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Handyvertrag ohne Laufzeit: Flex-Aufpreis gegen 24 Monate gerechnet

Ein Handyvertrag ohne Laufzeit ist mit kurzer Frist kündbar, meist einem Monat. Teurer ist er nicht immer: Telekom, o2 und congstar verlangen denselben Monatspreis wie für 24 Monate. Der Aufpreis steckt sonst im Anschlusspreis, in weniger Datenvolumen oder in Aktionen nur für Laufzeitverträge. Unsere Rechnung zeigt: Selbst 20 Prozent Aufpreis lohnen sich, wenn Sie spätestens im 19. Monat kündigen wollen.

Von Geprüft am 7 Min. Lesezeit

Junge Frau steht im Flur einer halb leeren Wohnung neben Koffer und zusammengerolltem Teppich und telefoniert
KI-generiert

Zwei Jahre Bindung für eine Entscheidung, die man an einem Abend trifft: Das schreckt viele ab. Ein Handyvertrag ohne Laufzeit, oft „Flex“ genannt, lässt sich mit kurzer Frist beenden und bietet sonst dieselben Leistungen wie ein Laufzeitvertrag. Die gängige Annahme lautet, dass diese Freiheit jeden Monat Geld kostet.

Wir haben Produktinformationsblätter, Preislisten und Tarifseiten von neun Anbietern nebeneinandergelegt. Das Ergebnis fällt differenzierter aus, und es lässt sich in Monaten ausdrücken: Bis zu welchem Monat ist Flex nicht teurer als die Bindung über zwei Jahre?

Verbreiteter IrrtumOhne Laufzeit zahlt man jeden Monat drauf

Was stimmtBei Telekom, o2 und congstar kostet die monatlich kündbare Variante laut Unterlagen monatlich gleich viel wie die mit 24 Monaten. Wo es einen Aufpreis gibt, steckt er oft im Anschlusspreis, im Datenvolumen oder in Aktionen nur für Laufzeitverträge.

Wo der Flex-Aufpreis steckt

Der Vergleich zeigt fünf Modelle: kein Aufpreis, ein höherer einmaliger Anschlusspreis, weniger Datenvolumen, ein höherer Monatspreis und Aktionen, die nur die Laufzeitvariante bekommt. Die Tabelle nennt bewusst keine Beträge, sondern die Art des Unterschieds.

Flex gegen 24 Monate, eigene Auswertung von Produktinformationsblättern, Preislisten und Tarifseiten, Stand 4. Oktober 2026
AnbieterMonatspreis FlexWo der Unterschied liegtKündigung Flex
Telekom MagentaMobilgleichSmartphone-Stufen nur mit 24 Monaten; PlusKarten auch im Flex ohne Aufpreiskeine Mindestlaufzeit, ein Monat Frist
o2 Mobilegleichlaut o2 „ohne Aufpreis“monatlich kündbar
congstar Allnet Flatgleichhöherer einmaliger Bereitstellungspreis14 Kalendertage zum Monatsende
1&1je nach TarifAll-Net-Flat S und Unlimited on demand S gleich; Unlimited on demand M und L rund ein Fünftel bis ein Viertel teurerkeine Mindestlaufzeit, ein Monat Frist
Blaugleichweniger Datenvolumen in den Stufen S, M und L30 Tage
winSIM (Drillisch, 1&1-Netz)gleichim Angebot Bereitstellungspreis nur bei der monatlich kündbaren Varianteein Monat Mindestlaufzeit, dann ein Monat Frist
klarmobilgleicheinmaliger Anschlusspreis nur bei den monatlich kündbaren Variantenmonatlich kündbar
oteloeigener TarifAllnet-Flat Flex mit 30 GB und kostenlosem Nachbuchenein Monat Mindestlaufzeit, dann ein Monat Frist
Vodafone Mobil (bis Juli 2026 GigaMobil)–nur mit 24 Monaten erhältlich–

Am häufigsten ist damit nicht der teurere Monatspreis, sondern ein einmaliger Unterschied beim Anschluss. Er fällt umso weniger ins Gewicht, je länger Sie den Vertrag nutzen. Anders bei Blau: Dort zahlen Sie für Flex gleich viel, bekommen in den kleineren Stufen aber weniger Gigabyte – ein Aufpreis in Datenvolumen statt in Euro.

