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Nokia nach dem Lizenzende: was Besitzer jetzt wissen müssen

Die Lizenz, unter der HMD Smartphones mit dem Namen Nokia baute, ist im März 2026 ausgelaufen; in Deutschland verkauft HMD derzeit gar keine Android-Geräte. Vorhandene Nokia-Handys funktionieren weiter, doch die garantierten Sicherheitsupdates sind fast überall vorbei: Beim Nokia G22 endeten sie im April, beim G42 5G im August 2026. Als letztes Modell ist das Nokia XR21 noch bis März 2027 versorgt, mit Updates im Vierteljahrestakt.

Von Geprüft am 7 Min. Lesezeit

Robustes älteres Smartphone liegt mit der Rückseite nach oben auf einem Karton in einem halb ausgeräumten Lagerraum
Bild: KI-generiert

Nokia-Smartphones kamen in den vergangenen Jahren nicht von Nokia selbst. Seit 2016 hielt HMD Global aus Finnland die Lizenz, Telefone und Tablets unter dem bekannten Namen zu bauen. Diese Lizenz ist für Smartphones im März 2026 ausgelaufen. An Ihrem Gerät ändert das zunächst nichts. Wichtig ist eine andere Frist: das Ende der garantierten Sicherheitsupdates, das HMD für jedes Modell veröffentlicht.

Was im März 2026 endete – und was weiterläuft

Laut dem Jahresbericht, den Nokia bei der US-Börsenaufsicht einreicht, erhielt HMD 2016 eine exklusive, weltweite Lizenz für zehn Jahre. Im August 2023 änderten beide Seiten den Vertrag: Die exklusive Lizenz für Geräte mit dem Namen Nokia sollte bis März 2026 enden. Im Oktober 2025 vereinbarten sie eine Ausnahme. Nokia-Tastenhandys dürfen in einzelnen Ländern noch bis März 2029 verkauft werden.

In Deutschland ist davon wenig zu sehen. Die deutsche HMD-Website zeigt nur noch Tastenhandys, und die tragen inzwischen den Namen HMD, etwa das HMD 105 4G, das HMD 110 4G oder das HMD 2660 Flip 4G. Im Kleingedruckten steht außerdem, dass Geräte mit dem Audiostandard USAC, insbesondere solche mit Android ab Version 9, in Deutschland nicht verkauft werden. Smartphones von HMD gibt es hier derzeit also weder unter dem Namen Nokia noch unter eigenem Namen.

HMD selbst hat sich neu ausgerichtet. Zum Mobile World Congress im März 2026 kündigte das Unternehmen vor allem neue Tastenhandys an, dazu eine Plattform, über die Partner Smartphones in Raten finanzieren, und eine Sparte für besonders abgesicherte Geräte für Unternehmen und sicherheitskritische Einsätze.

Vom Lizenzvertrag zum letzten Update: die Marke Nokia bei HMDZeitleiste: 2016 – Exklusive Lizenz für HMD: Zehn Jahre lang darf HMD Telefone und Tablets unter dem Namen Nokia bauen; August 2023 – Vertrag geändert: Die exklusive Lizenz für Nokia-Geräte soll bis März 2026 enden; Oktober 2025 – Ausnahme für Tastenhandys: Nokia-Tastenhandys in einzelnen Ländern noch bis März 2029; März 2026 – Lizenz für Smartphones endet: Die deutsche HMD-Seite zeigt nur noch Tastenhandys mit dem Namen HMD; August 2026 – Nokia G42 5G ohne Zusage: Nach dem G22 im April fällt das nächste verbreitete Modell aus der Versorgung; März 2027 – Letzte garantierte Updates: Das Nokia XR21 ist das letzte Nokia-Smartphone innerhalb seiner ZusageVom Lizenzvertrag zum letzten Update: die Marke Nokia bei HMDLizenz für Telefone und Tablets, Stand Oktober 20262016Exklusive Lizenzfür HMDZehn Jahre langdarf HMD Telefoneund Tablets unterdem Namen NokiabauenAugust 2023Vertrag geändertDie exklusiveLizenz fürNokia-Geräte sollbis März 2026endenOktober 2025Ausnahme fürTastenhandysNokia-Tastenhandysin einzelnenLändern noch bisMärz 2029März 2026Lizenz fürSmartphones endetDie deutscheHMD-Seite zeigtnur nochTastenhandys mitdem Namen HMDAugust 2026Nokia G42 5G ohneZusageNach dem G22 imApril fällt dasnächsteverbreiteteModell aus derVersorgungMärz 2027LetztegarantierteUpdatesDas Nokia XR21ist das letzteNokia-Smartphoneinnerhalb seinerZusageQuellen: Nokia, Form 20-F 2025 (S. 194); HMD, Security and Maintenance Updates; abgerufen am 4. Oktober 2026
Das Lizenzende im März 2026 betrifft neue Geräte. Für vorhandene Smartphones zählt allein das Update-Ende je Modell.

