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Apple iPhone: keine feste Zusage, aber lange Versorgung

Apple sagt für iPhones keine Update-Dauer in Jahren zu. Im EU-Datenblatt steht nur das gesetzliche Mindestmaß: fünf Jahre Updates ab dem Zeitpunkt, an dem ein Modell nicht mehr verkauft wird. In der Praxis reicht die Versorgung weiter: iOS 27 vom September 2026 läuft noch auf dem iPhone 11 von 2019, und das iPhone XS von 2018 bekam im Mai 2026 noch Sicherheitskorrekturen. Alle aktuellen iPhones liegen in Reparierbarkeitsklasse C.

Von Geprüft am 7 Min. Lesezeit

Älteres Smartphone in abgenutzter Lederhülle liegt mit der Rückseite nach oben auf einer sonnigen Fensterbank neben einer Kaffeetasse
KI-generiert

Bei Apple liegen Versprechen und Praxis weiter auseinander als bei jedem anderen großen Hersteller. Eine Jahreszahl nennt Apple nicht, und im EU-Datenblatt steht nur das Pflichtmaß. Trotzdem werden iPhones lange versorgt, teils länger, als Android-Hersteller schriftlich zusagen. Diese Seite trennt beides und rechnet vor, was es für Kauf und Kosten bedeutet.

Was Apple schriftlich zusagt

Auf seinen Support-Seiten nennt Apple keinen Zeitraum für iPhone-Updates. Verbindlich ist nur, was die EU seit dem 20. Juni 2025 verlangt und was Apple deshalb in die Produktdatenblätter einträgt: fünf Jahre Sicherheits-, Korrektur- und Funktionsupdates. Apple vermerkt dazu ausdrücklich, dass die Frist ab dem Zeitpunkt läuft, an dem das Produkt nicht mehr auf dem Markt erhältlich ist.

Das ist ein großer Unterschied zu einer Zusage ab Marktstart. iPhones bleiben nach dem Start der Nachfolger oft noch im Sortiment, und jedes weitere Verkaufsjahr schiebt das Ende der Pflicht nach hinten. Wie lange ein Modell verkauft wird, steht beim Kauf allerdings nicht fest.

Verbreiteter IrrtumApple garantiert fünf Jahre Updates ab dem Marktstart.

Was stimmtIm EU-Datenblatt stehen fünf Jahre ab dem Verkaufsende des Modells. Das reicht in jedem Fall so weit wie fünf Jahre ab Start und meist weiter – das genaue Ende ist beim Kauf aber offen.

Ab Marktstart oder ab Verkaufsende: wann die Updates endenZeitleiste: März 2026 – Marktstart: Ab hier zählen Zusagen in Jahren; März 2028 – Verkaufsende: Das letzte Gerät kommt in den Handel; März 2031 – Fünf Jahre ab Start: Ende einer Zusage über fünf Jahre; März 2033 – EU-Mindestmaß: Fünf Jahre nach dem VerkaufsendeAb Marktstart oder ab Verkaufsende: wann die Updates endenBeispiel: Marktstart im März 2026, zwei Jahre im Verkauf (angenommen)März 2026MarktstartAb hier zählen Zusagen inJahrenMärz 2028VerkaufsendeDas letzte Gerät kommt inden HandelMärz 2031Fünf Jahre ab StartEnde einer Zusage überfünf JahreMärz 2033EU-MindestmaßFünf Jahre nach demVerkaufsendeQuelle: Verordnung (EU) 2023/1670, Anhang II; Daten des Modells angenommen
Die EU zählt ab dem letzten verkauften Gerät. Deshalb reicht ihr Mindestmaß oft weiter als eine Zusage, die ab Marktstart zählt.

Die Grafik zeigt das Prinzip an einem angenommenen Modell: Bleibt es zwei Jahre im Verkauf, reicht die EU-Pflicht sieben Jahre über den Marktstart hinaus. Für ein iPhone 17 vom September 2025 hieße das bei zwei Jahren Verkauf: Updates mindestens bis September 2032. Gesichert ist dieser Wert erst, wenn Apple das Modell aus dem Programm nimmt.

