Ausland
Handy im Flugzeug: Flugmodus, WLAN und Mobilfunk über den Wolken
Ob das Handy im Flugmodus bleiben muss, entscheidet die Fluggesellschaft: Die EU-Flugsicherheitsagentur EASA erlaubt Airlines seit 2014, Geräte nach eigener Prüfung auch ohne Flugmodus zuzulassen. Bord-WLAN rechnet die Airline ab, nicht Ihr Mobilfunkanbieter. Ein Mobilfunknetz an Bord darf in der EU erst ab 3.000 Metern senden, läuft über Satellit und ist kein EU-Roaming – für Anrufe darüber gibt es keine Kostenbremse.

Im Flugzeug gilt EU-Roaming nur am Boden. Solange die Maschine am Gate steht oder rollt, nutzt Ihr Handy das Netz am Flughafen – an EU-Flughäfen zu Inlandskonditionen. In der Luft gibt es allenfalls ein Bordnetz, das per Satellit mit dem Boden verbunden ist. Solche Verbindungen sind nach Angaben der EU-Kommission nicht preisreguliert.
| Phase | Verbindung | EU-Roaming |
|---|---|---|
| Am Gate und beim Rollen | Landnetz am Flughafen | ja an EU-Flughäfen, sonst Auslandstarif |
| Start und Steigflug | Flugmodus oder nach Vorgabe der Airline | – |
| Ab 3.000 Metern | Bordnetz, wenn die Airline eines anbietet | nein, keine Preisobergrenze |
| Bord-WLAN | Internetzugang der Airline | kein Roaming, Abrechnung über die Airline |
| Nach der Landung | Landnetz des Ziellandes | je nach Land |
Flugmodus: was die EASA erlaubt und die Airline entscheidet
Eine EU-weite Pflicht, das Handy auszuschalten, gibt es seit über zehn Jahren nicht mehr. Ende 2013 erlaubte die EU-Flugsicherheitsagentur EASA, elektronische Geräte im Flugmodus in allen Flugphasen zu nutzen. Seit September 2014 dürfen Airlines nach einer eigenen Sicherheitsprüfung sogar zulassen, dass Geräte ohne Flugmodus eingeschaltet bleiben.
Ob und wann das gilt, entscheidet jede Fluggesellschaft selbst, deshalb unterscheiden sich die Regeln. Verbindlich ist, was die Crew ansagt. Der Flugmodus schaltet beim iPhone alle Funkverbindungen außer Bluetooth ab; WLAN lässt sich danach wieder einschalten, wenn die Airline es gestattet.
Mobilfunk an Bord: Pico-Zelle, Satellit und 3.000 Meter
Seit 2008 reserviert die EU Frequenzen für Mobilfunk in Flugzeugen. Die Airline baut dafür eine kleine Funkzelle in die Kabine, eine sogenannte Pico-Zelle; Gespräche, SMS und Daten laufen meist über Satellit zum Boden. Senden darf ein solches System erst ab 3.000 Metern über Grund und nur auf festgelegten Frequenzen: GSM, LTE und 5G um 1.800 MHz sowie UMTS um 2.100 MHz.
5G kam mit einem Beschluss der EU-Kommission vom 23. November 2022 hinzu; die Mitgliedstaaten mussten die Frequenzen spätestens bis zum 30. Juni 2023 bereitstellen. Einen Anspruch auf Mobilfunk an Bord haben Fluggäste nicht – ob ein Flugzeug ihn bietet, entscheidet die Airline. Im Display erscheinen Bordnetze unter dem Namen ihres Betreibers, etwa AeroMobile oder OnAir.
In den USA gilt das Gegenteil: Eine Regel der Telekommunikationsbehörde FCC verbietet, Mobiltelefone zu betreiben, solange das Flugzeug in der Luft ist. Wer in die USA fliegt, sollte über amerikanischem Gebiet nicht mit Mobilfunk an Bord rechnen. Was am Boden der USA wichtig ist, steht unter Roaming USA.
Was das Bordnetz bei Telekom, Vodafone, o2 und 1&1 kostet
Für Satellitenverbindungen im Flugzeug gilt wie auf Schiffen keine Preisobergrenze. Die vier Netzbetreiber gehen unterschiedlich damit um:
- Telekom: bietet auf vielen Flugzeuglinien eigene Datenpässe für die Bordnetze an und weist auf besondere Preise und Bedingungen hin.
- Vodafone: führt „Roaming im Flugzeug“ bei CallYa in Zone 4, der teuersten Zone; im EU-Roaming ist es nicht enthalten.
- o2: Telefonieren, SMS und Surfen über Satellit sind im Flugzeug nicht möglich.
- 1&1: nennt die Bordnetze OnAir und AeroMobile in der Preisliste. Anrufe und SMS sind möglich, die Datennutzung ist derzeit deaktiviert.
Die gesetzliche Datensperre bei höchstens 50 Euro netto im Monat gilt auch im Flugzeug, für Anrufe gibt es keine Grenze (Artikel 14 der Roaming-Verordnung). Ein Rechenbeispiel zu dieser Lücke steht unter Handy auf Kreuzfahrt und Fähre, wo dieselben Regeln gelten.
