Handy.RocksUnabhängig · Vernetzt

StartRatgeber › eSIM und IMEI

Ratgeber · Technik

eSIM und IMEI: die zwei Nummern, die zählen

Von Alexander Müller Aktualisiert am 25. Juli 2026 Geprüft gegen Anbieterangaben 7 Minuten Lesezeit

Kurzantwort

Zwei Nummern bestimmen, wer Ihr Handy im Netz ist. Die eSIM ist die fest eingebaute Variante der SIM-Karte: kein Plastik, sondern ein Profil, das der Anbieter auf das Gerät lädt. Die IMEI ist die 15-stellige Kennung des Geräts selbst; abrufbar über die Tastenkombination *#06#. Beim häufigsten Anlass, aus dem beide gesucht werden – dem Diebstahl – geht der verbreitetste Rat allerdings ins Leere: Eine Gerätesperre über die IMEI bieten die großen deutschen Anbieter nicht mehr an. Was wirkt, sind zwei andere Dinge: die SIM sperren lassen, bundesweit über den Sperr-Notruf 116 116, und das Gerät über die Kontosperre unbrauchbar machen. Die IMEI brauchen Sie für die Anzeige, nicht für eine Sperre.

Die beiden Nummern werden gern verwechselt, weil beide im selben Moment gebraucht werden: beim Gerätewechsel und beim Verlust. Dabei beschreiben sie Verschiedenes. Die eSIM gehört zum Vertrag und ist übertragbar. Die IMEI gehört zum Gerät und bleibt, solange es existiert.

Was die eSIM ist und was sie ändert

Eine eSIM ist keine Karte, sondern ein Chip, der bereits im Gerät verbaut ist. Der Anbieter spielt darauf ein Profil – dieselben Daten, die sonst auf dem Plastik stehen. Das hat drei praktische Folgen:

  • Kein Versand, keine Wartezeit. Das Profil kommt per QR-Code oder direkt aus der Anbieter-App, oft innerhalb von Minuten.
  • Mehrere Profile parallel. Die meisten Geräte verwalten mehrere eSIMs und lassen zwei davon gleichzeitig aktiv sein – praktisch für die Trennung von privat und dienstlich oder für eine Datenkarte im Ausland.
  • Kein Herausnehmen. Und das ist der Haken: Beim Gerätewechsel wandert nichts mit. Das Profil muss übertragen oder neu ausgestellt werden.

Welche Anbieter eSIM zu welchen Bedingungen ausgeben und ob dafür Gebühren anfallen, steht auf der Übersicht zu eSIM-Tarifen. Diese Seite bleibt beim Gerät.

Der Gerätewechsel: der Punkt, an dem es klemmt

eSIM auf ein neues Gerät bringen Ablauf in 6 Schritten: Vorab – Prüfen, ob das neue Gerät eSIM unterstützt: Nicht jedes Modell und nicht jede Marktvariante kann es; Vorab – Zugangsdaten zum Kundenkonto bereitlegen: Ohne sie lässt sich kein neues Profil ausstellen – das ist die häufigste Hürde; Schritt 1 – Übertragungsfunktion des Systems versuchen: Beide Systeme können Profile direkt vom alten aufs neue Gerät umziehen; Schritt 2 – Sonst neues Profil beim Anbieter anfordern: Über App oder Kundenbereich, meist als QR-Code; Schritt 3 – Altes Profil erst danach löschen: Vorher nicht – sonst stehen Sie ohne Verbindung da; Zum Schluss – Anrufe, SMS und mobile Daten testen: Erst wenn alle drei funktionieren, ist der Umzug abgeschlossen. eSIM auf ein neues Gerät bringen Der zweite Schritt ist der, an dem die meisten hängenbleiben 1 Vorab Prüfen, ob das neue Gerät eSIM unterstützt Nicht jedes Modell und nicht jede Marktvariante kann es 2 Vorab Zugangsdaten zum Kundenkonto bereitlegen Ohne sie lässt sich kein neues Profil ausstellen – das ist die häufigste Hürde 3 Schritt 1 Übertragungsfunktion des Systems versuchen Beide Systeme können Profile direkt vom alten aufs neue Gerät umziehen 4 Schritt 2 Sonst neues Profil beim Anbieter anfordern Über App oder Kundenbereich, meist als QR-Code 5 Schritt 3 Altes Profil erst danach löschen Vorher nicht – sonst stehen Sie ohne Verbindung da 6 Zum Schluss Anrufe, SMS und mobile Daten testen Erst wenn alle drei funktionieren, ist der Umzug abgeschlossen
Schritt 3 ist die eigentliche Falle: Wer das alte Profil zuerst löscht, braucht für die Neuausstellung genau die Verbindung, die gerade fehlt.