Technisch unterscheiden sich die Varianten in den ausgewerteten Fällen kaum. Bei der Telekom nennen die Produktinformationsblätter von MagentaMobil M und M Flex dasselbe Tempo und dasselbe Datenvolumen. Bei congstar gilt das für die Allnet Flat S und S Flex, einschließlich des Volumenzuwachses alle zwölf Monate. Netz, 5G und EU-Roaming hängen am Tarif, nicht an der Laufzeit.

Ein weiterer Unterschied betrifft das Smartphone. Telekom und 1&1 nennen Gerätepreise in den Produktinformationsblättern nur für die Variante mit 24 Monaten. Wer ein Handy über den Vertrag finanzieren will, kommt um die Laufzeit kaum herum. Ob sich das gegenüber einem Kauf lohnt, berechnet der Rechner auf der Seite Handy mit oder ohne Vertrag.

Die Rechnung: bis zu welchem Monat Flex günstiger ist

Fair wird der Vergleich, wenn man den Ausstieg mitdenkt. Einen Laufzeitvertrag zahlen Sie volle 24 Monate, auch wenn Sie ihn nach acht Monaten nicht mehr brauchen. Den Flex-Vertrag zahlen Sie bis zur Kündigung plus die Kündigungsfrist, hier vereinfacht ein Monat. Daraus folgt eine einfache Regel.

Rechenweg

Flex ist nicht teurer, solange gilt: (Kündigungsmonat + 1) × Flex-Monatspreis + Flex-Anschlusspreis ≤ 24 × Laufzeit-Monatspreis + Laufzeit-Anschlusspreis. Unterscheiden sich die Anschlusspreise nicht, vereinfacht sich die Regel: Kündigungsmonat + 1 ≤ 24 geteilt durch (1 + Aufpreis in Prozent ÷ 100).

Ein Beispiel mit angenommenen Preisen: Die Laufzeitvariante kostet 15 Euro im Monat ohne Anschlusspreis. Variante A ist ein Flex-Tarif zum selben Monatspreis mit 20 Euro Anschlusspreis – das Modell von congstar oder klarmobil. Variante B kostet 18 Euro im Monat, also 20 Prozent mehr, ohne Anschlusspreis.

Gesamtkosten in Euro bis zum Vertragsende, angenommene Preise, eigene Rechnung
Kündigung im Monat24 Monate LaufzeitFlex A: gleicher Preis, AnschlusspreisFlex B: 20 Prozent Aufpreis
6360125126
12360215234
18360305342
23360380432

Die Tabelle zeigt den Kern: Flex verliert nur, wenn Sie den Vertrag fast die ganzen zwei Jahre behalten. Bei gleichem Monatspreis kostet die Flexibilität im ungünstigsten Fall genau den Anschlusspreis. Bei 20 Prozent Aufpreis liegt die Grenze im 19. Monat. Wie sie sich mit dem Aufpreis verschiebt, zeigt die Grafik.

Einen höheren Anschlusspreis rechnen Sie am einfachsten in Monate um: Teilen Sie den Unterschied durch den Monatspreis. Im Beispiel entsprechen 20 Euro bei 15 Euro im Monat gut 1,3 Monatspreisen, die Grenze rückt also um gut einen Monat nach vorn. Bei gleichem Monatspreis und einem Anschlusspreis in Höhe eines Monatspreises lohnt Flex bis zum 22. Monat.

Bis zu diesem Monat ist Flex nicht teurerBalkendiagramm: kein Aufpreis: immer (bis Monat 23); 10 Prozent Aufpreis: bis Monat 20; 20 Prozent Aufpreis: bis Monat 19; 30 Prozent Aufpreis: bis Monat 17; 50 Prozent Aufpreis: bis Monat 15; doppelter Preis: bis Monat 11Bis zu diesem Monat ist Flex nicht teurerSpätester Kündigungsmonat je Aufpreis, verglichen mit 24 Monaten Laufzeitkein Aufpreisimmer (bis Monat 23)10 Prozent Aufpreisbis Monat 2020 Prozent Aufpreisbis Monat 1930 Prozent Aufpreisbis Monat 1750 Prozent Aufpreisbis Monat 15doppelter Preisbis Monat 11Eigene Rechnung: ein Monat Kündigungsfrist, kein Anschlusspreis, Laufzeitvertrag kostet 24 Monatspreise
Selbst bei doppeltem Preis lohnt Flex, wenn Sie spätestens im elften Monat kündigen.

