Tarife
Blau: bis zu 50 Mbit/s laut Vertrag, 39,9 im Durchschnitt
Blau ist eine Marke von Telefónica und nutzt das o2-Netz. Laufzeit- und Flex-Tarife erlauben bis zu 50 Mbit/s im Download, als Durchschnitt nennt Blau 39,9 Mbit/s; die kleinen Prepaid-Optionen Blau S und Surf sind auf 25 Mbit/s begrenzt. Prepaid-Guthaben bleibt nach einer Aufladung bis zu zwölf Monate nutzbar, danach folgen drei Monate, in denen die Karte nur noch erreichbar ist.

Blau gehört zu Telefónica Germany, dem Betreiber des o2-Netzes. Unter dem Namen laufen drei Vertragsformen: Prepaid mit Guthaben, Laufzeitverträge über 24 Monate und Flex-Tarife ohne Mindestlaufzeit. Das Netz ist in allen drei Fällen dasselbe. Unterschiede gibt es beim Tempo, beim Upload und bei den Fristen – und eine Angabe, die Sie bei kaum einer anderen Marke finden: einen Durchschnittswert für die Geschwindigkeit.
Was der Durchschnitt von 39,9 Mbit/s aussagt
Auf den Tarifseiten der Laufzeit- und Flex-Verträge nennt Blau zu jedem Tarif zwei Wertepaare: bis zu 50 Mbit/s im Download, Durchschnitt 39,9 Mbit/s, und bis zu 32 Mbit/s im Upload, Durchschnitt 22,2 Mbit/s. In den Unterlagen von Tchibo Mobil, winSIM, SIMon mobile, klarmobil und freenet, die wir für dieselbe Seitengruppe geprüft haben, steht kein vergleichbarer Wert.
Im Produktinformationsblatt fehlt der Durchschnitt, und das hat einen Grund. Die TK-Transparenzverordnung verlangt dort für Mobilfunk „ausschließlich die geschätzte maximale Datenübertragungsrate“ (§ 1 Absatz 2 Nummer 5). Das PIB des Blau Allnet S nennt deshalb nur 50 und 32 Mbit/s. Der Durchschnitt ist eine freiwillige Zusatzangabe auf der Website.
Wie Blau ihn ermittelt, steht dort nicht: kein Zeitraum, keine Messmethode, kein Hinweis, ob Messungen in Gebäuden mitzählen. In der Prepaid-Preisliste taucht ein Durchschnitt nur an einer Stelle auf, beim Starterpaket Surf M, mit dem Vermerk „Stand Q3/2022“. Lesen Sie die 39,9 Mbit/s deshalb als Größenordnung, nicht als Zusage.
Was zehn Mbit/s weniger im Alltag bedeuten
Ein Rechenbeispiel: Eine Datei mit 2 GB entspricht 16.000 Megabit (2.000 Megabyte mal 8). Bei 50 Mbit/s dauert der Download 320 Sekunden, also gut fünf Minuten. Bei 39,9 Mbit/s sind es rund 400 Sekunden, knapp sieben Minuten. Für Videotelefonate, Navigation und Streaming in HD reichen beide Werte.
Aufschlussreicher ist die Gegenrechnung mit dem Datenvolumen. Bei 39,9 Mbit/s wären 20 GB nach rund 67 Minuten Dauerlast verbraucht (160.000 Megabit geteilt durch 39,9). Bei Blau ist also meist das Volumen der Engpass, nicht das Tempo. Ob der Durchschnitt an Ihrem Wohnort erreicht wird, zeigt die kostenlose Breitbandmessung der Bundesnetzagentur, die es auch als App für das Handy gibt.
25 oder 50 Mbit/s: welche Blau-Tarife wie schnell sind
Mehr als 50 Mbit/s lässt Blau in keinem Tarif zu. Darunter gibt es eine zweite Stufe, die in Vergleichen oft untergeht: Die kleinen Prepaid-Optionen sind auf 25 Mbit/s begrenzt, und 5G gibt es im Prepaid-Bereich nur in den Allnet-Optionen.
| Tarifart | Stufen | Download (Mbit/s) | Upload (Mbit/s) | 5G | Bindung |
|---|---|---|---|---|---|
| Prepaid Allnet | S, M, L mit 20, 50 und 100 GB | 50 | 25 | ja | Option läuft vier Wochen und verlängert sich |
| Prepaid Blau S und Surf | 150 MB bis 5 GB | 25 | 11,2 | nein | Option läuft vier Wochen und verlängert sich |
| Laufzeit Allnet | S bis XL mit 20 bis 80 GB | 50 | 32 | ja | 24 Monate, danach monatlich kündbar |
| Flex Allnet | S bis XL mit 15 bis 80 GB | 50 | 32 | ja | keine, Kündigung mit einem Monat Frist |
Beim Upload unterscheiden sich die Vertragsformen: Die Prepaid-Allnet-Optionen schaffen laut Preisliste bis zu 25 Mbit/s, die Laufzeit- und Flex-Tarife laut PIB bis zu 32 Mbit/s. Für Videocalls macht das kaum einen Unterschied, beim Hochladen großer Fotoalben schon. Ist das Volumen verbraucht, drosselt Blau in allen Tarifen auf 64 kbit/s. Was damit noch geht, erklärt der Ratgeber zur Drosselung.
