Tarife

Handy mit oder ohne Vertrag: was das Gerät im Bundle kostet

Ob ein Handy mit Vertrag günstiger ist, zeigt eine einfache Rechnung: Ziehen Sie vom Monatspreis mit Handy den Preis des gleichen Tarifs ohne Handy ab, nehmen Sie die Differenz mal der Laufzeit und addieren Sie Zuzahlung und Mehrkosten beim Anschlusspreis. Das Ergebnis ist der Gerätepreis, den Sie im Vertrag tatsächlich zahlen. Liegt er über dem Kaufpreis im Handel, ist der Unterschied ein versteckter Finanzierungsaufschlag; liegt er darunter, ist das Bundle günstiger.

Von Geprüft am 8 Min. Lesezeit

Kleine Messingwaage auf hellem Stein, auf der einen Seite ein umgedrehtes Smartphone, auf der anderen ein weißer Geräte-Karton
Bild: KI-generiert

Ein Bundle aus Tarif und Smartphone nennt selten den Preis des Geräts. Sichtbar sind Monatspreis, Zuzahlung und Laufzeit; der Gerätepreis steckt in der Differenz zum gleichen Tarif ohne Handy. Der Rechner trennt beides und vergleicht die Gesamtkosten mit dem anderen Weg: Gerät kaufen und den Tarif ohne Handy buchen.

Rechner Vertrag oder Kauf

Was kostet das Handy im Vertrag wirklich?

Tragen Sie beide Angebote ein. Gerechnet wird im Browser, nichts wird übertragen.

Die Formel hinter dem Rechner

Der Rechner fragt sieben Werte ab: Monatspreis mit Handy, Zuzahlung, Anschlusspreis und Laufzeit für den Vertrag, dazu den Kaufpreis im Handel, den Monatspreis des gleichwertigen Tarifs ohne Handy und dessen Anschlusspreis. Daraus rechnet er drei Zahlen:

  • Vertrag mit Handy, gesamt = Monatspreis mit Handy × Laufzeit + Zuzahlung + Anschlusspreis
  • Kauf plus Tarif ohne Handy, gesamt = Kaufpreis + Monatspreis ohne Handy × Laufzeit + Anschlusspreis ohne Handy
  • Im Vertrag bezahlter Gerätepreis = (Monatspreis mit Handy − Monatspreis ohne Handy) × Laufzeit + Zuzahlung + Unterschied der Anschlusspreise

Oben zeigt der Rechner den Unterschied der Gesamtkosten, darunter den Gerätepreis im Vertrag und um wie viel Prozent er über dem Kaufpreis liegt. Ein Ergebnis „teurer mit Vertrag“ heißt: Sie zahlen für das Gerät einen Aufschlag. Gerechnet wird im Browser, nichts wird übertragen.

Die Werte für das Angebot entnehmen Sie am besten der Vertragszusammenfassung, die Sie vor Vertragsschluss bekommen: Sie muss die Preise für die Aktivierung und alle wiederkehrenden Entgelte nennen (§ 54 Abs. 3 TKG). Der wichtigste Wert ist der gleichwertige Tarif ohne Handy: gleiches Netz, gleiches Datenvolumen, gleiches Tempo, gleiche Laufzeit. Bei der Telekom steht er im selben Produktinformationsblatt, als Preis ohne Smartphone. Bei anderen Anbietern suchen Sie ihn in der Tarifliste; wie man Tarife sauber vergleicht, zeigt Handytarife vergleichen.

Gibt es den Tarif beim selben Anbieter nicht ohne Gerät, nehmen Sie einen Tarif ohne Handy im selben Netz mit gleichem Volumen und Tempo, auch von einer anderen Marke. Achten Sie dann auf Unterschiede, die der Preis nicht zeigt: 5G, WLAN-Call, Laufzeit und Service. Je weniger die beiden Tarife gemeinsam haben, desto vorsichtiger lesen Sie das Ergebnis.