Bord-WLAN: Internet ohne Roaming
Bord-WLAN ist kein Mobilfunk. Den Zugang verkauft die Airline über ihr eigenes Portal, mit Ihrem Handytarif hat das nichts zu tun. Manche Fluggesellschaften bieten günstigere Pakete nur für Messenger an, teils ohne Aufpreis für Mitglieder ihres Vielfliegerprogramms; die Lufthansa hat das 2024 für Kurz- und Mittelstrecken eingeführt.
Über das Bord-WLAN funktionieren auch WLAN-Anrufe, sofern die Airline Sprachdienste zulässt. Telekom und o2 rechnen sie ab, als wären Sie in Deutschland; ankommende Anrufe sind kostenlos. Vodafone bietet WLAN-Telefonie im Ausland nicht an. Mehr zur Technik steht unter VoLTE und WLAN-Call.

Nach der Landung: die häufigste Kostenfalle
Teuer wird es oft erst am Boden. Wer beim Umsteigen in Istanbul, Dubai oder Zürich den Flugmodus ausschaltet, bucht sich in ein Netz ohne EU-Roaming ein. Die Telekom rechnet die Schweiz zwar wie die EU ab, Vodafone, o2 und 1&1 dagegen nicht (Roaming Schweiz). Apps holen dann sofort nach, was sie während des Flugs verpasst haben.
Lassen Sie deshalb das Datenroaming ausgeschaltet, bis Sie die Preise kennen, und nutzen Sie das WLAN am Flughafen. Ihr Anbieter schickt beim Einbuchen eine SMS mit den Preisen; die Datensperre gilt auch außerhalb der EU. Für Fernziele kann eine Reise-eSIM günstiger sein als das Roaming Ihres Tarifs.
Im Notfall an Bord ist die Crew zuständig. Nach der Landung gilt die Notrufnummer des Ziellandes: in der EU die 112, in den USA die 911; mehr dazu unter Notruf.
Akku und Powerbank auf dem Flug
Ein Handy, das ohne Flugmodus ständig nach einem Netz sucht, leert seinen Akku schneller; Ursachen und Abhilfe stehen unter Akku schnell leer. Geräte mit Lithium-Akku gehören nach Empfehlung der EASA in die Kabine, damit die Crew bei einem Zwischenfall schnell eingreifen kann.
Einige Airlines haben ihre Regeln für Powerbanks verschärft. Die Lufthansa Group etwa verbietet seit dem 15. Januar 2026, Geräte an Bord über eine Powerbank zu laden, und erlaubt höchstens zwei Powerbanks je Fluggast. Wie viele Wattstunden Ihre Powerbank hat, rechnet der Rechner unter Powerbank aus.
Nächster Schritt
Alle Länder mit und ohne EU-Roaming und die Regeln für das Datenvolumen im Ausland:
Quellen und Stand
- EASA: EASA allows use of Electronic Devices on board (13. November 2013) und EASA allows electronic devices to remain On and Connected throughout the flight (26. September 2014)
- EASA: Portable Electronic Devices containing Lithium Batteries (19. Dezember 2017)
- Amt für Veröffentlichungen der EU: Durchführungsbeschluss (EU) 2022/2324 über Mobilfunkdienste an Bord von Luftfahrzeugen – 5G, Frequenzen, Mindesthöhe 3.000 Meter
- EU-Kommission: 5G on planes, Wi-Fi on the road – Pico-Zelle und Satellitenverbindung; Roaming: Questions and Answers – keine Preisobergrenze an Bord
- EUR-Lex: Verordnung (EU) 2022/612 über das Roaming – Artikel 14, Datensperre
- eCFR: 47 CFR § 22.925 – Prohibition on airborne operation of cellular telephones
- Apple: Flugmodus auf iPhone, iPad, Apple Watch und Apple Vision Pro verwenden
- Telekom: Roaming: Optionen im Ausland und Roamingpartner (PDF) – AeroMobile; Vodafone: InfoDok 397 CallYa Roaming; o2: Auslandsoptionen; 1&1: Preisliste, Stand 19.09.2026
- Telekom: WLAN Call Kosten; o2: WLAN-Telefonie; Vodafone: WiFi Calling
- teltarif: Lufthansa: Gratis-Internet auf der Kurz- und Mittelstrecke (24. Januar 2024)
- aeroTELEGRAPH: Lufthansa Group vereinheitlicht Regeln für Powerbanks – gültig ab 15. Januar 2026
Geprüft am 4. Oktober 2026.
Häufige Fragen
Was passiert, wenn ich den Flugmodus vergesse?
Das Handy sucht dann ständig nach einem Netz, was den Akku schneller leert, und kann sich im Steig- oder Sinkflug kurz in Netze am Boden einbuchen. Hat das Flugzeug ein Bordnetz, ist auch dort ein Einbuchen zu Satellitenpreisen möglich. Verbindlich bleibt in jedem Fall die Anweisung der Crew.
Darf ich im Flugzeug Bluetooth-Kopfhörer benutzen?
Das legt die Airline fest. Beim iPhone bleibt Bluetooth im Flugmodus sogar eingeschaltet; Apple weist darauf hin, dass WLAN und Bluetooth genutzt werden können, wenn die Fluggesellschaft es gestattet. Was an Bord erlaubt ist, sagt die Crew an.
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