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Smartphones · MarkeXiaomi: nachgebessert – aber je nach Reihe sehr unterschiedlich
Kurzantwort
Xiaomi hat seine Update-Politik Anfang 2026 deutlich verlängert: Statt der früheren drei Jahre gibt es für viele aktuelle Geräte bis zu fünf Android-Versionen und sechs Jahre Sicherheitsupdates, bei den Spitzenmodellen mit taggenau veröffentlichtem Enddatum. Gleichzeitig gilt für Einsteigergeräte weiterhin die kurze Basiszusage. Der Abstand innerhalb der Marke ist damit größer als bei jedem anderen Hersteller – hier zählt das Modell, nicht das Logo. Bei der Reparierbarkeit liegt der Großteil des Sortiments in Klasse C, einzelne Redmi-Modelle in Klasse D.
Xiaomi war jahrelang das Beispiel für kurze Update-Zeiträume. Seit Anfang 2026 stimmt dieses Bild nicht mehr – zumindest nicht für das obere Sortiment. Für die Kaufentscheidung ist die Marke dadurch nicht einfacher geworden, sondern erklärungsbedürftiger.
Die Kehrtwende von Anfang 2026
Im Januar 2026 hat Xiaomi die Zusagen für zahlreiche bereits erschienene Geräte nachträglich verlängert – teils von drei auf fünf Android-Versionen, teils mit Sicherheitsupdates bis Anfang der 2030er Jahre. Das ist ungewöhnlich: Üblicherweise gilt die Zusage, die zum Marktstart gemacht wurde.
| Segment | Android-Versionen | Sicherheitsupdates |
|---|---|---|
| Xiaomi-Reihe, Spitzenmodelle | 4–6 | 6 Jahre |
| Xiaomi-Reihe, T-Modelle | 4–5 | 6 Jahre |
| Redmi Note, gehobene Mittelklasse | 3–4 | 5–6 Jahre |
| Redmi und POCO, Einstieg | 2–3 | 4 Jahre |
Die Kehrseite: 2026 fallen Dutzende Modelle aus dem Support
Parallel zur Verlängerung bei den neuen Geräten endet in diesem Jahr die Versorgung für eine lange Liste älterer Modelle aus 2022 und 2023 – darunter ehemalige Spitzenmodelle und Bestseller der Redmi-Note-Reihe. Wer ein solches Gerät gebraucht kauft, kauft ein Handy ohne Sicherheitsupdates. Die Verlängerung wirkt nach vorn, nicht rückwirkend auf alles.
Die zwei Zahlen, auf die es ankommt
Seit Juni 2025 stehen auf jedem neu verkauften Smartphone zwei Werte, die mehr über die tatsächliche Nutzungsdauer sagen als jedes Datenblatt: die Reparierbarkeitsklasse von A bis E und die Akku-Ladezyklen. Dazu kommt die Update-Zusage des Herstellers. Alle drei zusammen ergeben die Kosten pro Nutzungsjahr – die ehrlichere Vergleichsgröße als der Kaufpreis.
Der eine echte Vorteil: veröffentlichte End-of-Life-Termine
Xiaomi macht etwas, das kein anderer großer Hersteller in dieser Form tut: Für die Spitzenmodelle stehen gerätegenaue Enddaten in der offiziellen Support-Übersicht – nicht „sechs Jahre“, sondern ein konkretes Datum. Für die aktuelle Spitzenreihe liegt es Anfang 2032.
Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber der Wert, den man beim Gebrauchtkauf braucht: eine Restlaufzeit, die man nachschlagen und nicht ausrechnen muss. Wer den Gebrauchtmarkt nutzt, sollte diese Liste vor jedem Kauf öffnen.
Reparierbarkeit: durchgehend Mittelfeld
Nach dem EU-Label liegt der weit überwiegende Teil des Xiaomi-Sortiments in der Reparierbarkeitsklasse C, einzelne günstige Redmi-Modelle wurden sogar mit D eingestuft – einer der schwächsten Werte, die im deutschen Handel bisher aufgetaucht sind.
