Hilfe

Spam-Anrufe blockieren und Rufnummernmissbrauch melden

Sofort-Lösung

Schalten Sie den Spamschutz Ihres Handys ein: beim iPhone unter „Einstellungen“ > „Apps“ > „Telefon“ mit „Unbekannte Nummern überprüfen“ und dem Spamfilter, bei Android in der Telefon-App unter „Anrufer-ID und Spam“, bei Samsung „Anrufer-ID und Spam-Schutz“. Einzelne Nummern sperren Sie direkt aus der Anrufliste. Rufen Sie nach kurzem Klingeln nicht zurück und melden Sie Ping-Anrufe, Werbeanrufe und gefälschte Nummern der Bundesnetzagentur.

Von Geprüft am 6 Min. Lesezeit

Vibrierendes Smartphone liegt mit dem Display nach unten auf einem gedeckten Abendbrottisch zwischen Tellern und Besteck
KI-generiert

Werbeanrufe trotz Widerspruch, Anrufe, bei denen sich niemand meldet, kurzes Klingeln aus dem Ausland: Unerwünschte Anrufe gehören zu den häufigsten Ärgernissen rund ums Handy. 2025 gingen bei der Bundesnetzagentur 85.158 Beschwerden zu Rufnummernmissbrauch ein, die meisten zu SMS- und Messenger-Spam und zu belästigenden Anrufen. Drei Handgriffe helfen sofort:

  1. Spamschutz einschalten iPhone: „Einstellungen“ > „Apps“ > „Telefon“, dort „Unbekannte Nummern überprüfen“ und den Spamfilter wählen. Android: Telefon-App > „Einstellungen“ > „Anrufer-ID und Spam“, bei Samsung „Anrufer-ID und Spam-Schutz“.
  2. Lästige Nummer sperren In der Anrufliste den Anruf antippen und „Anrufer:in blockieren“ (iPhone) oder „Blockieren/Spam melden“ (Android) wählen.
  3. Nicht zurückrufen, sondern melden Datum, Uhrzeit und angezeigte Nummer notieren und den Fall der Bundesnetzagentur melden.

Dahinter stehen drei Ebenen, die sich ergänzen:

Im Handy

Spamfilter, Sperrliste und Regeln für unbekannte Nummern – wirken sofort, kennen aber nur, was Hersteller und Nutzer gemeldet haben.

Im Netz

Gesperrte Absender und Warnhinweise – wirken automatisch, je nach Netz unterschiedlich weit.

Bei der Behörde

Meldung an die Bundesnetzagentur – trifft die Absender, braucht aber genaue Angaben.

iPhone: unbekannte Nummern prüfen oder stummschalten

Seit iOS 26 bündelt Apple die Schutzfunktionen unter „Einstellungen“ > „Apps“ > „Telefon“. Bei „Unbekannte Nummern überprüfen“ wählen Sie zwischen drei Stufen:

  • Nie: Alle Anrufe klingeln wie gewohnt.
  • Nach Grund des Anrufs fragen: Das iPhone nimmt Anrufe nicht gespeicherter Nummern selbst an und fragt nach Namen und Anliegen, bevor es klingelt.
  • Stummschalten: Anrufe nicht gespeicherter Nummern gehen ohne Klingeln auf die Voicemail und stehen in der Anrufliste.

Unter „Anruffilterung“ sortieren Sie Anrufe unbekannter Nummern in eine eigene Liste und schalten den Spamfilter ein. Als Spam gelten dort Anrufe, die Ihr Anbieter als mögliche Spam- oder Betrugsanrufe kennzeichnet. In iOS 18 hieß die Stummschaltung noch „Unbekannte Anrufer stummschalten“. Apps zur Anruferkennung binden Sie unter „Anrufe blockieren u. identifizieren“ ein.

Einzelne Nummern sperren Sie in der Anrufliste mit „Anrufer:in blockieren“. Gesperrte Anrufer können laut Apple weiter auf die Voicemail sprechen, Sie bekommen darüber aber keine Mitteilung. Zwei Ausnahmen sollten Sie kennen: Im Roaming prüft das iPhone Anrufe nicht, und nach einem Notruf schaltet es die Prüfung für 24 Stunden ab, damit Rückrufe der Leitstelle durchkommen.

Android: Spamschutz der Telefon-App

Google-Telefon-App, etwa auf Pixel

  • Drei-Punkte-Menü > „Einstellungen“ > „Anrufer-ID und Spam“ > „Anrufer- und Spam-ID anzeigen“; ab Werk an.
  • „Spamanrufe herausfiltern“ blockt Spam ohne Klingeln; die Anrufe stehen weiter in der Anrufliste.
  • Nummer sperren: Anrufliste > Anruf > „Blockieren/Spam melden“.
  • „Einstellungen“ > „Blockierte Nummern“ > „Unbekannt“ blockiert Anrufe ohne angezeigte Nummer; nicht gespeicherte Nummern kommen weiter durch.

