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Frequenzbänder in Deutschland: was funkt und was Importhandys fehlt

Mobilfunk funkt in Deutschland in acht Frequenzbereichen zwischen 700 MHz und 3,8 GHz. Ein Handy sollte vor allem die LTE-Bänder 20 (800 MHz), 3, 1, 7, 8 und 28 sowie für 5G die Bänder n78 und n28 beherrschen. Fehlt Band 20, leidet der Empfang in der Fläche und in Gebäuden. Importgeräte haben solche Lücken nicht zwangsläufig: Beim iPhone 18 Pro decken alle Ländervarianten die deutschen Bänder ab – entscheidend ist die Modellnummer.

Von Geprüft am 6 Min. Lesezeit

Stahlmast mit vielen unterschiedlichen Antennen, von unten fotografiert vor einem violett-orangen Abendhimmel
KI-generiert

Frequenzen sind die knappste Ressource im Mobilfunk. Die Bundesnetzagentur teilt sie den Netzbetreibern für eine feste Zeit zu und stellt sie grundsätzlich technologie- und diensteneutral bereit: Ob ein Band für 2G, LTE oder 5G genutzt wird, entscheidet der Betreiber. Für Sie hat das eine praktische Folge. Ihr Handy muss die Bänder kennen, auf denen Ihr Netz funkt – sonst bleibt der Empfang schwach, obwohl der Mast in Sichtweite steht.

Alle Bänder auf einen Blick

Die Übersicht der Bundesnetzagentur mit Stand 29. Januar 2026 zeigt, wer in welchem Bereich funkt. Die Bandnummern stammen aus der Normung des Gremiums 3GPP; so stehen sie auch in den Datenblättern der Handys. Die Zeitangaben nennen das Ende der jeweiligen Zuteilung.

Frequenzen für den Mobilfunk in Deutschland: Bänder, Inhaber und Befristung, Stand Januar 2026
BereichLTE-Band5G-BandWer dort funktzugeteilt bis
700 MHz28n28Telekom, Vodafone, o2 (je 2 × 10 MHz)2033
800 MHz20–Telekom, Vodafone, o2 (je 2 × 10 MHz)2030
900 MHz8–Telekom (2 × 15 MHz), Vodafone, o2 (je 2 × 10 MHz)2033
1.500 MHz32–Telekom, Vodafone (je 20 MHz, nur Download)2033
1.800 MHz3–Telekom (2 × 30 MHz), Vodafone (2 × 25 MHz), o2 (2 × 20 MHz)2030 bis 2036
2.100 MHz1n1Telekom, Vodafone (je 2 × 20 MHz), o2, 1&1 (je 2 × 10 MHz)2040
2.600 MHz7–Telekom, Vodafone (je 2 × 20 MHz), o2 (2 × 30 MHz, davon 2 × 10 MHz an 1&1 überlassen)2030
3.400 bis 3.700 MHz–n78Telekom, Vodafone (je 90 MHz), o2 (70 MHz), 1&1 (50 MHz)2040
3.700 bis 3.800 MHz–n78lokale Netze, etwa auf Werks- und Campusgeländenbis zu 10 Jahre, längstens 2040

Zwei Angaben brauchen eine Erklärung. „2 × 10 MHz“ bedeutet gepaartes Spektrum: je 10 MHz für die Richtung zum Handy und für die Richtung zurück zum Mast. Bei 1.500 MHz gibt es nur eine Richtung – das Band verstärkt ausschließlich den Download und arbeitet immer zusammen mit einem anderen Band. Mehr Spektrum macht ein Netz nicht automatisch besser, es bestimmt aber, wie viel Kapazität ein Standort verteilen kann.