Für die eigene Rechnung mit echten Angeboten eignet sich der Effektivpreis-Rechner: Er verteilt Anschlusspreis, Rabatte und Gutschriften auf die Monate. Rechnen Sie Flex dabei über die Zeit, die Sie realistisch planen, nicht pauschal über 24 Monate.

Ein Monat ist nicht gleich ein Monat

„Monatlich kündbar“ steht für unterschiedliche Regeln. Telekom und 1&1 nennen für ihre Varianten ohne Laufzeit keine Mindestlaufzeit und eine Kündigungsfrist von einem Monat. winSIM und otelo verlangen einen Monat Mindestlaufzeit, danach gilt ein Monat Frist. congstar lässt die Flex-Tarife mit 14 Kalendertagen zum Monatsende kündigen, Blau mit 30 Tagen.

Praktisch heißt das: Nach der Entscheidung zahlen Sie meist noch einen weiteren Monat, je nach Stichtag auch knapp zwei. Wann genau Ihr Vertrag endet, hängt am Tag, an dem die Kündigung eingeht. Den spätesten Kündigungstag rechnet der Kündigungsrechner auf der Seite Handyvertrag kündigen aus.

Was das Gesetz für jeden Vertrag regelt

Seit der Reform des Telekommunikationsgesetzes am 1. Dezember 2021 ist auch ein Laufzeitvertrag weniger riskant. Die erste Laufzeit darf höchstens 24 Monate betragen. Jeder Anbieter muss Verbrauchern vor Vertragsschluss zusätzlich einen Vertrag mit höchstens zwölf Monaten anbieten (§ 56 Abs. 1 TKG).

Vertragsverlauf vor und nach der TKG-Novelle 2021 Zwei Zeitleisten im Vergleich. Vor Dezember 2021 folgte auf eine Mindestlaufzeit von 24 Monaten bei verpasster Kündigung eine automatische Verlängerung um weitere zwölf Monate. Seit Dezember 2021 läuft der Vertrag nach Ablauf der Mindestlaufzeit nur noch auf unbestimmte Zeit weiter und ist jederzeit mit einer Frist von einem Monat kündbar. Was die TKG-Novelle geändert hat bis 30.11.2021 Mindestlaufzeit 24 Monate +12 Monate automatisch … seit 01.12.2021 Mindestlaufzeit max. 24 Monate unbestimmte Zeit jederzeit kündbar, 1 Monat Frist Zusätzlich: Anbieter müssen vor Vertragsschluss auch einen Vertrag mit höchstens 12 Monaten anfänglicher Laufzeit anbieten (§ 56 Abs. 1 TKG).
Die automatische Jahresverlängerung ist Geschichte. Wer die Kündigungsfrist verpasst, hängt heute maximal einen Monat länger im Vertrag.

Nach der ersten Laufzeit verlängert sich ein Vertrag nur noch auf unbestimmte Zeit und ist dann jederzeit mit einem Monat Frist kündbar. Vor der Verlängerung muss der Anbieter auf einem dauerhaften Datenträger darauf hinweisen (§ 56 Abs. 3 TKG). Ein 24-Monats-Vertrag wird damit nach zwei Jahren von selbst zum Flex-Vertrag – zu dem Preis, den das Produktinformationsblatt für die Zeit danach nennt.

Zwei weitere Rechte machen jeden Vertrag beweglicher. Erhöht der Anbieter einseitig den Preis, können Sie innerhalb von drei Monaten nach der Mitteilung ohne Kosten kündigen (§ 57 TKG); Einzelheiten stehen unter Preiserhöhung und Sonderkündigung. Und die Rufnummer können Sie im Mobilfunk jederzeit mitnehmen, auch während einer Laufzeit. Der alte Vertrag läuft dann allerdings bis zu seinem Ende weiter (§ 59 Abs. 6 TKG).

