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Tastenhandy ohne Internet: welche Geräte nach 2028 noch telefonieren
Ein Tastenhandy muss nach dem 2G-Ende zwei Dinge können: 4G, also LTE, und VoLTE, das Telefonieren über das LTE-Netz. Die Telekom schaltet 2G voraussichtlich am 30. Juni 2028 ab, Vodafone Ende September 2028, o2 in der zweiten Jahreshälfte 2028. Geräte ohne VoLTE können danach im Mobilfunknetz weder telefonieren noch einen Notruf absetzen. Achten Sie deshalb auf den ausdrücklichen Eintrag „VoLTE“ im Datenblatt – 4G allein reicht nicht.

Ein Tastenhandy kauft kaum jemand aus Begeisterung für Technik. Es soll zuverlässig klingeln, tagelang durchhalten und nicht ablenken: als Telefon für die Eltern, als erstes Gerät fürs Kind, als Zweithandy für den Urlaub oder als Notfalltelefon im Auto. Lange tat dafür fast jedes Modell seinen Dienst. Mit dem Ende des 2G-Netzes 2028 trennt eine einzige Funktion die brauchbaren Geräte von denen, die verstummen.
Verbreiteter IrrtumEin Tastenhandy mit 4G telefoniert auch nach dem 2G-Ende
Was stimmt4G heißt zunächst nur, dass das Gerät das LTE-Netz nutzen kann. Telefonieren kann es danach nur mit VoLTE – und das steht längst nicht in jedem Datenblatt.
Was sich 2028 für einfache Telefone ändert
Die Telekom schaltet ihr 2G-Netz nach ihrer Medieninformation vom 22. Oktober 2024 voraussichtlich am 30. Juni 2028 ab. Vodafone folgt Ende September 2028, Telefónica in der zweiten Jahreshälfte 2028; die Bundesnetzagentur nennt für Telefónica Ende 2028. Wer bei 1&1 ist, nutzt für 2G das Netz von Vodafone und ist mit dessen Termin betroffen.
Für Gespräche bleiben danach nur LTE und 5G. Ein Handy ohne VoLTE, also ohne Telefonie über das LTE-Netz, weicht beim Telefonieren heute ins 2G-Netz aus. Nach der Abschaltung funktionieren dort laut Bundesnetzagentur weder Sprachtelefonie noch Notrufe. Das trifft reine 2G-Geräte und 4G-Geräte ohne VoLTE gleichermaßen.
Ein Abschied vom Tastenhandy ist das nicht. Auch Fans von Tastentelefonen können die neuen Netze nutzen, schreibt die Telekom, denn es gibt Modelle mit VoLTE. Welche Geräte im Haushalt sonst betroffen sind, vom Hausnotruf bis zur Kinderuhr, steht im Ratgeber 2G-Abschaltung.
Kaufkriterien mit Gewicht
Die Gewichtung folgt einer Frage: Was entscheidet darüber, ob das Telefon in drei Jahren noch klingelt und von der Person bedient werden kann, für die es gedacht ist?
| Kriterium | Gewicht | Worauf achten |
|---|---|---|
| 4G mit VoLTE | Pflicht | „VoLTE“ steht ausdrücklich im Datenblatt; 4G allein reicht nicht |
| Hörer und Lautstärke | hoch | Hörerlautstärke in dB(A); bei Hörgeräten M3/T3 oder besser |
| Tasten und Display | hoch | Tasten mit Druckpunkt und Abstand, große Ziffern, klarer Kontrast |
| Akku und Laden | hoch | Standby-Angabe in Stunden, Ladeschale oder USB-C |
| Notruftaste | mittel bis hoch | für Ältere und Kinder: Zahl der Kontakte, Nachricht mit Standort |
| Updates | mittel | veröffentlichtes Enddatum, wie es Doro auch für Tastenhandys nennt |
| Robustheit | mittel | Schutzart wie IP54 gegen Staub und Spritzwasser |
| Kamera, Radio, Bluetooth | gering | nur, wenn sie wirklich gebraucht werden |
Die erste Zeile ist ein Ausschlusskriterium, kein Punktwert. Ein Gerät mit großartigem Akku, aber ohne VoLTE ist nach 2028 ein Telefon, das im Mobilfunknetz nicht telefonieren kann. Alles Weitere richtet sich nach der Person: Für die Großmutter mit Hörgerät zählen Hörer und Tasten mehr als für ein Zweithandy im Handschuhfach.
