Ausland

Handy in den USA: kein EU-Roaming und Anrufe nur per VoLTE

Die USA gehören nicht zum EU-Roaming: Ohne Paket rechnet Ihr Anbieter nach seiner eigenen Preisliste ab, oft auch angenommene Anrufe. Telefonieren klappt dort nur noch über VoLTE, also über das LTE-Netz, denn die großen US-Netze haben 2G und 3G abgeschaltet. Prüfen Sie vor der Reise Ihr Reisepaket, das VoLTE-Roaming und die US-Frequenzbänder Ihres Handys. Die Notrufnummer ist 911.

Von Geprüft am 6 Min. Lesezeit

Reisende lehnt von hinten gesehen an einem Mietwagen auf einer Wüstenstraße im Südwesten der USA, dahinter rote Felsen
KI-generiert

Mit einer deutschen SIM-Karte verlassen Sie in den USA den Schutz der EU-Roaming-Regeln. Die Vereinigten Staaten gehören nicht zum Gebiet von „Roam like at home“, jeder Anbieter legt Preise und Pakete dort selbst fest. Dazu kommt eine technische Hürde: In den großen US-Netzen laufen Telefonate nur noch über LTE oder 5G.

Ohne VoLTE kein Anruf: das Ende von 2G und 3G

VoLTE steht für Voice over LTE, also Telefonieren über das LTE-Netz. Beherrscht ein Handy das nicht, weicht es zum Telefonieren auf ältere Netze aus, in Deutschland auf 2G, das hier noch eine Weile läuft (Termine zur 2G-Abschaltung). In den USA gibt es diese Rückfallebene nicht mehr. AT&T und Verizon bieten Gespräche laut Vodafone nur noch über LTE an, ein 2G- oder 3G-Netz existiert dort nicht mehr.

Als letzter großer Netzbetreiber hat T-Mobile sein 2G-Netz am 3. August 2026 abgeschaltet. Das Unternehmen hatte es auch deshalb so lange betrieben, weil Gäste aus dem Ausland ohne VoLTE sonst nicht telefonieren konnten. Wer heute ohne VoLTE-Roaming einreist, kann zwar surfen, aber keine normalen Anrufe führen oder annehmen. Anrufe über WhatsApp, Signal oder FaceTime laufen dagegen als Datenverbindung weiter.

VoLTE-Roaming in den USA je Netzbetreiber, Stand Oktober 2026
NetzbetreiberUS-Netze mit VoLTEHinweis
TelekomAT&T, T-Mobile US, Verizonlaut Partnerliste der Telekom
VodafoneAT&T und Verizon, Ausweichnetz T-Mobile USnötig sind mindestens iOS 15 oder Android 12
o2AT&TVoLTE-Roaming dort seit 2022
1&1keine öffentliche Liste gefundenvor der Reise beim Kundenservice nachfragen

Klappt ein Anruf in einem Netz nicht, hilft die manuelle Netzwahl in den Mobilfunk-Einstellungen. Vodafone rät, dann in das Netz von T-Mobile USA zu wechseln. Bei Discountern und anderen Marken kann der Umfang abweichen; maßgeblich ist das Produktinformationsblatt Ihres Tarifs. Wie VoLTE und WLAN-Call technisch zusammenhängen, erklärt die Seite VoLTE und WLAN-Call.

Frequenzen: welche Bänder Ihr Handy für die USA braucht

Die US-Netze funken auf anderen Frequenzen als die deutschen. Hierzulande sind für Mobilfunk die Bereiche um 700, 800, 900, 1.500, 1.800 und 2.100 MHz sowie 2,6 und 3,6 GHz vergeben. AT&T verlangt von Geräten dagegen LTE auf 700, 850 und 1.900 MHz sowie im AWS-Bereich, der 1.700 und 2.100 MHz zu einem Band koppelt.

