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Allnet-Flat: was sie abdeckt und was trotzdem extra kostet

Eine Allnet-Flat deckt Gespräche und meist SMS in alle deutschen Fest- und Mobilfunknetze ab, dazu die Nutzung im EU-Ausland wie zu Hause. Nicht enthalten sind in der Regel Anrufe von Deutschland ins Ausland – auch in EU-Länder –, Service- und Sonderrufnummern wie 0180, 0900 oder 118-Auskünfte, Kurzwahlen und SMS an Dienste Dritter sowie Verbindungen über Satellit auf Schiffen und in Flugzeugen. Welche Ausnahmen gelten, steht in der Preisliste des Tarifs.

Von Geprüft am 8 Min. Lesezeit

Mann in den Fünfzigern steht am offenen Küchenfenster und telefoniert, auf dem Fensterbrett ein Kaffeebecher
KI-generiert

„Allnet“ steht für alle Netze: Sie telefonieren zum Festpreis in jedes deutsche Fest- und Mobilfunknetz, statt pro Minute zu zahlen. Weil fast jeder Handytarif inzwischen so gebaut ist, entscheidet die Telefon-Flat keinen Vergleich mehr. Wichtiger ist, wo sie endet. Diese Grenzen stehen selten im Angebot, sondern in Preisliste und Produktinformationsblatt.

Für diese Seite haben wir die Preisliste der congstar Allnet Flats (Stand 1. Juli 2026), die erweiterte Preisliste von 1&1, Tarifseiten und Produktinformationsblätter von Telekom, Vodafone, 1&1, otelo und winSIM sowie die Regeln der Bundesnetzagentur ausgewertet. Konkrete Tarifpreise nennen wir nicht, gesetzliche Obergrenzen schon.

Verbreiteter IrrtumMit EU-Roaming telefoniert man auch von Deutschland aus kostenlos in andere EU-Länder

Was stimmtRoaming gilt für Gespräche, die Sie auf Reisen im EU-Ausland führen. Ein Anruf von Deutschland nach Italien ist ein Auslandsgespräch – in vielen Flats nicht enthalten und für Verbraucher auf 19 Cent pro Minute zuzüglich Mehrwertsteuer gedeckelt.

Was „Allnet“ heute umfasst

Der Kern ist überall gleich: unbegrenzt telefonieren innerhalb Deutschlands, in alle Fest- und Mobilfunknetze. Die Telekom schreibt bei MagentaMobil M „Telefonie- und SMS-Flat in alle deutschen Netze“. 1&1 nennt im Produktinformationsblatt eine Festnetz-, eine Mobilfunk- und eine SMS-Flatrate. Bei congstar kosten Gespräche und SMS innerhalb Deutschlands nichts – mit dem ausdrücklichen Zusatz, dass das nicht für Sonder- und Servicerufnummern gilt.

Bei der SMS lohnt ein zweiter Blick. Vodafone nennt für Vodafone Mobil eine SMS-Flat „in alle deutschen Mobilfunknetze“, otelo für die Allnet-Flat Max ebenso. SMS an Festnetznummern sind darin nicht ausdrücklich enthalten. Im Alltag spielt das selten eine Rolle, zeigt aber das Prinzip: Es zählt der Wortlaut im Produktinformationsblatt, nicht das Wort „Allnet“.

Auf Reisen innerhalb der EU nehmen Sie die Flat mit. Die Preisliste von congstar beschreibt die Regel genau: Wer sich in einem Land der EU-Zone aufhält, zahlt für Gespräche in Länder dieser Zone und nach Deutschland den Inlandspreis. Der Anruf aus dem Urlaub in Spanien nach Hause ist also in der Flat. Der Anruf von zu Hause nach Spanien ist es nicht.