Datenblatt-Abgleich: wer VoLTE ausdrücklich nennt
Für diese Seite haben wir die technischen Daten von 13 Tastenhandys geprüft, die Doro, Emporia und HMD im Oktober 2026 in ihren deutschsprachigen Shops führen. Das Ergebnis überrascht: Nur ein Teil der 4G-Modelle nennt VoLTE, und einige Geräte funken weiterhin ausschließlich über 2G.
| Modell | Netze laut Datenblatt | VoLTE genannt | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Doro Leva E10 | 2G, 4G | ja | Notruftaste, Hörgeräte M4/T4, Ladeschale |
| Doro Leva L20 (Klapphandy) | 2G, 3G, 4G | ja | Notruftaste mit Standort, T4/M4, Ladeschale |
| Doro Leva X10 | 2G, 4G | ja | vier große Kurzwahltasten, T3/M3 |
| emporiaSIMPLICITYglam.4G | 2G, 3G, 4G | ja | Klapphandy, M4/T4, Ladeschale |
| emporiaPURE-LTE | 2G, 3G, 4G | ja | Notruftaste für bis zu fünf Kontakte, M4/T4 |
| emporiaJOY-LTE, emporiaFLIP-LTE | 2G, 4G bzw. 2G, 3G, 4G | nein | beim Hersteller nachfragen |
| HMD 105 4G, HMD 110 4G, HMD 2660 Flip | 2G, 3G, 4G | nein | System S30+, Akku herausnehmbar |
| emporiaONE, emporiaFN313, emporiaHAPPY | nur 2G (900 und 1.800 MHz) | – | verstummen mit dem 2G-Ende |
„Nein“ heißt hier: Das Datenblatt erwähnt VoLTE nicht. Das Gerät kann es trotzdem beherrschen, nur verlassen können Sie sich vor dem Kauf nicht darauf. Fragen Sie schriftlich beim Hersteller oder Händler nach, ob das Modell VoLTE im Netz Ihres Anbieters unterstützt. Beim Kauf im Internet haben Sie 14 Tage Widerrufsrecht nach § 355 BGB, genug Zeit für einen Probeanruf mit der eigenen SIM-Karte.
Auffällig ist die letzte Zeile. Emporia führt im Oktober 2026 noch drei Tastenhandys, die es nur als 2G-Ausführung gibt; das FN313 bewirbt der Hersteller ausgerechnet als Ersatzhandy. Bis 2028 funktionieren diese Geräte, danach im deutschen Mobilfunknetz nicht mehr. Viele andere Emporia-Modelle gibt es in einer 2G- und einer 4G-Ausführung – achten Sie beim Bestellen auf „LTE“ oder „4G“ im Namen.
So prüfen Sie ein Tastenhandy nach dem Kauf
- Netz einstellen In den Einstellungen 4G oder LTE als bevorzugtes Netz wählen.
- VoLTE einschalten Der Schalter heißt je nach Gerät „VoLTE“ oder „4G-Anrufe“. Fehlt er ganz, ist das ein Warnzeichen.
- Probeanruf machen Während des Gesprächs auf die Netzanzeige schauen. Bleibt sie bei 4G oder LTE, telefoniert das Gerät über VoLTE; springt sie auf 2G, G oder E, nicht.
- Tarif prüfen Ob VoLTE im Tarif freigeschaltet ist, steht in der Leistungsbeschreibung. Welche Marken es bieten, zeigt die Seite VoLTE und WLAN-Call.
