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Update-Garantie im Vergleich: wie lange Hersteller wirklich liefern

Von Alexander Müller Aktualisiert am 22. Juli 2026 Datenbasis: EU-Verordnung, Herstellerangaben 8 Minuten Lesezeit

Kurzantwort

Seit dem 20. Juni 2025 schreibt die EU für neu verkaufte Smartphones mindestens fünf Jahre Update-Versorgung vor. Darüber hinaus liegen die Hersteller weit auseinander: Fairphone sichert für das Fairphone 6 Support bis 2033 zu, Samsung, Google und Nothing geben für ihre Spitzenmodelle sieben Jahre Sicherheitsupdates, Xiaomi seit Anfang 2026 bis zu sechs. Der Abstand im Markt ist damit deutlich kleiner geworden – die Einsteigergeräte derselben Marken bleiben aber bei vier Jahren. Wichtig: Die Zusage gilt pro Modellreihe, nicht pro Marke – und sie kann technisch am Chiphersteller scheitern.

Die Update-Dauer ist das am meisten unterschätzte Kaufkriterium bei Smartphones. Sie entscheidet darüber, wie lange ein Gerät sicher nutzbar bleibt – und damit über die tatsächlichen Kosten pro Nutzungsjahr. Ein Gerät für 400 Euro mit sieben Jahren Support ist rechnerisch günstiger als eines für 250 Euro mit zwei.

Die EU-Mindestregel seit Juni 2025

Seit dem 20. Juni 2025 gilt die Ökodesign-Verordnung für Smartphones. Sie legt einen gesetzlichen Mindeststandard fest: Ein Software-Support von weniger als fünf Jahren ist bei Neugeräten nicht mehr zulässig. Das ist ein deutlicher Fortschritt gegenüber der Situation davor, hat aber drei Einschränkungen.

Wo die Regel nicht greift

Erstens gilt sie nur für Geräte, die nach dem Stichtag auf den Markt kamen – ältere Modelle fallen nicht darunter, auch wenn sie noch verkauft werden. Zweitens gilt sie nicht für Gebrauchtgeräte, die oft viel länger gehandelt werden als der Hersteller sie vermarktet. Drittens bleibt offen, ob Hersteller nur Sicherheitslücken schließen oder auch neue Funktionen liefern müssen – das ist in der Verordnung nicht eindeutig festgelegt.

Die Hersteller im Vergleich

Update-Zusagen der Hersteller, Stand Juli 2026. Angaben beziehen sich auf die jeweils genannten Modellreihen, nicht auf das gesamte Sortiment. Alle Werte sind Herstellerangaben.
HerstellerBetriebssystemSicherheitGilt für
Fairphonebis 2033 zugesagtbis 2033Fairphone 6; Fairphone 5 bis mind. 2031
Google7 Jahre7 Jahreab Pixel 8; ältere Pixel 3 Jahre OS, 5 Jahre Sicherheit
Samsung6 Versionen7 Jahreab Galaxy S24 und Z-Reihe; Mittelklasse ab Ende 2024 je 6
Applekeine feste Zusagemind. 5 Jahrealle iPhones; in der Praxis meist deutlich länger
Nothing5 Versionen7 Jahreaktuelles Spitzenmodell; Mittelklasse 3 Versionen und 6 Jahre; erste Generationen 3 und 4
Xiaomi4–6 Versionen6 JahreSpitzenmodelle der aktuellen Reihe; Redmi und POCO im Einstieg 2–3 Versionen und 4 Jahre
Update-Zeiträume der Smartphone-Hersteller im Vergleich Balkenvergleich der zugesagten Support-Dauer für die jeweiligen Spitzenmodelle: Fairphone sagt bis zu acht Jahre zu, Google, Samsung und Nothing jeweils sieben Jahre Sicherheitsupdates, Xiaomi bis zu sechs Jahre und Apple offiziell mindestens fünf Jahre bei in der Praxis längerer Versorgung. Die EU-Mindestvorgabe von fünf Jahren ist als Linie eingezeichnet. Zugesagte Support-Dauer für Spitzenmodelle Herstellerangaben in Jahren · Stand Juli 2026 EU-Minimum: 5 Jahre Fairphone bis 8 Google Pixel 7 Samsung 7 Nothing 7 Xiaomi bis 6 Apple mind. 5
Dargestellt ist die Zusage, nicht die Praxis: Apple liefert regelmäßig länger als die genannten fünf Jahre. Für Einsteigergeräte gelten bei allen Marken kürzere Fristen.

