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Smartphones · MarkeNokia: Die Smartphone-Ära ist zu Ende
Kurzantwort
Neue Nokia-Smartphones gibt es nicht mehr. Die exklusive Markenlizenz, die der finnische Hersteller HMD seit 2016 hielt, ist im März 2026 ausgelaufen; ein neuer Lizenznehmer wurde nicht gesucht. HMD verkauft weiter – aber unter eigenem Namen. Der Name Nokia bleibt allenfalls auf einfachen Tastenhandys. Für vorhandene Geräte gilt: Sie funktionieren weiter, laufen aber in ihre ohnehin knappen Update-Fristen von meist zwei Android-Versionen und drei Jahren Sicherheitsupdates. Wer heute ein Nokia-Smartphone im Handel findet, kauft Restbestand.
Wenige Marken standen so lange für Mobiltelefone wie Nokia. Für die Kaufberatung 2026 ist die wichtigste Information deshalb keine Ausstattungsfrage, sondern eine Statusmeldung: Es gibt keine neuen Nokia-Smartphones mehr.
Was genau passiert ist
Der Netzausrüster Nokia hat sein Handygeschäft 2014 an Microsoft verkauft und die Markenrechte 2016 an das finnische Unternehmen HMD lizenziert – exklusiv, für zehn Jahre. Unter dieser Lizenz erschienen ab 2017 wieder Nokia-Smartphones und Tastenhandys.
| Zeitraum | Was gilt |
|---|---|
| bis 2014 | Nokia baut selbst, zuletzt mit Windows Phone |
| 2016 | Exklusive Markenlizenz an HMD, Laufzeit zehn Jahre |
| ab 2023 | HMD bringt erste Geräte unter eigenem Namen |
| März 2026 | Lizenz läuft aus, kein neuer Partner |
Schon vor dem Ablauf hatte HMD begonnen, die eigene Marke aufzubauen und Nokia-Modelle aus dem Sortiment zu nehmen. Der Lizenzgeber wiederum hat kein Interesse an einem neuen Partner erkennen lassen. Damit ist die Sache entschieden.
Ihr Nokia funktioniert weiter
Ein vorhandenes Gerät hört nicht auf zu arbeiten, weil eine Lizenz ausläuft. Maßgeblich ist allein die Update-Zusage, die HMD für Ihr Modell gemacht hat – üblicherweise zwei große Android-Versionen und drei Jahre Sicherheitsupdates ab Marktstart. Schlagen Sie nach, wann die endet, und richten Sie den Wechsel danach aus, nicht nach der Schlagzeile.
Die zwei Zahlen, auf die es ankommt
Seit Juni 2025 stehen auf jedem neu verkauften Smartphone zwei Werte, die mehr über die tatsächliche Nutzungsdauer sagen als jedes Datenblatt: die Reparierbarkeitsklasse von A bis E und die Akku-Ladezyklen. Dazu kommt die Update-Zusage des Herstellers. Alle drei zusammen ergeben die Kosten pro Nutzungsjahr – die ehrlichere Vergleichsgröße als der Kaufpreis.
Die Update-Praxis unter der Lizenz
HMD hat sich in den ersten Jahren bewusst über schnelle, unverfälschte Android-Versorgung positioniert – ein Alleinstellungsmerkmal, das später verwässerte. Zuletzt lagen die Zusagen bei zwei großen Android-Versionen und drei Jahren Sicherheitsupdates, in der Einstiegsklasse auch darunter.
Gemessen an Samsung mit sechs und Google mit sieben Jahren ist das wenig – auch für die niedrigen Preise, in denen die Geräte angesiedelt waren. Ein Gerät aus dem Restbestand hat davon heute entsprechend wenig übrig.
Der eine Punkt, der bleibt: Reparierbarkeit
Ein Verdienst der Marke unter HMD sollte nicht untergehen: Mehrere Modelle wurden ausdrücklich auf Selbstreparatur ausgelegt – mit erhältlichen Ersatzteilen, öffentlichen Anleitungen und Bauweisen, die den Tausch von Display und Akku ohne Fachwerkstatt erlauben. Damals war das eine Seltenheit.
Diesen Ansatz führt HMD unter eigenem Namen fort. Wer Reparierbarkeit als Kaufkriterium ernst nimmt, findet die konsequenteste Umsetzung heute bei Fairphone und Shiftphone – beide mit deutlich längeren Update-Zusagen. Was ein Reparaturfall real kostet, steht unter Display-Reparatur.
Was Sie jetzt tun sollten
- Support-Ende Ihres Modells nachschlagen – danach richtet sich, wie lange das Gerät sicher nutzbar bleibt. Alles andere ist zweitrangig.
- Restbestände kritisch prüfen – ein günstiges Angebot nützt wenig, wenn die Zusage schon zur Hälfte verbraucht ist.
- Bei Tastenhandys entspannt bleiben – dort spielt die Android-Frage keine Rolle, und der Name bleibt teilweise erhalten.
- Für den Nachfolger auf Update-Dauer achten – der Fehler, der bei Nokia-Geräten am meisten gekostet hat, war die kurze Versorgung, nicht die Hardware.
