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Zweitkarte und Notfall-SIM: Welche Karte am längsten aktiv bleibt

Als Notfall- oder Zweitkarte eignet sich eine Prepaid-Karte ohne Grundpreis, die lange ohne Aufladung aktiv bleibt. Nach den Vertragsbedingungen hält Aldi Talk am längsten: Eine Aufladung in der höchsten Stufe hält die Karte bis zu 24 Monate aktiv, danach folgen zwei Monate passive Erreichbarkeit. Blau und EDEKA smart kommen auf 15 Monate, NettoKOM und Ortel Mobile auf bis zu 14, Ay Yildiz und WhatsApp SIM auf 8.

Von Geprüft am 8 Min. Lesezeit

Hand einer älteren Frau legt im geparkten Auto ein ausgeschaltetes Handy in ein Ablagefach, bei bedecktem Tageslicht
KI-generiert

Eine Zweitkarte hat viele Aufgaben. Sie steckt im Notfallhandy im Auto, im einfachen Telefon für die Großeltern oder im alten Smartphone für die Reise. Oder sie dient als zweite Nummer im eigenen Handy.

Für alle diese Fälle gilt dasselbe Risiko: Eine Karte, die monatelang nicht aufgeladen wird, schaltet der Anbieter irgendwann ab. Wie lange das dauert, steht in den Geschäftsbedingungen, und die Unterschiede zwischen den Marken sind groß.

So lange bleiben Prepaid-Karten ohne Aufladung aktiv

Die Tabelle stellt die Regeln aus Leistungsbeschreibungen, AGB und Preislisten nebeneinander. Die aktive Frist beginnt mit der Aktivierung oder der letzten Aufladung; in dieser Zeit können Sie telefonieren und surfen. Danach folgt bei vielen Marken eine passive Phase, in der nur noch Anrufe und SMS ankommen. Wird auch dann nicht aufgeladen, wird die Karte deaktiviert und der Vertrag endet ohne Kündigung.

Fristen bis zur Abschaltung ungenutzter Prepaid-Karten laut Vertragsbedingungen, Stand Oktober 2026
Marke (Netz)Aktive FristPassiv erreichbarLängste Zeit bis zur AbschaltungGrundlage
Aldi Talk (o2)12 Monate ab Aktivierung; jede Aufladung ab dem Mindestbetrag verlängert je nach Höhe um 4, 8, 12 oder 24 Monate, höchstens auf 242 Monate26 MonateLeistungsbeschreibung 09/2026
Blau (o2)12 Monate nach einer Aufladung ab dem Mindestbetrag laut AGB; kleinere Aufladungen fügen je 6 Monate hinzu, höchstens bis 12; Startguthaben 6 Monate3 Monate15 MonateAGB Juli 2026, Ziffern 6.3 und 6.4
EDEKA smart (Telekom)12 Monate nach der letzten Aufladung3 Monate15 MonateService-Seite EDEKA smart
NettoKOM (o2)12 Monate nach einer Aufladung ab dem Mindestbetrag, Startguthaben 12 Monate2 Monate14 MonateAGB Juni 2026, Ziffern 6.3 und 6.4
Ortel Mobile (o2)3 Monate ab Aktivierung; jede Aufladung ab dem Mindestbetrag verlängert um 6 Monate, höchstens auf 122 Monate14 MonatePreisliste vom 25. August 2026
Ay Yildiz (o2)6 Monate nach einer Aufladung ab dem Mindestbetrag, Startguthaben 6 Monate2 Monate8 MonateAGB Juli 2026, Ziffern 6.3 und 6.4
WhatsApp SIM (o2)Aktivitätsfenster von 6 Monaten, jede Aufladung setzt es wieder auf 6 Monate2 Monate8 MonatePreisliste ab 1. September 2026
o2 Prepaid (o2)Guthaben 6 Monate ab Aufladung nutzbar, keine automatische Abschaltung geregelt–keine feste FristAGB Juli 2026; Kündigung durch o2 mit 30 Tagen möglich
FONIC (o2)keine Frist in den AGB–keine feste FristAGB Juni 2026; Kündigung durch Telefónica mit 30 Tagen möglich
Tchibo Mobil (o2)keine Frist in den AGB–keine feste FristAGB Juli 2026; Kündigung durch Tchibo Mobil mit 30 Tagen möglich
congstar Prepaid (Telekom)keine Frist in den AGB–keine feste FristAGB Prepaid; Kündigung durch congstar mit einem Monat Frist möglich
Wie lange eine Prepaid-Karte nach der letzten Aufladung lebtBalkendiagramm: Aldi Talk: bis 26 Monate; Blau: 15 Monate; EDEKA smart: 15 Monate; NettoKOM: 14 Monate; Ortel Mobile: bis 14 Monate; Ay Yildiz: 8 Monate; WhatsApp SIM: 8 MonateWie lange eine Prepaid-Karte nach der letzten Aufladung lebtLängste Zeit bis zur Abschaltung laut Vertragsbedingungen, aktive plus passive PhaseAldi Talkbis 26 MonateBlau15 MonateEDEKA smart15 MonateNettoKOM14 MonateOrtel Mobilebis 14 MonateAy Yildiz8 MonateWhatsApp SIM8 MonateQuellen: AGB, Leistungsbeschreibungen und Preislisten der Marken, Stand Juni bis September 2026
Bei Aldi Talk hält eine Aufladung in der höchsten Stufe die Karte gut zwei Jahre, bei Ay Yildiz und WhatsApp SIM nur acht Monate.

