Handy.RocksUnabhängig · Vernetzt

StartRatgeber › 2G-Abschaltung

Ratgeber · Technik

2G-Abschaltung 2028: Termine, Betroffene und was jetzt zu tun ist

Von Alexander Müller Aktualisiert am 22. Juli 2026 Datenbasis: Bundesnetzagentur, Anbieterangaben 8 Minuten Lesezeit

Kurzantwort

Alle drei etablierten Netzbetreiber schalten ihr 2G-Netz 2028 ab: die Telekom zum 30. Juni 2028, Vodafone ab September 2028, o2 Telefónica in der zweiten Jahreshälfte 2028. Für normale Smartphones ändert sich nichts. Kritisch wird es für Alarmanlagen, Aufzugsnotrufe, Fahrzeug-Telematik und Zählerfernauslesung mit reinem 2G-Modul – diese Geräte verlieren ihre Verbindung vollständig. Vodafone lässt 2G für besonders kritische IoT-Anwendungen bis Ende 2030 weiterlaufen.

2G, technisch GSM, ist seit 1992 in Deutschland im Einsatz und damit über 30 Jahre alt. Nach der 3G-Abschaltung 2021 lief es als eine Art Minimalnetz weiter: Wo sonst nichts ankam, sollten wenigstens Anrufe und SMS möglich sein. Damit ist 2028 Schluss – und für einen Teil der betroffenen Technik ist das ein echtes Problem, weil die Vorlaufzeit für Umrüstungen knapp wird.

Die Termine im Überblick

Zeitplan der 2G-Abschaltung bei den deutschen Netzbetreibern Zeitleiste: Die Telekom schaltet ihr 2G-Netz zum 30. Juni 2028 ab. Vodafone stellt die 2G-Dienste für Privat- und Geschäftskunden ab September 2028 ein, lässt das Netz für besonders kritische IoT-Anwendungen aber bis Ende 2030 weiterlaufen. o2 Telefónica schaltet in der zweiten Jahreshälfte 2028 ab, ohne taggenauen Termin. Wann welches Netz abschaltet 30.06.2028 Telekom vollständig ab 09/2028 Vodafone Privat und Geschäft 2. Hj. 2028 o2 Telefónica ohne festen Tag Ende 2030 IoT-Ausnahme nur Vodafone 3G wurde bereits 2021 in allen deutschen Netzen abgeschaltet.
Alle drei Netze schalten im selben Jahr ab – die Vorlaufzeit für Umrüstungen ist kürzer, als die Jahreszahl vermuten lässt.
Termine der 2G-Abschaltung nach Netzbetreiber. Angaben nach Bundesnetzagentur und Unternehmensmeldungen; Termine können sich kurzfristig ändern.
NetzbetreiberTerminBesonderheit
Telekom30. Juni 2028vollständige Abschaltung, taggenauer Termin
Vodafoneab September 2028schrittweise; kritische IoT-Anwendungen bis Ende 2030, Rückbau ab Januar 2031
o2 Telefónicazweite Jahreshälfte 2028kein taggenauer Termin genannt (Ankündigung Juni 2026)

Warum 2G verschwindet

Der Grund ist Kapazität. 2G überträgt maximal rund 114 kBit/s – genug für Telefonie, SMS und eine E-Mail ohne Anhang, für alles andere nicht. Gleichzeitig belegt der Standard wertvolle Frequenzen im 900- und 1.800-MHz-Bereich, die für LTE und 5G deutlich effizienter genutzt werden können.

Die frei werdenden Frequenzen kommen dabei vor allem der Versorgung in der Fläche zugute, weil es sich um reichweitenstarke Bänder handelt. Für die Netzabdeckung in ländlichen Regionen ist die Abschaltung damit mittelfristig eine gute Nachricht – kurzfristig ist sie für einen Teil der Nutzer ein Problem.

Wer betroffen ist

Betroffenheit verschiedener Gerätegruppen von der 2G-Abschaltung Einordnung nach Dringlichkeit: Moderne Smartphones sind nicht betroffen, weil sie ohnehin LTE und 5G nutzen. Sehr alte Handys ohne LTE verlieren die Nutzbarkeit. Alarmanlagen, Fahrzeug-Telematik und Zählerfernauslesung mit reinem 2G-Modul verlieren ihre Verbindung vollständig. Am kritischsten sind Aufzugsnotrufsysteme, weil eine Anlage nach der Betriebssicherheitsverordnung stillgelegt werden muss, wenn das Notruf-Kommunikationssystem ausfällt. Wie dringend ist Handeln? Kein Handlungsbedarf moderne Smartphones – nutzen ohnehin LTE und 5G Gerät ersetzen sehr alte Handys ohne LTE-Unterstützung Umrüstung planen Alarmanlagen, Telematik, Zählerfernauslesung mit 2G-Modul Dringend Aufzugsnotrufe – Stilllegungspflicht bei Ausfall
Für die meisten Menschen ändert sich nichts. Kritisch wird es bei Technik, an die im Alltag niemand denkt.

