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Das 1&1-Netz: modernste Technik im Aufbau

Von Alexander Müller Aktualisiert am 22. Juli 2026 Datenbasis: connect 2026, Bundesnetzagentur 7 Minuten Lesezeit

Kurzantwort

1&1 betreibt seit Dezember 2023 Deutschlands viertes Mobilfunknetz – technisch das modernste: vollständig virtualisiert, auf Open-RAN-Basis, von Beginn an reines 5G Standalone. Das eigene Netz erreichte im Frühjahr 2026 rund 27 Prozent der Haushalte; überall sonst funken 1&1-Kunden per National Roaming im Vodafone-Netz. Im connect-Netztest 2026 wurde das Netz außer Konkurrenz in einer Sonderbetrachtung mit „sehr gut“ bewertet.

1&1 ist der ungewöhnlichste Anbieter im deutschen Markt: ein Netzbetreiber mit der modernsten Technik und der kleinsten Fläche. Wer die Marke bewerten will, muss zwei Dinge auseinanderhalten – das eigene Netz und das Roaming, das alles Übrige abdeckt.

Der Stand 2026

ca. 27 %Haushaltsabdeckung des Eigennetzes (Frühjahr 2026, Eigenangabe)
12,5 Mio.Mobilfunkkunden im eigenen Kernnetz nach Migrationsende
über 2.000eigene Antennenstandorte – o2 betreibt rund 28.000
ca. 300Städte im aktuellen Ausbaufokus

Die Migration aller Bestandskunden ins eigene Kernnetz wurde am 11. November 2025 abgeschlossen – eine Auflage der Bundesnetzagentur, die 1&1 damit vorzeitig erfüllte. Für Ende 2026 peilt das Unternehmen rund 35 Prozent Haushaltsabdeckung an, mit Zugang zu reichweitenstarken Low-Band-Frequenzen bis zu 40 Prozent. Der ländliche Raum steht erst nach 2030 auf dem Plan.

Eigennetz und Roaming

Zeitliche Entwicklung des National Roamings von 1&1 Zeitleiste: Netzstart im Dezember 2023. Bis August 2024 lief das National Roaming über Telefónica. Seit dem 29. August 2024 läuft es über Vodafone. Im November 2025 wurde die Migration aller Bestandskunden ins eigene Kernnetz abgeschlossen, Ende 2025 lief das Roaming über Telefónica endgültig aus. Vom Netzstart zum eigenen Kernnetz 08.12.2023 Netzstart 29.08.2024 Roaming wechselt zu Vodafone 11.11.2025 Migration ins eigene Kernnetz beendet Ende 2025 o2-Roaming ausgelaufen Ältere Vergleiche, die 1&1 im o2-Netz verorten, sind damit überholt.
Die Roaming-Grundlage hat sich vollständig verschoben – wer ältere Quellen liest, bewertet 1&1 auf falscher Basis.

Überall dort, wo keine eigene 1&1-Antenne steht, wechselt das Smartphone automatisch ins Vodafone-Netz. Das National Roaming läuft seit dem 29. August 2024 über Vodafone; das frühere Roaming über Telefónica ist Ende 2025 ausgelaufen. Praktisch bedeutet das: Ihre Netzqualität hängt davon ab, auf welcher Seite dieser Grenze Ihre Adresse liegt.

Die Prüfung, die bei 1&1 zusätzlich nötig ist

Bei den anderen drei Netzen prüfen Sie die Abdeckung. Bei 1&1 prüfen Sie zusätzlich, ob Ihre Adresse im Eigennetz oder im Roaming-Gebiet liegt. Die Karte des Mobilfunk-Monitorings der Bundesnetzagentur kennzeichnet Roaming-Flächen von 1&1 gesondert.

Anteil von Eigennetz und Roaming an der Versorgung durch 1&1 Balkendarstellung der Haushaltsabdeckung: Rund 27 Prozent der Haushalte werden vom eigenen 1&1-Netz versorgt, der übrige Anteil über National Roaming im Vodafone-Netz. Für Ende 2026 ist ein Anstieg des Eigennetz-Anteils auf rund 35 Prozent angepeilt. Eigennetz und Roaming im Verhältnis Haushaltsabdeckung nach Unternehmensangaben Frühjahr 2026 ca. 27 % Roaming über Vodafone Ziel Ende 2026 ca. 35 % weiterhin überwiegend Roaming Der ländliche Raum steht erst nach 2030 im Ausbauplan.
Auch nach dem Ausbauziel für 2026 wird der überwiegende Teil der Versorgung weiterhin aus dem Roaming stammen.