Flex kostet Volumen, nicht nur Freiheit
Laufzeit und Flex tragen dieselben Stufennamen, sind aber unterschiedlich gefüllt: Flex S bringt 15 statt 20 GB, Flex M 30 statt 40 GB, Flex L 50 statt 60 GB. Der Verzicht auf 24 Monate Bindung wird also auch in Gigabyte bezahlt. Nur in der Stufe XL sind beide Varianten mit 80 GB gleich groß. Wann sich der Verzicht trotzdem lohnt, rechnet der Ratgeber zum Handyvertrag ohne Laufzeit vor.
Prepaid: die Fristen, die über Ihre Nummer entscheiden
Blau Prepaid verlängert Optionen alle vier Wochen automatisch, wenn genug Guthaben da ist. Reicht es nicht, ruht die Option, und es gilt der Basistarif mit Einzelpreisen für Minute, SMS und Megabyte. Nach einer ausreichenden Aufladung springt die ruhende Option wieder an, laut Preisliste zu den Konditionen vom ursprünglichen Buchungszeitpunkt. Eine ältere Option geht durch eine Pause also nicht verloren.
Länger wirkt eine zweite Regel in den Prepaid-AGB (Ziffern 6.3 und 6.4). Sie bestimmt, wie lange die Karte überhaupt nutzbar bleibt:
- Aufladung ab 2,50 Euro: Das gesamte Guthaben ist zwölf Monate nutzbar, jede weitere Aufladung dieser Höhe startet die zwölf Monate neu.
- Kleinere Aufladung oder nur Startguthaben: Es kommen jeweils sechs Monate hinzu, insgesamt höchstens zwölf.
- Danach drei Monate passive Erreichbarkeit: Anrufe und SMS kommen noch an, abgehend geht nichts mehr. Eine Aufladung in dieser Phase startet einen neuen Zeitraum.
- Ohne Aufladung: Die SIM-Karte wird deaktiviert, und der Vertrag endet, ohne dass jemand kündigen muss.
Für eine Notfall- oder Zweitkarte heißt das: Eine Aufladung im Jahr über der Schwelle hält die Nummer aktiv. Zwischen der letzten Aufladung und der Abschaltung liegen bis zu 15 Monate, nicht zwölf, wie oft zu lesen ist. Welche Karten sich sonst als Reserve eignen, vergleicht der Ratgeber zur Zweitkarte.
Vier Wochen sind kein Monat
Prepaid-Optionen laufen 28 Tage. Übers Jahr ergibt das 13 Abbuchungen statt 12, denn 365 geteilt durch 28 sind 13,04. Ein Preis pro vier Wochen wirkt dadurch rund 8 Prozent günstiger, als er aufs Jahr gerechnet ist.
Laufzeit- und Flex-Tarife rechnen dagegen nach Monaten ab. Wie Sie beides fair nebeneinanderstellen, zeigt die Seite Handytarife vergleichen.
So vermeiden Sie den Basistarif
Der Basistarif greift nur, wenn am Verlängerungstag das Guthaben fehlt, denn Telefónica bucht den Preis einer Option im Voraus ab (AGB Ziffer 11.1). Am sichersten ist deshalb eine automatische Aufladung per Lastschrift, die Blau anbietet. Daneben gibt es Guthabenbelege aus Supermarkt, Drogerie oder Tankstelle, die Überweisung, das Aufladen am Geldautomaten oder in der Banking-App und den Postschalter. Nach einer Aufladung kommt eine Info-SMS; erst dann ist eine ruhende Option wieder aktiv.
eSIM, WLAN-Call und Zusatzkarten
Eine eSIM bekommen Sie bei Blau auch im Prepaid-Tarif. Nach der Online-Bestellung legitimieren Sie sich per App oder Video-Ident und erhalten einen Aktivierungscode zum Scannen. Für den Wechsel zur eSIM berechnet Blau nach eigener Aussage nichts. Laufzeit- und Flex-Tarife sind ebenfalls als eSIM nutzbar.
