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Netzabdeckung: So lesen Sie die Mobilfunk-Karte der Bundesnetzagentur

Die Netzabdeckung an Ihrer Adresse zeigt die Mobilfunk-Monitoring-Karte der Bundesnetzagentur: je Netz und Technik, im Raster von 100 mal 100 Metern, Datenstand Juni 2026. Sie rechnet für draußen in 1,5 Metern Höhe; „versorgt“ heißt bei 4G mindestens 2 Mbit/s am Rand der Funkzelle. Im Haus kann der Empfang deutlich schwächer sein – ob er reicht, klärt nur ein Test vor Ort.

Von Geprüft am 7 Min. Lesezeit

Luftbild einer Landschaft aus Feldern, Wald und Flusstal in der Dämmerung, auf Hügeln stehen weit verteilt drei Mobilfunkmasten
KI-generiert

Netzabdeckung beantwortet die Frage, ob an einem Ort ein Mobilfunknetz ankommt. Die verlässlichste Antwort liefert keine Werbung, sondern die Karte des Mobilfunk-Monitorings der Bundesnetzagentur. Mit 4G sind dort 97,8 Prozent der Fläche und 99,9 Prozent der Haushalte versorgt, mit 5G 96,2 Prozent der Fläche – jeweils durch mindestens ein Netz. Für Ihre Entscheidung zählt aber das einzelne Netz an Ihren Orten, und dafür muss man die Karte lesen können.

Verbreiteter IrrtumGrün auf der Karte heißt schnelles Internet, auch in der Wohnung

Was stimmtDie Karte rechnet für draußen in 1,5 Metern Höhe. Versorgt heißt bei 4G mindestens 2 Mbit/s am Rand der Funkzelle bei halb ausgelasteter Zelle. In Gebäuden ist der Empfang laut Bundesnetzagentur in der Regel schlechter.

Was „versorgt“ in der Karte bedeutet

Die Netzbetreiber melden für jede Rasterzelle, ob die Vorgaben der Bundesnetzagentur erreicht werden. Es sind berechnete Werte, keine Messungen. Die Behörde prüft sie mit den Meldungen aus ihrer App Mobilfunk-Check und mit eigenen Stichproben; seit 2025 gibt es dafür ein einheitliches Messverfahren.

Rechenvorgaben der Bundesnetzagentur für die Mobilfunk-Monitoring-Karte
Vorgabe2G4G5G unter 3 GHz5G über 3 GHz
Empfangspegel mindestens−103 dBm−109 dBm−109 dBm−109 dBm
Wahrscheinlichkeit am Zellrand75 %75 %75 %75 %
Höhe über dem Boden1,5 m1,5 m1,5 m1,5 m
Datenrate am Zellrand, Downloadkeine Vorgabe2 Mbit/s2 Mbit/s5 Mbit/s
Datenrate am Zellrand, Uploadkeine Vorgabe512 kbit/s512 kbit/s1 Mbit/s
… erreicht mit Wahrscheinlichkeit–90 %90 %90 %
angenommene Auslastung der Zelle–50 %50 %50 %

Gelesen heißt das: Eine 4G-Zelle gilt als versorgt, wenn draußen in Brusthöhe ein ausreichendes Signal ankommt. Selbst am Rand der Funkzelle sollen dann mit hoher Wahrscheinlichkeit 2 Mbit/s fließen, während die Zelle zur Hälfte ausgelastet ist. Das ist eine Mindestversorgung für Messenger, Navigation und Telefonate, kein Versprechen für Videos in hoher Auflösung. Näher am Mast und in leeren Zellen ist es meist viel schneller – wie schnell, begrenzt zusätzlich Ihr Tarif.

