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2G-Abschaltung 2028: Termine, Betroffene und was jetzt zu tun ist

Die Telekom schaltet ihr 2G-Netz voraussichtlich am 30. Juni 2028 ab, Vodafone Ende September 2028 und o2 Telefónica in der zweiten Jahreshälfte 2028. Smartphones mit 4G und VoLTE, also Telefonie über LTE, betrifft das nicht. Verstummen werden Telefone ohne VoLTE sowie Hausnotrufe, Aufzugsnotrufe, Alarmanlagen, ältere eCall-Systeme im Auto und Tracker, die nur über 2G funken. Prüfen Sie solche Geräte jetzt – nicht erst 2028.

Von Geprüft am 7 Min. Lesezeit

Ältere Frau sitzt im Wohnzimmer im Sessel und hält ein einfaches Tastenhandy ans Ohr
Bild: KI-generiert

2G, technisch GSM, funkt in Deutschland seit mehr als drei Jahrzehnten. Seit dem Ende von 3G ist es die letzte Rückfallebene für Telefone, die nicht über LTE telefonieren können. 2028 ist damit Schluss: Alle drei großen Netzbetreiber haben die Abschaltung angekündigt. Für die meisten Smartphones ändert sich nichts. Betroffen sind Geräte, an die im Alltag kaum jemand denkt – vom Notfallhandy im Handschuhfach bis zum Hausnotruf der Eltern.

Verbreiteter IrrtumWer ein Handy mit 4G hat, ist auf der sicheren Seite

Was stimmtEntscheidend ist, ob es über LTE telefonieren kann (VoLTE). Ohne VoLTE kann es nach dem 2G-Ende im Mobilfunknetz nicht mehr telefonieren – auch keinen Notruf.

Die Termine je Netz

Zeitplan der 2G-Abschaltung bei den deutschen Netzbetreibern Zeitleiste: Die Telekom schaltet ihr 2G-Netz zum 30. Juni 2028 ab. Vodafone stellt die 2G-Dienste für Privat- und Geschäftskunden ab September 2028 ein, lässt das Netz für besonders kritische IoT-Anwendungen aber bis Ende 2030 weiterlaufen. o2 Telefónica schaltet in der zweiten Jahreshälfte 2028 ab, ohne taggenauen Termin. Wann welches Netz abschaltet 30.06.2028 Telekom vollständig ab 09/2028 Vodafone Privat und Geschäft 2. Hj. 2028 o2 Telefónica ohne festen Tag Ende 2030 IoT-Ausnahme nur Vodafone 3G wurde bereits 2021 in allen deutschen Netzen abgeschaltet.
Alle drei Netze schalten im selben Jahr ab – die Vorlaufzeit für Umrüstungen ist kürzer, als die Jahreszahl vermuten lässt.
Termine der 2G-Abschaltung nach Angaben der Netzbetreiber, Stand Oktober 2026
NetzTerminWas danach giltAngekündigt
Telekomvoraussichtlich 30. Juni 2028Telefonate nur noch über VoLTE oder 5G (VoNR); die frei werdenden 900-MHz-Frequenzen gehen an LTE und 5G22. Oktober 2024
VodafoneEnde September 2028gilt für Privat- und Geschäftskunden; genehmigte kritische Anwendungen im Internet der Dinge dürfen bis 31. Dezember 2030 weiterfunken22. September 2025
o2 Telefónicazweite Jahreshälfte 2028kein Monat genannt; die Bundesnetzagentur spricht von Ende 2028Anfang Juni 2026
1&1wie Vodafonekein eigenes 2G-Netz; Kunden nutzen über National Roaming das 2G-Netz von Vodafone–

Der Termin ist nicht der Tag, an dem es erst schlechter wird. Vodafone hat die 2G-Kapazität nach eigenen Angaben schon an über 15.000 Standorten reduziert. Wer Technik betreibt, die auf 2G angewiesen ist, sollte deshalb nicht bis 2028 warten. Für Marken wie Aldi Talk, congstar oder Lidl Connect gilt jeweils der Termin des Netzes, in dem sie funken.

