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Motorola: zwei bis sieben Jahre – und zwei Zahlen für ein Gerät

Motorola veröffentlicht für seine Smartphones je Gerät, wann die Sicherheitsupdates enden. Die Spanne reicht von zwei Jahren bei Einsteigermodellen wie moto g06 und g17 bis zu sieben Jahren beim razr fold. Verbindlich ist die Liste nach Motorolas eigenen Worten nicht, und im EU-Datenblatt stehen oft mehr Jahre als dort. Dahinter steht eine umstrittene Lesart der EU-Verordnung, nach der Hersteller nur bereitgestellte Updates verfügbar halten müssen.

Von Geprüft am 6 Min. Lesezeit

Zugeklapptes Klapp-Smartphone liegt auf grauem Filz neben einer kleinen Sanduhr mit rieselndem Sand
Bild: KI-generiert

Motorola macht etwas, das viele Hersteller scheuen: Für seine Smartphones steht je Gerät öffentlich, bis wann es Sicherheitsupdates bekommt. Die Liste zeigt eine große Spanne – und sie passt nicht immer zu dem, was Motorola in die EU-Produktdatenbank einträgt. Diese Seite vergleicht beide Zahlen, erklärt das Schlupfloch im Wortlaut der EU-Verordnung und rechnet vor, was ein Jahr Sicherheit bei Motorola kostet.

Zwei bis sieben Jahre: die Spanne in Motorolas Liste

Die Support-Seite nennt je Gerät den Monat der Veröffentlichung und den Monat, in dem die Sicherheitspatches enden. Dazu kommt ein Hinweis zum Rhythmus: Die meisten Geräte bekommen mindestens alle zwei Monate ein Update, nur die ThinkPhone-Modelle monatlich. Die Modelle aus unserer Datenliste:

Sicherheitsupdates der Modelle von Motorola Herstellerangaben
ModellMarktstartUpdates bisArt der Angabe
edge 70 proApril 2026April 2031Enddatum des Herstellers
razr foldMärz 2026März 2033Enddatum des Herstellers
edge 70 fusionFebruar 2026November 2031Enddatum des Herstellers
edge 70Oktober 2025Juni 2031Enddatum des Herstellers
edge 60 neoSeptember 2025Juni 2031Enddatum des Herstellers
moto g86 5G und g86 powerJuni 2025Juni 2029Enddatum des Herstellers
edge 60 proApril 2025April 2029Enddatum des Herstellers
edge 60 und edge 60 fusionMärz 2025März 2029Enddatum des Herstellers
moto g15 und g15 powerDezember 2024Dezember 2026Enddatum des Herstellers
moto g75 5GOktober 2024Oktober 2030Enddatum des Herstellers
edge 50 neoAugust 2024August 2029Enddatum des Herstellers
moto g85 5GJuni 2024Juni 2028Enddatum des Herstellers
edge 50 ultraMai 2024Mai 2028Enddatum des Herstellers
edge 50 fusionApril 2024April 2028Enddatum des Herstellers
edge 50 proMärz 2024Februar 2028Enddatum des Herstellers
Wie lange Motorola seine Geräte mit Sicherheitspatches versorgtBalkendiagramm: razr fold: 84 Monate (7 Jahre); moto g75 5G: 72 Monate; edge 60 neo: 69 Monate; edge 70: 68 Monate; moto g86 5G: 48 Monate; edge 70 max: 36 Monate; moto g57: 31 Monate; moto g06, g15 und g17: 24 Monate (2 Jahre)Wie lange Motorola seine Geräte mit Sicherheitspatches versorgtMonate von der Veröffentlichung bis zum Ende der Patches laut Motorola-Listerazr fold84 Monate (7 Jahre)moto g75 5G72 Monateedge 60 neo69 Monateedge 7068 Monatemoto g86 5G48 Monateedge 70 max36 Monatemoto g5731 Monatemoto g06, g15 und g1724 Monate (2 Jahre)Quelle: Motorola Support Deutschland, Sicherheitsupdates je Gerät, Stand 4. Oktober 2026
Zwischen dem kürzesten und dem längsten Zeitraum liegt bei derselben Marke der Faktor dreieinhalb.

Am oberen Ende steht das razr fold mit sieben Jahren, am unteren eine ganze Gruppe von Einsteigermodellen mit zwei: moto g05, g06, g15 und g17. Auffällig ist das moto g75 5G. Die Liste nennt Oktober 2030, sechs Jahre nach dem Marktstart und damit länger als bei jedem anderen moto-g-Modell der Liste. Zum Marktstart hatte Motorola für das g75 laut Fachpresse tatsächlich sechs Jahre Sicherheitsupdates angekündigt; ein Pflegefehler der Liste ist das also wohl nicht. Das neue Spitzenmodell motorola signature vom Januar 2026 ist bis Juni 2032 versorgt.