Samsung

  • Telefon-App > „Einstellungen“ > „Anrufer-ID und Spam-Schutz“ einschalten, zustimmen, dann „Spam- und Scam-Anrufe sperren“.
  • „Nummern sperren“: Nummern hinzufügen oder „Anrufe von unbekannten Nummern sperren“ einschalten.
  • Gesperrte Nummern können auch keine SMS mehr schicken; Messenger wie WhatsApp oder Signal sind davon nicht erfasst.

Für die Anrufer-ID schickt die Google-Telefon-App Nummern, die nicht in Ihren Kontakten stehen, zur Prüfung an Google; gespeicherte Kontakte bleiben auf dem Gerät. Wer das nicht möchte, schaltet die Funktion aus und verlässt sich auf die Sperrliste. Andere Hersteller haben ähnliche Funktionen unter wechselnden Namen.

Was die Netze schon herausfiltern

Seit dem 1. Dezember 2022 gelten zwei technische Schutzregeln in allen deutschen Netzen. Anrufe, die als Absender eine Notrufnummer wie 110 oder 112, eine (0)900- oder (0)137-Nummer, eine Auskunft oder eine Kurzwahl zeigen, werden abgebrochen. Und Anrufe aus ausländischen Netzen mit deutscher Absendernummer kommen nur noch ohne Nummer an, als „Unbekannt“ oder „Anonym“; ausgenommen sind deutsche Handys im Roaming. Wer trotzdem einen Anruf mit der 110 im Display bekommt, hat es mit Betrügern zu tun: Die Polizei ruft laut Bundesnetzagentur nie mit dieser Nummer an.

Die Telekom warnt seit dem 15. Dezember 2025 mit „Call Check“ automatisch vor bekannten Betrugsnummern; seit dem 7. Januar 2026 zeigt „Branded Call“ bei geprüften Unternehmen deren Namen an. Ein fehlender Warnhinweis heißt aber nicht, dass ein Anruf seriös ist. In jedem Netz können Sie Rufnummernbereiche wie (0)900 und Kurzwahldienste unentgeltlich sperren lassen, soweit das technisch möglich ist (§ 61 TKG); die gleiche Vorschrift regelt die Drittanbietersperre. Eine Fangschaltung, die den Ursprung künftiger Anrufe festhält, kostet dagegen Geld und muss vor dem Anruf eingerichtet sein.

Melden: welches Formular, welche Angaben

Die Bundesnetzagentur verfolgt Rufnummernmissbrauch, schaltet Nummern ab und verbietet, Geld für unrechtmäßige Anrufe einzutreiben. Für jede Art von Ärger gibt es ein eigenes Formular auf der Seite Ärger mit Rufnummern und Anrufen.

85.158Beschwerden zu Rufnummernmissbrauch im Jahr 2025
rund 6.200Rufnummern hat die Bundesnetzagentur 2025 abgeschaltet
über 2.000Nummern mit Verbot, dafür Rechnungen zu stellen
Nach dem Spam-Anruf: in dieser Reihenfolge handelnAblauf in 5 Schritten: Sofort – Nicht zurückrufen: Kurzes Klingeln aus dem Ausland soll zum teuren Rückruf verleiten.; Notieren – Datum, Uhrzeit, angezeigte Nummer: Ein Bildschirmfoto der Anrufliste hält die Angaben fest.; Blockieren – Nummer sperren, Spam melden: In der Telefon-App aus der Anrufliste heraus, danach greift der Filter.; Melden – Formular der Bundesnetzagentur: Für jede Art von Ärger gibt es ein eigenes Formular, am besten noch am selben Tag.; Bei Betrug – Polizei einschalten: Schockanrufe und Forderungen nach Geld gehören zusätzlich zur Polizei.Nach dem Spam-Anruf: in dieser Reihenfolge handelnWas Sie sofort tun und was die Bundesnetzagentur für eine Meldung braucht12345SofortNicht zurückrufenKurzes Klingeln aus dem Ausland soll zum teuren Rückruf verleiten.NotierenDatum, Uhrzeit, angezeigte NummerEin Bildschirmfoto der Anrufliste hält die Angaben fest.BlockierenNummer sperren, Spam meldenIn der Telefon-App aus der Anrufliste heraus, danach greift der Filter.MeldenFormular der BundesnetzagenturFür jede Art von Ärger gibt es ein eigenes Formular, am besten noch am selben Tag.Bei BetrugPolizei einschaltenSchockanrufe und Forderungen nach Geld gehören zusätzlich zur Polizei.Quellen: Bundesnetzagentur, Apple, Google, Samsung; Stand Oktober 2026
Verbindungsdaten werden nur kurz gespeichert. Wer erst notiert und dann zügig meldet, gibt der Behörde einen Ermittlungsansatz.
Meldewege der Bundesnetzagentur, Stand Oktober 2026
Was passiert istFormularWas die Behörde braucht
Werbeanruf, obwohl Sie nicht eingewilligt habenUnerlaubte TelefonwerbungDatum, Uhrzeit, Firma, Gesprächsverlauf; Bußgelder bis 300.000 Euro sind möglich
Häufige Anrufe zu Unzeiten, niemand meldet sichBelästigende Anrufversucheangezeigte Nummer und Zeitpunkte
Kurz geklingelt, Rückruf auf teure NummerPing-Anrufangezeigte Nummer; ob und mit welchem Ergebnis Sie zurückgerufen haben
Gewinnmitteilung vom BandBandansageNummer und Inhalt der Ansage
Gefälschte Nummer im Display oder Rückrufe FremderRufnummernmanipulationeigene Nummer, angezeigte Nummer, Ihr Anbieter, Datum und Uhrzeit – möglichst sofort
Unverlangte SMS oder Messenger-NachrichtNicht verlangte SMS oder Nachricht über MessengerAbsender, Text, Zeitpunkt

