Netze

5G-Netz: wie weit jedes Netz ist und was Standalone ändert

5G funkt laut Bundesnetzagentur auf 96,2 Prozent der Fläche Deutschlands, gezählt über alle Netze (Datenstand Juni 2026). Je Netz sind es 89,9 Prozent bei der Telekom, 80,2 bei o2 und 77,2 bei Vodafone; das eigene 1&1-Netz kommt auf 2,1 Prozent. Fast überall ist inzwischen auch 5G Standalone verfügbar, also 5G mit eigenem Kernnetz – ob Ihr Handy es nutzt, entscheiden Gerät und Tarif.

Von Geprüft am 7 Min. Lesezeit

Weiße Antennenpaneele auf einem Stahlgestell auf einem Stadtdach zur blauen Stunde, dahinter beleuchtete Fenster und ein Kirchturm
KI-generiert

Beim 5G-Ausbau haben die Netzbetreiber in vier Jahren aus einem Flickenteppich ein fast flächendeckendes Netz gemacht. Im Januar 2023 erreichte 5G nach dem Mobilfunk-Monitoring der Bundesnetzagentur 84,9 Prozent der Fläche, im Juni 2026 sind es 96,2 Prozent. Diese Werte gelten für mindestens ein Netz. Für die Wahl des Anbieters zählt, wie weit jedes Netz für sich kommt – und auf welchen Frequenzen es funkt.

Verbreiteter Irrtum5G Standalone gibt es bisher nur in Großstädten

Was stimmtNach dem Mobilfunk-Monitoring der Bundesnetzagentur (Datenstand Juni 2026) reicht 5G Standalone über 96,1 Prozent der Fläche – fast so weit wie 5G insgesamt. Ob Ihr Handy es nutzt, entscheiden Gerät und Tarif.

Ausbaustand je Netz: die amtlichen Zahlen

Die Netzbetreiber melden der Bundesnetzagentur zweimal im Jahr für jede Rasterzelle von 100 mal 100 Metern, wo sie 5G liefern. Gezählt werden alle 5G-Varianten, auch 5G auf Frequenzen, die sich das Netz mit LTE teilt. Die Tabelle zeigt, wie schnell die Netze aufgeholt haben.

Anteil der Fläche mit 5G je Netz, im Freien (Bundesnetzagentur, Mobilfunk-Monitoring)
NetzJanuar 2023Januar 2025Juni 20265G Standalone, Juni 2026
Telekom68,3 %84,4 %89,9 %89,9 %
Vodafone58,5 %72,0 %77,2 %76,8 %
o2 Telefónica46,5 %73,0 %80,2 %80,2 %
1&1, eigenes Netz0,0 %0,9 %2,1 %nicht ausgewiesen
mindestens ein Netz84,9 %93,8 %96,2 %96,1 %
5G auf der Fläche: so weit reicht jedes NetzBalkendiagramm: mindestens ein Netz: 96,2 %; Telekom: 89,9 %; Vodafone: 77,2 %; o2 Telefónica: 80,2 %; 1&1 (eigenes Netz): 2,1 %5G auf der Fläche: so weit reicht jedes NetzAnteil der Fläche Deutschlands mit 5G, alle 5G-Varianten, im Freien, Datenstand Juni 2026mindestens ein Netz96,2 %Telekom89,9 %Vodafone77,2 %o2 Telefónica80,2 %1&1 (eigenes Netz)2,1 %Quelle: Bundesnetzagentur, Mobilfunk-Monitoring (Mobilfunkstatistik bis Gemeinde)
Zusammen erreichen die Netze 96,2 Prozent der Fläche, jedes für sich deutlich weniger – für 1&1 zählt hier nur das eigene Netz ohne Roaming.

Den größten Sprung machte o2: von 46,5 auf 80,2 Prozent der Fläche in dreieinhalb Jahren. Damit deckt o2 inzwischen mehr Fläche mit 5G ab als Vodafone, während es bei 4G umgekehrt ist – dort versorgt Vodafone 92,2 und o2 88,3 Prozent. Das eigene 1&1-Netz wächst vor allem in Städten: Es erreicht nach dem Halbjahresbericht 2026 mehr als 34 Prozent der Haushalte, aber nur 2,1 Prozent der Fläche.