Für wen die Marke noch relevant ist
Das bleibt
- Vorhandene Geräte laufen im zugesagten Rahmen weiter
- Der Name bleibt teilweise bei einfachen Tastenhandys
- Der Reparatur-Ansatz wird unter der Marke HMD fortgeführt
- Robuste Bauweise und lange Akkulaufzeiten der Einsteigergeräte
Das spricht gegen einen Neukauf
- Keine neuen Nokia-Smartphones mehr
- Nur zwei Android-Versionen und drei Jahre Patches
- Restbestände haben oft schon Jahre der Zusage verbraucht
- Zubehör- und Ersatzteilversorgung wird mittelfristig dünner
- Wiederverkaufswert einer auslaufenden Marke
Fazit
Die Marke Nokia verschwindet aus dem Smartphone-Markt – nach zehn Jahren unter fremder Lizenz und ohne dass ein Nachfolger gesucht wurde. Wer ein Gerät besitzt, muss nichts überstürzen: Es läuft im zugesagten Rahmen weiter, und dieser Rahmen war ohnehin knapp bemessen.
Für einen Neukauf gibt es keinen sachlichen Grund mehr. Wer die robuste, günstige Ausrichtung geschätzt hat, findet sie bei HMD unter neuem Namen; wer Wert auf lange Versorgung legt, ist bei Samsung oder Google besser aufgehoben. Und wer ein einfaches, langlebiges Tastenhandy sucht, wird bei Emporia fündig.
Langlebigkeit vergleichen
Update-Dauer und Reparierbarkeit ergeben zusammen die Kosten pro Nutzungsjahr.
Update-Garantien vergleichen EU-Label lesen lernen Alle 26 Marken vergleichenHäufige Fragen zu Nokia-Smartphones
Gibt es noch neue Nokia-Smartphones?
Nein. Die exklusive Markenlizenz, die der finnische Hersteller HMD seit 2016 hielt, ist im März 2026 ausgelaufen, und ein neuer Lizenznehmer wurde nicht gesucht. HMD verkauft weiterhin Geräte, aber unter eigenem Namen. Der Name Nokia bleibt allenfalls auf einfachen Tastenhandys.
Funktioniert mein Nokia-Handy weiter?
Ja. Ein Gerät hört nicht auf zu arbeiten, weil eine Markenlizenz ausläuft. Maßgeblich ist allein die Update-Zusage für Ihr Modell – üblicherweise zwei große Android-Versionen und drei Jahre Sicherheitsupdates ab Marktstart. Schlagen Sie das Enddatum nach und planen Sie den Wechsel danach.
Wer ist HMD?
HMD ist ein finnisches Unternehmen, das 2016 die Rechte erwarb, Mobiltelefone unter der Marke Nokia zu bauen. Seit 2023 bringt es Geräte auch unter dem eigenen Namen heraus und hat die Nokia-Modelle schrittweise aus dem Sortiment genommen.
Warum hat Nokia die Lizenz nicht verlängert?
Der Lizenzgeber, der Netzausrüster Nokia, hat kein erkennbares Interesse an einer Fortsetzung oder einem neuen Partner gezeigt. HMD wiederum hatte den Aufbau der eigenen Marke bereits Jahre zuvor begonnen. Beide Seiten haben die Entscheidung damit faktisch vorweggenommen.
Sollte ich noch ein Nokia aus dem Restbestand kaufen?
Nur mit Blick auf das Support-Enddatum. Die Zusage lief ab Marktstart des Modells, nicht ab Ihrem Kaufdatum – ein Restbestandsgerät kann davon bereits zwei Jahre verbraucht haben. Ein günstiger Preis gleicht das selten aus.
Waren Nokia-Handys nicht besonders gut reparierbar?
Mehrere Modelle waren tatsächlich auf Selbstreparatur ausgelegt, mit erhältlichen Ersatzteilen und öffentlichen Anleitungen für den Tausch von Display und Akku. Diesen Ansatz führt HMD unter eigenem Namen fort. Am konsequentesten umgesetzt ist er heute bei Fairphone und Shiftphone.
Was ist mit den Nokia-Tastenhandys?
Die sind von der Smartphone-Frage weitgehend unberührt, und der Name bleibt dort teilweise erhalten. Für einfache Tastenhandys spielt die Android-Update-Frage ohnehin keine Rolle – dort zählen Akkulaufzeit, Bedienbarkeit und Robustheit.
Welche Marke ist jetzt die Alternative?
Für die robuste, günstige Ausrichtung: HMD unter dem neuen Namen. Für lange Versorgung: Samsung oder Google, die auch in der Einstiegsklasse sechs bis sieben Jahre zusagen. Für einfache Tastenhandys mit Fokus auf Bedienbarkeit ist Emporia die naheliegende Wahl.
Quellen und Stand: Support-Zusagen des Herstellers auf den offiziellen Update-Seiten · EU-Energielabel nach Verordnung (EU) 2023/1669, verpflichtend seit 20.06.2025 · EU-Ökodesign-Verordnung (EU) 2023/1670 · Stichprobenerhebung von connect zu Reparaturkosten · eigene Einordnung.
Update-Zusagen und Label-Werte sind Herstellerangaben und beziehen sich auf einzelne Modellreihen, nicht auf das gesamte Sortiment. Wir nennen bewusst keine Gerätepreise und keine tagesaktuellen Modellstände, da beides schnell veraltet. Prüfen Sie vor dem Kauf die Angaben zum konkreten Modell. Stand dieser Seite: 22. Juli 2026.