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Allnet-Flat 2026: Tarife vergleichen, Datenvolumen richtig wählen

Von Alexander Müller Aktualisiert am 22. Juli 2026 Preisangaben als Spannen, ohne Gewähr 9 Minuten Lesezeit

Kurzantwort

Eine Allnet-Flat ist ein Handytarif mit unbegrenzten Telefonaten in alle deutschen Netze, meist einer SMS-Flat und einem festen monatlichen Datenvolumen. Weil die Telefonie-Flat heute Standard ist, entscheidet praktisch nur noch das Datenvolumen über den Preis. Vergleichen Sie nicht den beworbenen Monatspreis, sondern den Effektivpreis über die gesamte Laufzeit – inklusive Anschlussgebühr und dem regulären Preis nach Ablauf der Aktion.

„Ab 4,99 Euro“ steht auf dem Werbebanner, auf der Rechnung stehen nach zwei Jahren dann deutlich höhere Beträge. Der Allnet-Flat-Markt ist der unübersichtlichste Teil des deutschen Mobilfunks – nicht weil die Tarife kompliziert wären, sondern weil die Preisdarstellung es ist. Diese Seite erklärt, was wirklich in einer Allnet-Flat steckt, wie viel Datenvolumen Sie tatsächlich brauchen und wie Sie zwei Angebote so vergleichen, dass am Ende die richtige Zahl herauskommt.

Was eine Allnet-Flat enthält

„Allnet“ steht für „all networks“: Sie telefonieren unbegrenzt in alle deutschen Fest- und Mobilfunknetze, statt pro Minute zu zahlen. Dazu kommt in der Regel eine SMS-Flat – die angesichts von Messenger-Diensten kaum noch eine Rolle spielt – und ein monatliches Datenvolumen für das mobile Internet.

Nicht enthalten sind Sonderrufnummern. Vorwahlen wie 0180, 0137 und 0900 werden separat abgerechnet, ebenso Auslandsgespräche aus Deutschland heraus. Das ist bei allen Anbietern gleich und steht selten im Werbetext.

Allnet-Flat, Handy-Flat, Handyflatrate

Diese Begriffe meinen dasselbe. Unterschiede gibt es nur im Detail: Manche Tarife enthalten keine SMS-Flat, manche zählen die EU-Nutzung anders. Ein Blick in die Leistungsbeschreibung lohnt sich – die muss jeder Anbieter bereitstellen.

Wie viel Datenvolumen Sie brauchen

Das ist die Frage, an der der Preis hängt – und die meistens falsch beantwortet wird, weil geschätzt statt gemessen wird.

Empfohlenes monatliches Datenvolumen nach Nutzungsprofil Vier Nutzungsprofile mit Empfehlung: Bei überwiegender WLAN-Nutzung reichen 5 bis 10 GB. Für regelmäßige Social-Media-Nutzung und Videocalls unterwegs sind 10 bis 20 GB sinnvoll. Für häufiges Streaming und Navigation 20 bis 50 GB. Für Gaming, Hotspot-Nutzung oder Mobilfunk als Hauptanschluss mehr als 50 GB oder eine Unlimited-Option. Datenvolumen nach Nutzungsprofil Richtwerte pro Monat – der tatsächliche Verbrauch steht in den Handy-Einstellungen Meist im WLAN 5–10 GB Social, Videocalls 10–20 GB Streaming, Navigation 20–50 GB Gaming, Hotspot über 50 GB oder Unlimited
Die meisten Menschen überschätzen ihren Bedarf deutlich – wer viel im WLAN ist, kommt mit erstaunlich wenig aus.

Der wichtigste Tipp kostet nichts: Schauen Sie nach, statt zu schätzen. Sowohl Android als auch iOS zeigen in den Einstellungen den mobilen Datenverbrauch der vergangenen Monate. Nehmen Sie den höchsten Monat der letzten sechs, rechnen Sie 30 Prozent Puffer drauf – das ist Ihr realistischer Bedarf. Alles darüber zahlen Sie ungenutzt mit.

Der Puffer in die andere Richtung

Zu wenig Volumen ist ärgerlicher als zu viel, wenn Sie einen Tarif mit Datenautomatik haben – dann kostet jede Nachbuchung Geld. Bei einem Tarif ohne Datenautomatik werden Sie nur langsamer, aber nie teurer. Wer knapp kalkuliert, sollte deshalb bewusst einen Tarif ohne Automatik wählen.

Der Effektivpreis statt des Werbepreises

Der beworbene Monatspreis ist als Vergleichsgröße wertlos. Er blendet drei Dinge aus, die in Summe oft mehr ausmachen als der Grundpreis selbst.

