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vivo: lange Zusage für die X300-Reihe, späte Updates, leiser Neustart

Für die X300-Reihe sagt vivo fünf Jahre Android-Upgrades und sieben Jahre Sicherheitsupdates zu, also bis Oktober 2032. Das X200 FE bekommt fünf Jahre, für das X200 Pro hat vivo keine Zusage veröffentlicht. Neue Android-Versionen erreichen vivo-Geräte oft erst viele Monate nach Google. In Deutschland verkauft vivo seit November 2025 wieder offiziell, über die eigene Website und Amazon.

Von Geprüft am 6 Min. Lesezeit

Smartphone auf einem kleinen Stativ an einer Steinbalustrade, von hinten gesehen, mit Blick über Fluss und Altstadtdächer
Bild: KI-generiert

vivo ist in Deutschland eine Marke mit Lücken: jahrelang kaum präsent, seit November 2025 mit der X300-Reihe zurück, der deutsche Newsroom aber seit Februar 2024 ohne neue Meldung. Bei den Updates zeigt sich ein ähnliches Bild. Das aktuelle Spitzenmodell hat eine der längsten Zusagen im Markt, ein Vorgänger gar keine. Und neue Android-Versionen kommen bei vivo spät.

Drei X-Modelle, drei verschiedene Zusagen

Die Update-Regeln von vivo gelten je Modell, nicht je Reihe. Das zeigt der Vergleich der drei X-Modelle, die seit 2025 in Europa verkauft werden. Die Daten aus unserer Liste:

Sicherheitsupdates der Modelle von vivo Herstellerangaben
ModellMarktstartUpdates bisArt der Angabe
X300 und X300 ProOktober 2025Oktober 2032Jahre ab Marktstart
X200 FEJuli 2025Juli 2030Jahre ab Marktstart
X200 ProJanuar 2025offenkeine Herstellerangabe
Was vivo für die X-Modelle zusagt, Stand 4. Oktober 2026
ModellAndroid-UpgradesSicherheitsupdatesQuelle der Zusage
X300 und X300 Pro5 Jahre7 JahrePressemitteilung vivo Österreich, EU-Produktseite
X200 FE5 Jahre5 JahrePressemitteilung vivo Italien
X200 Prokeine Angabekeine AngabePressemitteilung ohne Zusage

Das X200 Pro wurde im Januar 2025 mit Funtouch OS 15 vorgestellt, also vor dem Stichtag der EU-Ökodesign-Verordnung. Für Geräte, die seit dem 20. Juni 2025 in Verkehr gebracht werden, müssen bereitgestellte Updates mindestens fünf Jahre ab dem Verkaufsende kostenlos verfügbar bleiben; ein konkretes Enddatum für Käufer ergibt sich daraus nicht. Wer ein X200 Pro gebraucht oder aus Restbeständen kauft, kauft ohne Datum.

Warum neue Android-Versionen bei vivo spät kommen

Eine lange Zusage sagt nichts über das Tempo. Google gab Android 16 am 10. Juni 2025 frei. Die darauf aufbauende Oberfläche OriginOS 6 sollte laut einem in der Fachpresse veröffentlichten Zeitplan ab Anfang November 2025 auf die ersten Modelle kommen, darunter X200 Pro und X200 FE; mehr als 20 ältere Geräte sollten bis Mitte 2026 folgen. Zwischen Googles Freigabe und dem Update auf einem älteren vivo-Gerät lag damit bis zu ein Jahr.

Ein Grund ist der Umbau der Software. Mit der X300-Reihe hat vivo die internationale Oberfläche Funtouch OS durch OriginOS ersetzt, die bisher nur in China lief. Eine Linie statt zwei kann Updates künftig beschleunigen, belegt ist das noch nicht. Für Geräte, die seit dem 20. Juni 2025 in der EU verkauft werden, setzt die Ökodesign-Verordnung zudem Fristen: Sicherheitsupdates spätestens vier Monate, Funktionsupdates spätestens sechs Monate nach Veröffentlichung des Quellcodes – sofern der Hersteller ein Update überhaupt bereitstellt. Bringt vivo für die X300-Reihe die nächste Android-Version heraus, muss sie also spätestens ein halbes Jahr nach Googles Quellcode bereitstehen.