Frequenzbereiche der drei großen US-Netze und ihre Bänder, Stand Oktober 2026
BereichBandUS-NetzeIn Deutschland
600 MHzLTE 71T-MobileFernsehen (DVB-T2)
700 MHzLTE 12, 13, 14, 17alle drei, je Netz andere Bänderanders aufgeteilt (703–733 und 758–788 MHz)
850 MHzLTE 5AT&T, Verizonanders genutzt
1.700/2.100 MHz (AWS)LTE 4 und 66alle dreinicht in dieser Kombination
1.900 MHz (PCS)LTE 2, bei T-Mobile auch 25alle dreianders genutzt
2,5 GHz5G n41T-Mobileanders aufgeteilt
3,45 und 3,7 GHz5G n773,7 GHz alle drei, 3,45 GHz AT&T5G auf 3,4 bis 3,8 GHz

Keines der US-Bänder in dieser Tabelle ist in Deutschland in derselben Form in Betrieb. Ob Ihr Gerät sie trotzdem beherrscht, steht im technischen Datenblatt des Herstellers. Das iPhone 17 für den deutschen Markt nennt dort unter anderem die LTE-Bänder 2, 4, 5, 12, 13 und 66 sowie das 5G-Band n77. Fehlen die niedrigen Bänder 12, 13 oder 71, leidet vor allem der Empfang auf dem Land und in Gebäuden, weil tiefe Frequenzen weiter reichen; Hintergründe stehen unter Frequenzen im Mobilfunk.

Golden Gate Bridge im Morgennebel, im Vordergrund liegt ein Smartphone mit der Rückseite nach oben auf einem Holzpfosten
Welche Bänder das Handy kennt, entscheidet in den USA über den Empfang – vor allem abseits der Städte. KI-generiert

Was Telekom, Vodafone, o2 und 1&1 in den USA bieten

Die USA liegen bei allen vier Netzbetreibern außerhalb der EU-Zone: bei der Telekom in Ländergruppe 2, bei o2 in Zone 3, bei 1&1 in Weltzone 3 und bei Vodafone CallYa in Zone 2. Konkrete Preise nennen wir nicht, weil sie sich häufig ändern. Entscheidend ist, was ohne Zubuchen passiert und welche Pakete es gibt.

Telekom

Außerhalb der EU fließen Daten erst, wenn ein Datenpass gebucht oder Auslandsvolumen im Tarif enthalten ist; ist es verbraucht, stoppt die Datennutzung automatisch. Die MagentaMobil-Tarife seit Februar 2026 bringen je nach Tarif ein jährliches Roaming-Volumen für die Ländergruppen 2 und 3 mit, danach gibt es Travel-&-Surf-Pässe.

Vodafone

Für die USA gibt es EasyTravel-Pakete mit Minuten, SMS und Daten für einen Tag, eine Woche oder sechs Monate. Ohne Paket landen Sie beim Surfen in ausgewählten Ländern auf einer Buchungsseite für Datensitzungen, sonst zahlen Sie nach Verbrauch.

o2

Für die Tarife o2 Mobile, Grow und Free lässt sich das „Roaming Plus World Pack“ buchen, das auch die USA abdeckt. Es gilt ab dem folgenden Kalendertag und endet nach einem Monat von selbst.

1&1

Neben Tages-, Wochen- und Monatspaketen führt die Preisliste eine „Roaming-Option USA & Kanada“ mit 24 Monaten Mindestlaufzeit und automatischer Verlängerung. Datenroaming ist in Weltzone 3 nach Angaben von 1&1 nicht von vornherein gesperrt.

Auch angenommene Anrufe kosten

Außerhalb der EU berechnen die Anbieter oft auch eingehende Gespräche; die Preisliste von 1&1 etwa nennt für Weltzone 3 einen eigenen Minutenpreis für ankommende Anrufe. Ist eine Umleitung zur Mailbox aktiv, berechnet 1&1 für einen nicht angenommenen Anruf sogar zwei Verbindungen: die Weiterleitung zu Ihnen in die USA und den umgeleiteten Teil. Löschen Sie deshalb vor dem Abflug alle Umleitungen mit ##002#, die Anleitung steht unter Mailbox ausschalten.

Reise-eSIM, Prepaid vor Ort oder WLAN: die Alternativen

  • Reise-eSIM: ein digitales Datenpaket für die USA, das neben der deutschen SIM läuft. Die meisten günstigen Angebote enthalten nur Daten und keine US-Nummer, und das Handy darf nicht an einen Anbieter gesperrt sein. Wann sich das rechnet, steht unter Reise-eSIM statt Roaming.
  • Prepaid-Karte vor Ort: sinnvoll bei längeren Aufenthalten oder wenn Sie eine US-Rufnummer brauchen, etwa für Rückrufe von Vermietern. Mit Dual-SIM bleibt die deutsche Nummer parallel erreichbar.
  • WLAN-Call: Telekom und o2 rechnen Gespräche über WLAN aus dem Ausland ab, als wären Sie in Deutschland; ankommende Anrufe sind kostenlos. Vodafone bietet WLAN-Telefonie im Ausland nicht an. Achtung: Ein Anruf an eine US-Nummer gilt dabei als Auslandsgespräch aus Deutschland.