Vier Schritte zum echten Gerätepreis Ablauf in 4 Schritten: Schritt 1 – Monatspreis des Bundles notieren: Der Preis nach eventuellen Rabattphasen, nicht der Aktionspreis der ersten Monate; Schritt 2 – Vergleichbaren Tarif ohne Gerät suchen: Gleiches Netz, gleiches Datenvolumen, gleiche Laufzeit – sonst hinkt der Vergleich; Schritt 3 – Differenz mal Laufzeit rechnen und Anzahlung addieren: Anschlusspreis und Versandkosten gehören ebenfalls dazu; Schritt 4 – Ergebnis mit dem Marktpreis des Geräts vergleichen: Die Differenz ist der Aufschlag, den die Finanzierung kostet. Vier Schritte zum echten Gerätepreis Der zweite Schritt ist der, den die meisten überspringen 1 Schritt 1 Monatspreis des Bundles notieren Der Preis nach eventuellen Rabattphasen, nicht der Aktionspreis der ersten Monate 2 Schritt 2 Vergleichbaren Tarif ohne Gerät suchen Gleiches Netz, gleiches Datenvolumen, gleiche Laufzeit – sonst hinkt der Vergleich 3 Schritt 3 Differenz mal Laufzeit rechnen und Anzahlung addieren Anschlusspreis und Versandkosten gehören ebenfalls dazu 4 Schritt 4 Ergebnis mit dem Marktpreis des Geräts vergleichen Die Differenz ist der Aufschlag, den die Finanzierung kostet
Ohne Schritt 2 ist keine der beiden Seiten vergleichbar. Er ist der eigentliche Kern der Rechnung.

Zwei Beispiele mit angenommenen Preisen

Die Zahlen sind frei gewählt und beschreiben kein reales Angebot. Sie zeigen nur, wie die Rechnung funktioniert.

Rechenbeispiel mit angenommenen Werten in Euro, Laufzeit jeweils 24 Monate, kein reales Angebot
PostenBeispiel A: VertragBeispiel A: Kauf plus TarifBeispiel B: VertragBeispiel B: Kauf plus Tarif
Monatspreis48203520
Zuzahlung oder Kaufpreis9969949449
Anschlusspreis40404040
Gesamtkosten1.2911.219929969
Davon für das Gerät771699409449

In Beispiel A kostet das Gerät im Vertrag 72 Euro mehr als im Handel, gut 10 Prozent. Das klingt nach wenig, ist aber ein Kredit: Finanziert wird der Kaufpreis abzüglich der Zuzahlung, zurückgezahlt werden 24 Raten in Höhe der Differenz der Monatspreise. Das entspricht einem effektiven Jahreszins von rund 11,7 Prozent. Weil der Aufschlag nicht als Zins ausgewiesen wird, taucht er in keinem Kreditvergleich auf.

In Beispiel B ist es andersherum: Das Gerät kostet im Vertrag 40 Euro weniger als im Handel. Solche Fälle gibt es vor allem bei Aktionen und auslaufenden Modellen. Deshalb lohnt das Nachrechnen bei jedem Angebot neu.

So entsteht der Zinssatz

Der effektive Jahreszins beantwortet eine einfache Frage: Bei welchem Zins sind die künftigen Raten heute genau so viel wert wie der Betrag, den Sie nicht sofort bezahlen? In Beispiel A stehen auf der einen Seite der Kaufpreis abzüglich der Zuzahlung, auf der anderen 24 Raten in Höhe der Monatsdifferenz. Der Monatszins, der beides gleich macht, liegt bei rund 0,93 Prozent, aufs Jahr gerechnet sind das rund 11,7 Prozent. Bei einem Ratenkauf mit 0 Prozent Finanzierung zahlen Sie dagegen keinen Zins, wohl aber den Kaufpreis des Anbieters.

Verbreiteter IrrtumWer wenig zuzahlt, bekommt das Handy fast geschenkt

Was stimmtEine niedrige Zuzahlung verschiebt den Gerätepreis nur in die Monatsraten. Entscheidend ist der Aufpreis gegenüber dem gleichen Tarif ohne Handy, multipliziert mit der Laufzeit.