- Notruftaste testen Einen Probealarm mit den hinterlegten Kontakten absprechen und auslösen.
Bleibt die Anzeige trotz eingeschaltetem VoLTE beim Gespräch nicht bei 4G, kann es auch an der Freigabe im Netz liegen. Der Kundenservice des Anbieters kann klären, ob sich VoLTE für Ihr Modell freischalten lässt. Gelingt das nicht, schicken Sie das Gerät innerhalb der Widerrufsfrist zurück.
Akku: Standby-Angaben richtig lesen
Mehrere Tage ohne Steckdose sind bei Tastenhandys normal, die Spanne ist aber groß. Bei Emporia reicht die Standby-Angabe der 4G-Modelle von 92,8 Stunden beim FLIP-LTE bis 260 Stunden beim SIMPLICITYglam.4G. Umgerechnet sind das knapp 4 gegen knapp 11 Tage. Die Werte entstehen unter Laborbedingungen; Telefonate, schwacher Empfang und Kälte verkürzen sie.
Eine Faustregel der Redaktion hilft bei der Auswahl: Standby-Angabe durch 24 teilen und ein Drittel als Reserve abziehen. Aus 220 Stunden werden so gut 9 Tage, mit Reserve rund 6 Tage. Wer einmal pro Woche lädt, kommt damit knapp aus. Ein Notfallhandy im Auto muss in jedem Fall regelmäßig geladen werden, am besten an einem festen Termin.
Praktisch für ältere Menschen ist eine Ladeschale: Das Gerät wird nur hineingestellt, kein Kabel muss in eine kleine Buchse. Doro legt sie den geprüften Leva-Modellen bei, Emporia etwa dem SIMPLICITYglam.4G. Bei den HMD-Modellen lässt sich der Akku herausnehmen und tauschen.
Ausschlussgründe
- Das Datenblatt nennt nur GSM, 2G oder die Frequenzen 900 und 1.800 MHz.
- 4G steht im Datenblatt, VoLTE nicht, und Hersteller oder Händler können es auf Nachfrage nicht bestätigen.
- Ein Importgerät listet nicht die LTE-Bänder, die in Deutschland genutzt werden; welche das sind, erklärt die Seite Frequenzen.
- Die Person trägt ein Hörgerät, aber das Datenblatt nennt weder Hörerlautstärke noch M- und T-Werte.
- Das Telefon soll Bank-Freigaben, Fahrkarten oder den Online-Ausweis übernehmen – dafür braucht es ein Smartphone.
Nokia, HMD, Doro, Emporia: wer die Tasten baut
Der bekannteste Name verschwindet schrittweise. HMD Global baute seit 2016 Telefone unter der Marke Nokia; nach Nokias Jahresbericht endete die Lizenz für Nokia-Geräte im März 2026. Für Tastenhandys mit dem Namen Nokia haben beide Firmen sie im Oktober 2025 bis März 2029 verlängert, allerdings nur für einzelne Länder. Auf der deutschen HMD-Seite stehen im Oktober 2026 nur noch Tastenhandys unter dem eigenen Namen, etwa das HMD 105 4G und das Klapphandy HMD 2660 Flip.
Was das für Besitzer älterer Nokia-Geräte heißt, steht auf der Seite Nokia. Doro und Emporia haben sich auf ältere Menschen spezialisiert: Beide bauen Notruftasten ein und nennen bei vielen Modellen Hörgerätewerte.
Doro veröffentlicht sogar für Tastenhandys ein Update-Enddatum, für die Leva-Reihe den 31. Dezember 2030 oder den 31. März 2031. Ältere Modelle wie das Doro 6820 bekommen seit Ende 2023 keine garantierten Updates mehr. Einzelheiten stehen unter Doro und Emporia.