Für Besitzer eines X200 Pro bedeutet das Update auf OriginOS 6 mehr als eine neue Versionsnummer: Die Oberfläche wechselt komplett. Sichern Sie vorher Fotos, Chats und die Apps für die Zwei-Faktor-Anmeldung; wie das geht, steht im Ratgeber Backup fürs Smartphone.

Zurück in Deutschland, mit stillem Newsroom

vivo in Deutschland: Lizenz, Neustart, EnddatenZeitleiste: Februar 2024 – Lizenz mit Nokia: Letzte Meldung im deutschen Newsroom; 2025 – X200 über Amazon: Vorsichtiger Wiedereinstieg; 3. Nov. 2025 – X300-Reihe in Deutschland: Eigene Website und Amazon; Juli 2030 – Ende X200 FE: Fünf Jahre Sicherheitspatches; Oktober 2032 – Ende X300 und X300 Pro: Sieben Jahre Sicherheitsupdatesvivo in Deutschland: Lizenz, Neustart, EnddatenStationen seit dem Patentvertrag mit NokiaFebruar 2024Lizenz mit NokiaLetzte Meldung imdeutschen Newsroom2025X200 über AmazonVorsichtigerWiedereinstieg3. Nov. 2025X300-Reihe inDeutschlandEigene Website undAmazonJuli 2030Ende X200 FEFünf JahreSicherheitspatchesOktober 2032Ende X300 und X300ProSieben JahreSicherheitsupdatesQuellen: vivo Deutschland (Newsroom), vivo Österreich, vivo Italien, heise online
Seit November 2025 verkauft vivo wieder offiziell in Deutschland – angekündigt wurde der Europastart von der österreichischen Pressestelle.

Nach dem Patentstreit mit Nokia war vivo in Deutschland kaum noch vertreten. Im Februar 2024 schlossen beide Unternehmen einen Lizenzvertrag, bis zum Prüfdatum die letzte Meldung im deutschen Newsroom von vivo. 2025 tauchten erste Modelle wie das X200 über Amazon auf, seit dem 3. November 2025 verkauft vivo die X300-Reihe wieder offiziell: über die neu geöffnete deutsche Website und Amazon. Die Pressemitteilung zum Europastart kam aus Wien, vom österreichischen Ableger.

Für Käufer heißt das: Informationen zu Updates, Service und Ersatzteilen finden Sie eher auf den EU- und Österreich-Seiten von vivo als auf den deutschen. Für Gewährleistung und Rückfragen ist Ihr Händler zuständig; bei Amazon kann das ein anderer Verkäufer sein als vivo selbst. Zusätzlich nennt vivo im EU-Datenblatt eine Herstellergarantie von 24 Monaten; als Lieferant ist dort eine spanische vivo-Gesellschaft als Bevollmächtigte eingetragen. Was Ihnen dabei zusteht, erklärt der Ratgeber Garantie und Gewährleistung.

Reparierbarkeit: Klasse C im EU-Datenblatt

Im EU-Datenblatt erreichen X300 Pro und X300 die Reparierbarkeitsklasse C mit einem Index von 3,00. Das ist schwächer als bei vielen Konkurrenten, die bei Klasse B liegen. Von den 34 Smartphones, die vivo in der EU-Datenbank EPREL eingetragen hat, tragen die meisten Klasse C, nur sechs Einträge aus Februar und März 2025 Klasse B. Die Einzelwerte des X300 Pro zeigen, woran es liegt:

vivo X300 Pro im EU-Datenblatt, Punkte im Reparierbarkeitsindex von 0 bis 5
AngabeWert
Ersatzteile5
Reparaturinformationen5
Befestigungselemente3,00
Zerlegungstiefe2,90
Werkzeuge1,20
Software-Aktualisierungen (Dauer)1
Ladezyklen bis 80 Prozent Restkapazität1.200
FalltestKlasse B, 180 Stürze ohne Defekt

Den Index drücken zwei Werte. Für die Werkzeuge gibt es nur 1,2 von 5 Punkten, für wichtige Teile ist nach dieser Bewertung Spezialwerkzeug nötig. Und für die Software-Dauer gibt es nur einen Punkt, weil vivo im Datenblatt lediglich fünf Jahre garantiert. Beim Akku steht das X300 Pro dagegen gut da: 1.200 Ladezyklen, die EU verlangt mindestens 800.