Gekündigt wird in Textform. Wer online abschließen kann, muss als Verbraucher auch online kündigen können: Die Website braucht eine Schaltfläche „Verträge hier kündigen“ (§ 312k BGB).

Wann Flex, wann 24 Monate

Flex passt, wenn …

  • Sie das Netz am neuen Wohnort erst testen wollen
  • eine Probezeit läuft oder ein Jobwechsel ansteht
  • ein Auslandssemester oder ein längerer Aufenthalt geplant ist
  • ein Diensthandy absehbar ist
  • der Anbieter keinen Aufpreis verlangt

24 Monate passen, wenn …

  • Sie ein Smartphone über den Vertrag finanzieren wollen
  • eine Aktion nur für Laufzeitverträge gilt
  • Netz und Wohnort seit Jahren feststehen
  • die Flex-Variante deutlich weniger Datenvolumen bringt
Sanduhr mit rieselndem Sand auf einem Holzschreibtisch, daneben ein Smartphone mit dem Display nach unten und eine Kaffeetasse
Flexibilität hat einen Preis – bei manchen Anbietern aber keinen höheren Monatspreis. KI-generiert

Wer unsicher ist, kann auch kombinieren: erst einige Monate Flex oder Prepaid zum Testen, dann ein Laufzeitvertrag beim Anbieter, dessen Netz sich bewährt hat. Warum das Netz vor dem Tarif kommt, steht in der Übersicht der Handytarife. Wie Prepaid im Vergleich abschneidet, zeigt die Seite Prepaid-Karte.

Nächster Schritt

Echte Angebote über Ihre geplante Nutzungsdauer rechnen und den Kündigungstag im Blick behalten.

Quellen und Stand

Geprüft am 4. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Gibt es Handyverträge ohne Laufzeit mit Smartphone?

Selten. Telekom und 1&1 nennen Smartphone-Preise in ihren Produktinformationsblättern nur für die Variante mit 24 Monaten. Ohne Laufzeit kaufen Sie das Gerät meist separat; ob das günstiger ist, hängt vom Gerätepreis und von den Jahren ab, in denen Sie es nutzen.

Wie kündige ich einen Flex-Vertrag?

In Textform, also per Brief oder E-Mail, über die Kündigungsschaltfläche auf der Website oder in der App des Anbieters. Bewahren Sie die Bestätigung auf: Sie belegt, wann die Kündigung eingegangen ist und wann der Vertrag endet.

Muss mir der Anbieter einen Vertrag mit zwölf Monaten anbieten?

Ja. Nach § 56 Absatz 1 TKG muss jeder Anbieter Verbrauchern vor Vertragsschluss auch einen Vertrag mit höchstens zwölf Monaten anfänglicher Laufzeit anbieten. Beworben wird das selten, fragen Sie im Shop, am Telefon oder im Chat danach.

Ist ein Vertrag ohne Laufzeit dasselbe wie Prepaid?

Nein. Beim Vertrag ohne Laufzeit erhalten Sie eine monatliche Rechnung und zahlen nachträglich; der Anbieter prüft dafür in der Regel Ihre Bonität. Prepaid funktioniert mit vorab geladenem Guthaben. Beide lassen sich kurzfristig beenden.

Passt dazu

  • Tarife klarmobil

    „5G im top D-Netz“ heißt bei den Allnet Flats Vodafone – verlässlich steht das Netz nur im PIB.

  • Tarife Lidl Connect

    Fehlt Guthaben, ruht der Tarif und läuft nach dem Aufladen von selbst wieder an.

  • Tarife freenet (mobilcom-debitel)

    Seit Juli 2022 heißt mobilcom-debitel freenet – auch beim o2-Originaltarif ist freenet Vertragspartner.

  • Ratgeber Schnellladen

    Die EU prüft Akkus mit voller Ladeleistung: Wärme und lange Zeit bei 100 Prozent schaden mehr als Watt.