Wie lange iPhones tatsächlich versorgt werden

Die Praxis lässt sich an Apples eigenen Listen ablesen. iOS 27 erschien am 14. September 2026 und läuft auf allen iPhones ab dem iPhone 11 sowie auf dem iPhone SE der zweiten und dritten Generation. Das iPhone 11 kam im September 2019 auf den Markt und bekommt damit im siebten Jahr noch eine neue Hauptversion.

Auch ohne neue Hauptversion endet die Versorgung nicht sofort. iPhone XS, XS Max und XR von 2018 bekommen iOS 26 und 27 nicht mehr. Im Mai 2026 veröffentlichte Apple für sie aber iOS 18.7.9 mit Korrekturen für zahlreiche Sicherheitslücken. Gleichzeitig pflegt Apple die Vorversion: Am 28. September 2026 erschienen iOS 27.0.1 und iOS 26.7.1, beide für das iPhone 11 und neuer.

Nicht jedes Update ist eine Sicherheitskorrektur. Im Januar 2026 kamen noch Aktualisierungen für iPhone 5s und iPhone 6 aus den Jahren 2013 und 2014 sowie für iPhone 6s bis iPhone X. Veröffentlichte Sicherheitslücken verzeichnet Apple dazu nicht. Ob ein Update Lücken schließt, zeigt Apples Liste der Sicherheitsupdates.

Über mehrere Generationen ergibt sich ein Muster. Beim iPhone 6s, 7, 8 und XS kam die letzte neue Hauptversion fünf bis sechs Jahre nach dem Marktstart, danach folgten Korrekturen für diese Version. Das iPhone 11 ist mit iOS 27 bereits im siebten Jahr. Eine Zusage für künftige Modelle folgt daraus nicht.

Update-Tabelle der aktuellen iPhones

Weil Apple keine Enddaten nennt, steht in der Spalte „Updates bis“ bei allen Modellen „offen“. Die Tabelle zeigt die Modelle ab dem iPhone 13 mit ihrem Marktstart; alle bekommen iOS 27.

Sicherheitsupdates der Modelle von Apple Herstellerangaben
ModellMarktstartUpdates bisArt der Angabe
iPhone 18 Pro und 18 Pro MaxSeptember 2026offenkeine Herstellerangabe
iPhone 17eMärz 2026offenkeine Herstellerangabe
iPhone 17September 2025offenkeine Herstellerangabe
iPhone 17 Pro und 17 Pro MaxSeptember 2025offenkeine Herstellerangabe
iPhone AirSeptember 2025offenkeine Herstellerangabe
iPhone 16eFebruar 2025offenkeine Herstellerangabe
iPhone 16 und 16 PlusSeptember 2024offenkeine Herstellerangabe
iPhone 16 Pro und 16 Pro MaxSeptember 2024offenkeine Herstellerangabe
iPhone 15 und 15 PlusSeptember 2023offenkeine Herstellerangabe
iPhone 15 Pro und 15 Pro MaxSeptember 2023offenkeine Herstellerangabe
iPhone 14 PlusOktober 2022offenkeine Herstellerangabe
iPhone 14September 2022offenkeine Herstellerangabe
iPhone 14 Pro und 14 Pro MaxSeptember 2022offenkeine Herstellerangabe
iPhone 13 und 13 miniSeptember 2021offenkeine Herstellerangabe
iPhone 13 Pro und 13 Pro MaxSeptember 2021offenkeine Herstellerangabe

Für den Kauf heißt das: Alle Modelle der Tabelle sind derzeit voll versorgt. Je älter ein Modell, desto näher rückt aber das Jahr, in dem es keine neue Hauptversion mehr bekommt. Gebraucht kaufen Sie deshalb besser ein jüngeres Modell; weitere Prüfpunkte nennt der Ratgeber Gebrauchtes Handy kaufen.

Den Stand am eigenen Gerät sehen Sie unter „Einstellungen“, „Allgemein“ und „Info“: Dort steht die installierte iOS-Version. Unter „Softwareupdate“ zeigt das iPhone, ob eine neuere Version bereitsteht. Bekommt ein Modell die neue Hauptversion nicht mehr, erscheinen dort bisher weiter Aktualisierungen der Vorversion, wie beim iPhone XS mit iOS 18.