Die Mindestbeträge für die Aufladung sind niedrig. Bei Blau startet eine Aufladung ab 2,50 Euro die zwölf Monate neu, bei NettoKOM, Ortel und Ay Yildiz sind es 5 Euro. Bei Aldi Talk hängt die Verlängerung an der Höhe der Aufladung; erst eine Aufladung in der höchsten Stufe ab 30 Euro bringt die vollen 24 Monate. Auch die Bezahlung einer Tarifoption per Bankkonto zählt bei Aldi Talk als Aufladung.

„Keine feste Frist“ heißt nicht, dass eine Karte ewig hält. Der Vertrag läuft unbefristet, und der Anbieter kann ihn ordentlich kündigen, bei den genannten Marken mit 30 Tagen oder einem Monat Frist. Ob und wann er das bei ungenutzten Karten tut, regeln die AGB nicht. Für andere Marken, etwa im Vodafone-Netz, haben wir in den gelesenen Unterlagen keine Frist gefunden; fragen Sie dort vor dem Kauf nach.

Verbreiteter IrrtumEine Prepaid-Karte bleibt aktiv, solange noch Guthaben darauf ist.

Was stimmtBei vielen Marken zählt die letzte Aufladung, nicht das Guthaben. Bei Blau lässt sich Guthaben zwölf Monate nach der letzten Aufladung ab dem Mindestbetrag nicht mehr nutzen, nach drei weiteren Monaten wird die Karte abgeschaltet.

Was die Fristen im Alltag bedeuten

Ein Beispiel mit Aldi Talk: Sie aktivieren die Karte im Oktober 2026 und laden sofort in der höchsten Stufe auf. Damit ist das Aktivitätsfenster für 24 Monate gesetzt, bis Oktober 2028. Bis Dezember 2028 ist die Karte noch passiv erreichbar, danach ist sie abgeschaltet. Eine weitere Aufladung vor Ablauf schiebt das Fenster wieder nach hinten, aber nie über 24 Monate hinaus.

Bei Blau sieht derselbe Fall anders aus. Eine Aufladung ab dem Mindestbetrag hält die Karte zwölf Monate aktiv und drei Monate passiv. Wer nur das Startguthaben nutzt, hat sechs Monate plus drei. Für eine Notfallkarte genügt also eine kleine Aufladung im Jahr, sie muss aber pünktlich kommen.

Über zwei Jahre gerechnet braucht eine Aldi-Talk-Karte damit eine Aufladung in der höchsten Stufe, eine Blau-Karte zwei kleine Aufladungen im Abstand von höchstens zwölf Monaten. Am sichersten ist ein fester Termin im Kalender, etwa der Geburtstag der Person, die das Notfallhandy nutzt.

Das aufgeladene Geld ist nicht verloren. Bei Vertragsende, auch nach einer Abschaltung wegen fehlender Aufladung, zahlen etwa Aldi Talk, Blau und FONIC Restguthaben auf Antrag in Textform aus. Bonusguthaben ist davon ausgenommen, bei Aldi Talk und FONIC auch das Startguthaben.