Tarif, Notruf und was ohne Smartphone fehlt
Für ein Tastenhandy genügt meist ein Prepaid-Tarif ohne Datenpaket. Wichtig ist, dass die Marke VoLTE anbietet; das tun nach unserer Auswertung fast alle Marken in den vier Netzen. Für ein Notfalltelefon zählt zusätzlich, wie lange eine Karte ohne Aufladung aktiv bleibt, das klärt die Seite Zweitkarte.
Mit VoLTE läuft nach 2028 auch der Notruf über das LTE-Netz. Die Notruf-App nora, mit der man ohne Sprechen Hilfe rufen kann, läuft nur auf Smartphones. Wann 110 und wann 112 die richtige Nummer ist, erklärt der Ratgeber Notruf.
Ohne Smartphone fehlen Dienste, die zunehmend eine App voraussetzen: Freigaben fürs Online-Banking, digitale Fahrkarten, der Online-Ausweis. Tastenhandys laufen mit einfachen Systemen ohne App-Store, bei HMD heißt es S30+, bei Doro ist es ein Echtzeitsystem. Prüfen Sie vor dem Wechsel, ob es für jeden dieser Dienste einen anderen Weg gibt. Die Abwägung beschreibt der Ratgeber Handy oder Smartphone.
Für ältere Menschen mit Hörgerät oder unsicherer Motorik nennt die Kaufberatung Seniorenhandy weitere Kriterien, fürs erste Gerät eines Kindes die Seite Kinderhandy.

Erst prüfen, dann kaufen
Ein Blick ins Datenblatt und ein Probeanruf klären, ob ein Tastenhandy die Abschaltung übersteht. Termine, VoLTE je Marke und alle Handy-Marken im Überblick:
Quellen und Stand
- Bundesnetzagentur: 2G-Abschaltung – Termine je Netz, 1&1 über Vodafone, ohne VoLTE weder Telefonat noch Notruf
- Telekom: 2G-Abschaltung sorgt für besseres Netz – Medieninformation vom 22. Oktober 2024
- Telefónica Deutschland: 2G phase-out – Abschaltung in der zweiten Jahreshälfte 2028
- Nokia: Form 20-F 2025 – Lizenz an HMD bis März 2026, Nokia-Tastenhandys in einzelnen Ländern bis März 2029 (Seite 194)
- Doro: Doro Leva E10, Doro Leva L20, Doro Leva X10 und Software-Updates – technische Daten, Enddaten der Updates
- Emporia: SIMPLICITYglam.4G, PURE-LTE, JOY-LTE, FLIP-LTE, ONE, FN313, HAPPY – Netze, VoLTE, Standby-Zeit
- HMD: HMD 105 4G, HMD 110 4G, HMD 2660 Flip – technische Daten
- Gesetze im Internet: § 355 BGB – Widerrufsfrist; § 4 Notrufverordnung – kein Notruf ohne Mobilfunkkarte
Geprüft am 4. Oktober 2026. Hersteller ändern Datenblätter ohne Ankündigung; prüfen Sie VoLTE vor dem Kauf im aktuellen Datenblatt.
Häufige Fragen
Was kostet ein gutes Tastenhandy?
Die geprüften Tastenhandys mit VoLTE kosten in den Shops von Doro und Emporia im Oktober 2026 zwischen rund 75 und 160 Euro. Mehr Geld bringt vor allem Komfort: ein Klappgehäuse, eine Notruftaste mit Standort oder große Kurzwahltasten. VoLTE ist dabei kein Luxusmerkmal, denn auch das günstigste der geprüften Doro-Modelle, das Leva E10, nennt es im Datenblatt.
Kann man mit einem Tastenhandy ohne SIM-Karte den Notruf wählen?
Nein. Notrufverbindungen von Mobiltelefonen ohne Mobilfunkkarte sind nach § 4 der Notrufverordnung nicht zulässig. Ein Notfallhandy braucht deshalb eine aktive SIM-Karte, etwa eine Prepaid-Karte, die regelmäßig genutzt wird, damit der Anbieter sie nicht abschaltet.
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