Auffällig ist die letzte Spalte. Telekom und o2 melden Standalone auf ihrer gesamten 5G-Fläche, Vodafone auf fast der gesamten. Die Bundesnetzagentur zeigt Standalone deshalb inzwischen als eigene Ebene in ihrer Karte. Für Sie heißt das: Wo 5G ankommt, ist meist auch Standalone möglich – ob Ihr Handy es nutzt, ist eine Frage von Gerät und Tarif.

Regional schwanken die Werte stark. In Hessen reicht 5G bei Vodafone über 62,3 Prozent der Fläche und bei o2 über 64,8 Prozent, in Rheinland-Pfalz sind es 67,3 und 69,6 Prozent. Die Telekom kommt in Schleswig-Holstein auf 98,0 Prozent, in Baden-Württemberg auf 83,8 Prozent. Die Werte für jede Gemeinde stehen in der Mobilfunkstatistik im Gigabit-Grundbuch.

Die Netzbetreiber selbst rechnen meist mit Haushalten oder Einwohnern, deshalb klingen ihre Zahlen höher. Die Telekom nennt rund 99 Prozent der Haushalte, Vodafone 94 Prozent und o2 Telefónica mehr als 99 Prozent der Bevölkerung. Beide Sichtweisen stimmen, sie messen nur Verschiedenes; wie die Kennzahlen zusammenhängen, erklärt die Seite Netzabdeckung.

Auf welchen Frequenzen 5G funkt

5G nutzt in Deutschland vor allem drei Bereiche. Niedrige Frequenzen tragen weit und dringen gut in Gebäude, hohe transportieren mehr Daten auf kurzer Strecke. Die Netzbetreiber kombinieren deshalb beide.

Die drei 5G-Frequenzbereiche in Deutschland und ihre Eigenschaften Vergleich der drei Bereiche: 700 MHz bietet große Reichweite und gute Gebäudedurchdringung bei geringer Bandbreite und wird für die Fläche genutzt. Das Mittelband um 2,1 GHz liegt bei Reichweite und Bandbreite dazwischen. Der Bereich 3,4 bis 3,7 GHz bietet die höchste Bandbreite bei geringer Reichweite und wird vor allem in Städten eingesetzt. Reichweite gegen Geschwindigkeit Je niedriger die Frequenz, desto weiter das Signal – je höher, desto mehr Bandbreite 700 MHz Reichweite: sehr hoch Bandbreite: gering In Gebäuden: stark Fläche und Land 2,1 GHz Reichweite: mittel Bandbreite: mittel In Gebäuden: solide Vororte und Mittelzentren 3,4 – 3,7 GHz Reichweite: gering Bandbreite: sehr hoch In Gebäuden: schwach Städte und Hotspots
Kein Frequenzbereich kann alles: Deshalb kombinieren die Netzbetreiber Low-, Mid- und High-Band – und deshalb ist 5G nicht überall gleich schnell.
Frequenzen mit 5G-Bedeutung je Netzbetreiber, Bandbezeichnung nach 3GPP (Bundesnetzagentur, Stand 29. Januar 2026)
Bereich5G-BandTelekomVodafoneo21&1zugeteilt bis
700 MHzn282 × 10 MHz2 × 10 MHz2 × 10 MHz–2033
2,1 GHzn12 × 20 MHz2 × 20 MHz2 × 10 MHz2 × 10 MHz2040
3,4 bis 3,7 GHzn7890 MHz90 MHz70 MHz50 MHz2040
alle Frequenzen unter 1 GHz–2 × 35 MHz2 × 30 MHz2 × 30 MHz–2030 und 2033

Für die Fläche ist das Band um 700 MHz entscheidend. Auf den übrigen LTE-Frequenzen kann 5G per Dynamic Spectrum Sharing (DSS) mitlaufen, also auf Frequenzen, die sich 4G und 5G teilen. Die Bundesnetzagentur zählt das als 5G, die Datenraten liegen dann aber nah an LTE. Hohe Tempi entstehen auf 3,6 GHz, das dafür deutlich weniger weit reicht.

1&1 hat als einziger Netzbetreiber keine Frequenzen unter 1 GHz. Es funkt mit den 2019 ersteigerten Bereichen bei 2 GHz und 3,6 GHz, dazu mit 2 × 10 MHz bei 2,6 GHz, die Telefónica dem Unternehmen überlassen muss. Die 2-GHz-Frequenzen kann 1&1 erst seit dem 1. Januar 2026 nutzen. Welche Bänder ein Handy für Deutschland braucht und bis wann jede Frequenz zugeteilt ist, steht unter Frequenzen.

