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Smartphones · MarkeBlackview: robust und billig – aber lesen Sie das Datenblatt genau
Kurzantwort
Blackview baut vor allem robuste Smartphones: wasser- und staubdicht nach IP68, oft zusätzlich nach Militärstandard geprüft, mit Akkus von 6.000 bis über 10.000 Milliamperestunden und einer Ladefunktion für andere Geräte. Die Preise liegen niedrig, die Verarbeitung ist für den Zweck solide. Eine verbindliche Update-Zusage gibt es nicht – rechnen Sie damit, dass das Gerät nach drei Jahren im Wesentlichen die Software von Tag eins hat. Und: Beworbene Werte bei Kamera und Arbeitsspeicher sollten Sie kritisch lesen, sie entstehen häufig rechnerisch.
Outdoor-Smartphones sind eine eigene Welt: Wer eines kauft, tut das wegen der Robustheit und der Akkulaufzeit, nicht wegen der Softwarepflege. Trotzdem lohnt der genaue Blick – gerade auf das Datenblatt.
Wofür die Geräte gebaut sind
| Merkmal | Typischer Wert |
|---|---|
| Schutzart | IP68, teils IP69K |
| Sturz- und Klimaprüfung | nach Militärstandard MIL-STD-810 |
| Akku | 6.000 bis über 10.000 mAh |
| Zusatzfunktion | Laden anderer Geräte über den Akku |
| Gewicht | 300 bis 400 Gramm |
Der letzte Wert ist der, den viele unterschätzen: Ein robustes Smartphone wiegt leicht das Doppelte eines gewöhnlichen. In der Hosentasche merkt man das jeden Tag. Prüfen Sie das Gewicht, bevor Sie sich auf die Akkukapazität freuen – beides hängt direkt zusammen.
Datenblattwerte kritisch lesen
In diesem Marktsegment sind zwei Angaben regelmäßig irreführend. Arbeitsspeicher wird oft als Summe aus echtem Speicher und einem ausgelagerten Bereich beworben – aus 8 GB werden so „16 GB“, die real nicht dieselbe Leistung bringen. Und Megapixel-Angaben entstehen bei günstigen Kameras teils durch Hochrechnen statt durch den Sensor. Achten Sie auf die getrennte Nennung von physischem und erweitertem Speicher und bewerten Sie Kameras nach Testbildern, nicht nach Zahlen. Warum die Megapixel-Zahl generell wenig aussagt, steht unter Megapixel und Kameraqualität.
Die zwei Zahlen, auf die es ankommt
Seit Juni 2025 stehen auf jedem neu verkauften Smartphone zwei Werte, die mehr über die tatsächliche Nutzungsdauer sagen als jedes Datenblatt: die Reparierbarkeitsklasse von A bis E und die Akku-Ladezyklen. Dazu kommt die Update-Zusage des Herstellers. Alle drei zusammen ergeben die Kosten pro Nutzungsjahr – die ehrlichere Vergleichsgröße als der Kaufpreis.
Die Update-Situation
Eine veröffentlichte Zusage gibt es nicht – weder eine Anzahl von Android-Versionen noch ein Enddatum. In der Praxis erscheinen vereinzelt Sicherheitsupdates und Fehlerkorrekturen, große Systemversionen praktisch nie. Ein Gerät hat nach drei Jahren im Wesentlichen dieselbe Software wie am Kauftag.
Der Grund ist wirtschaftlich: Softwarepflege kostet Geld, und bei Geräten in diesem Preisbereich ist die Marge dafür zu klein. Dieselbe Lage gilt für die Wettbewerber Doogee und Ulefone sowie für ZTE. Seit Juni 2025 gilt formal die EU-Mindestvorgabe von fünf Jahren; wie belastbar sie ist, wird derzeit von mehreren Herstellern getestet.
Warum das bei billigen Geräten besonders zählt
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat wiederholt vor günstigen Android-Geräten unklarer Herkunft gewarnt, bei denen ab Werk Schadsoftware mitgeliefert wurde. Kaufen Sie deshalb bei etablierten Händlern statt auf Marktplätzen unbekannter Anbieter, und prüfen Sie nach dem Einrichten, wie alt der installierte Sicherheitspatch ist. Mehr dazu unter Virenschutz für Android.
Das Sortiment
Blackview führt das breiteste Angebot der Outdoor-Anbieter: robuste Modelle der BV-Reihe als Arbeitsgeräte, kompaktere Varianten für den Alltag sowie gewöhnliche Smartphones ohne Panzergehäuse, dazu Tablets und Uhren. Für Sie heißt das: Nicht jedes Modell der Marke ist robust – prüfen Sie die Schutzart des konkreten Geräts statt sich auf den Markennamen zu verlassen. Was IP-Angaben genau bedeuten, steht unter IP-Schutzklassen erklärt.
Für wen sich Blackview eignet
Dafür spricht die Marke
- Sehr robuste Gehäuse zu niedrigen Preisen
- Akkulaufzeiten von mehreren Tagen
- Laden anderer Geräte über den eigenen Akku
- Breites Sortiment, auch normale Smartphones
- Als Arbeits- oder Zweitgerät gut geeignet
Das spricht dagegen
- Keine veröffentlichte Update-Zusage
- Große Android-Versionen praktisch nie
- Datenblattangaben teils rechnerisch erzeugt
- Gewicht von 300 bis 400 Gramm
- Kamera und Display nur einfacher Standard
Vor dem Kauf prüfen
- Schutzart des konkreten Modells – nicht jedes Blackview-Gerät ist robust.