Vor dem Verkauf: eSIM löschen, aber in dieser Reihenfolge

Ein eSIM-Profil bleibt auf dem Gerät, bis es gelöscht wird, und wandert nicht automatisch mit. Löschen Sie es vor der Weitergabe – aber erst, nachdem der Umzug auf das neue Gerät steht. Die vollständige Reihenfolge für die Übergabe steht im Ratgeber altes Handy verkaufen.

Die IMEI: wofür sie taugt und wofür nicht

Die IMEI identifiziert das Gerät im Netz, unabhängig davon, welche SIM darin steckt. Sie steht auf der Verpackung, im Kundenkonto des Herstellers, in den Systemeinstellungen und lässt sich über *#06# anzeigen. Geräte mit zwei SIM-Steckplätzen haben zwei IMEI.

Hier liegt die verbreitetste Fehlvorstellung. In zahllosen Ratgebern steht, man solle nach einem Diebstahl „das Handy über die IMEI sperren lassen“. Diese Gerätesperre bieten die großen deutschen Anbieter nach übereinstimmenden Berichten nicht mehr an – sie wurde selten genutzt, traf wiederholt die falschen Geräte und ließ sich umgehen. Was die Anbieter sperren, ist die SIM-Karte. Das ist etwas anderes und trotzdem der wichtigste Schritt, weil es die Kosten stoppt.

Nach dem Diebstahl: was wirkt Gegenüberstellung: hilft: SIM über 116 116 sperren lassen – Bundesweiter Sperr-Notruf, kostenfrei – stoppt Anrufe und Codes auf Ihre Kosten; hilft: Gerät über die Kontosperre unbrauchbar machen – Aktivierungssperre und Kontobindung wirken herstellerseitig und lassen sich nicht umgehen; hilft: IMEI für die Anzeige bereithalten – Die Polizei identifiziert das Gerät darüber – notieren Sie sie vorher; schadet: Die Anbieter sperren das Gerät per IMEI – Diese Sperre bieten die großen Anbieter in Deutschland nicht mehr an; schadet: Eine Sperre gilt netzübergreifend – Selbst wo es sie gab, arbeiteten die Netze dabei nicht zusammen; schadet: Über die IMEI lässt sich das Gerät orten – Für Privatpersonen nicht – Angebote, die das versprechen, sind Abofallen. Nach dem Diebstahl: was wirkt Bezogen auf die Lage in Deutschland SIM über 116 116 sperren lassen Bundesweiter Sperr-Notruf, kostenfrei – stoppt Anrufe und Codes auf Ihre Kosten Gerät über die Kontosperre unbrauchbar machen Aktivierungssperre und Kontobindung wirken herstellerseitig und lassen sich nicht umgehen IMEI für die Anzeige bereithalten Die Polizei identifiziert das Gerät darüber – notieren Sie sie vorher × Die Anbieter sperren das Gerät per IMEI Diese Sperre bieten die großen Anbieter in Deutschland nicht mehr an × Eine Sperre gilt netzübergreifend Selbst wo es sie gab, arbeiteten die Netze dabei nicht zusammen × Über die IMEI lässt sich das Gerät orten Für Privatpersonen nicht – Angebote, die das versprechen, sind Abofallen
Die drei wirksamen Schritte kosten nichts und dauern zusammen zehn Minuten. Der meistgenannte Rat steht in der rechten Spalte.

Die Reihenfolge im Ernstfall steht im Ratgeber Handy orten. Kurz gefasst: erst orten und sperren, dann die SIM über 116 116 stilllegen, dann Passwörter ändern, dann Anzeige mit der IMEI – und löschen erst am Ende.

Die IMEI beim Gebrauchtkauf

Beim Kauf eines gebrauchten Geräts ist die IMEI trotzdem nützlich, nur anders als gedacht. Lassen Sie sich die Nummer vor dem Kauf nennen und prüfen Sie am Gerät zwei Dinge: dass die über *#06# angezeigte Nummer mit der genannten übereinstimmt, und dass das Gerät nicht an ein fremdes Konto gebunden ist. Letzteres erkennen Sie daran, dass die Ersteinrichtung nach fremden Zugangsdaten fragt – ein Gerät in diesem Zustand ist für Sie wertlos. Worauf beim Gebrauchtkauf sonst zu achten ist, steht im Ratgeber refurbished oder neu.

eSIM, SIM-Lock und Reisen

Zwei Punkte, die häufig zusammen auftauchen: Ein SIM-Lock bindet ein subventioniertes Gerät an einen Anbieter und betrifft auch eSIM-Profile. Er wird nach Ablauf der Bindung auf Anfrage entfernt und sollte vor einem Verkauf erledigt sein.