5G Standalone: was sich mit „5G+“ ändert

Bei 5G Standalone (SA) arbeitet das Netz ausschließlich mit 5G-Technik, im Funknetz wie im Kernnetz, der Steuerzentrale des Netzes. Beim älteren Non-Standalone hängt 5G an einem LTE-Anker. Standalone verkürzt die Reaktionszeit, erlaubt Telefonate direkt über 5G (VoNR) und ist Voraussetzung für Network Slicing, also getrennte Netzbereiche mit zugesicherter Qualität.

Unterschied zwischen 5G Non-Standalone und 5G Standalone Zwei Architekturen im Vergleich: Bei 5G Non-Standalone verbindet sich das Smartphone zwar mit einer 5G-Antenne, die Steuerung läuft aber über das LTE-Kernnetz, wodurch Latenz und Network Slicing eingeschränkt bleiben. Bei 5G Standalone verbindet sich das Gerät mit einer 5G-Antenne und einem eigenen 5G-Kernnetz, wodurch niedrige Latenz, Network Slicing und 5G-Telefonie möglich werden. 5G Non-Standalone (NSA) Smartphone 5G-Antenne LTE-Kernnetz der Flaschenhals Latenz begrenzt · kein Slicing Telefonie läuft über VoLTE 5G Standalone (SA) – vermarktet als „5G+“ Smartphone 5G-Antenne 5G-Kernnetz eigenständig niedrige Latenz · Network Slicing höhere Gerätedichte 5G-Telefonie über VoNR Beide Varianten zeigen im Display „5G“ – der Unterschied ist von außen nicht sichtbar.
Non-Standalone hängt am alten LTE-Kernnetz. Erst Standalone liefert die Eigenschaften, mit denen 5G ursprünglich beworben wurde.

Die Netzbetreiber vermarkten Standalone unter eigenen Namen. o2 aktivierte „5G Plus“ am 10. Oktober 2023 im gesamten 5G-Netz. Vodafone schaltete „5G+“ am 8. Oktober 2024 bundesweit frei; Privatkunden mit passendem Handy konnten es laut Vodafone kostenlos in der App aktivieren. Die Telekom bietet eine kostenlose Option „5G+ Ultra“ für Spiele und Videoanrufe mit Partnern an, derzeit nur in Deutschland nutzbar.

Laut Bundesnetzagentur kann nicht jedes 5G-Handy Standalone nutzen, und der Zugang hängt auch vom Tarif ab. Wer ein neues Gerät kauft, achtet deshalb auf die Angabe „5G SA“ im Datenblatt. Was Standalone im Alltag bringt und was nicht, erklärt der Ratgeber 5G Standalone; warum das 5G-Symbol allein wenig über das Tempo sagt, steht unter 5G erklärt.

5G an Straßen und Schienen

Auch für Verkehrswege weist das Mobilfunk-Monitoring aus, welcher Anteil der Strecke mit 5G versorgt ist. Hier sind die Abstände zwischen den Netzen größer als bei 4G.

Anteil der Strecke mit 5G je Netz in Prozent, im Freien, Datenstand Juni 2026 (Bundesnetzagentur)
VerkehrswegTelekomVodafoneo21&1 eigenes Netz
Autobahnen99,797,494,79,3
Bundesstraßen95,587,387,06,1
Landes- und Staatsstraßen92,179,382,33,0
Kreisstraßen92,979,083,42,5
Schienenwege96,889,990,512,6

Für den Alltag bedeutet eine 5G-Lücke an der Strecke wenig, solange 4G trägt. Telefonate laufen über VoLTE, und für Navigation und Musik reicht LTE. Wie es um LTE als Rückgrat steht, erklärt die Seite LTE und 4G.

Die Versorgungsauflagen sind ohnehin technikneutral formuliert, sie nennen Datenraten statt Standards. Ab 2029 muss jeder der drei etablierten Netzbetreiber alle Bundesstraßen mit 100 Mbit/s versorgen, ab 2030 alle Kreisstraßen mit 50 Mbit/s.