Was in einen belastbaren Preisvergleich gehört. Der Effektivpreis verteilt alle Positionen auf die gesamte Laufzeit.
PositionWirkungWorauf achten
Grundpreis (Aktion)der beworbene PreisWie lange gilt er? Oft nur 6, 12 oder 24 Monate
Grundpreis (regulär)gilt danachHäufig deutlich höher – steht im Kleingedruckten
AnschlussgebühreinmaligTypisch im Bereich mehrerer Zehner-Euro-Beträge
Bonus / Cashbackeinmalige GutschriftAn Bedingungen geknüpft, oft mit Wartezeit
Hardware-ZuzahlungeinmaligNur bei Tarif mit Smartphone relevant
Warum der beworbene Monatspreis vom Effektivpreis abweicht Schematischer Vergleich zweier Tarife über 24 Monate. Tarif A wirbt mit einem sehr niedrigen Aktionspreis, springt aber nach zwölf Monaten auf einen deutlich höheren regulären Preis und verlangt eine hohe Anschlussgebühr. Tarif B hat einen höheren Werbepreis, der jedoch über die gesamte Laufzeit gilt. Im Effektivpreis liegt Tarif B trotz des höheren Werbepreises günstiger. Werbepreis gegen Effektivpreis Schematisch über 24 Monate – der niedrigere Werbepreis gewinnt nicht automatisch Tarif A niedriger Werbepreis Aktion (12 Mon.) regulärer Preis (12 Mon.) Anschluss = höher Tarif B höherer Werbepreis konstanter Preis (24 Mon.) A. = günstiger Balkenlänge = Kostenanteil Aktionspreis regulärer Preis konstanter Preis Anschlussgebühr
Der klassische Fall: Ein sehr niedriger Aktionspreis für die erste Hälfte der Laufzeit, danach der reguläre Tarif – am Ende zahlen Sie mehr als beim scheinbar teureren Angebot.

Die Rechnung ist simpel: alle Kosten über die Laufzeit addieren, alle Erstattungen abziehen, durch die Anzahl der Monate teilen. Das Ergebnis heißt Effektivpreis oder Durchschnittspreis und ist die einzige Zahl, mit der sich zwei Angebote sinnvoll vergleichen lassen. Bei Tarifen mit 24 Monaten Laufzeit rechnen Sie auf 24 Monate, bei monatlich kündbaren Tarifen auf Ihre realistisch geplante Nutzungsdauer.

Warum hier keine konkreten Tarifpreise stehen

Allnet-Flat-Preise ändern sich wöchentlich, laufen über befristete Aktionen und unterscheiden sich je nach Vertriebsweg. Eine Preistabelle wäre am Tag nach der Veröffentlichung veraltet. Grobe Orientierung: Discounter-Tarife mit solidem Datenvolumen beginnen im einstelligen Euro-Bereich pro Monat, Netzbetreiber-Tarife mit hohem Volumen und voller Geschwindigkeit liegen deutlich darüber. Den tagesaktuellen Preis holen Sie beim Anbieter – die Einordnung, worauf Sie dabei achten müssen, finden Sie hier.

Laufzeit, Netz und Datenautomatik

Drei Entscheidungen bestimmen, welcher Tarif zu Ihnen passt – und keine davon hat primär mit dem Preis zu tun.

Laufzeit

Tarife mit 24 Monaten Laufzeit bieten in der Regel die besseren Rabatte, dauerhaft niedrigere Grundgebühren und subventionierte Smartphones. Monatlich kündbare Tarife kosten meist nur wenig mehr, verlangen dafür aber häufig eine höhere Anschlussgebühr. Der Vorteil: Sie können jederzeit auf bessere Angebote reagieren. Wenn Sie das Netz an Ihrem Wohnort noch nicht getestet haben oder ein Umzug ansteht, ist ein Tarif ohne Laufzeit die sicherere Wahl.

Netz

Diese Entscheidung sollte vor der Preisfrage stehen. Alle vier Netze bieten Allnet-Flats: Telekom, Vodafone, o2 Telefónica und 1&1. Welches an Ihrem Wohnort tatsächlich liefert, klären Sie über die Netzabdeckung. Ein günstiger Tarif im falschen Netz ist zwei Jahre Ärger.