Bemerkenswert ist die Update-Angabe. vivo wirbt mit sieben Jahren ab Marktstart, im Datenblatt stehen fünf Jahre ab dem Ende des Inverkehrbringens. Dieses Ende hat vivo bereits eingetragen: Laut EU-Datenbank wurde die X300-Reihe vom 14. Oktober 2025 bis zum 1. April 2026 in der EU in Verkehr gebracht. Das gesetzliche Minimum reicht damit bis April 2031, die Zusage des Herstellers bis Oktober 2032. Im Datenblatt garantiert ist nur das frühere Datum. Wie Sie die Werte lesen, erklärt der Ratgeber zum EU-Energielabel; was bei einem Displayschaden auf Sie zukommt, steht unter Display-Reparatur.

Was ein X300 pro Update-Jahr kostet

Bei einem neu gekauften X300 Pro bleiben im Oktober 2026 noch 72 Monate Sicherheitsupdates. Die Preise im Beispiel sind Annahmen in der Größenordnung der Preisklasse, keine Angebote. Angenommen, das X300 Pro kostet 1.100 Euro, sind das rund 183 Euro je Update-Jahr. Das X300 kommt bei angenommenen 850 Euro auf rund 142 Euro. Ein X200 FE, angenommen für 450 Euro, ist bis Juli 2030 versorgt, also noch 45 Monate – das ergibt 120 Euro je Jahr.

Wie viel die Herstellerzusage wert ist, zeigt die Gegenrechnung mit dem Datenblatt: Gilt nur das gesetzliche Minimum bis April 2031, blieben ab Oktober 2026 noch 54 Monate, beim X300 Pro also rund 244 Euro je Update-Jahr statt 183 Euro. Das X300 Pro kostet in diesem Beispiel mehr als doppelt so viel wie das X200 FE, pro Update-Jahr aber nur rund die Hälfte mehr. Für das X200 Pro lässt sich keine solche Rechnung aufstellen: Ohne Enddatum fehlt die wichtigste Größe. Eigene Preise rechnen Sie im Restlaufzeit-Rechner nach.

Vorsicht bei Importgeräten

vivo bringt viele Modelle zuerst in China auf den Markt, dort mit eigener Software und teils anderen Frequenzbändern. Ein Importgerät kann Updates aus einer anderen Region bekommen oder in deutschen Netzen nicht alle Bänder unterstützen. Prüfen Sie vor dem Kauf die Bandliste, mehr dazu unter Frequenzen und Importhandys.

Nächster Schritt

Marken mit ähnlich langen Zusagen und veröffentlichten Enddaten im Vergleich.

Quellen und Stand

Geprüft am 4. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Was ist OriginOS?

OriginOS ist die Android-Oberfläche von vivo, die bis 2025 nur in China lief. Mit der X300-Reihe hat sie international Funtouch OS abgelöst. Ältere Modelle wie das X200 Pro bekommen sie mit dem Update auf Android 16.

Bekommt das vivo X200 Pro noch Updates?

Ja, es stand auf dem Zeitplan für OriginOS 6 auf Basis von Android 16. Wie lange danach noch Sicherheitsupdates kommen, hat vivo für das X200 Pro nicht veröffentlicht. Achten Sie beim Gebrauchtkauf auf das Datum des letzten Sicherheitspatches in den Einstellungen.

Wo bekomme ich Ersatzteile für ein vivo?

Im EU-Datenblatt des X300 verweist vivo für Ersatzteile und Richtpreise auf die eigene Seite vivospareparts.com. Für Geräte, die seit dem 20. Juni 2025 in Verkehr kommen, müssen Fachwerkstätten wichtige Teile bis sieben Jahre nach dem Verkaufsende bekommen können. Bei einem Mangel in den ersten zwei Jahren ist zuerst der Händler zuständig.

Passt dazu

  • Smartphones Xiaomi

    Enddatum je Gerät: Redmi Note 14 bis 2031, das Note 14 5G vom selben Tag nur bis 2029.

  • Smartphones ZTE

    Keine eigene Frist: Alle acht ZTE-Datenblätter nennen fünf Jahre ab Verkaufsende, das EU-Minimum.

  • Smartphones Doro

    Enddatum für jedes Modell: Aurora bis 1. Januar 2031, Leva-Tastenhandys bis Ende 2030 oder März 2031.

  • Netze VoLTE und WLAN Call

    WLAN Call ist bei 36 von 43 Marken belegt. Im Ausland kostet der Anruf ins Urlaubsland wie aus Deutschland.