Was die Allnet-Flat abdeckt – und was nichtGegenüberstellung: In der Flat: Gespräche in alle deutschen Fest- und Mobilfunknetze, SMS innerhalb Deutschlands – Wortlaut je Tarif prüfen, Im EU-Urlaub: Anrufe ins Aufenthaltsland und nach Deutschland, Notrufe 110 und 112 – Kostet extra: Anrufe von Deutschland ins Ausland, auch in EU-Länder, Service- und Sonderrufnummern wie 0180, 0900 und 118xy, Kurzwahlen und SMS an Dienste Dritter, Netze auf Schiffen, in Flugzeugen und über SatellitWas die Allnet-Flat abdeckt – und was nichtTypische Regeln laut Preislisten und Produktinformationsblättern, Stand Oktober 2026In der FlatGespräche in alle deutschen Fest- undMobilfunknetzeSMS innerhalb Deutschlands – Wortlaut je TarifprüfenIm EU-Urlaub: Anrufe ins Aufenthaltsland und nachDeutschlandNotrufe 110 und 112Kostet extraAnrufe von Deutschland ins Ausland, auch inEU-LänderService- und Sonderrufnummern wie 0180, 0900 und118xyKurzwahlen und SMS an Dienste DritterNetze auf Schiffen, in Flugzeugen und überSatellitQuellen: Preislisten und Produktinformationsblätter von congstar, Telekom, Vodafone und 1&1
Die linke Spalte ist bei fast allen Tarifen gleich, die rechte steht im Kleingedruckten.

Die Ausschlussliste: was die Flat nicht abdeckt

Die Übersicht fasst zusammen, was in den ausgewerteten Preislisten außerhalb der Telefon-Flat liegt. Die Einzelheiten unterscheiden sich je Anbieter, die Richtung ist bei allen gleich.

Was eine Allnet-Flat in der Regel nicht abdeckt, eigene Auswertung von Preislisten und Produktinformationsblättern, Stand Oktober 2026
LeistungIn der Flat?Was stattdessen gilt
Anrufe und SMS von Deutschland ins Auslandmeist neinPreis je Minute nach Länderzone; in andere EU-Länder für Verbraucher höchstens 19 Cent pro Minute und 6 Cent pro SMS, jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer
Service- und Sonderrufnummern (0180, 0137, 0700, 0900)neineigene Preise je Nummernbereich; bei 0900 nennt eine kostenlose Ansage den Preis
Auskunftsdienste (118xy)neinPreis laut kostenloser Ansage zu Beginn des Gesprächs
Kurzwahlen und SMS an Dienste DritterneinTransportpreis des Anbieters plus Preis des Dienstes
Rufumleitung auf einen anderen Anschlussteilweisezur eigenen Mobilbox kostenlos; zu anderen Anschlüssen gelten die Preise wie für ein abgehendes Gespräch
Netze auf Schiffen, in Flugzeugen und über Satellitneinhohe Preise je Minute, mobile Daten oft gesperrt
Telefonieren außerhalb der EU-ZoneneinPreise der jeweiligen Länderzone oder gebuchte Auslandspakete
Massenversand und Weitergabe an DritteausgeschlossenSMS-Flat nur für persönliche Nachrichten, kein automatisierter Versand

Zwei Zeilen verursachen die meisten Überraschungen auf der Rechnung: Auslandsgespräche und Sonderrufnummern. Beide behandeln die nächsten Abschnitte. Hinzu kommen Rückrufe auf unbekannte ausländische Nummern nach einem kurzen Klingeln. Wie diese Ping-Anrufe funktionieren, erklärt der Ratgeber Telefonbetrug.

Anrufe ins Ausland: was die EU deckelt

Für Gespräche aus Deutschland in andere EU-Länder gilt seit Mai 2019 eine Preisobergrenze: höchstens 19 Cent pro Minute und 6 Cent pro SMS, jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer. Sie gilt laut Bundesnetzagentur aus dem Festnetz und aus dem Mobilfunk, für Ziele in der EU sowie in Norwegen, Liechtenstein und Island. Brutto sind das knapp 23 Cent pro Minute. Ohne Flat oder Option darf ein halbstündiges Gespräch nach Wien damit knapp sieben Euro kosten – deutlich mehr, als die meisten bei einer Allnet-Flat erwarten.

Die Grenze hat zwei Lücken. Sie gilt nur für Verbraucher, nicht für Anschlüsse, die geschäftlich genutzt werden. Und Anbieter dürfen höhere Preise verlangen, wenn Kundinnen und Kunden einem anderen Tarif ausdrücklich zugestimmt haben. Für Flatrates, die Gespräche pauschal abrechnen, gilt sie ebenfalls nicht.

Wer regelmäßig ins Ausland telefoniert, braucht deshalb eine Auslandsoption oder einen großen Tarif. Bei der Telekom gehört erst ab MagentaMobil L eine Telefon-Flat in die EU, nach Großbritannien, in die Schweiz und in die Türkei dazu; M bietet nur die Flat in deutsche Netze. Für Gespräche in Länder außerhalb Europas gibt es eigene Tarife, die der Ratgeber Auslandstarife vergleicht.