Auf den übrigen LTE-Bändern kann 5G per Spektrumteilung mitlaufen; Ende 2025 waren rund 82 Prozent der 5G-fähigen Basisstationen so realisiert. Den ungepaarten Teil des 2,6-GHz-Bereichs, im Datenblatt Band 38, hat die Bundesnetzagentur nicht verlängert, weil er nicht effizient genutzt wurde. Reserviert ist außerdem Spektrum für den Bahnfunk: das alte GSM-R bei 900 MHz und künftig dessen Nachfolger FRMCS, unter anderem bei 1.900 MHz.

Warum niedrige Frequenzen weiter tragen

Je niedriger die Frequenz, desto weiter reicht das Signal und desto besser dringt es in Gebäude. Je höher die Frequenz, desto mehr Bandbreite steht zur Verfügung, allerdings auf kürzere Distanz. Deshalb kombinieren die Netzbetreiber beides: die Bänder unter 1 GHz für die Fläche, 1.800 bis 2.600 MHz für Kapazität und 3,6 GHz für hohe Datenraten in Städten.

Die drei 5G-Frequenzbereiche in Deutschland und ihre Eigenschaften Vergleich der drei Bereiche: 700 MHz bietet große Reichweite und gute Gebäudedurchdringung bei geringer Bandbreite und wird für die Fläche genutzt. Das Mittelband um 2,1 GHz liegt bei Reichweite und Bandbreite dazwischen. Der Bereich 3,4 bis 3,7 GHz bietet die höchste Bandbreite bei geringer Reichweite und wird vor allem in Städten eingesetzt. Reichweite gegen Geschwindigkeit Je niedriger die Frequenz, desto weiter das Signal – je höher, desto mehr Bandbreite 700 MHz Reichweite: sehr hoch Bandbreite: gering In Gebäuden: stark Fläche und Land 2,1 GHz Reichweite: mittel Bandbreite: mittel In Gebäuden: solide Vororte und Mittelzentren 3,4 – 3,7 GHz Reichweite: gering Bandbreite: sehr hoch In Gebäuden: schwach Städte und Hotspots
Kein Frequenzbereich kann alles: Deshalb kombinieren die Netzbetreiber Low-, Mid- und High-Band – und deshalb ist 5G nicht überall gleich schnell.

Wie wichtig das untere Ende ist, zeigt das 800-MHz-Band. Es wird nach Feststellung der Bundesnetzagentur nahezu flächendeckend eingesetzt, und die Netzbetreiber nennen es das Rückgrat der mobilen Breitbandversorgung in der Fläche. Mehr zur Rolle von LTE steht unter LTE und 4G, zu den 5G-Bändern unter 5G-Netz.

1&1 hat als einziger Netzbetreiber keine eigenen Frequenzen unter 1 GHz. Wo das eigene Netz nicht reicht, funken 1&1-Kunden über National Roaming bei Vodafone. Die Bundesnetzagentur hat die Inhaber der 800-MHz-Frequenzen zudem verpflichtet, mit 1&1 über eine gemeinsame Nutzung von mindestens 2 × 5 MHz unter 1 GHz zu verhandeln. Hintergründe stehen unter 1&1 und National Roaming.

Importhandys: wo die Lücken wirklich liegen

Verbreiteter IrrtumEin Handy aus den USA oder aus China funkt in Deutschland nur eingeschränkt.

Was stimmtEs kommt auf die Modellnummer an. Beim iPhone 18 Pro decken laut Apple alle vier Ländervarianten die Bänder 20 und 28 sowie n28 und n78 ab. Lücken entstehen eher bei Geräten, die nur für einen Markt gebaut werden, und bei VoLTE und WLAN Call.

Für Deutschland ist vor allem Band 20 heikel. Die Frequenzen um 800 MHz gehören zur sogenannten Digitalen Dividende – sie wurden früher für Fernsehen genutzt und gingen dann an den Mobilfunk. Geräte für andere Weltregionen müssen dieses Band nicht unterstützen. Ob ein Modell betroffen ist, verrät nur die Bandliste zur genauen Modellnummer; beim selben Gerät kann sie je nach Land abweichen.