Technischer Stand

Technische Eckdaten des 1&1-Netzes. Abdeckungswerte sind Eigenangaben des Unternehmens.
MerkmalStand
Netzstart8. Dezember 2023
ArchitekturOpen RAN, vollständig virtualisiert
5G Standalonevon Beginn an, reines SA-Netz
Eigennetz-Abdeckungca. 27 % der Haushalte (Frühjahr 2026)
Ziel Ende 2026ca. 35 %, mit Low-Band bis 40 %
Außerhalb des EigennetzesNational Roaming über Vodafone
Eigene Frequenzenseit 2026 zusätzlich im Bereich 2,1 GHz
connect-Netztest 2026„sehr gut“, außer Konkurrenz bewertet

Zur Testbewertung gehört eine wichtige Einschränkung: connect hat für die Sonderbetrachtung keine Gesamtpunktzahl veröffentlicht. Die häufig zitierte Angabe „über 910 Punkte“ stammt aus der Kommunikation von 1&1 selbst, das sich dabei auf connect beruft – sie ist also eine Anbieterangabe, keine Testveröffentlichung. Beim Crowdsourcing filterte der Testpartner alle Messungen heraus, die noch Telefónica als Roaming-Partner trugen.

Stärken und Schwächen

Dafür spricht 1&1

  • Technisch modernstes Netz Deutschlands
  • 5G Standalone von Beginn an, ohne Altlasten
  • In Ausbaustädten sehr gute Leistung
  • In der Regel preisaggressiv positioniert
  • Migration ins eigene Kernnetz abgeschlossen

Das spricht dagegen

  • Eigennetz erreicht erst rund ein Viertel der Haushalte
  • Netzqualität schwankt je nach Standort stärker
  • Abhängigkeit vom Roaming-Partner Vodafone
  • Keine eigenen reichweitenstarken Low-Band-Frequenzen
  • Ländlicher Raum erst nach 2030 im Ausbauplan

Für wen sich 1&1 lohnt

Für Menschen, die in einer der rund 300 Ausbaustädte wohnen und sich überwiegend dort aufhalten. Dort bekommen Sie sehr moderne Technik, oft zu attraktivem Preis. Wer viel pendelt, reist oder ländlich wohnt, fährt mit einem etablierten Flächennetz gleichmäßiger – die Gegenüberstellung steht unter 1&1 oder o2.

Ein struktureller Punkt für die Einschätzung der nächsten Jahre: Die Bundesnetzagentur hat die Ende 2025 auslaufenden Nutzungsrechte in den Bereichen 800, 1.800 und 2.600 MHz um fünf Jahre verlängert, statt sie neu zu versteigern. 1&1 hatte auf eine Auktion gesetzt und kommt vorerst nicht an eigenes Low-Band – die Abhängigkeit vom Roaming bleibt damit auf absehbare Zeit bestehen.

Eigennetz oder Roaming an Ihrer Adresse?

Bei 1&1 entscheidet diese eine Frage über die Netzqualität, die Sie tatsächlich bekommen.

Netzabdeckung prüfen National Roaming erklärt

Häufige Fragen zum 1&1-Netz

Hat 1&1 ein eigenes Mobilfunknetz?

Ja, seit dem 8. Dezember 2023. Es ist Deutschlands viertes Mobilfunknetz und technisch das modernste: vollständig virtualisiert, auf Open-RAN-Basis gebaut und von Beginn an ein reines 5G-Standalone-Netz. Die Reichweite ist allerdings begrenzt – im Frühjahr 2026 erreichte das Eigennetz nach Unternehmensangaben rund 27 Prozent der Haushalte.

In welchem Netz funken 1&1-Kunden außerhalb des Eigennetzes?

Im Vodafone-Netz. Das National Roaming läuft seit dem 29. August 2024 über Vodafone; das frühere Roaming über Telefónica ist Ende 2025 ausgelaufen. Ältere Quellen, die 1&1 im o2-Netz verorten, sind damit überholt.