Fairphone: der längste Kalender-Horizont

Fairphone gibt die weitreichendste Zusage im gesamten Markt: Für das Fairphone 6 ist Support bis 2033 zugesichert, für das Fairphone 5 bis mindestens 2031 mit dem Ziel 2033. Möglich wird das durch einen Kniff bei der Hardware – dazu unten mehr. Der Haken: Die Marke ist eine Nische, das Sortiment klein, und die Ausstattung spielt nicht in der Liga der großen Flaggschiffe.

Google und Samsung: sieben Jahre im Massenmarkt

Beide geben für ihre Spitzenmodelle sieben Jahre. Google liefert ab dem Pixel 8 eine symmetrische Zusage: sieben Android-Versionen und sieben Jahre Sicherheitsupdates. Samsung verspricht ab dem Galaxy S24 sechs große Android-Upgrades plus sieben Jahre Sicherheitsupdates – und hat die Politik inzwischen auf die Mittelklasse ausgeweitet.

Apple: keine Zahl, aber lange Praxis

Apple nennt offiziell keinen festen Zeitraum und verspricht mindestens fünf Jahre Sicherheitsupdates ab Marktstart. In der Praxis werden iPhones deutlich länger versorgt als die Zusage vermuten lässt. Für den Vergleich ist das unbefriedigend – für die Nutzung in der Regel unproblematisch.

Xiaomi: Anfang 2026 deutlich nachgebessert

Xiaomi galt lange als der Hersteller mit den kürzesten Zeiträumen. Anfang 2026 hat der Konzern die Zusagen verlängert – teils nachträglich für bereits verkaufte Geräte. Die aktuellen Spitzenmodelle kommen auf vier bis sechs Android-Versionen und sechs Jahre Sicherheitsupdates, und zwar mit taggenau veröffentlichten Enddaten. Einsteigergeräte von Redmi und POCO bleiben dagegen bei zwei bis drei Versionen und vier Jahren. Die Kehrseite steht in derselben Support-Roadmap: Für eine lange Liste von Modellen aus 2022 und 2023 endet die Versorgung im Lauf des Jahres 2026. Die Einordnung der Marke steht unter Xiaomi im Überblick.

Nothing: der größte Sprung im Markt

Die erste Gerätegeneration von Nothing bekam drei Android-Versionen und vier Jahre Sicherheitsupdates; dieser Support ist im Sommer 2026 ausgelaufen. Für das aktuelle Spitzenmodell gelten fünf Versionen und sieben Jahre Sicherheitsupdates, für die Mittelklasse drei und sechs. Innerhalb von drei Gerätegenerationen ist das der größte Zuwachs, den eine Marke in diesem Vergleich hingelegt hat – ein Effekt der EU-Mindestregel und des Wettbewerbs.

Warum Zusagen an der Hardware scheitern können

Das ist der Teil, den kaum jemand erklärt – und er entscheidet darüber, ob eine Zusage technisch überhaupt einlösbar ist.

Warum die Update-Kette am Chiphersteller hängt Ablaufkette: Google veröffentlicht den Quellcode einer neuen Android-Version. Der Chiphersteller muss daraufhin die hardwarenahen Treiber, das Board Support Package, für den jeweiligen Prozessor anpassen. Erst danach kann der Smartphone-Hersteller das Update ausliefern. Verweigert der Chiphersteller die Anpassung, endet die Update-Fähigkeit des Geräts unabhängig davon, was der Smartphone-Hersteller zugesagt hat. Die Kette hinter jedem Android-Update Google veröffentlicht neue Android-Version Chiphersteller passt Treiber an hier bricht die Kette Smartphone-Hersteller liefert das Update an Ihr Gerät aus Verweigert der Chiphersteller die Treiber-Anpassung für eine neue Kernel-Architektur, endet die Update-Fähigkeit sofort – unabhängig davon, was der Smartphone-Hersteller zugesagt hat.
Die Update-Zusage eines Herstellers ist nur so belastbar wie die Treiberunterstützung seines Chiplieferanten.