Was den Vergleich verzerrt

Posten, die den Vergleich verzerren Gegenüberstellung: hilft: Anschlusspreis und Versand – Einmalige Posten, die im Monatspreis nicht auftauchen; hilft: Rabattphasen mit späterem Preissprung – Rechnen Sie mit dem Preis, der über die volle Laufzeit gilt; hilft: Restwert des Geräts nach zwei Jahren – Ein Gerät mit langer Update-Zusage ist danach noch etwas wert; schadet: Der beworbene Monatspreis allein – Er sagt ohne Vergleichstarif nichts über den Gerätepreis aus; schadet: Die unverbindliche Preisempfehlung – Maßgeblich ist der Straßenpreis, nicht die Empfehlung des Herstellers; schadet: Zugaben wie Zubehör oder Streaming – Nur einrechnen, wenn Sie es ohnehin gekauft hätten. Posten, die den Vergleich verzerren Sortiert danach, wie stark sie das Ergebnis verschieben ✓ Anschlusspreis und Versand Einmalige Posten, die im Monatspreis nicht auftauchen ✓ Rabattphasen mit späterem Preissprung Rechnen Sie mit dem Preis, der über die volle Laufzeit gilt ✓ Restwert des Geräts nach zwei Jahren Ein Gerät mit langer Update-Zusage ist danach noch etwas wert × Der beworbene Monatspreis allein Er sagt ohne Vergleichstarif nichts über den Gerätepreis aus × Die unverbindliche Preisempfehlung Maßgeblich ist der Straßenpreis, nicht die Empfehlung des Herstellers × Zugaben wie Zubehör oder Streaming Nur einrechnen, wenn Sie es ohnehin gekauft hätten
Drei Posten gehören in die Rechnung, drei verzerren sie. Der Restwert wird dabei am häufigsten vergessen.

Drei Punkte kommen in der Praxis hinzu. Erstens Rabatte, die vom Gerätekauf abhängen: Bei Vodafone unterscheiden sich manche Tarifrabatte danach, ob Sie ein Smartphone mit Ratenzahlung kaufen oder nicht, und in den kleinen Stufen gibt es mit Smartphone mehr Datenvolumen. Rechnen Sie mit dem Preis, der für Ihre Variante gilt.

Zweitens Aktionspreise, die nach einigen Monaten steigen; maßgeblich ist die Summe aller Monate. Drittens die Zeit nach der Mindestlaufzeit: Bleibt der Monatspreis mit Gerät bestehen, zahlen Sie jeden weiteren Monat die Differenz, in Beispiel A also 28 Euro, nach einem halben Jahr 168 Euro. Ein Eintrag im Kalender zum Laufzeitende verhindert das; die Fristen stehen unter Handyvertrag kündigen.

Bei einem Ratenkauf wie bei o2 stellt sich diese Frage nicht, denn nach der letzten Rate endet die Zahlung automatisch. Wie die Bauarten sich unterscheiden, erklärt Handyvertrag mit Handy.

Wo die Rechnung an Grenzen stößt

Der Rechner vergleicht Zahlungen, nicht Leistungen. Er setzt voraus, dass Sie denselben Tarif und dasselbe Gerät vergleichen: gleicher Speicher, gleiche Farbe, neu gegen neu. Ein aufbereitetes Gerät im Handel ist nicht dasselbe wie ein neues im Vertrag, auch wenn es günstiger ist.

Einmalige Gutschriften, Wechselprämien und Cashback kennt der Rechner nicht. Ziehen Sie solche Beträge selbst ab, aber nur, wenn die Bedingungen sicher erfüllt sind; den Effektivpreis eines Tarifs mit Bonus rechnet die Seite Handytarife vergleichen vor. Den Straßenpreis des Geräts ermitteln Sie über einen Preisvergleich, siehe Handy-Preise vergleichen. Und steht eine Verlängerung mit neuem Gerät an, rechnen Sie genauso: Preis mit Gerät gegen den Preis ohne Gerät beim selben Anbieter, mehr dazu unter Vertragsverlängerung.

Kosten pro Nutzungsjahr: der längere Blick

Die Rechnung oben endet nach 24 Monaten, das Gerät nicht. Wer es länger nutzt, senkt die Gerätekosten pro Jahr deutlich. Für das Gerät aus Beispiel A sieht das so aus:

349,50 EuroGerätekosten pro Jahr bei zwei Jahren Nutzung
174,75 Europro Jahr bei vier Jahren Nutzung
139,80 Europro Jahr bei fünf Jahren Nutzung

Ein Bundle, das alle zwei Jahre ein neues Gerät mitbringt, hält die Kosten pro Jahr hoch. Lässt der Akku nach, ist ein Tausch oft die günstigere Verlängerung als ein neues Gerät, siehe Akku tauschen. Länger nutzen lässt sich ein Gerät aber nur, wenn es Sicherheitsupdates bekommt; die Zusagen der Hersteller vergleicht Update-Politik der Hersteller. Wer günstiger einsteigen will, prüft ein aufbereitetes Gerät, siehe refurbished oder neu, und was das alte Gerät noch bringt, steht unter altes Handy verkaufen.