WLAN-Telefonie steht Laufzeit- und Prepaid-Kunden offen. Nötig sind ein Smartphone mit der Funktion und ein Tarif mit LTE oder 5G. Im Inland kostet ein WLAN-Anruf so viel wie ein normaler Anruf im Tarif, Gespräche aus dem Ausland nach Deutschland werden wie Inlandsgespräche berechnet. Wie die Technik dahinter funktioniert, erklärt der Ratgeber zu VoLTE und WLAN-Call.
Für mehrere Leitungen bietet Blau Partnerkarten an: zusätzliche Tarife mit eigener Rufnummer und eigenem Datenvolumen in einem Kundenkonto. Einen prozentualen Gruppenrabatt wie bei Tchibo Mobil nennt Blau dafür nicht.
Wann eine andere o2-Marke besser passt
Alle folgenden Marken funken im selben o2-Netz, die Abdeckung ist also gleich. Es unterscheiden sich Tempo, Zahlweg und Vertragsform:
- Mehr Tempo ohne Vertrag: Aldi Talk staffelt das Tempo nach Tarifstufe und erlaubt in der größten deutlich mehr als 50 Mbit/s; o2 Prepaid geht noch weiter.
- Bankkonto statt Guthaben: FONIC verlängert Optionen auf Wunsch per Lastschrift statt vom Guthaben.
- Mehrere Karten mit Rabatt: Tchibo Mobil gibt ab drei FLEX-Karten einen dauerhaften Nachlass.
- Volles Tempo im Vertrag: Beim o2-Handyvertrag sind je nach Tarif bis zu 300 Mbit/s möglich.
Ob das o2-Netz dort gut ist, wo Sie wohnen und arbeiten, entscheidet mehr als die Wahl zwischen zwei o2-Marken. Wie Sie Versorgungskarten lesen, erklärt die Seite zur Netzabdeckung; Stärken und Schwächen des Netzes beschreibt die Seite zu o2 Telefónica.
Nächster Schritt
Prepaid oder Vertrag, Blau oder eine andere Marke im selben Netz: Die Übersicht der Tarifmarken stellt Tempo und Guthabenregeln nebeneinander.
Quellen und Stand
- Blau: Günstige Handytarife: Tarife vergleichen & sparen – Laufzeit-Tarife, Höchst- und Durchschnittswerte
- Blau: Handytarife monatlich kündbar: flexible Laufzeit – Flex-Stufen, Kündigungsfrist, Durchschnittswerte
- Telefónica Germany: Produktinformationsblatt Blau Allnet S – geschätzter Maximalwert 50 und 32 Mbit/s, 24 Monate
- Telefónica Germany: Preisliste für Mobilfunkdienstleistungen „Blau“ (Stand Juli 2026) – Prepaid-Tempo, ruhende Optionen, Durchschnitt beim Surf M
- Telefónica Germany: AGB für Prepaid-Mobilfunkdienstleistungen unter der Marke Blau (Stand Juli 2026) – Ziffern 6.3, 6.4, 6.6 und 11.4
- Blau: Prepaid Karte: Günstige Prepaid Tarife ohne Vertrag – Aufladewege, Basistarif bei zu wenig Guthaben, 5G in Allnet S, M und L
- Blau: Blau Prepaid eSIM: Direkt loslegen ohne SIM-Karte
- Blau: VoWiFi: WLAN-Telefonie von Blau
- Blau: Blau Partnerkarte: Handy Zweitkarte für Blau Kunden
- Bundesministerium der Justiz: § 1 TKTransparenzV – Produktinformationsblatt
- Bundesnetzagentur: Breitbandmessung Funkloch-App
Geprüft am 4. Oktober 2026.
Häufige Fragen
Gehört Blau zu o2?
Blau und o2 sind Marken desselben Unternehmens: Vertragspartner ist bei beiden die Telefónica Germany GmbH & Co. OHG, die auch das o2-Netz betreibt. Eine Blau-Karte hat deshalb überall Empfang, wo o2-Kunden Netz haben. Den Unterschied machen die Tempo-Grenze von 50 Mbit/s und der Zuschnitt der Tarife.
Bekomme ich mein Blau-Guthaben zurück, wenn die Karte abgeschaltet wird?
Ja, auf Antrag. Nach den Prepaid-AGB zahlt Telefónica ein positives Guthaben bei jedem Vertragsende auf ein Bankkonto aus, auch nach einer Deaktivierung wegen fehlender Aufladung. Der Antrag muss in Textform gestellt werden, etwa per Brief oder E-Mail. Bonusguthaben wird nicht ausgezahlt.
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