Google gibt den Quellcode einer neuen Android-Version an die Chiphersteller weiter. Qualcomm, MediaTek oder Samsung LSI müssen daraufhin die hardwarenahen Treiber anpassen – die sogenannten Board Support Packages. Erst danach kann der Smartphone-Hersteller ein Update ausliefern. Verweigert der Chiphersteller diese Anpassung für eine neue Kernel-Architektur, endet die Update-Fähigkeit eines Geräts unabhängig von jeder Zusage.

Warum Fairphone so lange liefern kann

Das Fairphone 5 nutzte einen Prozessor aus dem Industrie- und IoT-Sektor. Für solche Plattformen garantiert der Chiplieferant von Haus aus eine deutlich längere Treiber-Bereitstellung als für klassische Consumer-Chips. Beim Fairphone 6 war dieser Umweg nicht mehr nötig: Qualcomm sagt inzwischen auch für reguläre Mittelklasse-Prozessoren bis zu acht Jahre Treiber-Support zu. Die lange Zusage bleibt eine bewusste Hardware-Entscheidung – der Spielraum dafür ist zuletzt aber für den ganzen Markt größer geworden.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

  • Modell statt Marke prüfen. Die Zusage gilt pro Modellreihe. Ein Mittelklasse-Gerät desselben Herstellers kann deutlich kürzer versorgt werden als das Flaggschiff.
  • Erscheinungsjahr beachten. Die Update-Frist läuft ab Marktstart, nicht ab Ihrem Kaufdatum. Ein zwei Jahre altes Modell hat zwei Jahre weniger Restlaufzeit.
  • Zwischen OS und Sicherheit unterscheiden. Manche Hersteller liefern länger Sicherheitspatches als Android-Versionen. Für die sichere Nutzbarkeit zählen die Sicherheitsupdates.
  • Bei Gebrauchtgeräten selbst nachrechnen. Die EU-Regel gilt dort nicht, und die Restlaufzeit ist oft deutlich kürzer, als der Preis vermuten lässt.
  • Kosten pro Nutzungsjahr rechnen. Kaufpreis geteilt durch die Jahre zugesicherten Supports – das ist die ehrlichere Vergleichsgröße als der reine Kaufpreis.

Fazit

Die EU-Mindestregel hat den Markt spürbar angehoben: Fünf Jahre sind seit Juni 2025 Pflicht, und das war für viele Hersteller ein Sprung. An der Spitze gibt Fairphone die längste Zusage, Google und Samsung teilen sich die Führung im Massenmarkt mit sieben Jahren.

Für Ihre Kaufentscheidung ist aber weniger die Marke entscheidend als das konkrete Modell und sein Erscheinungsjahr. Und im Hinterkopf behalten sollte man: Jede Zusage steht und fällt mit der Treiberunterstützung des Chipherstellers – eine Abhängigkeit, über die im Marketing nie gesprochen wird.

Langlebigkeit mitdenken

Ein Gerät, das sieben Jahre Updates bekommt, ist pro Nutzungsjahr oft günstiger als ein billigeres mit zwei.

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Häufige Fragen zur Update-Garantie

Wie lange bekommt mein Smartphone Updates?

Das hängt vom konkreten Modell ab, nicht von der Marke. Seit dem 20. Juni 2025 schreibt die EU für neu verkaufte Smartphones mindestens fünf Jahre Update-Versorgung vor. An der Spitze liegen Fairphone mit einer Zusage bis 2033 sowie Google, Samsung und Nothing mit sieben Jahren für ihre Spitzenmodelle.

Was schreibt die EU-Verordnung genau vor?

Seit dem 20. Juni 2025 ist bei neu verkauften Smartphones ein Software-Support von weniger als fünf Jahren nicht mehr zulässig. Die Regel gilt allerdings nicht für Geräte, die vor dem Stichtag auf den Markt kamen, und nicht für Gebrauchtgeräte. Ob Hersteller nur Sicherheitslücken schließen oder auch neue Funktionen liefern müssen, ist nicht eindeutig festgelegt.

Welcher Hersteller liefert am längsten?