Teuer wird eine Notfallkarte nur, wenn eine Tarifoption gebucht ist, die alle vier Wochen Guthaben abbucht. Für eine Karte, die vor allem erreichbar sein soll, bleibt deshalb der Basistarif ohne Option die richtige Wahl. Welche Marken bei leerem Guthaben was tun, erklärt der Ratgeber Prepaid.

Notfallhandy für Angehörige

Soll ein älterer Mensch ein einfaches Handy für den Notfall bekommen, zählt neben der Karte das Gerät. Telefonieren über das LTE-Netz klappt nur mit VoLTE, also Sprachtelefonie über LTE; ohne diese Funktion weicht ein Handy für Anrufe auf ältere Netze aus. Ein neues Notfallhandy sollte deshalb 4G mit VoLTE beherrschen, damit es auch nach dem Ende von 2G telefonieren kann. Worauf es bei Tasten und Notruftaste ankommt, zeigen die Kaufberatungen Seniorenhandy und Tastenhandy.

MultiSIM, Zusatzkarte oder eigene Prepaid-Karte

Nicht jede zweite Karte muss eine eigene Prepaid-Karte sein. Welche Lösung passt, hängt davon ab, ob ein zweites Gerät oder eine zweite Person versorgt werden soll.

Welche zweite Karte zu welchem Zweck passt
ZweckPassende LösungWorauf achten
Notfallhandy, selten genutztPrepaid-Karte ohne GrundpreisFrist bis zur Abschaltung, Aufladung einplanen
Zweites eigenes Gerät mit derselben NummerMultiSIM zum Vertragteilt Volumen und endet mit dem Hauptvertrag
Zweite Person im HaushaltZusatzkarte zum Vertrag oder eigener Tarifmonatlicher Grundpreis, eigene Rufnummer
Zweite Nummer im eigenen HandyeSIM oder zweite Karte per Dual-SIMGerät muss Dual-SIM können
Tablet oder LaptopDaten-SIM oder Daten-ZusatzkarteVolumen, eSIM-Fähigkeit des Geräts

Die Telekom beschreibt den Unterschied so: Die PlusKarte ist für zusätzliche Nutzer gedacht und hat eine eigene Rufnummer. Die MultiSIM ist für zusätzliche Geräte gedacht und nutzt Rufnummer und Datenvolumen des Hauptvertrags. Wie das bei anderen Anbietern geregelt ist, vergleicht der Ratgeber MultiSIM und Family-Cards. Für Tablet und Laptop gibt es eigene Angebote, beschrieben unter Datentarif.

Für ein Notfallhandy hat die MultiSIM einen Haken: Sie hängt am Hauptvertrag. Wer den Anbieter wechselt oder den Vertrag kündigt, muss auch das Notfallgerät umstellen. Eine eigene Prepaid-Karte bleibt davon unberührt.

Zweite Nummer im selben Handy

Wer keine zweite Hardware braucht, legt die Zweitkarte ins eigene Smartphone. Beim iPhone geht das ab dem iPhone XS; ab dem iPhone 13 können sogar zwei eSIMs gleichzeitig aktiv sein. Laut Apple können beide Nummern Anrufe tätigen und empfangen sowie SMS senden und empfangen. Mobile Daten laufen dagegen immer nur über eine der beiden Leitungen.

Das ist praktisch für eine berufliche Nummer oder eine Reise-eSIM, ersetzt aber kein Notfallhandy, denn mit dem Hauptgerät fällt auch die zweite Nummer aus. Welche Geräte zwei Karten können und wo die Grenzen liegen, erklärt die Kaufberatung Dual-SIM; Reisen mit eSIM behandelt die Seite Reise-eSIM.