Wann das Bundle passt und wann nicht

Spricht für das Bundle

  • Die Rechnung geht auf, der Gerätepreis im Vertrag liegt unter dem Handelspreis.
  • Sie wollen ohnehin 24 Monate bleiben und das Gerät in Raten zahlen.
  • Zusatzleistungen, die nur mit Gerät gelten, etwa eine verlängerte Garantie, sind Ihnen etwas wert.

Spricht dagegen

  • Der Aufschlag wirkt wie ein Kredit mit spürbarem Zins.
  • Tarif und Gerät sind gekoppelt, der günstigste Tarif bleibt außen vor.
  • Nach 24 Monaten droht der Gerätezuschlag weiterzulaufen, oder 36 Raten überdauern den Tarif.

Es gibt einen dritten Weg: ein gebrauchtes oder aufbereitetes Gerät kaufen und einen Tarif ohne Laufzeit dazunehmen. Das senkt beide Posten. Worauf Sie beim Kauf achten, steht unter gebrauchtes Handy kaufen, monatlich kündbare Tarife unter Handyvertrag ohne Laufzeit.

Frau sitzt nachdenklich auf dem Sofa und hält ein Smartphone, auf der Armlehne liegt ein älteres Handy umgedreht
Neues Gerät oder das alte noch ein Jahr länger nutzen: Die Kosten pro Nutzungsjahr helfen bei der Entscheidung. Bild: KI-generiert

Drei Zahlen genügen

Monatspreis mit Handy, Preis des gleichen Tarifs ohne Handy, Kaufpreis im Handel. Alles andere rechnet der Rechner.

Quellen und Stand

Geprüft am 4. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Ist eine Finanzierung mit 0 Prozent wirklich kostenlos?

Zinsen kommen nicht dazu, die Raten summieren sich auf den Kaufpreis des Anbieters. Ob das günstig ist, hängt davon ab, wie dieser Preis zum günstigsten Angebot im Handel steht. Vergleichen Sie deshalb die Summe der Raten mit dem Straßenpreis desselben Modells.

Lohnt sich ein Handy mit Vertrag, wenn die Schufa schlecht ist?

Für einen Ratenkauf prüft der Anbieter die Bonität, bei o2 etwa ausdrücklich über die Schufa. Wird sie abgelehnt, bleiben ein günstigeres oder gebrauchtes Gerät und ein Prepaid-Tarif, für den o2 nach eigenen Angaben keine Schufa-Prüfung verlangt.

Zählt der Wiederverkaufswert in die Rechnung?

Für den Vergleich der beiden Wege nur, wenn er sich unterscheidet: Gehört Ihnen das Gerät in beiden Fällen, ist der Restwert gleich. Für die Kosten unter dem Strich zählt er sehr wohl, denn ein Gerät mit langer Update-Zusage lässt sich nach zwei Jahren noch gut verkaufen. Anders liegt der Fall bei Modellen mit Rückgabe, etwa dem Telekom-Ratenkauf mit Rückkaufpreis im 37. Monat.

Kann ich ein Handy auch ohne neuen Vertrag in Raten kaufen?

Ja. o2 etwa bietet den Ratenkauf nach eigener Angabe ohne Vertragsbindung an, Sie können einen bestehenden Tarif behalten oder einen neuen wählen. Das trennt die beiden Entscheidungen sauber, setzt aber eine Bonitätsprüfung voraus.

Passt dazu

  • Tarife Handyvertrag für Kinder

    Teuer werden Abos, Servicenummern und Nachbuchungen. Die Sperren nach § 61 TKG kosten nichts.

  • Tarife Handyvertrag für Senioren

    Keiner der drei Netzbetreiber führt einen Seniorentarif. Es zählen Netz, Service vor Ort und 4G vor 2028.

  • Tarife Für junge Leute

    o2 rabattiert bis 29, otelo über den 30. Geburtstag hinaus, congstar die ganze Vertragslaufzeit.

  • Smartphones Apple

    Keine Frist in Jahren, im Datenblatt fünf Jahre ab Verkaufsende. iOS 27 läuft noch auf dem iPhone 11.