Nach reiner Kalenderzusage Fairphone: Für das Fairphone 6 ist Support bis 2033 zugesichert, für das Fairphone 5 bis mindestens 2031. Im Massenmarkt liegen Google, Samsung und Nothing mit sieben Jahren für ihre aktuellen Spitzenmodelle gleichauf – Google als einziger davon mit sieben Android-Versionen statt nur Sicherheitspatches.

Wie lange unterstützt Apple iPhones?

Apple nennt offiziell keinen festen Zeitraum und verspricht mindestens fünf Jahre Sicherheitsupdates ab Marktstart. In der Praxis werden iPhones deutlich länger versorgt, als diese Zusage vermuten lässt. Für einen exakten Vergleich ist das unbefriedigend, für die praktische Nutzung meist unproblematisch.

Wie lange versorgt Xiaomi seine Geräte?

Seit Anfang 2026 deutlich länger als früher: Die aktuellen Spitzenmodelle erhalten vier bis sechs Android-Versionen und sechs Jahre Sicherheitsupdates, teilweise wurden Zusagen nachträglich verlängert. Einsteigergeräte von Redmi und POCO bleiben bei zwei bis drei Versionen und vier Jahren. Für eine lange Liste von Modellen aus 2022 und 2023 endet die Versorgung dagegen im Lauf des Jahres 2026.

Was ist der Unterschied zwischen OS- und Sicherheitsupdates?

Ein OS-Update bringt eine neue Android- oder iOS-Version mit neuen Funktionen. Ein Sicherheitsupdate schließt nur bekannt gewordene Schwachstellen. Manche Hersteller liefern länger Sicherheitspatches als Systemversionen – für die sichere Nutzbarkeit eines Geräts zählen vor allem die Sicherheitsupdates.

Warum können Hersteller Update-Zusagen nicht immer einhalten?

Weil die Kette am Chiphersteller hängt. Google gibt den Quellcode einer neuen Android-Version an Qualcomm, MediaTek oder Samsung LSI weiter; diese müssen die hardwarenahen Treiber anpassen. Verweigert der Chiphersteller diese Anpassung für eine neue Kernel-Architektur, endet die Update-Fähigkeit eines Geräts unabhängig von jeder Zusage.

Wie schafft Fairphone so lange Zeiträume?

Über die Hardware-Auswahl. Beim Fairphone 5 kam ein Prozessor aus dem Industrie- und IoT-Sektor zum Einsatz, für den der Chiplieferant besonders lange Treiber-Unterstützung garantiert. Beim Fairphone 6 war dieser Umweg nicht mehr nötig, weil Qualcomm inzwischen auch für reguläre Mittelklasse-Prozessoren bis zu acht Jahre Treiber-Support zusagt.

Zählt die Update-Frist ab Kaufdatum?

Nein, ab Marktstart des Modells. Wenn Sie 2026 ein Gerät kaufen, das 2024 erschienen ist, sind zwei Jahre der Zusage bereits verstrichen. Bei Gebrauchtgeräten ist die Restlaufzeit oft deutlich kürzer, als der Preis vermuten lässt.

Lohnt sich ein teureres Gerät wegen längerer Updates?

Häufig ja. Rechnen Sie den Kaufpreis durch die Jahre zugesicherten Supports: Ein Gerät für 400 Euro mit sieben Jahren Versorgung kostet rechnerisch weniger pro Nutzungsjahr als eines für 250 Euro mit zwei Jahren – und bleibt länger sicher nutzbar.

Quellen und Stand: EU-Ökodesign-Verordnung für Smartphones (verbindlich seit 20. Juni 2025) · Support-Zusagen der Hersteller auf ihren offiziellen Update-Seiten · Support-Roadmap von Xiaomi · Fachberichterstattung zu Update-Zeiträumen und Chipsatz-Abhängigkeiten.

Update-Zusagen sind Herstellerangaben und beziehen sich meist auf einzelne Modellreihen, nicht auf die gesamte Marke. Sie werden gelegentlich nachträglich verlängert oder verkürzt und hängen technisch von der Treiberunterstützung des Chipherstellers ab. Prüfen Sie vor dem Kauf die Angabe zum konkreten Modell. Stand dieser Seite: 22. Juli 2026.