Die Karte in sechs Schritten lesen

  1. Karte öffnen Die Mobilfunk-Monitoring-Karte steht im Gigabit-Grundbuch, am besten im Vollbild. Unten nennt sie den Versorgungsdatenstand, derzeit Juni 2026.
  2. Ort suchen Über die Suche zur Adresse springen und so weit hineinzoomen, bis die Quadrate von 100 mal 100 Metern zu sehen sind. Erst dann erkennen Sie Lücken in der Nachbarschaft.
  3. Netz wählen Im Filter stehen Telekom, Vodafone, Telefónica und „1&1 inkl. Roaming Vodafone“. Bei 1&1 erscheint das eigene Netz kräftig, das Vodafone-Netz, über das 1&1-Kunden außerhalb funken, schraffiert und heller.
  4. Technik wählen Zuerst 4G ansehen: Darüber laufen Daten und – mit VoLTE – auch Telefonate. Danach 5G; die Karte markiert dort zusätzlich 5G Standalone.
  5. Gesamtbild prüfen Unter „Mobilfunkabdeckung (Gesamt)“ zeigt „Mobiles Breitband“, wie viele der drei großen Netze eine Stelle versorgen: keines ist ein weißer Fleck, eines oder zwei ein grauer. „Gebiete mit Ausbaudefizit“ markiert Flächen ohne 4G oder 5G, für die binnen zwölf Monaten kein Ausbau geplant ist.
  6. Umgebung und Wege ansehen Liegt Ihre Adresse am Rand eines versorgten Bereichs, ist der Empfang im Haus unsicher. Mit dem Werkzeug „Messen“ lassen sich Abstände bestimmen, etwa bis zur nächsten Lücke an der Pendelstrecke.

Daneben gibt es die Netzcheck-Karte. Sie zeigt nicht die Berechnungen der Netzbetreiber, sondern was Nutzerinnen und Nutzer mit der App Mobilfunk-Check erfasst haben – mit ihren eigenen Geräten und Tarifen. Weichen beide Karten an Ihrem Ort ab, lohnt ein eigener Test.

Fläche, Haushalte, Bevölkerung: drei Zahlen für ein Netz

Dieselbe Netzinfrastruktur ergibt je nach Bezugsgröße sehr unterschiedliche Prozentwerte. Die Netzbetreiber nennen meist Haushalte oder Einwohner, die Bundesnetzagentur in ihrer Karte die Fläche.

Die drei Kennzahlen der Mobilfunk-Netzabdeckung im Vergleich Gegenüberstellung: Die Bevölkerungsabdeckung bezieht sich auf die Einwohner an ihrem Wohnort und liefert die höchsten Werte. Die Haushaltsabdeckung bezieht sich auf Wohneinheiten und liegt in ähnlicher Größenordnung. Die Flächenabdeckung bezieht sich auf das Bundesgebiet und liefert die niedrigsten Werte, weil große Teile der Fläche dünn besiedelt sind. Dieselbe Versorgung, drei Prozentzahlen Bevölkerungsabdeckung Bezug: Einwohner am Wohnort Wert: sehr hoch Wird beworben: fast immer „über 99 %“ sagt nichts über die Fläche Haushaltsabdeckung Bezug: Wohneinheiten Wert: hoch Wird beworben: bei Auflagen Auflagen-Maßstab Grundlage der 2019er Vorgaben Flächenabdeckung Bezug: Bundesgebiet Wert: deutlich niedriger Wird beworben: selten die ehrliche Zahl zählt beim Wandern und Fahren
Je nach Bezugsgröße ergibt dieselbe Netzinfrastruktur völlig unterschiedliche Prozentwerte. Die Flächenabdeckung ist die aussagekräftigste – und die unbeliebteste.
4G-Versorgung nach Angaben der Netzbetreiber und laut Bundesnetzagentur, Stand Juni bis September 2026
NetzAngabe des BetreibersBezugsgrößeFläche laut Bundesnetzagentur
Telekomnahezu 100 %Haushalte92,6 %
Vodafone99,3 % mit 4G oder 5GBevölkerung92,2 %
o2 Telefónicaüber 99 %Bevölkerung88,3 %
1&1, eigenes Netzüber 34 %Haushalte3,0 %
4G auf der Fläche: jedes Netz für sich und alle zusammenBalkendiagramm: mindestens ein Netz: 97,8 %; Telekom: 92,6 %; Vodafone: 92,2 %; o2 Telefónica: 88,3 %; 1&1 (eigenes Netz): 3,0 %4G auf der Fläche: jedes Netz für sich und alle zusammenAnteil der Fläche Deutschlands mit 4G (LTE) im Freien, Datenstand Juni 2026mindestens ein Netz97,8 %Telekom92,6 %Vodafone92,2 %o2 Telefónica88,3 %1&1 (eigenes Netz)3,0 %Quelle: Bundesnetzagentur, Mobilfunk-Monitoring (Mobilfunkstatistik bis Gemeinde)
Der Wert für alle Netze zusammen liegt über jedem einzelnen Netz: Wo nur ein oder zwei Netze funken, entscheidet die Wahl des Anbieters über den Empfang.

