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Frequenzbänder in Deutschland: was funkt und was Importhandys fehlt
Mobilfunk funkt in Deutschland in acht Frequenzbereichen zwischen 700 MHz und 3,8 GHz. Ein Handy sollte vor allem die LTE-Bänder 20 (800 MHz), 3, 1, 7, 8 und 28 sowie für 5G die Bänder n78 und n28 beherrschen. Fehlt Band 20, leidet der Empfang in der Fläche und in Gebäuden. Importgeräte haben solche Lücken nicht zwangsläufig: Beim iPhone 18 Pro decken alle Ländervarianten die deutschen Bänder ab – entscheidend ist die Modellnummer.

Frequenzen sind die knappste Ressource im Mobilfunk. Die Bundesnetzagentur teilt sie den Netzbetreibern für eine feste Zeit zu und stellt sie grundsätzlich technologie- und diensteneutral bereit: Ob ein Band für 2G, LTE oder 5G genutzt wird, entscheidet der Betreiber. Für Sie hat das eine praktische Folge. Ihr Handy muss die Bänder kennen, auf denen Ihr Netz funkt – sonst bleibt der Empfang schwach, obwohl der Mast in Sichtweite steht.
Alle Bänder auf einen Blick
Die Übersicht der Bundesnetzagentur mit Stand 29. Januar 2026 zeigt, wer in welchem Bereich funkt. Die Bandnummern stammen aus der Normung des Gremiums 3GPP; so stehen sie auch in den Datenblättern der Handys. Die Zeitangaben nennen das Ende der jeweiligen Zuteilung.
| Bereich | LTE-Band | 5G-Band | Wer dort funkt | zugeteilt bis |
|---|---|---|---|---|
| 700 MHz | 28 | n28 | Telekom, Vodafone, o2 (je 2 × 10 MHz) | 2033 |
| 800 MHz | 20 | – | Telekom, Vodafone, o2 (je 2 × 10 MHz) | 2030 |
| 900 MHz | 8 | – | Telekom (2 × 15 MHz), Vodafone, o2 (je 2 × 10 MHz) | 2033 |
| 1.500 MHz | 32 | – | Telekom, Vodafone (je 20 MHz, nur Download) | 2033 |
| 1.800 MHz | 3 | – | Telekom (2 × 30 MHz), Vodafone (2 × 25 MHz), o2 (2 × 20 MHz) | 2030 bis 2036 |
| 2.100 MHz | 1 | n1 | Telekom, Vodafone (je 2 × 20 MHz), o2, 1&1 (je 2 × 10 MHz) | 2040 |
| 2.600 MHz | 7 | – | Telekom, Vodafone (je 2 × 20 MHz), o2 (2 × 30 MHz, davon 2 × 10 MHz an 1&1 überlassen) | 2030 |
| 3.400 bis 3.700 MHz | – | n78 | Telekom, Vodafone (je 90 MHz), o2 (70 MHz), 1&1 (50 MHz) | 2040 |
| 3.700 bis 3.800 MHz | – | n78 | lokale Netze, etwa auf Werks- und Campusgeländen | bis zu 10 Jahre, längstens 2040 |
Zwei Angaben brauchen eine Erklärung. „2 × 10 MHz“ bedeutet gepaartes Spektrum: je 10 MHz für die Richtung zum Handy und für die Richtung zurück zum Mast. Bei 1.500 MHz gibt es nur eine Richtung – das Band verstärkt ausschließlich den Download und arbeitet immer zusammen mit einem anderen Band. Mehr Spektrum macht ein Netz nicht automatisch besser, es bestimmt aber, wie viel Kapazität ein Standort verteilen kann.
Auf den übrigen LTE-Bändern kann 5G per Spektrumteilung mitlaufen; Ende 2025 waren rund 82 Prozent der 5G-fähigen Basisstationen so realisiert. Den ungepaarten Teil des 2,6-GHz-Bereichs, im Datenblatt Band 38, hat die Bundesnetzagentur nicht verlängert, weil er nicht effizient genutzt wurde. Reserviert ist außerdem Spektrum für den Bahnfunk: das alte GSM-R bei 900 MHz und künftig dessen Nachfolger FRMCS, unter anderem bei 1.900 MHz.
Warum niedrige Frequenzen weiter tragen
Je niedriger die Frequenz, desto weiter reicht das Signal und desto besser dringt es in Gebäude. Je höher die Frequenz, desto mehr Bandbreite steht zur Verfügung, allerdings auf kürzere Distanz. Deshalb kombinieren die Netzbetreiber beides: die Bänder unter 1 GHz für die Fläche, 1.800 bis 2.600 MHz für Kapazität und 3,6 GHz für hohe Datenraten in Städten.