Ein Grund ist bauartbedingt: Die IP68-Zertifizierung gegen Staub und Wasser verlangt starke Klebeverbindungen, und die erschweren jede Demontage. Auffällig ist außerdem die Spanne bei den Akku-Ladezyklen: Zwischen einzelnen Flaggschiffen im Markt liegen Faktor zwei – ein Wert, der direkt auf dem Label steht und über die tatsächliche Lebensdauer mehr aussagt als die Kapazität in Milliamperestunden.
Drei Marken, ein Konzern: Xiaomi, Redmi und POCO
Der häufigste Irrtum beim Kauf: Redmi- und POCO-Geräte stammen aus demselben Haus, folgen aber nicht derselben Update-Zusage. Grob gilt die Aufteilung: Xiaomi für Spitzenmodelle und die kamerastarken T-Varianten, Redmi für Preis-Leistungs-Geräte und Einsteiger, POCO für leistungsorientierte Geräte im mittleren Preisbereich.
Praktisch heißt das: Zwei Geräte aus demselben Konzern, gekauft am selben Tag, können sich in der Versorgungsdauer um mehrere Jahre unterscheiden. Bei keiner anderen Marke ist der Blick auf das konkrete Modell so wichtig wie hier.
Für wen sich Xiaomi eignet
Dafür spricht die Marke
- Sehr viel Ausstattung pro Euro, besonders in der Mittelklasse
- Deutlich verlängerte Zusagen seit Anfang 2026
- Gerätegenaue End-of-Life-Termine öffentlich einsehbar
- Extrem breites Sortiment über alle Preisklassen
- Häufig große Akkus und schnelles Laden
Das spricht dagegen
- Update-Dauer schwankt innerhalb der Marke um mehrere Jahre
- Reparierbarkeit meist nur Klasse C, einzelne Modelle D
- Ältere Geräte fallen 2026 in großer Zahl aus dem Support
- Globale Updates kommen oft Monate nach der chinesischen Version
- Vorinstallierte Apps und Werbeeinblendungen je nach Region
Vor dem Kauf prüfen
- Die Zusage für das konkrete Modell – innerhalb der Marke reicht die Spanne von zwei bis sechs Jahren. Die Marke sagt darüber nichts aus.
- Das veröffentlichte End-of-Life-Datum – bei den Spitzenmodellen der verlässlichste Wert, den es in diesem Markt gibt.
- Reparierbarkeitsklasse auf dem Label – bei günstigen Modellen lohnt der Blick besonders, weil sich C und D deutlich auf die Reparaturkosten auswirken.
- Akku-Ladezyklen – die Unterschiede zwischen den Modellen sind hier größer als zwischen den Marken.
- Gebrauchtkauf – Geräte aus 2022 und 2023 sind vielfach bereits ohne Sicherheitsupdates, unabhängig vom Zustand der Hardware.
Fazit
Xiaomi ist nicht mehr der Hersteller mit den kürzesten Zeiträumen – aber auch keiner, dem man pauschal vertrauen kann. Die Spitzenmodelle liegen inzwischen nah an Samsung, die Einsteigergeräte weiterhin am unteren Rand des gesetzlich Erlaubten.
Wer bereit ist, vor dem Kauf zwei Minuten in die Support-Liste zu schauen, bekommt bei Xiaomi sehr viel Gerät fürs Geld. Wer das nicht tut, kauft möglicherweise ein Handy, dessen Versorgung vor dem nächsten Vertragsende endet.
Langlebigkeit vergleichen
Update-Dauer und Reparierbarkeit ergeben zusammen die Kosten pro Nutzungsjahr.
Update-Garantien vergleichen EU-Label lesen lernen Alle 26 Marken vergleichenHäufige Fragen zu Xiaomi-Smartphones
Wie lange bekommt ein Xiaomi-Handy Updates?