Verbreiteter IrrtumNach dem Lizenzende funktionieren Nokia-Smartphones nicht mehr

Was stimmtDie Geräte laufen weiter. Entscheidend ist allein, bis wann HMD für das jeweilige Modell Sicherheitsupdates garantiert.

Welche Nokia-Modelle noch Sicherheitsupdates bekommen

HMD führt online eine Tabelle mit jedem ausgelieferten Update und dem Monat, nach dem keine Sicherheitsupdates mehr garantiert sind. Wir haben die Einträge der bekannten Nokia-Smartphones am 4. Oktober 2026 ausgewertet. Das Ergebnis ist eindeutig: Unter dem Namen Nokia ist nur noch ein Smartphone innerhalb seiner Zusage, das Nokia XR21.

Nokia-Smartphones: Ende der garantierten Sicherheitsupdates laut HMD, ausgewertet am 4. Oktober 2026
ModellGarantiert bisZuletzt geliefertStand
Nokia XR21März 2027Patch September 2026versorgt, vierteljährlich
Nokia G42 5GAugust 2026Patch Mai 2026abgelaufen
Nokia G22April 2026Patch Mai 2026 als letztes Updateabgelaufen
Nokia X30 5GJanuar 2026Patch Januar 2026abgelaufen
Nokia G60 5GDezember 2025Patch Januar 2026abgelaufen
Nokia XR20November 2025Patch November 2025abgelaufen
Nokia G11 PlusOktober 2025Patch Oktober 2025abgelaufen
Nokia C22 und C32Juni und Mai 2025Patch August und Mai 2025abgelaufen

Beim XR21 lohnt ein zweiter Blick. Zur Vorstellung im Mai 2023 versprach HMD vier Jahre monatliche Sicherheitsupdates. In der aktuellen Tabelle steht für das Gerät ein vierteljährlicher Rhythmus, und das Ende liegt im März 2027 – knapp vier Jahre nach dem Start. Auch die Tablets sind betroffen: Für das Nokia T21 endeten die garantierten Updates im März 2026, für das T10 im Dezember 2025.

So lesen Sie die HMD-Tabelle: Zu jedem Update stehen der Monat des Sicherheitspatches, der Tag der ersten Auslieferung und der Rhythmus. Der Eintrag „Final guaranteed Security Patch Update“ markiert das letzte garantierte Update eines Modells, „Estimated“ beim Rhythmus bedeutet einen geschätzten Takt. Wann ein Update tatsächlich auf Ihrem Gerät ankommt, hängt laut HMD auch von Region und Netzbetreiber ab. Auf derselben Seite meldet HMD seit dem 25. September 2026 einen behobenen Vorfall: Eine Fehlkonfiguration in der Cloud des Update-Dienstes hätte Daten offenlegen können, behoben am 28. August 2026. Die Nachfolger unter dem Namen HMD, etwa Pulse, Skyline und Fusion, sind bis 2027 versorgt. Auf der deutschen HMD-Seite sind sie aber nicht mehr zu finden.

Sicherheitsupdates der Modelle von Nokia / HMD Herstellerangaben
ModellMarktstartUpdates bisArt der Angabe
HMD Fusion X1Juni 2025November 2027Enddatum des Herstellers
HMD FusionSeptember 2024November 2027Enddatum des Herstellers
HMD SkylineJuli 2024September 2027Enddatum des Herstellers
HMD Pulse und Pulse+April 2024Mai 2027Enddatum des Herstellers
Nokia G42 5GJuni 2023August 2026Enddatum des Herstellers
Nokia XR21Mai 2023März 2027Enddatum des Herstellers
Nokia G22Februar 2023April 2026Enddatum des Herstellers

Die Tabelle aus unserer Datenliste zeigt die Modelle mit Marktstart. Wie viele Monate einem bestimmten Gerät ab heute bleiben, rechnet der Rechner für die Update-Restlaufzeit aus.

So prüfen Sie Ihr Nokia in zwei Minuten

  1. Modell ablesen In den Einstellungen unter „Über das Telefon“ oder „Telefoninfo“ steht der genaue Modellname, etwa „Nokia G42 5G“.
  2. Patch-Stand ablesen Unter „Android-Version“ zeigt der Eintrag zum Sicherheitsupdate das Datum des letzten Patches.
  3. Mit der HMD-Tabelle vergleichen Liegt das Enddatum Ihres Modells in der Vergangenheit, kommt nichts mehr nach. Ein letztes Update kann noch einige Wochen später eintreffen; beim G22 kam es im Juni 2026.
  4. Entscheiden Ist der Patch älter als ein halbes Jahr und kommt nichts mehr nach, planen Sie den Wechsel oder nutzen das Gerät nur noch für Aufgaben ohne sensible Daten.

Weiter nutzen, weitergeben oder abgeben

Ein Smartphone ohne Updates wird nicht über Nacht unbrauchbar. Neu entdeckte Sicherheitslücken bleiben aber offen, und mit den Jahren laufen manche Apps auf alten Android-Versionen nicht mehr. Für Online-Banking, Bezahl-Apps und Ihr wichtigstes E-Mail-Konto ist ein versorgtes Gerät deshalb die bessere Wahl. Als Musikspieler, Navi im Auto oder Fernbedienung im heimischen WLAN kann ein altes Nokia noch lange dienen.