Was Motorola selbst zur Liste sagt

Unter der Liste steht ein deutlicher Vorbehalt: Die Angaben beschreiben nur die derzeitigen Pläne und stellen nach Motorolas Worten „keine Verpflichtung oder Verbindlichkeit“ dar. Inhalt und Zeitpunkt jeder Veröffentlichung können sich ohne Benachrichtigung ändern.

Zwei Zahlen für ein Gerät: Support-Liste gegen EU-Datenblatt

Seit dem 20. Juni 2025 gehört zu jedem neuen Smartphone ein EU-Datenblatt. Darin steht unter anderem, wie viele Jahre Updates mindestens verfügbar bleiben, gezählt ab dem Ende des Verkaufs. Vergleicht man diese Angabe mit Motorolas eigener Liste, ergibt sich ein auffälliges Bild:

Motorola-Modelle: Ende der Sicherheitspatches laut Support-Liste und Angaben im EU-Datenblatt, Stand 4. Oktober 2026
Modell (Veröffentlichung)Patches enden laut ListeDatenblatt: Jahre ab VerkaufsendeReparierbarkeit
razr fold (März 2026)März 20337B (3,62)
edge 70 max (Juni 2026)Juni 20297B (3,93)
edge 70 (Oktober 2025)Juni 20316B (3,63)
edge 60 neo (September 2025)Juni 20317A (4,04)
moto g86 5G (Juni 2025)Juni 20296B (3,64)
moto g75 5G (Oktober 2024)Oktober 20307B (3,93)
moto g57 (November 2025)Juni 20287A (4,08)
moto g17 (Januar 2026)Januar 20285B (3,38)
moto g06 (August 2025)August 20277A (4,13)
moto g15 (Dezember 2024)Dezember 20265B (3,39)

Beim moto g06 enden die Patches laut Liste im August 2027, zwei Jahre nach dem Marktstart. Im Datenblatt garantiert Motorola zugleich sieben Jahre Update-Verfügbarkeit ab Verkaufsende. Ähnlich beim edge 70 max: drei Jahre laut Liste, sieben laut Datenblatt. Beides steht auf offiziellen Seiten von Motorola und der EU, und beides gilt für dasselbe Gerät.

Das Schlupfloch im Wortlaut der Verordnung

Wie beide Zahlen zusammenpassen, erklärt der Text der Ökodesign-Verordnung. Er verlangt, dass „zur Verfügung gestellte Sicherheits-, Korrektur- oder Funktionsaktualisierungen“ ab dem Verkaufsende mindestens fünf Jahre kostenlos zugänglich sind. Motorola liest das so: Verpflichtend sei nur, Updates kostenlos bereitzuhalten, die der Hersteller ohnehin anbietet – eine Pflicht, überhaupt neue Updates zu entwickeln, ergebe sich daraus nicht. In der englischen Fassung hängt das an einem einzigen Wort: „if“.

Die finnische Marktaufsichtsbehörde Tukes folgt dieser Lesart laut Fachpresse: Hersteller müssten keine neuen Updates produzieren, aber vorhandene fünf Jahre lang bereitstellen. Zugleich räumt Tukes ein, dass die EU eigentlich eine lange Versorgung sicherstellen wollte. Wie der Streit ausgeht, ist offen. Für Sie heißt das: Bei Motorola ist die Jahreszahl im Datenblatt kein Versprechen auf neue Sicherheitspatches. Planen Sie mit dem Datum aus der Support-Liste, auch wenn es ebenfalls unverbindlich ist. Zum Vergleich der Zählweisen aller Marken lohnt der Ratgeber Update-Garantie mit seinem Restlaufzeit-Rechner.

Reparierbarkeit: Klasse A ausgerechnet bei Einsteigern

Beim EU-Label steht Motorola auf den ersten Blick gut da. Klasse A erreichen unter anderem moto g06, g56, g57, g67, g77 und das edge 60 neo, die übrigen eingetragenen Modelle Klasse B. Beim g06 gibt Motorola im Datenblatt zudem 36 Monate Herstellergarantie an, bei den meisten anderen Modellen 24 Monate. Für Ersatzteile verweist Motorola im Datenblatt auf einen externen Teilehändler.

Der Haken: In den Reparierbarkeitsindex fließt die angegebene Update-Dauer ein. Für sieben Jahre gibt es dort die volle Punktzahl, beim g06 also 5 von 5 Punkten, obwohl die Sicherheitspatches laut Liste nach zwei Jahren enden. Die Klasse sagt bei Motorola deshalb mehr über Schrauben und Ersatzteile als über die Software. Wie sich der Index zusammensetzt, erklärt der Ratgeber zum EU-Energielabel; wann sich ein Akkutausch lohnt, steht unter Akku tauschen.