Beide Zahlen stimmen. Die Haushalte konzentrieren sich auf einen kleinen Teil der Fläche, deshalb erreicht ein Netz schnell fast alle Menschen, während zwischen den Orten noch Lücken bleiben. Für Wanderer, Autofahrer und Bahnpendler ist die Fläche die ehrlichere Zahl, für die eigene Wohnung zählt die Rasterzelle, in der sie liegt.

Weiße Flecken, graue Flecken, Funklöcher in Zahlen

Die Bundesnetzagentur unterscheidet drei Arten von Lücken. In weißen Flecken gibt es kein mobiles Breitband, sondern höchstens 2G; Funklöcher ganz ohne Netz sind ein Teil davon. In grauen Flecken liefert mindestens eines, aber nicht jedes der drei großen Netze mobiles Breitband. Wir haben die Anteile aus ihrer Mobilfunkstatistik in Flächen und Haushalte umgerechnet.

rund 6.200 km²weiße Flecken ohne mobiles Breitband (1,74 % der Fläche) – fast zweieinhalbmal das Saarland, rund 18.500 Haushalte
rund 690 km²davon Funklöcher ganz ohne Netz (0,19 %) – fast die Fläche Hamburgs, rund 750 Haushalte
rund 45.000 km²graue Flecken (12,58 %), in denen die Netzwahl zählt – rund 680.000 Haushalte

Gerechnet ist mit den 35,8 Millionen Rasterzellen, die einer Gemeinde zugeordnet sind, zu je 0,01 Quadratkilometern, und mit 41,5 Millionen Haushalten. Weiße Flecken werden mit dem Ende von 2G im Jahr 2028 zu echten Funklöchern, wenn bis dahin kein 4G gebaut ist. Wie Sie eine Lücke melden und welche Ausbaupflichten bis 2030 gelten, steht unter Funkloch; die Bundesförderung für Masten ist Ende 2024 ausgelaufen.

Draußen versorgt, drinnen kein Empfang

Die Karte zeigt die Versorgung im Freien. In Gebäuden ist der Empfang laut Bundesnetzagentur wegen der Gebäudehülle in der Regel schlechter, besonders in großen Büro- oder Krankenhausbauten. Dicke Mauern, Keller und beschichtetes Glas schwächen das Signal zusätzlich; in geringerem Maß gilt das laut Behörde auch für Autos und Züge.

Wie stark die Dämpfung wirkt, hängt an der Frequenz. Niedrige Bänder um 700 und 800 MHz kommen besser durch Wände als 3,6 GHz. Ein Netz, das an Ihrem Ort vor allem mit hohen Frequenzen funkt, kann draußen gut und drinnen schwach sein. Das betrifft auch das eigene 1&1-Netz, das ohne Frequenzen unter 1 GHz auskommen muss.

  • WLAN Call: Mit Internet über DSL, Kabel oder Glasfaser telefoniert das Handy über das WLAN, mit der eigenen Nummer. Welche Marken das anbieten, steht unter VoLTE und WLAN Call.
  • Anderes Netz testen: Liegt Ihre Wohnung in einem grauen Fleck oder am Rand einer Zelle, versorgt ein anderes Netz sie vielleicht besser. Der Netz-Finder hilft bei der Vorauswahl.
  • Handy prüfen: Zeigt das Gerät überall „Kein Netz“, liegt es oft an SIM-Karte oder Einstellungen – die Ursachen stehen unter Kein Netz.
Mann steht in der tiefen Fensternische eines alten Bauernhauses mit dicken Mauern und telefoniert, draußen Hügel mit Mast
Dicke Mauern dämpfen das Signal: Am Fenster kann der Empfang noch reichen, mitten im Raum nicht mehr. KI-generiert