Welche Geräte betroffen sind

Die Bundesnetzagentur nennt Mobiltelefone ohne 4G, Notruf- und Standheizungsmodule in Autos, Notrufmodule in Aufzügen, Zahlungsterminals sowie Sensoren und Messgeräte. Vereinzelt sind auch Geräte mit 4G betroffen, nämlich dann, wenn sie kein VoLTE beherrschen. Die Tabelle ordnet die häufigsten Fälle.

Geräte mit Mobilfunk und was vor dem 2G-Ende zu tun ist
GerätWoran Sie es erkennenWas zu tun ist
Smartphone mit 4G und VoLTEBeim Telefonieren zeigt die Statusleiste 4G, LTE oder 5Gnichts
Handy oder Tastenhandy ohne 4GDatenblatt nennt nur GSM oder 2G; im Gespräch erscheint 2G, G oder Evor dem Termin durch ein Gerät mit 4G und VoLTE ersetzen
4G-Handy ohne VoLTEGespräche springen auf 2G, in den Einstellungen fehlt VoLTEEinstellung und Freischaltung beim Anbieter prüfen, sonst ersetzen
Hausnotruf mit MobilfunkmodulUnterlagen des Geräts oder Auskunft des AnbietersAnbieter nach der Funktechnik und einem Gerätetausch fragen
Notruf im AufzugAuskunft von Betreiber oder HausverwaltungBetreiber klärt den Notrufweg und beauftragt die Umrüstung
Alarmanlage mit GSM-WählgerätUnterlagen des Errichtersauf LTE, LTE-M oder einen anderen Übertragungsweg umrüsten lassen
eCall im AutoAutos, die bis Ende 2026 neu zugelassen werden, können noch eCall über 2G habenim Ernstfall den Notruf per Handy absetzen; beim Hersteller nach einer Nachrüstung fragen
Kinder-Smartwatch, GPS-TrackerDatenblatt nennt nur GSM oder 2Gdurch ein Gerät mit 4G ersetzen

Reine 2G-Geräte gibt es weiterhin neu zu kaufen: Emporia führt im Oktober 2026 noch drei Tastenhandys nur als 2G-Ausführung (ONE, FN313 und HAPPY). Achten Sie beim Kauf deshalb im Datenblatt auf 4G und VoLTE; welche Tastenhandys beides können, zeigt die Kaufberatung Tastenhandy.

Telefone: die VoLTE-Frage

Seit 3G abgeschaltet ist, telefoniert ein Handy im Mobilfunknetz entweder über LTE und 5G oder über 2G. Fehlt VoLTE, also Telefonie über das LTE-Netz, bleibt nach 2028 im Mobilfunknetz kein Weg mehr für Gespräche und Notrufe. Telefónica weist zusätzlich auf Geräte hin, die VoLTE zwar beherrschen, bei denen die Funktion aber nicht aktiviert ist. Bei manchen Modellen, vor allem bei Importgeräten, hängt VoLTE zudem davon ab, ob das Gerät für das jeweilige Netz freigegeben ist. Betroffen sind vor allem alte Tastenhandys, manche Seniorenhandys und Importgeräte. Wer ein einfaches Telefon sucht, findet im Ratgeber Tastenhandy die Geräte mit 4G; worauf es bei Geräten für Ältere ankommt, steht unter Seniorenhandy.

Hausnotruf, Aufzug und Alarmanlage

Hier hängt Sicherheit an einer Funkverbindung, die niemand sieht. Für Aufzüge schreibt die Betriebssicherheitsverordnung vor, dass im Fahrkorb ein Zweiwege-Kommunikationssystem wirksam ist, über das ein Notdienst ständig erreicht werden kann (Anhang 1 Nummer 4.1). Läuft dieser Notruf über ein reines 2G-Modul, ist die Vorgabe nach der Abschaltung nicht mehr erfüllt. Mieterinnen und Mieter können bei der Hausverwaltung nachfragen; Betreiber beauftragen die Umrüstung besser früh, weil alle Anlagen dieselbe Frist haben.