Auf Reisen ist die eSIM ihr stärkstes Argument: Ein lokales Datenprofil lässt sich vor Ort in Minuten buchen, während die heimische Nummer erreichbar bleibt. Innerhalb der EU brauchen Sie das nicht, dort gelten die Roaming-Regeln des eigenen Tarifs. Außerhalb lohnt der Vergleich, bevor die Rechnung kommt.

Zwei Nummern, zwei Aufgaben

Die eSIM gehört zum Vertrag und zieht mit um. Die IMEI gehört zum Gerät und dient der Identifikation – nicht der Sperre.

Reihenfolge bei Verlust Anbieter mit eSIM

Häufige Fragen zu eSIM und IMEI

Was ist eine eSIM?

Ein fest im Gerät verbauter Chip, auf den der Anbieter ein Profil lädt. Es enthält dieselben Daten wie eine Plastikkarte, kommt aber per QR-Code oder aus der Anbieter-App. Die meisten Geräte verwalten mehrere Profile und können zwei davon gleichzeitig nutzen.

Wie übertrage ich meine eSIM auf ein neues Handy?

Zuerst die Übertragungsfunktion des Systems versuchen, die Profile direkt vom alten aufs neue Gerät umzieht. Klappt das nicht, fordern Sie beim Anbieter ein neues Profil an, meist über App oder Kundenbereich. Löschen Sie das alte Profil erst danach, sonst fehlt Ihnen die Verbindung für die Neuausstellung.

Wo finde ich die IMEI?

Über die Tastenkombination Stern-Raute-Null-Sechs-Raute, in den Systemeinstellungen, auf der Originalverpackung und im Kundenkonto des Herstellers. Geräte mit zwei SIM-Steckplätzen haben zwei IMEI. Notieren Sie die Nummer, solange Sie das Gerät noch haben.

Kann ich mein gestohlenes Handy über die IMEI sperren lassen?

In Deutschland praktisch nicht. Die großen Anbieter bieten diese Gerätesperre nach übereinstimmenden Berichten nicht mehr an; sie wurde selten genutzt, traf wiederholt falsche Geräte und war umgehbar. Gesperrt wird die SIM-Karte, nicht das Gerät.

Was hilft dann nach einem Diebstahl?

Zwei Dinge: die SIM über den bundesweiten Sperr-Notruf 116 116 sperren lassen, damit keine Kosten und keine Bestätigungscodes mehr auflaufen, und das Gerät über die Kontosperre unbrauchbar machen. Die IMEI brauchen Sie für die Anzeige bei der Polizei.

Wozu dient der Sperr-Notruf 116 116?

Über diese bundesweite Nummer lassen sich SIM-Karten und weitere Karten sperren. Halten Sie Rufnummer, Kundennummer und das Kennwort Ihres Mobilfunkvertrags bereit. Aus dem Ausland ist der Dienst über eine vorangestellte deutsche Vorwahl erreichbar.

Kann ich ein Handy über die IMEI orten?

Als Privatperson nicht. Angebote, die das versprechen, sind in aller Regel Abofallen. Die Ortung über das Netz ist den Anbietern und in engen rechtlichen Grenzen den Behörden vorbehalten. Für das eigene Gerät nutzen Sie die Ortungsfunktion des Systems.

Worauf achte ich bei der IMEI im Gebrauchtkauf?

Lassen Sie sich die Nummer vorab nennen und prüfen Sie am Gerät, ob sie mit der angezeigten übereinstimmt. Prüfen Sie außerdem, ob die Ersteinrichtung nach fremden Kontodaten fragt: Ein an ein fremdes Konto gebundenes Gerät ist für Sie wertlos.

Muss ich die eSIM vor dem Verkauf löschen?

Ja, sie bleibt sonst auf dem Gerät und wandert nicht automatisch mit. Löschen Sie das Profil aber erst, wenn der Umzug auf das neue Gerät abgeschlossen ist. Eine physische SIM-Karte nehmen Sie einfach heraus.

Was ist ein SIM-Lock und betrifft er die eSIM?

Ein SIM-Lock bindet ein subventioniertes Gerät an einen Anbieter und wirkt auch auf eSIM-Profile. Nach Ablauf der Vertragsbindung wird er auf Anfrage entfernt. Vor einem Verkauf sollte das erledigt sein, weil ein entsperrtes Gerät mehr wert ist.

Quellen und Stand: Angaben der Mobilfunkanbieter zu eSIM-Profilen und Kartensperrung · Fachberichte und Anbieterauskünfte zur Einstellung der IMEI-Gerätesperre in Deutschland · Hinweise der Verbraucherzentralen zum Vorgehen bei Verlust und Diebstahl · Herstellerangaben zur Profilübertragung · eigene Einordnung. Stand dieser Seite: 25. Juli 2026.

Die Handhabung der Gerätesperre kann sich je nach Anbieter unterscheiden und ändern. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrem eigenen Anbieter nach, bevor Sie sich darauf verlassen.