Diese Bänder sollte ein Handy für Deutschland beherrschen – Zusammenstellung von Handy.Rocks nach der Frequenzübersicht der Bundesnetzagentur
BandFrequenzBedeutungWas ohne dieses Band fehlt
20800 MHzunverzichtbarEmpfang auf dem Land und in Gebäuden
31.800 MHzunverzichtbardas LTE-Kapazitätsband aller drei großen Netze
1, 7 und 82.100, 2.600 und 900 MHzwichtigTempo in Städten und Ausweichbänder in einzelnen Netzen
28 und n28700 MHzwichtigzusätzliche Reichweite und 5G in der Fläche
n783,6 GHzwichtig für 5Gdas 5G-Kapazitätsband, das alle vier Netze nutzen
321.500 MHzZusatzetwas Download-Kapazität bei Telekom und Vodafone

So lesen Sie die Bandliste im Datenblatt

Hersteller geben die unterstützten Bänder meist in Kurzform an, etwa „LTE FDD: B1/B3/B7/B8/B20/B28“ und „5G NR: n1/n28/n78“. Das B steht für ein LTE-Band, das n für ein 5G-Band nach der Nummerierung von 3GPP. Prüfen Sie die Liste immer zur genauen Modellnummer, nicht nur zum Modellnamen.

  1. Modellnummer finden Sie steht auf der Verpackung und in den Einstellungen unter den Geräteinformationen.
  2. Bandliste des Herstellers öffnen Apple führt auf seiner Seite zu unterstützten Netzen jede Modellnummer mit allen Bändern auf; andere Hersteller nennen sie in den technischen Daten.
  3. Mit der Liste oben abgleichen Fehlt Band 20 oder Band 3, ist das Gerät für Deutschland nur eingeschränkt geeignet.
  4. VoLTE klären Fragen Sie beim Händler oder Anbieter nach, ob das Gerät im gewünschten Netz VoLTE nutzt – die Bandliste verrät das nicht. Bei gebrauchten Geräten kommen weitere Prüfpunkte dazu, die unter Gebrauchtes Handy kaufen stehen.

Zwei weitere Punkte sind bei Importware oft wichtiger als die Bänder. Erstens VoLTE und WLAN Call: Vodafone weist darauf hin, dass WiFi Calling bei Geräten, die bei einem anderen Anbieter oder im Ausland gekauft wurden, möglicherweise nicht funktioniert. Fehlt VoLTE, telefoniert das Handy bis 2028 über 2G – und danach gar nicht mehr im Mobilfunknetz; Einzelheiten unter VoLTE und WLAN Call.

Zweitens die SIM-Karte: Apple aktiviert das iPhone Air und das iPhone Duo nur mit eSIM, eine physische Karte passt dort nicht hinein. Wie eSIM und Gerätenummer zusammenhängen, steht unter eSIM und IMEI. Wer umgekehrt mit einem deutschen Gerät verreist, findet die Besonderheiten der US-Netze unter USA.

Geöffnetes Smartphone auf einer Werkbank, sichtbar sind Platine und Antennenleitungen, daneben feines Werkzeug
Welche Bänder ein Handy empfängt, hängt an Modem und Antennen. KI-generiert

Was sich bei den Frequenzen ändert

Die Nutzungsrechte bei 800, 1.800 und 2.600 MHz wären Ende 2025 ausgelaufen. Statt sie neu zu versteigern, hat die Bundesnetzagentur sie im März 2025 um fünf Jahre bis Ende 2030 verlängert, verbunden mit neuen Ausbauauflagen; die Zuteilungsbescheide ergingen am 13. Juni 2025. 2028 will die Behörde entscheiden, wie die Frequenzen ab 2031 vergeben werden – möglicherweise zusammen mit Spektrum, dessen Zuteilung bis 2033 oder 2036 läuft.