Wie wichtig das untere Ende ist, zeigt das 800-MHz-Band. Es wird nach Feststellung der Bundesnetzagentur nahezu flächendeckend eingesetzt, und die Netzbetreiber nennen es das Rückgrat der mobilen Breitbandversorgung in der Fläche. Mehr zur Rolle von LTE steht unter LTE und 4G, zu den 5G-Bändern unter 5G-Netz.
1&1 hat als einziger Netzbetreiber keine eigenen Frequenzen unter 1 GHz. Wo das eigene Netz nicht reicht, funken 1&1-Kunden über National Roaming bei Vodafone. Die Bundesnetzagentur hat die Inhaber der 800-MHz-Frequenzen zudem verpflichtet, mit 1&1 über eine gemeinsame Nutzung von mindestens 2 × 5 MHz unter 1 GHz zu verhandeln. Hintergründe stehen unter 1&1 und National Roaming.
Importhandys: wo die Lücken wirklich liegen
Verbreiteter IrrtumEin Handy aus den USA oder aus China funkt in Deutschland nur eingeschränkt.
Was stimmtEs kommt auf die Modellnummer an. Beim iPhone 18 Pro decken laut Apple alle vier Ländervarianten die Bänder 20 und 28 sowie n28 und n78 ab. Lücken entstehen eher bei Geräten, die nur für einen Markt gebaut werden, und bei VoLTE und WLAN Call.
Für Deutschland ist vor allem Band 20 heikel. Die Frequenzen um 800 MHz gehören zur sogenannten Digitalen Dividende – sie wurden früher für Fernsehen genutzt und gingen dann an den Mobilfunk. Geräte für andere Weltregionen müssen dieses Band nicht unterstützen. Ob ein Modell betroffen ist, verrät nur die Bandliste zur genauen Modellnummer; beim selben Gerät kann sie je nach Land abweichen.
| Band | Frequenz | Bedeutung | Was ohne dieses Band fehlt |
|---|---|---|---|
| 20 | 800 MHz | unverzichtbar | Empfang auf dem Land und in Gebäuden |
| 3 | 1.800 MHz | unverzichtbar | das LTE-Kapazitätsband aller drei großen Netze |
| 1, 7 und 8 | 2.100, 2.600 und 900 MHz | wichtig | Tempo in Städten und Ausweichbänder in einzelnen Netzen |
| 28 und n28 | 700 MHz | wichtig | zusätzliche Reichweite und 5G in der Fläche |
| n78 | 3,6 GHz | wichtig für 5G | das 5G-Kapazitätsband, das alle vier Netze nutzen |
| 32 | 1.500 MHz | Zusatz | etwas Download-Kapazität bei Telekom und Vodafone |
So lesen Sie die Bandliste im Datenblatt
Hersteller geben die unterstützten Bänder meist in Kurzform an, etwa „LTE FDD: B1/B3/B7/B8/B20/B28“ und „5G NR: n1/n28/n78“. Das B steht für ein LTE-Band, das n für ein 5G-Band nach der Nummerierung von 3GPP. Prüfen Sie die Liste immer zur genauen Modellnummer, nicht nur zum Modellnamen.
- Modellnummer finden Sie steht auf der Verpackung und in den Einstellungen unter den Geräteinformationen.
- Bandliste des Herstellers öffnen Apple führt auf seiner Seite zu unterstützten Netzen jede Modellnummer mit allen Bändern auf; andere Hersteller nennen sie in den technischen Daten.
- Mit der Liste oben abgleichen Fehlt Band 20 oder Band 3, ist das Gerät für Deutschland nur eingeschränkt geeignet.
- VoLTE klären Fragen Sie beim Händler oder Anbieter nach, ob das Gerät im gewünschten Netz VoLTE nutzt – die Bandliste verrät das nicht. Bei gebrauchten Geräten kommen weitere Prüfpunkte dazu, die unter Gebrauchtes Handy kaufen stehen.
Zwei weitere Punkte sind bei Importware oft wichtiger als die Bänder. Erstens VoLTE und WLAN Call: Vodafone weist darauf hin, dass WiFi Calling bei Geräten, die bei einem anderen Anbieter oder im Ausland gekauft wurden, möglicherweise nicht funktioniert. Fehlt VoLTE, telefoniert das Handy bis 2028 über 2G – und danach gar nicht mehr im Mobilfunknetz; Einzelheiten unter VoLTE und WLAN Call.