Hausnotrufsysteme und ältere Alarmanlagen nennt die Verbraucherzentrale ausdrücklich unter den betroffenen Systemen. Fragen Sie den Anbieter, über welche Technik das Gerät meldet und ob ein Tausch im Vertrag enthalten ist. Für Anwendungen mit wenig Daten sind LTE-M und NB-IoT die üblichen Nachfolger, also Varianten von LTE für vernetzte Geräte.

Auto: eCall und Notrufsysteme

Der automatische Notruf eCall ist seit dem 31. März 2018 für neue Fahrzeugtypen vorgeschrieben. Die ersten Systeme funken leitungsvermittelt über 2G und 3G, so steht es in der EU-Verordnung, die den Umstieg regelt. Seit dem 1. Januar 2026 bekommen neue Fahrzeugtypen eine Genehmigung nur noch mit eCall über 4G und 5G, ab dem 1. Januar 2027 gilt das für alle Neuwagen. Autos mit eCall der ersten Generation verlieren mit dem 2G-Ende ihren automatischen Notruf. Laut Kraftfahrt-Bundesamt, zitiert von der Bundesnetzagentur, ist das kein Mangel bei der Hauptuntersuchung. Im Ernstfall muss dann das Handy den Notruf übernehmen – mehr dazu im Ratgeber Notruf.

Kartenterminals und Standheizungen

Auch Zahlungsterminals im Handel und per Mobilfunk gesteuerte Standheizungen im Auto nennt die Bundesnetzagentur unter den möglichen Fällen. Wer im Laden oder auf dem Markt mit einem mobilen Kartenterminal kassiert, fragt den Anbieter des Terminals nach der Funktechnik. Für Standheizungen und andere Fahrzeugmodule helfen die Unterlagen des Herstellers oder die Werkstatt weiter.

Uhren, Tracker und vernetzte Zähler

Kinder-Smartwatches, GPS-Tracker für Auto, Fahrrad oder Haustier und manche Zähler funken mit eigener SIM-Karte. Ob sie nach 2028 weiterarbeiten, steht im Datenblatt: Nennt es nur GSM oder 2G, ist das Gerät betroffen. Beim Neukauf einer Kinderuhr lohnt deshalb der Blick auf 4G; was sonst zählt, erklärt der Ratgeber Kinder-Smartwatch.

So prüfen Sie Ihr Telefon in drei Minuten

  1. Netzeinstellungen öffnen In den Mobilfunk-Einstellungen nachsehen, ob sich 4G, LTE oder 5G als bevorzugtes Netz wählen lässt.
  2. VoLTE suchen Die Funktion heißt je nach Gerät „VoLTE“, „4G-Anrufe“ oder „LTE-Anrufe“. Ist sie vorhanden, schalten Sie sie ein.
  3. Probeanruf machen Während des Gesprächs auf die Statusleiste schauen. Steht dort 4G, LTE oder 5G, ist alles in Ordnung. Springt die Anzeige auf 2G, G, E oder EDGE, telefoniert das Gerät über 2G.
  4. Anbieter fragen Fehlt VoLTE trotz 4G-Handy, kann der Kundenservice klären, ob sich die Funktion für Ihr Gerät freischalten lässt.
  5. Alle Geräte im Haushalt durchgehen Zweithandy, Notfallhandy im Auto, Hausnotruf, Alarmanlage, Kinderuhr: Jedes Gerät mit SIM-Karte gehört auf die Liste.

Für ältere Angehörige lohnt es sich, die Prüfung gemeinsam zu machen und einen Ersatz rechtzeitig einzurichten: Kontakte übertragen, Kurzwahl für die wichtigsten Nummern belegen, Lautstärke und Schriftgröße anpassen. Wer erst kurz vor dem Termin tauscht, hat für diese Eingewöhnung wenig Zeit.

Was VoLTE technisch bedeutet und welche Marken es unterstützen, erklärt die Seite VoLTE und WLAN-Call. Wer überlegt, ob ein einfaches Telefon noch reicht, findet im Ratgeber Handy oder Smartphone die Abwägung.