Bis wann die Mobilfunkfrequenzen zugeteilt sindZeitleiste: 2025 – Verlängert: 800, 1.800, 2.600 MHz bis 2030; 2028 – Entscheidung: Vergabe ab 2031; 2030 – 800 und 2.600: und Teile von 1.800 MHz; 2033 – 700, 900, 1.500: und Teile von 1.800 MHz; 2036 – 1.800 MHz: Blöcke von Vodafone; 2040 – 2.100 und 3.600: aus der Vergabe 2019Bis wann die Mobilfunkfrequenzen zugeteilt sindEnde der Zuteilungen und nächste Vergabeentscheidung2025Verlängert800, 1.800, 2.600MHz bis 20302028EntscheidungVergabe ab 20312030800 und 2.600und Teile von1.800 MHz2033700, 900, 1.500und Teile von1.800 MHz20361.800 MHzBlöcke vonVodafone20402.100 und 3.600aus der Vergabe2019Quelle: Bundesnetzagentur, Frequenzübersicht (Stand 29.01.2026) und Präsidentenkammerentscheidung 2025
2028 will die Bundesnetzagentur festlegen, wie die Frequenzen ab 2031 vergeben werden.

Parallel laufen weitere Verfahren. Nach Urteilen des Verwaltungsgerichts Köln vom August 2024 muss die Bundesnetzagentur über die Regeln der 5G-Vergabe von 2019 neu entscheiden. Die Zuteilungen bei 2 GHz und 3,6 GHz bleiben gültig, bis sie angepasst oder neu erlassen werden, und für Kundinnen und Kunden hat das nach Angaben der Behörde keine negativen Folgen. Außerdem hat die Behörde Anfang 2026 angehört, wie eine kooperative Mitnutzung von Frequenzen bei 800, 1.800 und 2.600 MHz aussehen kann.

Welche Auflagen mit der Verlängerung verbunden sind, erklärt Funkloch. Was die Frequenzen für das Netz an Bahnstrecken bedeuten, steht unter Netz im Zug, was Satelliten dürfen, unter Handy über Satellit. Die Übersicht aller Netzthemen bietet die Seite Netzbetreiber.

Quellen und Stand

Geprüft am 4. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Was bedeutet n78 im Datenblatt?

n78 ist die Bezeichnung der Normungsorganisation 3GPP für das 5G-Band zwischen 3,3 und 3,8 GHz. In Deutschland liegen dort die 5G-Frequenzen aller vier Netzbetreiber und die lokalen Netze von Unternehmen. Ein 5G-Handy ohne n78 ist für Deutschland kaum geeignet.

Kann ein Update fehlende Bänder nachrüsten?

In aller Regel nicht. Welche Bänder ein Handy empfängt, hängt an Modem, Antennen und deren Zulassung. Updates ändern eher netzspezifische Einstellungen, etwa für VoLTE oder WLAN Call.

Funktioniert ein in Deutschland gekauftes Handy in den USA?

Meist ja, aber nicht immer auf allen Frequenzen. In den USA sind zum Teil andere Bänder verbreitet. Viele aktuelle Geräte decken sie mit ab – beim iPhone 18 Pro hat etwa auch die Variante für Europa zahlreiche US-Bänder an Bord.

Passt dazu

  • Netze Handy über Satellit

    Per Satellit geht in Deutschland nur der Notruf – mit iPhone ab Modell 14 und Pixel ab 9, ohne 9a.

  • Netze Netz im Zug

    Bahn-Auflagen gelten am Mast, nicht am Sitzplatz: Wagenhülle und volle Züge bleiben außen vor.

  • Netze Mobilfunk und Gesundheit

    Das Handy am Ohr wirkt stärker als der Mast nebenan – so das Bundesamt für Strahlenschutz.

  • Smartphones Betriebssysteme

    Freie Android-Varianten schützen Daten, doch Google Wallet und manche Bank-Apps streiken dort.