Das hängt stark vom Modell ab. Die aktuellen Spitzenmodelle erhalten vier bis sechs Android-Versionen und sechs Jahre Sicherheitsupdates, die gehobene Mittelklasse drei bis vier Versionen bei fünf bis sechs Jahren. Für günstige Redmi- und POCO-Geräte gelten weiterhin zwei bis drei Versionen und vier Jahre Sicherheitsupdates.
Hat Xiaomi die Update-Politik wirklich verlängert?
Ja, im Januar 2026 hat der Hersteller die Zusagen für zahlreiche bereits erschienene Geräte nachträglich ausgeweitet, teils von drei auf fünf Android-Versionen. Das ist ungewöhnlich, weil normalerweise die Zusage zum Marktstart gilt. Rückwirkend gerettet werden ältere Geräte dadurch aber nicht.
Welche Xiaomi-Modelle verlieren 2026 den Support?
Betroffen ist eine lange Liste von Geräten aus den Jahren 2022 und frühem 2023, darunter ehemalige Spitzenmodelle und Bestseller der Redmi-Note-Reihe. Der Support endet gestaffelt über das Jahr. Beim Gebrauchtkauf sollten Sie das Modell deshalb unbedingt gegen die offizielle Support-Liste prüfen.
Was ist der Unterschied zwischen Xiaomi, Redmi und POCO?
Alle drei stammen aus demselben Konzern, richten sich aber an unterschiedliche Segmente: Xiaomi für Spitzenmodelle und die kamerastarken T-Varianten, Redmi für Preis-Leistungs- und Einsteigergeräte, POCO für leistungsorientierte Geräte im mittleren Preisbereich. Die Update-Zusagen unterscheiden sich entsprechend deutlich.
Wie gut lassen sich Xiaomi-Geräte reparieren?
Der überwiegende Teil des Sortiments liegt nach EU-Label in der Reparierbarkeitsklasse C, einzelne günstige Redmi-Modelle wurden mit D eingestuft. Ein Grund ist die IP68-Zertifizierung: Der Schutz gegen Staub und Wasser verlangt starke Klebeverbindungen, die jede Demontage erschweren.
Was ist HyperOS?
HyperOS ist Xiaomis eigene Android-Oberfläche und der Nachfolger von MIUI. Sie läuft auf Geräten aller drei Marken des Konzerns. Für die Update-Frage ist vor allem relevant, dass große HyperOS-Versionen gestaffelt ausgeliefert werden – meist zuerst für die aktuellen Spitzenmodelle, dann für Redmi und POCO.
Warum kommen Updates in Deutschland später?
Weil Xiaomi zuerst die chinesischen Modellvarianten versorgt und die globalen Versionen anschließend folgen. Je nach Reihe können dazwischen mehrere Monate liegen. Für Sicherheitsupdates ist der Abstand geringer als für große Systemversionen.
Funktioniert ein Xiaomi in allen deutschen Netzen?
Bei offiziell in Deutschland verkauften Geräten ja – sie unterstützen alle hier genutzten Frequenzbänder, LTE, 5G sowie VoLTE und WLAN Call. Bei Importgeräten aus China ist das nicht garantiert: Prüfen Sie Bandliste und VoLTE-Unterstützung vor dem Kauf.
Quellen und Stand: Support-Zusagen des Herstellers auf den offiziellen Update-Seiten · EU-Energielabel nach Verordnung (EU) 2023/1669, verpflichtend seit 20.06.2025 · EU-Ökodesign-Verordnung (EU) 2023/1670 · Stichprobenerhebung von connect zu Reparaturkosten · eigene Einordnung.
Update-Zusagen und Label-Werte sind Herstellerangaben und beziehen sich auf einzelne Modellreihen, nicht auf das gesamte Sortiment. Wir nennen bewusst keine Gerätepreise und keine tagesaktuellen Modellstände, da beides schnell veraltet. Prüfen Sie vor dem Kauf die Angaben zum konkreten Modell. Stand dieser Seite: 22. Juli 2026.