Mann sitzt abends auf der Bettkante und telefoniert, an der Wand hängt ein gerahmtes Foto eines Küstendorfs
Ein Anruf in die Heimat ist ein Auslandsgespräch – auch wenn das Ziel in der EU liegt. KI-generiert

Zwei Sonderfälle: Beim WLAN-Call aus dem Ausland rechnet congstar Gespräche nach Deutschland wie Inlandsgespräche ab, Gespräche zu ausländischen Nummern aber wie Anrufe von Deutschland ins Ausland. Was WLAN-Call voraussetzt, steht auf der Seite VoLTE und WLAN-Call. Und in Grenznähe kann sich das Handy in ein ausländisches Netz einbuchen; was dann gilt, beschreibt die Seite Roaming in der Grenzregion.

Sonderrufnummern: die teuersten Ausnahmen

Service- und Sonderrufnummern gehören nicht zur Flat. Ihre Preise setzen sich oft aus zwei Teilen zusammen: dem Entgelt Ihres Anbieters für die Verbindung und dem Entgelt des Dienstes. Die Preisliste von congstar zählt diese Bereiche auf:

  • 0180: Service-Dienste von Firmen, je nach Ziffer pro Minute oder pro Verbindung abgerechnet.
  • 0137: Massenverkehrsdienste wie Televoting, meist pro Anruf.
  • 0700: persönliche Rufnummern, die auf einen anderen Anschluss weiterleiten.
  • 0900: Premium-Dienste; den aktuellen Preis nennt eine kostenlose Ansage vor Beginn der Verbindung.
  • 118xy: Auskunftsdienste, ebenfalls mit Preisansage.
  • Satellitennetze wie Inmarsat, Iridium oder Thuraya mit besonders hohen Minutenpreisen.

Kostenlos bleiben die Notrufe 110 und 112. Nummern mit 0800 sind im Inland üblicherweise kostenfrei erreichbar; aus dem Ausland können dafür laut congstar Roamingentgelte anfallen. congstar rät deshalb, auf Reisen die Rufnummern zu wählen, die Firmen eigens für Anrufe aus dem Ausland angeben.

Wer solche Nummern nie braucht, kann sie sperren lassen. Nach § 61 TKG können Sie verlangen, dass bestimmte Rufnummernbereiche und Kurzwahldienste kostenlos im Netz gesperrt werden. Ebenso kostenlos ist die Sperre gegen Abos, die über die Handyrechnung abgebucht werden: die Drittanbietersperre. 1&1 weist in seiner Preisliste ausdrücklich darauf hin, dass sich Sonder- und Premiumdienste kostenlos sperren lassen.

Kleingedrucktes: wann die Flat nicht greift

Eine Flat ist für die persönliche Nutzung gedacht. congstar erlaubt die SMS-Flat nur für private Nachrichten, die von Hand eingegeben werden; Massenversand und automatisierte Programme sind ausgeschlossen. Außerdem stellt der Anbieter alle Leistungen nur zur persönlichen Nutzung bereit, eine Weitergabe an Dritte ist unzulässig. Wer Kundschaft per SMS informieren will, braucht dafür einen eigenen Dienst.

Auch beim Datenvolumen steckt eine Kostenstelle im Kleingedruckten: die Datenautomatik. winSIM nennt im Produktinformationsblatt eine abwählbare Automatik, die bis zu dreimal im Monat 300 MB nachbucht – gegen Entgelt. Wer keine Zusatzkosten will, schaltet sie im Kundenkonto ab und surft nach dem Volumen gedrosselt weiter. Was mit 32 oder 64 kbit/s noch geht, zeigt die Seite Drosselung.

Was stattdessen über den Preis entscheidet

Weil die Telefon-Flat überall gleich ist, unterscheiden sich Allnet-Flats vor allem beim Datenvolumen, beim Höchsttempo und beim Netz. Beim Volumen hilft der Blick in die Einstellungen: Android und iPhone zeigen den mobilen Verbrauch der vergangenen Monate. Eine Schätzung für typische Anwendungen liefert der Datenvolumen-Rechner.