Wie groß ist das 1&1-Netz inzwischen?

Nach Unternehmensangaben rund 27 Prozent der deutschen Haushalte im Frühjahr 2026, bei über 2.000 eigenen Antennenstandorten. Zum Vergleich: o2 Telefónica betreibt rund 28.000 Standorte. Für Ende 2026 peilt 1&1 rund 35 Prozent an, mit Zugang zu Low-Band-Frequenzen bis zu 40 Prozent.

Wie wurde 1&1 im connect-Netztest 2026 bewertet?

Außer Konkurrenz in einer Sonderbetrachtung, mit der Verbalnote „sehr gut“. Eine Gesamtpunktzahl hat connect dafür nicht veröffentlicht. Die kursierende Angabe „über 910 Punkte“ stammt aus der Kommunikation von 1&1 selbst, das sich dabei auf connect beruft – sie ist also eine Anbieterangabe.

Wie finde ich heraus, ob meine Adresse im 1&1-Eigennetz liegt?

Über die Karte des Mobilfunk-Monitorings der Bundesnetzagentur: Dort sind Flächen, in denen 1&1 über National Roaming versorgt, gesondert gekennzeichnet. Das ist bei 1&1 die entscheidende Zusatzprüfung – bei den anderen drei Netzen entfällt sie.

Was bedeutet Open RAN für mich als Nutzer?

Im Alltag nichts unmittelbar Spürbares. Open RAN bedeutet, dass die Funkzugangstechnik auf offenen Schnittstellen und Standard-Hardware läuft statt auf proprietären Systemen einzelner Hersteller. Das senkt vor allem Kosten und beschleunigt Software-Updates auf Betreiberseite.

Ist die Netzqualität bei 1&1 schlechter?

Nicht grundsätzlich, aber ungleichmäßiger. Im Ausbaugebiet nutzen Sie ein sehr modernes Netz, außerhalb die Vodafone-Abdeckung. Wer maximale Gleichmäßigkeit braucht, ist bei einem etablierten Netzbetreiber besser aufgehoben; wer in einer Ausbaustadt wohnt, bekommt viel Technik fürs Geld.

Wann wird 1&1 ein vollwertiges Flächennetz?

Auf absehbare Zeit nicht. Der Ausbau konzentriert sich auf rund 300 Städte, der ländliche Raum steht erst nach 2030 auf dem Plan. Erschwerend kommt hinzu, dass die Bundesnetzagentur die auslaufenden Frequenzrechte verlängert statt neu versteigert hat – 1&1 kommt dadurch vorerst nicht an eigenes Low-Band.

Wie viele Kunden hat 1&1 im eigenen Netz?

Rund 12,5 Millionen Mobilfunkkunden. Die Migration aller Bestandskunden ins eigene Kernnetz wurde am 11. November 2025 abgeschlossen und erfüllte damit vorzeitig eine Auflage der Bundesnetzagentur.

Lohnt sich ein Wechsel zu 1&1?

Wenn Ihre regelmäßigen Aufenthaltsorte im Eigennetz liegen und der Preisvorteil deutlich ist: durchaus. Prüfen Sie vorher unbedingt, ob Wohnort, Arbeitsplatz und Pendelstrecke im Ausbaugebiet liegen – ein günstiger Tarif nützt wenig, wenn Sie dauerhaft im Roaming funken.

Quellen und Stand: connect Mobilfunknetztest 2026 (veröffentlicht 26.11.2025, Messdaten 2025, Testpartner umlaut) · CHIP- und ComputerBILD-Netztest 2026 · Bundesnetzagentur, Mobilfunk-Monitoring im Gigabit-Grundbuch (Datenstand Dezember 2025) · Unternehmensangaben zu Ausbau, Standalone-Status und Kundenzahlen.

Abdeckungs- und Kundenzahlen der Netzbetreiber sind Eigenangaben mit unterschiedlichen Bezugsgrößen und als Richtwerte zu verstehen. Kundenzahlen enthalten je nach Ausweisung auch M2M-Karten und sind nicht mit Nutzerzahlen gleichzusetzen. Konkrete Tarifpreise nennen wir bewusst nicht, da sie sich wöchentlich ändern. Stand dieser Seite: 22. Juli 2026.