Datenautomatik

Der am häufigsten übersehene Punkt. Ist das Inklusivvolumen aufgebraucht, gibt es zwei Varianten:

Ohne Datenautomatik

  • Die Geschwindigkeit wird gedrosselt, typischerweise auf 64 kBit/s
  • Es entstehen keine Zusatzkosten
  • Datenvolumen kann bei Bedarf manuell nachgekauft werden
  • Die Monatsrechnung bleibt planbar

Mit Datenautomatik

  • Es wird automatisch kostenpflichtig nachgebucht
  • In der Regel bis zu dreimal pro Monat
  • Die Rechnung kann spürbar über dem Grundpreis liegen
  • Häufig voreingestellt – muss aktiv abgewählt werden

Typische Kostenfallen

  • Der Sprung nach der Aktion. Ein Aktionspreis für die ersten Monate, danach der reguläre Grundpreis – das ist der häufigste Grund für böse Überraschungen. Notieren Sie sich das Datum, ab dem der reguläre Preis gilt.
  • Datenautomatik. Siehe oben. Die teuerste Voreinstellung im deutschen Mobilfunk.
  • Anschlussgebühr. Einmalig, aber sie verschiebt den Effektivpreis spürbar – besonders bei kurzen Laufzeiten.
  • Sonderrufnummern. 0180, 0137, 0900 sind nie in der Allnet-Flat enthalten.
  • Roaming außerhalb der EU. Schweiz, UK und Türkei zählen nicht zum EU-Roaming. Auch innerhalb der EU gilt eine Fair-Use-Grenze beim Datenvolumen.
  • Automatische Vertragsverlängerung. Nach der Mindestlaufzeit läuft der Vertrag monatlich weiter – kündbar, aber eben nur, wenn man daran denkt. Wie das geht, steht unter Handyvertrag kündigen.

Merkmale, die den Unterschied machen

Zwischen zwei Tarifen mit demselben Datenvolumen und ähnlichem Preis entscheiden am Ende Details, die im Werbetext selten vorkommen:

5G und Maximalgeschwindigkeit

5G ist meist ohne Aufpreis dabei. Entscheidend ist die freigeschaltete Maximalgeschwindigkeit – viele Discounter begrenzen auf 25, 50 oder 100 Mbit/s. Für Streaming und Videocalls reicht das, für Tethering im Homeoffice eher nicht.

VoLTE und WLAN Call

VoLTE sorgt für schnellen Rufaufbau und gute Sprachqualität. WLAN Call rettet die Erreichbarkeit in Gebäuden mit schlechtem Empfang – in gut gedämmten Häusern das wirksamste Mittel überhaupt.

eSIM und Multi-SIM

Eine eSIM lässt sich ohne Kartenversand aktivieren und erlaubt zwei Rufnummern auf einem Gerät. Multi-SIM oder Zusatzkarten sind interessant, wenn Smartwatch oder Tablet dieselbe Nummer nutzen sollen.

Tethering

Nicht jeder Tarif erlaubt die Nutzung als mobiler Hotspot ohne Einschränkung. Wer das Handy regelmäßig als Internetzugang für Notebook oder Tablet nutzt, sollte das vor dem Abschluss prüfen.

Fazit

Eine Allnet-Flat ist heute der Standardtarif, und die Telefonie-Flat darin ist längst keine Leistung mehr, für die man vergleichen müsste. Was zählt, sind drei Dinge: das richtige Netz, ein realistisch bemessenes Datenvolumen und ein sauber gerechneter Effektivpreis über die gesamte Laufzeit.

Wer diese drei Punkte in dieser Reihenfolge klärt, landet fast immer bei einem Discounter-Tarif im passenden Netz – und zahlt für dieselbe Netzqualität einen Bruchteil des Netzbetreiber-Preises. Die einzige Ausnahme sind Nutzungsprofile, die die volle Netzgeschwindigkeit tatsächlich brauchen. Das sind deutlich weniger, als die Werbung nahelegt.

Erst das Netz, dann der Tarif

Sie kennen jetzt die Kriterien. Klären Sie als Nächstes, welches Netz an Ihrem Wohnort liefert – erst danach lohnt der Preisvergleich.

Bestes Netz finden Alle Tarif-Themen

Häufige Fragen zur Allnet-Flat

Was ist eine Allnet-Flat?

Eine Allnet-Flat ist ein Handytarif mit unbegrenzten Telefonaten in alle deutschen Fest- und Mobilfunknetze, in der Regel einer SMS-Flat und einem festen monatlichen Datenvolumen. „Allnet“ steht für „all networks“. Ausgenommen sind Sonderrufnummern wie 0180, 0137 oder 0900 – die kosten weiterhin extra.

Wie viel Datenvolumen brauche ich wirklich?

Bei überwiegender WLAN-Nutzung reichen 5 bis 10 GB im Monat. Wer unterwegs regelmäßig Social Media nutzt und Videocalls führt, sollte 10 bis 20 GB einplanen. Für häufiges Video-Streaming, Musik-Streaming oder Gaming über Mobilfunk sind 30 GB und mehr sinnvoll. Schätzen Sie nicht – Ihr Smartphone zeigt den tatsächlichen Verbrauch der letzten Monate in den Einstellungen an.