Geöffnete Küchenschublade mit einem umgedrehten Handy, einem Ladekabel, einer Taschenlampe und Ersatzbatterien
Ein Notfallhandy hilft nur, wenn Akku und Karte bereit sind. Beides braucht einen festen Termin im Jahr. KI-generiert

Notruf mit der Zweitkarte

Der Notruf muss nach § 4 Notrufverordnung auch dann funktionieren, wenn kein Guthaben mehr da ist oder der Telefondienst wegen Zahlungsverzugs gesperrt ist. Ohne Mobilfunkkarte ist ein Notruf aus dem Handynetz dagegen nicht zulässig. Ob eine Karte, die nach Fristablauf deaktiviert wurde, noch als Mobilfunkkarte angenommen wird, regelt die Verordnung nicht ausdrücklich. Verlassen sollten Sie sich darauf nicht; halten Sie die Karte lieber aktiv.

Ein zweiter Punkt betrifft das Gerät. Ältere Handys, die nur das 2G-Netz beherrschen, verlieren mit der Abschaltung von 2G den Netzzugang, auch mit aktiver Karte. Die Termine je Netz stehen im Ratgeber 2G-Abschaltung, mehr zum Notruf unter Notruf.

Checkliste für die Notfallkarte

  1. Karte ohne Grundpreis wählen Keine Tarifoption buchen, die alle vier Wochen Guthaben abbucht.
  2. Sofort aktivieren Identifizierung und Freischaltung gleich erledigen; die Wege beschreibt SIM-Karte aktivieren.
  3. Frist notieren Ende der aktiven Phase in den Kalender eintragen. Aldi Talk zeigt das Aktivitätsfenster im Kundenportal an.
  4. PIN und PUK aufschreiben Getrennt vom Handy aufbewahren; was bei gesperrter Karte hilft, steht unter SIM-PIN und PUK.
  5. Nummer weitergeben Die Rufnummer der Notfallkarte in den Kontakten der Familie speichern, damit Anrufe von ihr sofort erkannt werden.
  6. Einmal im Jahr testen Handy laden, einen Testanruf führen und rechtzeitig aufladen.

Nächster Schritt

Die Marken aus der Tabelle unterscheiden sich auch bei Netz, Tempo und Verhalten bei leerem Guthaben. Die Tarif-Übersicht stellt sie nebeneinander.

Quellen und Stand

Geprüft am 5. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Was passiert mit dem Guthaben, wenn die Karte abgeschaltet wird?

Mit der Abschaltung endet der Vertrag. Restguthaben zahlen Anbieter wie Aldi Talk, Blau oder FONIC auf Antrag in Textform auf ein Bankkonto aus. Bonusguthaben gibt es nicht zurück, bei Aldi Talk und FONIC auch kein Startguthaben.

Kann ich meine Nummer nach der Abschaltung noch mitnehmen?

Nur eingeschränkt. Das Telekommunikationsgesetz sichert die Mitnahme bis einen Monat nach Vertragsende, wenn Sie selbst gekündigt haben. Ortel Mobile erlaubt sie laut Preisliste noch 90 Tage nach der Deaktivierung; bei anderen Marken fragen Sie vorher nach.

Brauche ich für eine Zweitkarte einen Ausweis?

Ja. Anbieter müssen Prepaid-Kunden vor der Freischaltung identifizieren, das schreibt § 172 Telekommunikationsgesetz vor. Üblich sind Video-Ident, Postident, der Online-Ausweis oder die Prüfung in einer Filiale.

Lohnt sich eine Zweitkarte im Vertrag?

Für eine selten genutzte Notfallkarte meist nicht, weil jeden Monat ein Grundpreis anfällt. Sinnvoll ist eine Zusatzkarte im Vertrag, wenn eine zweite Person regelmäßig telefoniert und surft. Für ein zweites eigenes Gerät mit derselben Nummer ist die MultiSIM gedacht.

Passt dazu

  • Tarife Smartwatch-Tarif

    eSIM für Uhren: welches Netz welche Uhr unterstützt

  • Tarife Mobiles Internet zuhause

    Ein Festnetzanschluss verbraucht im Schnitt 376 GB im Monat – ein Router-Tarif mit 100 GB wäre damit nach gut acht Tagen aufgebraucht.

  • Tarife Handyvertrag ohne Schufa

    Prepaid kommt ohne Bonitätsprüfung aus; im neuen Schufa-Score kosten schon zwei Anfragen von Handyanbietern in zwölf Monaten Punkte.

  • Smartphones Google

    Sieben Jahre ab Start im US-Google-Store, auch für die a-Reihe – Pixel 6 endet im Oktober 2026.