Smartphones: in der Regel kein Problem

Jedes Smartphone der letzten rund zehn Jahre unterstützt LTE und telefoniert über VoLTE. Für diese Geräte ändert sich durch die Abschaltung nichts. Betroffen sind nur sehr alte Mobiltelefone ohne LTE-Unterstützung – klassische Tastenhandys aus der 2G-Ära und einzelne Notfallhandys für Senioren.

So prüfen Sie Ihr Handy

Schauen Sie in den Netzeinstellungen nach, ob „VoLTE“ oder „LTE“ als bevorzugter Verbindungsmodus verfügbar ist. Zeigt Ihr Telefon dauerhaft nur „2G“, „GSM“ oder „E“ im Statusbalken und lässt sich nichts anderes einstellen, brauchen Sie bis 2028 ein neues Gerät.

Aufzugsnotrufe: der kritischste Fall

Viele Aufzugsnotrufsysteme arbeiten noch mit 2G. Hier greift eine rechtliche Besonderheit: Nach der Betriebssicherheitsverordnung muss eine Aufzugsanlage stillgelegt werden, wenn das Notruf-Kommunikationssystem ausfällt. Fällt die 2G-Verbindung weg und ist kein Ersatz installiert, steht der Aufzug – mit allen Folgen für Barrierefreiheit und Gebäudenutzung.

Die Branche warnt seit Jahren vor einem Engpass: Material-, Produktions- und Montagekapazitäten reichen nicht, wenn alle Betreiber gleichzeitig umrüsten. Wer eine Aufzugsanlage betreibt oder verwaltet, sollte den Ersatzbedarf jetzt klären, nicht 2028.

Alarmanlagen und Sicherheitstechnik

Viele Bestandsanlagen übertragen Alarme über GSM oder GPRS. Fällt dieser Übertragungsweg weg oder wird unzuverlässig, ist die Aufschaltung nicht mehr gewährleistet – bei versicherungsrelevanten Anlagen ein ernstes Thema. Anbieter aus der Sicherheitstechnik weisen darauf hin, dass der Rückbau regional bereits vor dem offiziellen Termin spürbar werden kann.

Fahrzeuge, Telematik und Zähler

Fahrzeug-Telematik, eCall-Systeme älterer Baujahre, Zählerfernauslesung und viele IoT-Anwendungen nutzen 2G-Module. Geräte mit reinem 2G-Modem verlieren nach der Abschaltung vollständig ihre Verbindung – keine Positionsdaten, keine Statusmeldungen. Für neue Fahrzeugmodelle ist die nächste eCall-Generation auf Basis von 4G und 5G ohnehin vorgeschrieben.

Was Sie jetzt tun sollten

  1. Bestand aufnehmen Listen Sie alle Geräte mit Mobilfunkmodul auf – auch die, an die man nicht denkt: Alarmanlage, Aufzug, Hausnotruf, Heizungssteuerung, Wasserzähler, Fahrzeug-Ortung, Wildkamera, GPS-Tracker.
  2. Technikstand klären Fragen Sie beim Hersteller oder Errichter, ob das Modul LTE oder LTE-M unterstützt oder ob es ein reines 2G-Gerät ist. Reine 2G-Module müssen ersetzt werden.
  3. Umrüstung einplanen Für Sicherheitstechnik und Aufzüge frühzeitig Angebote einholen – die Kapazitäten der Montagefirmen sind begrenzt, und alle Betreiber haben dieselbe Frist.
  4. Technologie wählen Für Anwendungen mit sehr geringem Datenvolumen sind NB-IoT und LTE-M die passenden Nachfolger; 5G bringt bei Alarmtechnik keinen Vorteil. Für Sprachverbindungen genügt LTE mit VoLTE.

Der Termin ist nicht das Ende der Übergangsfrist

Der Rückbau von 2G läuft bereits regional, bevor die offiziellen Abschalttermine erreicht sind – die Versorgung kann also früher unzuverlässig werden. Wer sicherheitsrelevante Technik betreibt, sollte deshalb nicht bis 2028 warten. Umgekehrt gilt: Die Ausnahme von Vodafone bis Ende 2030 betrifft nur besonders kritische IoT-Anwendungen, nicht den Normalbetrieb.

Was die Abschaltung bringt

Die frei werdenden Frequenzen im 900- und 1.800-MHz-Bereich sind reichweitenstark und gehen an LTE und 5G. Das erhöht Kapazität und Geschwindigkeit vor allem dort, wo heute noch Lücken bestehen – in ländlichen Gebieten und in Gebäuden. Mittelfristig verbessert die Abschaltung also genau die Versorgung, deren Fehlen 2G bisher notdürftig überbrückt hat.

Netz und Technikstand prüfen

Ob Ihr Netz an Ihrem Standort ohne 2G-Rückfallebene trägt, klären Sie am besten vorab.

Netzabdeckung prüfen 5G-Netz erklärt

Häufige Fragen zur 2G-Abschaltung

Wann wird 2G in Deutschland abgeschaltet?