- Gewicht – 350 Gramm sind im Alltag spürbar, in der Jackentasche mehr als in der Hand.
- Arbeitsspeicher getrennt betrachten – physisch verbauter Speicher zählt, ausgelagerter nicht in gleicher Weise.
- Installierten Sicherheitspatch prüfen – direkt nach dem Einrichten in den Einstellungen. Ist er beim Kauf schon zwei Jahre alt, wird er es auch bleiben.
Fazit
Als Arbeitsgerät auf der Baustelle, als Begleiter für mehrtägige Touren oder als robustes Zweitgerät ist ein Blackview eine vernünftige Wahl: Es hält aus, was normale Smartphones nicht aushalten, und kostet einen Bruchteil.
Als Hauptgerät für die nächsten Jahre eignet es sich nicht. Ohne Update-Zusage lassen sich die Kosten pro Nutzungsjahr nicht seriös rechnen, und der Sicherheitsstand bleibt stehen. Wer Robustheit im Hauptgerät braucht, sollte prüfen, ob ein IP68-Modell einer großen Marke mit passender Hülle nicht die bessere Gesamtrechnung ergibt.
Langlebigkeit vergleichen
Update-Dauer und Reparierbarkeit ergeben zusammen die Kosten pro Nutzungsjahr.
Update-Garantien vergleichen EU-Label lesen lernen Alle 26 Marken vergleichenHäufige Fragen zu Blackview-Smartphones
Wie lange bekommt ein Blackview-Handy Updates?
Eine veröffentlichte Zusage gibt es nicht – weder eine Anzahl von Android-Versionen noch ein Enddatum. In der Praxis erscheinen vereinzelt Sicherheitsupdates und Fehlerkorrekturen, große Systemversionen praktisch nie. Rechnen Sie damit, dass das Gerät die Software vom Kauftag behält.
Warum bieten günstige Outdoor-Marken keine Updates?
Weil Softwarepflege Geld kostet und die Marge bei Geräten in diesem Preisbereich zu klein dafür ist. Jede Android-Version muss an die konkrete Hardware angepasst und getestet werden. Dasselbe gilt für Doogee, Ulefone und andere Anbieter dieses Segments.
Was bedeutet die beworbene Arbeitsspeicher-Angabe?
Häufig ist sie die Summe aus physisch verbautem Speicher und einem ausgelagerten Bereich auf dem internen Datenspeicher. Aus 8 GB werden so beworbene 16 GB, die aber nicht dieselbe Leistung bringen. Achten Sie auf die getrennte Nennung beider Werte.
Sind die Megapixel-Angaben zuverlässig?
Bei günstigen Kameras entstehen hohe Megapixel-Zahlen teils durch Hochrechnen statt durch den Sensor. Aussagekräftiger sind Testbilder als Zahlen – die Megapixel-Angabe sagt ohnehin wenig über die Bildqualität aus.
Wie schwer ist ein robustes Smartphone?
Typisch sind 300 bis 400 Gramm, also gut das Doppelte eines gewöhnlichen Smartphones. Das hängt direkt mit dem großen Akku und dem verstärkten Gehäuse zusammen. Prüfen Sie das Gewicht, bevor Sie sich auf die Akkukapazität freuen.
Sind billige Android-Geräte ein Sicherheitsrisiko?
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat wiederholt vor günstigen Android-Geräten unklarer Herkunft gewarnt, bei denen ab Werk Schadsoftware mitgeliefert wurde. Kaufen Sie bei etablierten Händlern und prüfen Sie nach dem Einrichten, wie alt der installierte Sicherheitspatch ist.
Sind alle Blackview-Geräte robust?
Nein. Neben den robusten Modellen der BV-Reihe führt die Marke auch gewöhnliche Smartphones ohne verstärktes Gehäuse sowie Tablets und Uhren. Prüfen Sie die Schutzart des konkreten Modells, statt sich auf den Markennamen zu verlassen.
Funktioniert ein Blackview in allen deutschen Netzen?
Bei offiziell in Deutschland verkauften Geräten meist ja. Bei sehr günstigen Modellen und bei Importware sollten Sie Bandliste, 5G-Unterstützung und VoLTE gezielt prüfen – nicht jedes Gerät dieses Segments unterstützt alle hier genutzten Frequenzen.
Quellen und Stand: Support-Zusagen des Herstellers auf den offiziellen Update-Seiten · EU-Energielabel nach Verordnung (EU) 2023/1669, verpflichtend seit 20.06.2025 · EU-Ökodesign-Verordnung (EU) 2023/1670 · Stichprobenerhebung von connect zu Reparaturkosten · eigene Einordnung.
Update-Zusagen und Label-Werte sind Herstellerangaben und beziehen sich auf einzelne Modellreihen, nicht auf das gesamte Sortiment. Wir nennen bewusst keine Gerätepreise und keine tagesaktuellen Modellstände, da beides schnell veraltet. Prüfen Sie vor dem Kauf die Angaben zum konkreten Modell. Stand dieser Seite: 22. Juli 2026.