Empfohlenes monatliches Datenvolumen nach Nutzungsprofil Vier Nutzungsprofile mit Empfehlung: Bei überwiegender WLAN-Nutzung reichen 5 bis 10 GB. Für regelmäßige Social-Media-Nutzung und Videocalls unterwegs sind 10 bis 20 GB sinnvoll. Für häufiges Streaming und Navigation 20 bis 50 GB. Für Gaming, Hotspot-Nutzung oder Mobilfunk als Hauptanschluss mehr als 50 GB oder eine Unlimited-Option. Datenvolumen nach Nutzungsprofil Richtwerte pro Monat – der tatsächliche Verbrauch steht in den Handy-Einstellungen Meist im WLAN 5–10 GB Social, Videocalls 10–20 GB Streaming, Navigation 20–50 GB Gaming, Hotspot über 50 GB oder Unlimited
Die meisten Menschen überschätzen ihren Bedarf deutlich – wer viel im WLAN ist, kommt mit erstaunlich wenig aus.

Beim Preis zählt die Summe über die ganze Laufzeit, nicht der beworbene Monatsbetrag. Anschlusspreis, befristete Rabatte und der Vier-Wochen-Takt mancher Prepaid-Tarife verschieben das Ergebnis. Der Effektivpreis-Rechner verteilt alle Posten auf die Monate. Welche Marken in welchem Netz funken und wie schnell sie sind, zeigt die Übersicht der Handytarife.

So prüfen Sie Ihre Flat in fünf Schritten

  1. Produktinformationsblatt öffnen Es nennt Tempo, Datenvolumen und Laufzeit. Bei SMS und Festnetz zählt der genaue Wortlaut.
  2. Preisliste durchsuchen Suchen Sie die Abschnitte zu Sonder- und Servicerufnummern und zu Verbindungen ins Ausland. Dort stehen die Ausnahmen.
  3. Vertragszusammenfassung lesen Sie fasst Laufzeit, Preise und Kündigung zusammen und muss Verbrauchern vor dem Vertragsschluss vorliegen (§ 54 TKG).
  4. Sperren setzen Drittanbietersperre und bei Bedarf die Sperre für Sonderrufnummern beauftragen – beides ist kostenlos.
  5. Erste Rechnung prüfen Posten außerhalb der Flat erscheinen dort einzeln. Die Rechnung muss darauf hinweisen, dass Sie Einwendungen gegen einzelne Posten erheben dürfen (§ 62 TKG).

Nächster Schritt

Ausnahmen kennen, Sperren setzen, dann Angebote über die ganze Laufzeit vergleichen.

Quellen und Stand

Geprüft am 4. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Gilt eine Allnet-Flat auch für Anrufe ins deutsche Festnetz?

Ja. „Allnet“ meint alle deutschen Netze, also Festnetz und Mobilfunk; 1&1 führt dafür im Produktinformationsblatt eine eigene Festnetz-Flatrate auf. Ausgenommen bleiben Service- und Sonderrufnummern wie 0180 oder 0900, auch wenn sie innerhalb Deutschlands liegen.

Was kostet ein Anruf aus dem EU-Urlaub nach Deutschland?

Mit einer Allnet-Flat nichts extra: Im EU-Ausland gelten für Gespräche ins Aufenthaltsland und nach Deutschland die Inlandskonditionen. Außerhalb der EU-Zone berechnen die Anbieter die Preise der jeweiligen Länderzone; die Schweiz und die Türkei liegen bei vielen Anbietern außerhalb.

Kostet eine Rufumleitung auf ein anderes Handy extra?

Die Umleitung zur eigenen Mobilbox ist kostenlos. Leiten Sie auf einen anderen Anschluss um, berechnet etwa congstar die Weiterleitung wie ein abgehendes Gespräch. Innerhalb Deutschlands deckt das die Flat ab, eine Umleitung auf eine ausländische Nummer kostet nach Auslandspreis.

Passt dazu

  • Tarife Blau

    Bis zu 50 Mbit/s, im Schnitt 39,9: Blau nennt einen Durchschnitt – Prepaid läuft bis zu 15 Monate.

  • Tarife Business-Handyvertrag

    Firmen dürfen nach der Laufzeit monatlich kündigen, doch Widerruf und 24-Monats-Grenze fehlen.

  • Tarife congstar

    Prepaid 25, Allnet Flat 50, mit Speed Option 100 Mbit/s: Das Tempo hängt an der Vertragsform.

  • Ratgeber Refurbished oder neu

    Ein Pixel 7 hat noch ein Update-Jahr, ein Pixel 8 vier: Der Preis zählt erst geteilt durch die Restjahre.