Zwei Techniker mit orangefarbenen Helmen montieren hoch oben an einem Gittermast ein graues Antennenpaneel, von unten fotografiert
Neue Antennen tauchen in der amtlichen Karte erst mit der nächsten Datenmeldung auf – die Bundesnetzagentur aktualisiert zweimal im Jahr. KI-generiert

Was als Nächstes kommt

  • 2G-Abschaltung 2028: Die Telekom schaltet 2G zum 30. Juni 2028 ab, Vodafone bis Ende September 2028, o2 Telefónica in der zweiten Jahreshälfte 2028. Die frei werdenden Frequenzen wollen die Netzbetreiber für 4G und 5G nutzen. Wer betroffen ist, steht unter 2G-Abschaltung.
  • Frequenzen bis 2030: Die Nutzungsrechte bei 800, 1.800 und 2.600 MHz hat die Bundesnetzagentur im März 2025 bis Ende 2030 verlängert. Später sollen sie zusammen mit den Bereichen vergeben werden, deren Zuteilung 2033 endet.
  • Neubescheidung der Auktion 2019: Nach Urteilen des Verwaltungsgerichts Köln vom 26. August 2024 entscheidet die Bundesnetzagentur neu über die Regeln für 2 GHz und 3,6 GHz. Die Zuteilungen gelten bis dahin weiter, für Kundinnen und Kunden ändert sich nichts.
  • Frequenzen unter 1 GHz für 1&1: Im Februar 2026 hat die Bundesnetzagentur angehört, ob die drei etablierten Netzbetreiber 1&1 eine Mitnutzung solcher Frequenzen gewähren müssen. Eine Entscheidung war Anfang Oktober 2026 nicht veröffentlicht; Hintergründe stehen unter National Roaming.

Wer 5G zu Hause statt DSL nutzen möchte, findet die Voraussetzungen unter Mobiles Internet zu Hause.

Netz vor Technik

Ob 5G oder LTE: Entscheidend ist, welches Netz an Ihren Orten trägt. Der Netz-Finder und die Netzseiten helfen bei der Auswahl.

Quellen und Stand

Geprüft am 4. Oktober 2026. Ausbauangaben der Netzbetreiber beruhen auf anderen Bezugsgrößen als die Flächenwerte der Bundesnetzagentur.

Häufige Fragen

Wie finde ich heraus, ob es an meinem Wohnort 5G gibt?

In der Mobilfunk-Monitoring-Karte der Bundesnetzagentur wählen Sie Ihr Netz und die Technik 5G; die Karte markiert zusätzlich 5G Standalone. Sie rechnet für draußen, im Haus kann das Signal vor allem auf 3,6 GHz schwächer sein.

Ist 5G in jedem Handytarif enthalten?

Nicht überall. Alle 43 Marken unserer Datenliste bieten 5G zumindest in einigen Tarifen an, bei zehn Marken hängt es am gewählten Tarif. Ob 5G und 5G Standalone freigeschaltet sind, steht im Produktinformationsblatt.

Funktioniert 5G auch in Gebäuden?

Auf 700 MHz meist gut, denn niedrige Frequenzen dringen besser durch Wände. Das schnelle 3,6-GHz-Band verliert in Gebäuden deutlich an Signal; dann wechselt das Handy auf 700 MHz oder LTE.

Wann wird 5G in meinem Ort ausgebaut?

Die Ausbaupläne der Netzbetreiber für die nächsten zwölf Monate kennt die Bundesnetzagentur, veröffentlicht sie aber nicht, weil sie gesetzlich besonders geschützt sind. Einsehen können sie Gemeinden und Kreise auf Antrag für Planungs- und Förderzwecke. Fragen Sie deshalb bei Ihrer Gemeinde oder dem Breitbandbüro Ihres Bundeslandes nach dem Planungsstand.

Passt dazu

  • Netze Bestes Netz

    Bei der 4G-Fläche trennen die Netze 4,3 Prozentpunkte – je Bundesland in anderer Reihenfolge.

  • Netze Mobilfunkmarken

    43 Marken, vier Netze: Das o2-Netz trägt 14 Marken, das Vodafone-Netz sieben.

  • Netze National Roaming

    Das eigene 1&1-Netz erreicht 34 Prozent der Haushalte, aber erst 3 Prozent der Fläche.

  • Hilfe Rufumleitung

    Codes für alle vier Umleitungen – und warum bedingte Umleitungen außerhalb der EU doppelt kosten.