Alle drei etablierten Netzbetreiber schalten 2028 ab: die Telekom zum 30. Juni 2028, Vodafone ab September 2028 und o2 Telefónica in der zweiten Jahreshälfte 2028. Vodafone lässt das Netz für besonders kritische IoT-Anwendungen bis Ende 2030 weiterlaufen, ab Januar 2031 folgt der vollständige Rückbau.

Ist mein Smartphone von der 2G-Abschaltung betroffen?

Fast sicher nicht. Jedes Smartphone der letzten rund zehn Jahre unterstützt LTE und telefoniert über VoLTE. Betroffen sind nur sehr alte Mobiltelefone ohne LTE-Unterstützung. Prüfen können Sie das in den Netzeinstellungen: Lässt sich dort LTE oder VoLTE auswählen, ist alles in Ordnung.

Warum wird 2G überhaupt abgeschaltet?

Wegen der Kapazität. 2G überträgt maximal rund 114 kBit/s und belegt gleichzeitig wertvolle Frequenzen im 900- und 1.800-MHz-Bereich. Diese reichweitenstarken Bänder lassen sich mit LTE und 5G deutlich effizienter nutzen – vor allem für die Versorgung in ländlichen Gebieten und in Gebäuden.

Welche Geräte müssen umgerüstet werden?

Alles mit reinem 2G-Modul: ältere Alarmanlagen, Aufzugsnotrufsysteme, Hausnotrufe, Fahrzeug-Telematik, eCall-Systeme älterer Baujahre, Zählerfernauslesung, GPS-Tracker und viele IoT-Anwendungen. Diese Geräte verlieren nach der Abschaltung vollständig ihre Verbindung.

Warum sind Aufzüge besonders kritisch?

Weil nach der Betriebssicherheitsverordnung eine Aufzugsanlage stillgelegt werden muss, wenn das Notruf-Kommunikationssystem ausfällt. Fällt die 2G-Verbindung weg und ist kein Ersatz installiert, steht der Aufzug. Die Branche warnt zudem vor Engpässen bei Material- und Montagekapazitäten, weil alle Betreiber dieselbe Frist haben.

Auf welche Technik sollte umgerüstet werden?

Für Anwendungen mit sehr geringem Datenvolumen – etwa Alarmtechnik – sind NB-IoT und LTE-M die passenden Nachfolger. 5G bringt in diesen Fällen keinen Vorteil, weil die übertragenen Datenmengen winzig sind. Für Sprachverbindungen genügt LTE mit VoLTE.

Kann ich bis 2028 warten?

Besser nicht. Der Rückbau von 2G läuft regional bereits, bevor die offiziellen Termine erreicht sind – die Versorgung kann also früher unzuverlässig werden. Bei sicherheitsrelevanter Technik wie Alarmanlagen und Aufzugsnotrufen kommt hinzu, dass Montagekapazitäten knapp werden, je näher der Termin rückt.

Was bedeutet die Vodafone-Ausnahme bis 2030?

Vodafone stellt die 2G-Dienste für Privat- und Geschäftskunden ab September 2028 ein, lässt das Netz für besonders kritische IoT-Anwendungen wie ältere Alarmanlagen aber bis Ende 2030 weiterlaufen. Ab Januar 2031 beginnt der vollständige Rückbau. Die Ausnahme gilt nicht für den Normalbetrieb.

Wurde 3G auch abgeschaltet?

Ja, bereits 2021 in allen deutschen Netzen. Die frei gewordenen Frequenzen gingen an LTE und 5G. 2G lief seitdem als eine Art Minimalnetz weiter, damit dort, wo sonst nichts ankam, wenigstens Anrufe und SMS möglich waren. Diese Rückfallebene entfällt 2028.

Bringt die Abschaltung Vorteile für normale Nutzer?

Ja, mittelfristig. Die frei werdenden Frequenzen im 900- und 1.800-MHz-Bereich sind reichweitenstark und gehen an LTE und 5G. Das erhöht Kapazität und Geschwindigkeit vor allem dort, wo heute noch Lücken bestehen – in ländlichen Gebieten und innerhalb von Gebäuden.

Quellen und Stand: Bundesnetzagentur, Informationen zur geplanten Abschaltung von 2G · Verbraucherzentrale, „2G-Abschaltung: Was damit auf Verbraucher zukommt“ · Pressemitteilung der Deutschen Telekom (Oktober 2024) · Ankündigung von Vodafone (September 2025) · Ankündigung von o2 Telefónica (Anfang Juni 2026) · Betriebssicherheitsverordnung zu Notruf-Kommunikationssystemen in Aufzugsanlagen.

Die Netzbetreiber können Termine kurzfristig anpassen; prüfen Sie vor Investitionsentscheidungen den aktuellen Stand beim jeweiligen Anbieter. Diese Seite gibt eine allgemeine Einordnung und ersetzt keine technische oder rechtliche Beratung. Stand dieser Seite: 22. Juli 2026.