Wenn Karte und Alltag nicht zusammenpassen

Zeigt die Karte Versorgung, die es real nicht gibt, können Sie das mit der App Mobilfunk-Check festhalten. Sie zeichnet auf, ob Ihr Handy gerade kein Netz, 2G, 4G oder 5G hat, und speichert das mit Ort und Zeit. Erfasst wird nur, wenn die Position auf 50 Meter genau bekannt ist. Die Ergebnisse fließen in die Netzcheck-Karte ein und helfen der Bundesnetzagentur, die Angaben der Netzbetreiber zu prüfen.

Ist nicht der Empfang das Problem, sondern das Tempo, gibt es seit dem 20. April 2026 einen amtlichen Weg. Mit der App „Breitbandmessung Nachweisverfahren Mobilfunk“ messen Sie an fünf Kalendertagen je sechsmal. Eine erhebliche Abweichung liegt vor, wenn an mindestens drei Tagen ein bestimmter Anteil der im Vertrag geschätzten Höchstgeschwindigkeit nicht erreicht wird.

Mindestanteil der vertraglich geschätzten Höchstgeschwindigkeit im Nachweisverfahren, Rechenbeispiel für einen Tarif mit 50 Mbit/s
Gebiet (Raster 300 × 300 m)Mindestanteilbei 50 Mbit/s
hohe Haushaltsdichte25 %12,5 Mbit/s
mittlere Haushaltsdichte15 %7,5 Mbit/s
niedrige Haushaltsdichte10 %5 Mbit/s

Wird die Abweichung belegt, können Sie nach § 57 Absatz 4 Telekommunikationsgesetz das Entgelt mindern oder außerordentlich kündigen. Wie Sie dabei vorgehen und was bei einer Störung gilt, erklären die Seiten Netzstörung und Handyvertrag kündigen.

Von der Karte zur Netzwahl

Wer seine Orte in der Karte geprüft hat, kann die Netze vergleichen und danach die Marke wählen.

Quellen und Stand

Geprüft am 4. Oktober 2026. Flächen und Haushalte in Kilometern und absoluten Zahlen sind eigene Umrechnungen der Anteile aus der Mobilfunkstatistik.

Häufige Fragen

Warum zeigt die Karte meines Anbieters etwas anderes als die Bundesnetzagentur?

Anbieterkarten folgen Rechenwegen und Darstellungen, die jeder Netzbetreiber selbst festlegt. Die Bundesnetzagentur gibt dagegen allen Netzbetreibern dieselben Vorgaben, deshalb lassen sich die Netze in ihrer Karte direkt vergleichen.

Was bedeutet dBm bei der Netzabdeckung?

dBm ist die Einheit für die Empfangsleistung. Die Werte sind negativ: −90 dBm ist stärker als −109 dBm, und schon 10 dBm Unterschied bedeuten die zehnfache Leistung. Die Karte zählt eine Zelle bei 4G ab −109 dBm als versorgt.

Gibt es die Netzabdeckung meiner Gemeinde auch als Zahl?

Ja. Im Gigabit-Grundbuch steht die Mobilfunkstatistik bis zur Ebene der Gemeinden als Tabelle zum Download. Sie nennt für jede Gemeinde den Anteil der Fläche mit 2G, 4G, 5G und 5G Standalone je Netz sowie die weißen und grauen Flecken.

Passt dazu

  • Netze o2 Telefónica

    In Städten 99,3 Prozent 4G-Fläche, in Landgemeinden 83,1 – bis 2028 die größte Umrüstung.

  • Netze Telekom

    Größte 5G-Fläche, aber bei 4G auf dem Land gleichauf mit Vodafone – dazu zehn Marken im Netz.

  • Netze Vodafone

    92,2 Prozent der Fläche mit 4G, 77,2 mit 5G: viel LTE im Norden, 5G+ und Roaming für 1&1.

  • Tarife Preiserhoehung sonderkuendigung

    Sonderkündigungsrecht nach Telekommunikationsgesetz