Reparierbarkeit: Klasse C – und wo die Punkte fehlen

Alle aktuellen iPhones tragen auf dem EU-Label die Reparierbarkeitsklasse C. Die Indexwerte reichen laut den Datenblättern von 2,79 beim iPhone 16e und 17e bis 3,14 beim iPhone 18 Pro und 18 Pro Max. Woraus sich der Wert zusammensetzt, zeigt die Grafik am Beispiel des iPhone 18 Pro.

Reparierbarkeitsindex des iPhone 18 Pro: wo die Punkte fehlenBalkendiagramm: Reparaturinformationen: 5,00; Ersatzteile: 4,00; Befestigungselemente: 3,80; Zerlegungstiefe (zählt 25 %): 2,75; Werkzeug: 2,55; Software-Updates (Dauer): 1,00 – nur fünf Jahre eingetragenReparierbarkeitsindex des iPhone 18 Pro: wo die Punkte fehlenSechs Teilwerte laut EU-Datenblatt, je höchstens 5 Punkte – Index 3,14, Klasse CReparaturinformationen5,00Ersatzteile4,00Befestigungselemente3,80Zerlegungstiefe (zählt 25 %)2,75Werkzeug2,55Software-Updates (Dauer)1,00 – nur fünf Jahre eingetragenQuelle: Apple, Product Information Sheet iPhone 18 Pro (A3714), abgerufen am 4. Oktober 2026
Mit sieben eingetragenen Update-Jahren stiege der Index um 0,6 auf 3,74 – genug für Klasse B.

Auffällig ist der Teilwert für Software-Updates: ein Punkt von fünf, weil Apple nur das Pflichtmaß von fünf Jahren einträgt. Rechnen Sie nach: Die Zerlegungstiefe zählt zu 25 Prozent, die übrigen fünf Teilwerte zu je 15 Prozent. Mit sieben eingetragenen Jahren gäbe es fünf Punkte, und der Index stiege um 0,6 – beim iPhone 18 Pro auf 3,74, beim iPhone 17 von 2,82 auf 3,42. Beide lägen damit in Klasse B, denn schon das Motorola razr 70 ultra ist mit 3,41 so eingestuft.

Stark ist Apple bei den Reparaturinformationen mit der vollen Punktzahl und bei den Ersatzteilen mit vier von fünf Punkten. Einen vom Nutzer austauschbaren Akku verneinen die Datenblätter von iPhone 17 und iPhone 18 Pro. Die Akkus sollen nach mindestens 1.000 Ladezyklen noch 80 Prozent ihrer Kapazität haben; im Falltest erreichen beide Modelle die Sturzklasse B.

Service und Reparatur in Deutschland

Für Reparaturen nennt Apple zwei Wege: persönlich an der Genius Bar eines Apple Store oder bei einem autorisierten Apple Service Provider, oder per Post mit einem vorfrankierten Versandkarton. Apple verwendet dabei nach eigener Angabe nur Originalteile und gibt auf Service und Teile 90 Tage Garantie oder die Restlaufzeit der Apple-Garantie.

Wer selbst schrauben will, bekommt über die Self-Service-Reparatur Originalteile und Reparaturhandbücher; das Werkzeug lässt sich leihen oder kaufen, alte Teile nimmt Apple zurück. Die eingeschränkte Apple-Garantie läuft ein Jahr ab Kauf und deckt Herstellungsfehler, aber weder Unfallschäden noch Akkuverschleiß. Unabhängig davon haftet der Händler zwei Jahre für Mängel, die schon bei der Übergabe bestanden; den Unterschied erklärt der Ratgeber Garantie und Gewährleistung.

Kosten pro Nutzungsjahr: ein Rechenbeispiel mit Szenarien

Weil kein Enddatum feststeht, rechnen wir mit Szenarien. Angenommen, ein iPhone kostet 950 Euro und wird zum Marktstart gekauft. Dann hängt der Betrag pro Jahr allein davon ab, wie lange Sie es mit Updates nutzen.