Was ist der Effektivpreis und warum zählt er?

Der Effektivpreis oder Durchschnittspreis verteilt alle Kosten und Erstattungen auf die gesamte Laufzeit, meist 24 Monate. Er enthält den Grundpreis, die einmalige Anschlussgebühr, Boni sowie den oft höheren regulären Preis nach Ablauf der Aktion. Der beworbene Monatspreis allein ist als Vergleichsgröße wertlos, weil er befristete Aktionen und Einmalkosten ausblendet.

Was passiert, wenn das Datenvolumen aufgebraucht ist?

Es gibt zwei Varianten. Bei der klassischen Drosselung sinkt die Geschwindigkeit auf typischerweise 64 kBit/s – langsam, aber ohne Zusatzkosten. Bei einem Tarif mit Datenautomatik wird stattdessen automatisch kostenpflichtig Volumen nachgebucht, in der Regel bis zu dreimal im Monat. Prüfen Sie vor dem Abschluss, welche Variante gilt.

Was ist eine Datenautomatik und sollte ich sie vermeiden?

Bei der Datenautomatik bucht der Anbieter automatisch kostenpflichtiges Datenvolumen nach, sobald das Inklusivvolumen aufgebraucht ist – meist bis zu dreimal pro Monat. Das kann die Rechnung deutlich erhöhen, ohne dass Sie aktiv zustimmen. Wer die Kosten planbar halten will, wählt einen Tarif ohne Datenautomatik mit einfacher Drosselung.

Was kostet eine Allnet-Flat 2026?

Die Spanne ist groß. Discounter-Tarife mit solidem Datenvolumen starten im einstelligen Euro-Bereich pro Monat, Tarife der Netzbetreiber mit hohem Volumen und voller Geschwindigkeit liegen deutlich darüber. Konkrete Preise ändern sich laufend und enthalten oft befristete Aktionen – vergleichen Sie deshalb den Effektivpreis über die Laufzeit statt den Werbepreis.

Lohnt sich eine Allnet-Flat beim Discounter?

Für die meisten Nutzungsprofile ja. congstar funkt im Telekom-Netz, otelo im Vodafone-Netz, Blau im o2-Netz – die Netzabdeckung ist identisch mit der des Netzbetreibers. Der Unterschied liegt bei der maximalen Surfgeschwindigkeit, die häufig auf 25, 50 oder 100 Mbit/s begrenzt ist. Für Streaming, Videocalls und Navigation reicht das problemlos.

24 Monate Laufzeit oder monatlich kündbar?

Tarife mit 24 Monaten Laufzeit bieten meist die besseren Rabatte und subventionierte Smartphones. Monatlich kündbare Tarife kosten oft nur wenig mehr, verlangen aber häufig eine höhere Anschlussgebühr. Wenn Sie das Netz an Ihrem Wohnort noch nicht getestet haben oder ein Umzug ansteht, ist die flexible Variante die sicherere Wahl.

Sind Auslandsgespräche in der Allnet-Flat enthalten?

Nein. Die Allnet-Flat gilt für Gespräche innerhalb Deutschlands. Innerhalb der EU nutzen Sie Ihren Tarif dank EU-Roaming ohne Aufpreis, allerdings mit einer Fair-Use-Grenze beim Datenvolumen. Anrufe aus Deutschland ins Ausland und Roaming außerhalb der EU kosten extra – das gilt auch für die Schweiz und andere Nicht-EU-Länder.

Worauf sollte ich neben dem Preis noch achten?

Auf fünf Punkte: freigeschaltetes 5G mit der maximalen Surfgeschwindigkeit, EU-Roaming, VoLTE und WLAN Call für Empfang in Gebäuden, eSIM-Unterstützung und die Erlaubnis zum Tethering, falls Sie das Handy als Hotspot nutzen. Diese Merkmale unterscheiden sich zwischen Tarifen deutlich stärker als der Grundpreis.

Quellen und Stand: Marktbeobachtung deutscher Allnet-Flat-Angebote und Vergleichsportale · Leistungsbeschreibungen und Preislisten der Netzbetreiber und Discounter · eigene Einordnung.

Diese Seite nennt bewusst keine konkreten Tarifpreise. Allnet-Flat-Preise ändern sich wöchentlich, laufen über befristete Aktionen und unterscheiden sich je nach Vertriebsweg – jede Preistabelle wäre binnen Tagen veraltet. Verbindlich ist immer die Angabe des Anbieters. Genannte Datenvolumen-Empfehlungen sind Richtwerte. Stand dieser Seite: 22. Juli 2026.