Typische Kostenfallen auf USA-Reisen

  • Datenroaming direkt nach der Landung: Wer den Flugmodus vor dem Buchen eines Pakets abschaltet, lässt Apps sofort Fotos und Nachrichten synchronisieren. Lassen Sie Datenroaming aus, bis Paket oder eSIM bereitstehen; mehr dazu unter Handy im Flugzeug.
  • Kostenbremse nur für Daten: Auch außerhalb der EU muss Ihr Anbieter das Datenroaming bei höchstens 50 Euro netto im Monat stoppen, sofern Sie kein anderes Limit gewählt haben (Artikel 14 der Roaming-Verordnung). Lässt das US-Netz keine Echtzeitkontrolle zu, bekommen Sie bei der Einreise stattdessen eine SMS. Für Anrufe gibt es keine solche Sperre.
  • Kreuzfahrt vor Alaska oder in der Karibik: Auf See funkt das Handy über Satellit, ohne Preisgrenze. Die Einzelheiten stehen unter Handy auf Kreuzfahrt und Fähre.
  • Hotspot für den Laptop: Laptops laden über den Hotspot oft Updates im Hintergrund nach. Teilen Sie die Verbindung nur, wenn Ihr Paket genug Volumen hat.

Notruf 911 und Checkliste vor dem Abflug

Die Notrufnummer für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst ist in den USA die 911. Speichern Sie außerdem die Roaming-Hotline Ihres Anbieters im Telefonbuch, damit Sie ein Paket auch ohne Datenverbindung buchen oder die Karte sperren lassen können. Wie der Notruf technisch funktioniert, erklärt die Seite Notruf.

  1. Tarif prüfen Enthält Ihr Vertrag ein Roaming-Volumen oder ein Paket für die USA? Wenn nicht, buchen Sie vorab oder richten eine Reise-eSIM ein.
  2. Handy prüfen US-Bänder im Datenblatt suchen, die Software aktualisieren und das Telefonieren über LTE in den Mobilfunk-Einstellungen einschalten.
  3. Umleitungen löschen Mit ##002# sind Mailbox und alle Umleitungen aus; nach der Reise schalten Sie sie wieder ein.
  4. Datenroaming zunächst aus Erst einschalten, wenn Paket oder Reise-eSIM aktiv sind. Karten für die Reiseroute vorher im WLAN offline speichern.

Nächster Schritt

Welche Länder zum EU-Roaming gehören und wie Sie eine Reise-eSIM neben der deutschen SIM einrichten:

Quellen und Stand

Geprüft am 4. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Funktioniert WhatsApp in den USA mit einer deutschen SIM-Karte?

Ja, sobald mobile Daten fließen – über ein Reisepaket, eine Reise-eSIM oder WLAN. Anrufe über WhatsApp brauchen kein VoLTE, sie laufen als Datenverbindung. Ohne Paket rechnet Ihr Anbieter die Daten allerdings zum Auslandspreis ab.

Kostet es etwas, in den USA SMS zu empfangen?

Laut den Preislisten von 1&1 und Vodafone CallYa nicht: Eingehende SMS sind dort im Ausland kostenlos. Bei anderen Anbietern steht es in der Preisliste des Tarifs. Wer Bestätigungscodes fürs Online-Banking braucht, lässt die deutsche SIM deshalb eingeschaltet und schaltet nur deren Datenroaming aus.

Passt dazu

  • Ausland Kreuzfahrt und Fähre

    Bordnetze auf See laufen über Satellit ohne Preisgrenze – die Kostensperre gilt nur für Daten.

  • Ausland Flugzeug

    Den Flugmodus regelt die Airline; Mobilfunk an Bord sendet erst ab 3.000 Metern und ist kein EU-Roaming.

  • Ausland Reise-eSIM

    Lohnt sich vor allem außerhalb der EU – mit Rechenweg gegen die Roaming-Option des eigenen Anbieters.

  • Netze Bestes Netz

    Bei der 4G-Fläche trennen die Netze 4,3 Prozentpunkte – je Bundesland in anderer Reihenfolge.