet wichtige Schutzfunktionen ab, solange er offen bleibt. Und auch ein freies System verlängert das Leben eines Geräts nicht beliebig: Firmware und Treiber kann nur der Hersteller liefern, wie das GrapheneOS-Projekt betont.

So finden Sie das passende System

  • Bank-Apps, kontaktlos bezahlen, alle Apps ohne Aufwand: iOS oder Android mit Google-Diensten; entscheidend ist dann die Update-Zusage des Modells.
  • Weniger Google, aber nichts selbst installieren: ein Gerät mit vorinstalliertem /e/OS, etwa von Fairphone oder Murena. Prüfen Sie vorher Ihre wichtigsten Apps.
  • Möglichst viel Sicherheit ohne Google-Dienste: GrapheneOS auf einem Pixel, mit der Bereitschaft, sich in die Technik einzuarbeiten.
  • Ein älteres Gerät weiter nutzen: LineageOS kann helfen, wenn das Modell unterstützt wird. Rechnen Sie damit, dass Bezahl- und manche Bank-Apps nicht laufen.
  • Ein Huawei-Gerät: erst die App-Probe, dann der Kauf.

Unabhängig vom System helfen dieselben Einstellungen beim Datenschutz: Werbe-ID zurücksetzen, Standortzugriff begrenzen, Berechtigungen prüfen. Die wirksamen Schalter für Android und iPhone zeigt der Ratgeber Datenschutz am Smartphone. Wer ein Gerät für ältere Angehörige sucht, findet unter Seniorenhandy eine eigene Kaufberatung.

Frau sitzt von hinten gesehen auf einem Sofa am Fenster und hält ein Smartphone, neben ihr schläft eine Katze
Welches System auf dem Handy läuft, merkt man im Alltag vor allem an den Apps – und daran, ob das Bezahlen an der Kasse klappt. KI-generiert

Vor dem Kauf

Wie lange ein Modell Updates bekommt, ist wichtiger als das System. Die Zusagen aller Marken und der direkte Vergleich der beiden großen Systeme:

Quellen und Stand

Geprüft am 4. Oktober 2026. Diese Seite beschreibt Systeme, gibt aber bewusst keine Anleitung zum Entsperren des Bootloaders.

Häufige Fragen

Kann man auf einem iPhone Android installieren?

Nein. Apple gibt iOS nur für die eigenen Geräte frei, und für das iPhone gibt es keine offiziell unterstützte Android-Version. Wer wechseln will, wechselt das Gerät. Wie Kontakte, Fotos und Chats mitkommen, erklärt der Ratgeber zur Datenübertragung.

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