Vor dem Wechsel sichern Sie Fotos, Kontakte und Chats. Wie das geht, steht in den Ratgebern zum Backup und zum Übertragen auf ein neues Handy. Bevor das alte Gerät das Haus verlässt, melden Sie Ihr Google-Konto ab und setzen es auf die Werkseinstellungen zurück. Danach können Sie es verkaufen oder recyceln lassen.

Neues Nokia im Handel entdeckt?

Restposten tauchen weiter bei Händlern und auf Marktplätzen auf. Die Update-Frist läuft aber ab dem Marktstart des Modells, nicht ab Ihrem Kauf. Ein originalverpacktes Nokia G42 5G bekommt heute keine Sicherheitsupdates mehr.

Rechenbeispiel: Was ein Restposten je Monat Sicherheit kostet

Angenommen, ein Nokia XR21 aus einem Restposten kostet 200 Euro. Wer im Oktober 2026 kauft, hat bis zum Ende der Zusage im März 2027 noch sechs Monate mit garantierten Updates. Das sind rund 33 Euro je Monat mit Sicherheitsschutz. Ein neues Mittelklassegerät für angenommen 350 Euro mit sechs Jahren Updates kommt auf 72 Monate und damit auf knapp 5 Euro je Monat.

Die Rechnung zeigt, warum ein niedriger Preis allein wenig sagt. Erst geteilt durch die verbleibende Update-Zeit entsteht ein vergleichbarer Wert. Auf unseren Markenseiten nennen wir ihn Kosten pro Nutzungsjahr.

Reparatur und Service: HMD bleibt zuständig

Für vorhandene Geräte ist weiterhin HMD der Ansprechpartner. Die deutsche Support-Seite nennt HMD als autorisierten Kundendienst für alle Telefone und Tablets der Marken HMD und Nokia. Dort prüfen Sie den Garantiestatus, erreichen den Chat und stoßen eine Reparatur oder einen Austausch an; das Gerät wird dafür eingeschickt. Am Lizenzende ändert das nichts: Eine laufende Herstellergarantie bleibt bestehen. Ansprüche aus der gesetzlichen Gewährleistung richten Sie ohnehin an den Händler; den Unterschied erklärt der Ratgeber Garantie und Gewährleistung.

Zwei Modelle wurden ausdrücklich für die Selbstreparatur gebaut: das Nokia G22 und das Nokia G42 5G. Ersatzteile und Anleitungen gibt es laut HMD bei iFixit, dessen EU-Shop auch nach Deutschland liefert. Ersatzteile, Werkzeug und Anleitungen für weitere HMD-Geräte nennt HMD beim Händler GSMnet. Eine Reparierbarkeitsklasse nach EU-Label haben Nokia-Smartphones nicht; Pflicht ist das Label erst für Geräte, die seit dem 20. Juni 2025 in den Handel kommen. Was die Klassen aussagen, erklärt der Ratgeber zum EU-Energielabel.

Wohin wechseln, wenn das Nokia ausgedient hat

Wer vor allem telefonieren will, ist mit einem Tastenhandy gut bedient; HMD baut solche Geräte weiter. Achten Sie auf 4G mit VoLTE, also Telefonieren über das LTE-Netz. Reine 2G-Geräte haben nach der Abschaltung des 2G-Netzes keinen Empfang mehr. Für ältere Menschen lohnt ein Blick auf Seniorenhandys und Marken wie Emporia oder Doro.

Wer ein Smartphone für viele Jahre sucht, findet bei Fairphone Updates bis 2033 und Ersatzteile zum Selbsttauschen. Alle Marken mit ihren Zusagen vergleicht die Übersicht der Smartphone-Marken.

Quellen und Stand

Geprüft am 4. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Gibt es noch neue Nokia-Smartphones?

Nein. Die Lizenz, unter der HMD Smartphones mit dem Namen Nokia baute, ist im März 2026 ausgelaufen. Was Händler jetzt noch anbieten, sind Restposten älterer Modelle.

Wer stellt die Nokia-Tastenhandys her?

Auch die Tastenhandys kamen von HMD. In Deutschland verkauft HMD sie inzwischen unter eigenem Namen, zum Beispiel als HMD 105 4G oder HMD 2660 Flip 4G. Für Nokia-Tastenhandys gilt die Lizenz nur noch in einzelnen Ländern, und zwar bis März 2029.

Kann ich mein Nokia nach dem Update-Ende weiter benutzen?

Ja, das Gerät funktioniert weiter. Neu entdeckte Sicherheitslücken werden aber nicht mehr geschlossen. Für Banking, Bezahl-Apps und das wichtigste E-Mail-Konto sollten Sie deshalb auf ein versorgtes Gerät wechseln.

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