Rechenbeispiel: angenommener Kaufpreis geteilt durch die Jahre mit Updates, Beträge in Euro
Jahre mit UpdatesKosten pro JahrEinordnung
5190Untergrenze nach EU-Recht für Modelle, die seit Juni 2025 verkauft werden
6158so lange bekamen iPhone 6s und iPhone XS neue Hauptversionen
7136so weit reicht die Praxis beim iPhone 11 bisher
8119möglich, wenn die Praxis anhält: Das iPhone XS bekam nach gut sieben Jahren noch Sicherheitskorrekturen

Zwischen fünf und sieben Jahren sinken die Kosten pro Jahr um mehr als ein Viertel. Deshalb lohnt es sich bei Apple besonders, ein Gerät lange zu nutzen. Rechnen Sie aber den Akku ein: Wer einmal täglich lädt, erreicht die 1.000 Zyklen aus dem Datenblatt nach knapp drei Jahren. Wann sich der Tausch lohnt, erklärt der Ratgeber Akku tauschen; mit eigenen Zahlen rechnet der Rechner unter Handy-Preise vergleichen.

Wie sich die iPhone-Reihen einordnen

Das Sortiment besteht aus Standard- und Pro-Modellen, einem günstigeren e-Modell, das zuletzt jeweils im Frühjahr erschien, und seit 2025 dem besonders flachen iPhone Air. Bei den Hauptversionen machte Apple bisher keinen Unterschied innerhalb einer Generation: iOS 27 läuft auf dem iPhone 16e und 17e ebenso wie auf den Pro-Modellen. Unterschiede gibt es bei der Reparierbarkeit, wo die Pro-Modelle mit 3,04 und 3,14 etwas besser abschneiden als iPhone 17 und iPhone Air mit 2,82 und 2,85.

Neu ist im Oktober 2026 das erste faltbare iPhone: Das iPhone Duo kommt am 23. Oktober in Deutschland in den Handel und läuft mit iOS 27.1. Zu Reparierbarkeit und Update-Dauer macht Apples Ankündigung keine Angaben. Worauf es bei Falt-Handys ankommt, erklärt die Kaufberatung Faltbare Handys.

Im Vergleich mit Android-Marken bleibt Apples Lage zwiespältig. Google und Samsung nennen sieben Jahre ab Marktstart – planbar, aber nicht länger als Apples bisherige Praxis. Wer die Systemfrage noch offen hat, findet die Argumente unter iPhone oder Android.

Restlaufzeit und Marken vergleichen

Für Geräte mit festem Enddatum rechnet der Restlaufzeit-Rechner die verbleibenden Monate aus; alle Marken mit Zusage und Reparierbarkeit zeigt die Übersicht.

Quellen und Stand

Geprüft am 4. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Bekommt das iPhone SE der zweiten Generation noch Updates?

Ja. Das iPhone SE der zweiten Generation vom Frühjahr 2020 steht auf Apples Liste der Geräte für iOS 27, ebenso das SE der dritten Generation von 2022. Wie lange es noch neue Hauptversionen bekommt, sagt Apple nicht. Gebraucht ist es deshalb eher ein Gerät für wenige Jahre.

Wie lange bekommt das iPhone 13 noch Updates?

Ein Enddatum nennt Apple nicht. Das iPhone 13 vom September 2021 bekommt iOS 27 und ist damit voll versorgt. Folgt Apple dem bisherigen Muster, kommen nach der letzten Hauptversion noch eine Zeit lang Sicherheitskorrekturen – zugesagt ist das aber nicht.

Kann ich den Akku eines iPhones selbst tauschen?

Laut EU-Datenblatt ist der Akku nicht vom Nutzer austauschbar. Über die Self-Service-Reparatur verkauft Apple aber Originalakkus mit Anleitung und verleiht das nötige Werkzeug. Ohne Erfahrung ist eine Werkstatt der sicherere Weg, weil beim Öffnen Teile und Abdichtung leiden können.

Gilt die EU-Update-Pflicht auch für ältere iPhones?

Sie gilt für Geräte, die seit dem 20. Juni 2025 in der EU in Verkehr gebracht werden. Deshalb hat Apple auch für iPhone 16 und 16e EU-Datenblätter veröffentlicht, die schon vorher auf dem Markt waren. Für Modelle, die vor diesem Tag aus dem Verkauf gingen, gibt es keine solche Pflicht – dort zählt nur Apples Praxis.

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