Zwei Regeln sparen Ärger. Melden Sie schnell, denn Verbindungsdaten werden nur kurz gespeichert. Und Anrufe ganz ohne angezeigte Nummer kann die Behörde nicht verfolgen; bei gefälschten Nummern gilt das auch für nicht angenommene Anrufversuche, weil die Netze dazu keine Daten speichern. Ging es um Betrug, etwa einen Schockanruf, schalten Sie zusätzlich die Polizei ein. Typische Maschen beschreibt der Ratgeber Telefonbetrug.

Beobachtung, Ursache, was hilft

Unerwünschte Anrufe erkennen und richtig reagieren
BeobachtungWahrscheinliche UrsacheWas hilft
Klingelt einmal, ausländische VorwahlPing-Anruf, soll zum teuren Rückruf verleiten; Madagaskar (00261) sieht aus wie Koblenz (0261)Nicht zurückrufen, Nummer sperren, melden
110 erscheint im DisplayGefälschte Nummer, BetrugsversuchAuflegen, selbst die 110 wählen, Bundesnetzagentur informieren
Fremde rufen Sie zurück, obwohl Sie niemanden angerufen habenIhre Nummer wird als Absender missbrauchtFormular zur Rufnummernmanipulation mit Zeitpunkten
Ständig Anrufe mit „Unbekannt“Unterdrückte Nummer oder Auslandsanruf mit deutscher NummerAnrufe ohne Nummer stummschalten oder sperren
Werbeanrufe nach einer KündigungTelefonwerbung ohne gültige EinwilligungEinwilligung widerrufen, Gespräch notieren, melden
Wichtiger Anrufer landet auf der VoicemailFilter für unbekannte Nummern greiftNummer speichern oder „Als bekannt markieren“

Gegen kurzes Klingeln aus dem Ausland hilft zusätzlich eine Pflicht, die die Bundesnetzagentur angeordnet hat: Für bestimmte Auslandsvorwahlen müssen Mobilfunknetze vor dem Rückruf eine kostenlose Preisansage schalten, befristet bis zum 1. März 2027. Wer selbst ohne Nummer anrufen will, findet die Codes unter Nummer unterdrücken. Gesperrte Nummern schicken auch keine SMS mehr, mehr dazu unter SMS kommen nicht an. Betrügerische Nachrichten erkennen Sie mit dem Ratgeber Phishing und Smishing, Sperrcodes für Anrufe sammelt Handy-Codes. Alle Themen: Hilfe.

Quellen und Stand

Geprüft am 4. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Ist ein bloßer Anrufversuch schon verbotene Telefonwerbung?

Nein. Die Bundesnetzagentur greift wegen unerlaubter Telefonwerbung nur ein, wenn ein Gespräch zustande kam, in dem geworben wurde, ohne dass Sie vorher eingewilligt hatten. Häufige Anrufversuche ohne Gespräch melden Sie über das Formular für belästigende Anrufversuche.

Was tun, wenn meine eigene Nummer als Absender missbraucht wird?

Bekommen Sie viele Rückrufe von Fremden, nutzt vermutlich jemand Ihre Nummer als gefälschte Absenderkennung. Die Bundesnetzagentur kann nur ermitteln, wenn sie Datum, Uhrzeit und die angerufenen Nummern solcher Anrufe kennt; melden Sie sich deshalb schnell über das Formular zur Rufnummernmanipulation. Ihre eigene Nummer abschalten zu lassen, hilft nicht, weil die Anrufe von einem anderen Anschluss kommen.

Warum zeigt mein Handy bei manchen Anrufen eine Betrugswarnung?

Im Telekom-Netz ist das der Call Check: Seit dem 15. Dezember 2025 warnt das Netz automatisch mit dem Hinweis „Vorsicht, möglicher Betrug“, wenn eine bekannte Betrugsnummer anruft. Fehlt der Hinweis, ist ein Anruf deshalb aber noch nicht vertrauenswürdig.

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