Älterer Mann am Küchentisch trägt einen Notrufknopf an einer Schnur um den Hals, daneben eine weiße Basisstation
Hausnotrufgeräte funken oft über Mobilfunk – ob noch über 2G, weiß meist nur der Anbieter. Bild: KI-generiert

Wo nach dem 2G-Ende Lücken drohen

Flächenabdeckung nach MobilfunkstandardBalkendiagramm: 2G (GSM): 99,8 %; 4G (LTE): 97,8 %; 5G, alle Varianten: 96,2 %Flächenabdeckung nach MobilfunkstandardAnteil der Fläche Deutschlands, versorgt durch mindestens einen Netzbetreiber2G (GSM)99,8 %4G (LTE)97,8 %5G, alle Varianten96,2 %Quelle: Bundesnetzagentur, Mobilfunk-Monitoring, Stand 2026
Rechnerisch rund zwei Prozent der Fläche erreicht heute nur 2G – dort hängt nach der Abschaltung alles am weiteren 4G-Ausbau.

Nach dem Mobilfunk-Monitoring der Bundesnetzagentur versorgt 2G 99,8 Prozent der Fläche Deutschlands, 4G 97,8 Prozent – jeweils durch mindestens einen Netzbetreiber. Rechnerisch sind also rund zwei Prozent der Fläche nur über 2G erreichbar. Dort gibt es nach der Abschaltung kein Netz mehr, wenn bis dahin keine LTE-Station dazukommt. Für die Kundschaft eines einzelnen Netzes kann die Lücke größer sein, weil die Werte alle Netze zusammenfassen.

Umgekehrt bringt die Abschaltung neue Kapazität. Die Telekom will die frei werdenden 900-MHz-Frequenzen für LTE und 5G nutzen, Vodafone erwartet für sein Netz rund zehn Prozent mehr Kapazität. Wo Sie heute schon ohne Netz sind, können Sie das der Bundesnetzagentur über ihre App Mobilfunk-Check melden; wie das geht, steht im Ratgeber Funkloch. Ob LTE an Ihrem Wohnort trägt, zeigt der Ratgeber Netzabdeckung.

Warum 2G verschwindet

2G belegt Frequenzen, auf denen LTE und 5G ein Vielfaches an Daten transportieren. Solange beide Welten parallel laufen, bleiben Frequenzen und Technik an den Stationen für einen Standard gebunden, den nur noch wenige Geräte brauchen. Die Bundesnetzagentur hält die Abschaltung alter Technik nach dem Ende ihres Lebenszyklus deshalb für geboten, will negative Folgen für die Nutzer aber möglichst begrenzen. Der Bedarf wächst weiter: Im o2-Netz flossen 2025 nach Angaben von Telefónica 6,4 Milliarden Gigabyte – rund zwanzigmal so viel wie zehn Jahre zuvor.

Heute prüfen, nicht 2028

Ein Probeanruf mit Blick auf die Statusleiste klärt bei jedem Telefon in einer Minute, ob es über LTE telefoniert.

Quellen und Stand

Geprüft am 4. Oktober 2026. Die Netzbetreiber können ihre Termine noch anpassen; prüfen Sie vor größeren Ausgaben den aktuellen Stand beim Anbieter.

Häufige Fragen

Kann ich mit einem alten 2G-Handy nach der Abschaltung noch den Notruf wählen?

Nein. Ohne 2G-Netz findet ein reines 2G-Gerät keine Funkzelle mehr, auch nicht für die 112. Wer ein Telefon für Notfälle bereithält, braucht ein Gerät mit 4G und VoLTE oder einen Festnetzanschluss.

Funktioniert der eCall in meinem Auto nach 2028 noch?

Systeme der ersten Generation funken über 2G und 3G und fallen mit der Abschaltung aus. Neue Fahrzeugtypen haben seit 2026 eCall über 4G und 5G, alle Neuwagen ab 2027. Bei der Hauptuntersuchung wird ein ausgefallener eCall nach Auskunft des Kraftfahrt-Bundesamts nicht bemängelt.

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