Zweitens die SIM-Karte: Apple aktiviert das iPhone Air und das iPhone Duo nur mit eSIM, eine physische Karte passt dort nicht hinein. Wie eSIM und Gerätenummer zusammenhängen, steht unter eSIM und IMEI. Wer umgekehrt mit einem deutschen Gerät verreist, findet die Besonderheiten der US-Netze unter USA.

Was sich bei den Frequenzen ändert
Die Nutzungsrechte bei 800, 1.800 und 2.600 MHz wären Ende 2025 ausgelaufen. Statt sie neu zu versteigern, hat die Bundesnetzagentur sie im März 2025 um fünf Jahre bis Ende 2030 verlängert, verbunden mit neuen Ausbauauflagen; die Zuteilungsbescheide ergingen am 13. Juni 2025. 2028 will die Behörde entscheiden, wie die Frequenzen ab 2031 vergeben werden – möglicherweise zusammen mit Spektrum, dessen Zuteilung bis 2033 oder 2036 läuft.
Parallel laufen weitere Verfahren. Nach Urteilen des Verwaltungsgerichts Köln vom August 2024 muss die Bundesnetzagentur über die Regeln der 5G-Vergabe von 2019 neu entscheiden. Die Zuteilungen bei 2 GHz und 3,6 GHz bleiben gültig, bis sie angepasst oder neu erlassen werden, und für Kundinnen und Kunden hat das nach Angaben der Behörde keine negativen Folgen. Außerdem hat die Behörde Anfang 2026 angehört, wie eine kooperative Mitnutzung von Frequenzen bei 800, 1.800 und 2.600 MHz aussehen kann.
Welche Auflagen mit der Verlängerung verbunden sind, erklärt Funkloch. Was die Frequenzen für das Netz an Bahnstrecken bedeuten, steht unter Netz im Zug, was Satelliten dürfen, unter Handy über Satellit. Die Übersicht aller Netzthemen bietet die Seite Netzbetreiber.
Quellen und Stand
- Bundesnetzagentur: Drahtloser Netzzugang in den Bereichen von 700 MHz bis 3,8 GHz – Übersicht der zugeteilten Frequenzen, Stand 29.01.2026
- Bundesnetzagentur: Mobilfunknetze – Neubescheidung der 5G-Vergabe, Anhörung zur kooperativen Mitnutzung
- Bundesnetzagentur: Abgeschlossene Verfahren – Verlängerungszuteilungen vom 13. Juni 2025
- Bundesnetzagentur: Präsidentenkammerentscheidung 2025 – Verlängerung bis 2030, Entscheidung 2028, 800 MHz, Band 38, Verhandlungspflicht unter 1 GHz
- Bundesnetzagentur: Jahresbericht Telekommunikation 2025 – technologieneutrale Bereitstellung, DSS-Anteil
- 3GPP: TS 36.101 – E-UTRA, User Equipment radio transmission and reception – Definition der LTE-Bänder
- Apple: iPhone – Unterstützte 5G und LTE Netze – Bandlisten der Ländervarianten, eSIM-Modelle
- Bundesamt für Strahlenschutz: LTE – Digitale Dividende, genutzte Frequenzbereiche
- Vodafone: WiFi Calling – Geräte aus dem Ausland
Geprüft am 4. Oktober 2026.
Häufige Fragen
Was bedeutet n78 im Datenblatt?
n78 ist die Bezeichnung der Normungsorganisation 3GPP für das 5G-Band zwischen 3,3 und 3,8 GHz. In Deutschland liegen dort die 5G-Frequenzen aller vier Netzbetreiber und die lokalen Netze von Unternehmen. Ein 5G-Handy ohne n78 ist für Deutschland kaum geeignet.
Kann ein Update fehlende Bänder nachrüsten?
In aller Regel nicht. Welche Bänder ein Handy empfängt, hängt an Modem, Antennen und deren Zulassung. Updates ändern eher netzspezifische Einstellungen, etwa für VoLTE oder WLAN Call.
Funktioniert ein in Deutschland gekauftes Handy in den USA?
Meist ja, aber nicht immer auf allen Frequenzen. In den USA sind zum Teil andere Bänder verbreitet. Viele aktuelle Geräte decken sie mit ab – beim iPhone 18 Pro hat etwa auch die Variante für Europa zahlreiche US-Bänder an Bord.
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