Was ein Jahr Sicherheit bei Motorola kostet

Kaufpreis und Update-Dauer ergeben die Kosten pro Nutzungsjahr Rechenbeispiel: Ein günstigeres Gerät mit nur zwei Jahren Update-Versorgung verursacht höhere Kosten pro Nutzungsjahr als ein teureres Gerät mit sieben Jahren Versorgung. Der Kaufpreis allein ist damit keine belastbare Vergleichsgröße. Die ehrlichere Vergleichsgröße Kaufpreis geteilt durch die Jahre zugesicherten Supports – schematisch günstiges Gerät niedriger Kaufpreis nur 2 Jahre Updates hohe Kosten pro Jahr teureres Gerät höherer Kaufpreis 7 Jahre Updates niedrige Kosten pro Jahr Dazu kommt die Reparierbarkeitsklasse: Ein Displaytausch kann je nach Modell das Doppelte bis Dreifache kosten.
Erst Kaufpreis, Update-Dauer und Reparaturkosten zusammen ergeben ein realistisches Bild.

Wie stark die Spanne ins Geld geht, zeigt ein Beispiel bei Kauf im Oktober 2026. Die Preise sind Annahmen in der Größenordnung der jeweiligen Preisklasse, keine Angebote; die Enddaten stammen aus Motorolas Liste:

  • moto g06: angenommen 100 Euro, Patches bis August 2027, also noch 10 Monate – 120 Euro je Update-Jahr, mehr als der Kaufpreis.
  • moto g17: angenommen 150 Euro, Patches bis Januar 2028, noch 15 Monate – 120 Euro je Jahr.
  • moto g75 5G: angenommen 200 Euro, Patches bis Oktober 2030, noch 48 Monate – 50 Euro je Jahr.
  • edge 60 neo: angenommen 300 Euro, Patches bis Juni 2031, noch 56 Monate – rund 64 Euro je Jahr.

Die billigsten Geräte sind pro Jahr Sicherheit mit Abstand die teuersten. Wer ein Einsteigermodell kauft, sollte deshalb zuerst das Enddatum prüfen und dann den Preis. Als Notfall- oder Übergangsgerät kann ein kurzes Enddatum trotzdem passen, vorausgesetzt, es wird ersetzt, bevor die Patches enden. Weitere Prüfpunkte sammelt der Ratgeber Handy kaufen: Checkliste.

Diese Motorola-Geräte sind schon oder bald ohne Patches

Wer ein älteres Motorola besitzt, sollte das Datum kennen. Nach der Liste des Herstellers sind mehrere bekannte Modelle bereits ohne Sicherheitspatches oder kurz davor:

Ausgewählte Motorola-Modelle mit Ende der Sicherheitspatches bis Mitte 2027, Stand 4. Oktober 2026
ModellPatches bisRestlaufzeit
moto g73 5GJanuar 2026beendet
moto g14August 2026beendet
moto g84 5G und edge 30 ultraSeptember 2026beendet
moto g05, moto g15 und moto e15Dezember 20262 Monate
moto g24, g34 5G, g53 5G und ThinkPhoneJanuar 20273 Monate
edge 40 proApril 20276 Monate
edge 40Mai 20277 Monate
edge 40 neo und razr 40 ultraJuni 20278 Monate

Ein Gerät ohne Patches funktioniert weiter, bleibt aber für neu entdeckte Lücken offen. Wer es verkaufen oder abgeben will, findet die nötigen Schritte unter Altes Handy verkaufen.

Nächster Schritt

Marken, deren Zusagen schriftlich und länger sind, und eine mit gerätegenauen Enddaten.

Quellen und Stand

Geprüft am 4. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Wie oft bekommen Motorola-Handys Sicherheitsupdates?

Bei den meisten Modellen nennt Motorola einen Rhythmus von mindestens alle zwei Monate, nur die ThinkPhone-Modelle werden monatlich versorgt. Mobilfunkanbieter können für ihre Geräte andere Zyklen haben. Vor großen Android-Upgrades kann sich ein Patch zusätzlich verschieben.

Muss Motorola nach EU-Recht fünf Jahre Updates liefern?

Das ist umstritten. Die Verordnung verlangt, dass bereitgestellte Updates ab dem Verkaufsende fünf Jahre kostenlos verfügbar bleiben. Motorola und die finnische Marktaufsicht lesen daraus keine Pflicht, neue Updates zu entwickeln; die EU hatte eine lange Versorgung im Sinn. Eine Rechtsberatung im Einzelfall ersetzt das nicht, bei Streit hilft die Verbraucherzentrale.

Bekommt das moto g75 5G wirklich bis 2030 Updates?

Motorolas Liste nennt Oktober 2030, und zum Marktstart hatte Motorola für das g75 sechs Jahre Sicherheitsupdates angekündigt. Die Angaben passen also zusammen. Verbindlich ist die Liste nach Motorolas eigenem Hinweis aber nicht, prüfen Sie das Datum vor einem Gebrauchtkauf erneut.

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