Tarife

MultiSIM und Zusatzkarte: ein Gerät mehr oder eine Person mehr

Die MultiSIM ist eine weitere Karte mit Ihrer Rufnummer und Ihrem Datenvolumen, gedacht für Smartwatch, Tablet oder Auto. Eine Zusatzkarte – PlusKarte, FamilyCard oder Partnerkarte – ist ein vergünstigter Vertrag mit eigener Nummer für eine weitere Person. Wie viele MultiSIMs möglich sind, unterscheidet sich stark: bei congstar eine, bei der Telekom bis zu acht Geräte, bei Vodafone bis zu neun Karten. Für die Smartwatch muss die MultiSIM als eSIM verfügbar sein.

Von Geprüft am 7 Min. Lesezeit

Frau, Mann und ein junger Mensch sitzen von hinten gesehen auf einem Holzsteg am See, neben ihnen liegen zwei Smartphones
KI-generiert

Eine zweite Karte zum Tarif kann zwei ganz verschiedene Dinge sein. Die MultiSIM bringt Ihre Rufnummer und Ihr Datenvolumen auf ein weiteres Gerät, etwa Smartwatch, Tablet oder Auto. Die Zusatzkarte ist ein eigener, vergünstigter Vertrag mit eigener Nummer für eine weitere Person. Die Namen helfen kaum weiter: Dieselbe Technik heißt MultiSIM, OneNumber, Multicard oder Multi-Card, die Zusatzkarte PlusKarte, FamilyCard oder Partnerkarte.

Verbreiteter IrrtumEine MultiSIM ist eine zweite Karte für ein Familienmitglied

Was stimmtDie MultiSIM trägt Ihre eigene Nummer auf ein weiteres Gerät. Wer dort anruft, erreicht Sie und nicht Ihr Kind. Für eine zweite Person braucht es eine Zusatzkarte mit eigener Nummer.

Der Unterschied in einer Tabelle

MultiSIM und Zusatzkarte im Vergleich, Stand Oktober 2026
MerkmalMultiSIMZusatzkarte
Gedacht fürein weiteres Gerät derselben Personeine weitere Person
Rufnummerdieselbe wie die Hauptkarteeine eigene
Datenvolumengeteilt mit der Hauptkarteeigenes, je nach Tarif
SMSnur über eine der Karteneigene
Vertragsendeendet mit dem Hauptvertragje nach Anbieter ein eigener Vertrag
Typisch fürSmartwatch, Tablet, AutoPartner, Kind, Eltern

Gleichzeitig nutzen lassen sich die Karten einer MultiSIM durchaus. congstar beschreibt in der Preisliste, dass abgehende Gespräche parallel über mehrere Karten laufen können; untereinander anrufen können sich die Karten nicht. SMS empfängt nur die Karte, die dafür eingestellt ist.

Die Entscheidung in vier Schritten Ablauf in 4 Schritten: Zuerst – Geht es um ein Gerät oder um eine Person?: Gerät bedeutet MultiSIM, Person bedeutet Zusatzkarte; Dann – Reicht das Datenvolumen der Hauptkarte für beide?: Eine MultiSIM teilt, sie erhöht nicht; Bei Smartwatch – Gibt es die Zweitkarte als eSIM und ist die Uhr zugelassen?: Beides muss zutreffen, sonst funktioniert die Uhr nicht eigenständig; Zum Schluss – Gesamtpreis gegen einen eigenen Tarif rechnen: Ab der dritten Karte lohnt oft ein eigener Datentarif. Die Entscheidung in vier Schritten Der erste Schritt beantwortet die Frage in den meisten Fällen bereits 1 Zuerst Geht es um ein Gerät oder um eine Person? Gerät bedeutet MultiSIM, Person bedeutet Zusatzkarte 2 Dann Reicht das Datenvolumen der Hauptkarte für beide? Eine MultiSIM teilt, sie erhöht nicht 3 Bei Smartwatch Gibt es die Zweitkarte als eSIM und ist die Uhr zugelassen? Beides muss zutreffen, sonst funktioniert die Uhr nicht eigenständig 4 Zum Schluss Gesamtpreis gegen einen eigenen Tarif rechnen Ab der dritten Karte lohnt oft ein eigener Datentarif
Eine einzige Frage trennt die beiden Produkte. Alles Weitere ist Feinabstimmung an Volumen und Preis.

Wie die Anbieter es lösen

MultiSIM und Zusatzkarten bei ausgewählten Anbietern laut Tarif- und Preisseiten, Stand 4. Oktober 2026
AnbieterGleiche Nummer (MultiSIM)Eigene Nummer (Zusatzkarte)
TelekomMultiSIM für bis zu acht Geräte; in MagentaMobil L eine, in XL zwei ohne Bereitstellungs- und GrundpreisPlusKarte und PlusKarte+ für Erwachsene, mit M und L unbegrenztes Volumen; PlusKarte Kids & Teens für unter 18-Jährige; PlusKarte Data
VodafoneOneNumber Flex mit bis zu neun MultiSIMs je Rufnummer; in Mobil XL eine kostenlosFamilyCard mit eigenem Datenvolumen und eigenem Tarifpreis
o2Multicard, Anzahl je nach Tarif; Datacard für DatengerätePartnerkarte mit eigener Rufnummer
1&1Multi-Card in Unlimited on demand M und L enthalten–
congstarMultiSIM-Option mit genau einer weiteren Karteein Partner-Vertrag mit Preisvorteil je Erst-Vertrag

Drei Befunde stechen heraus. Bei der Zahl der MultiSIMs reicht die Spanne von einer Karte bei congstar bis zu neun bei Vodafone. Die Telekom koppelt den größten Vorteil an die Tarifstufe: In Verbindung mit M und L surfen Haupt- und PlusKarte unbegrenzt. Und bei congstar entfällt der Preisvorteil des Partner-Vertrags, wenn der Erst-Vertrag wegfällt oder dessen Tarif gewechselt wird – das sollte man vor einer Kündigung wissen.

Manche Anbieter schnüren Zusatzkarten gleich zu Paketen. o2 bietet etwa die Partnerkarte im Bundle mit o2 Mobile on Demand M Flex an, mit zwei Karten zu je 50 GB und eigener Rufnummer für die zweite Person. Die Telekom unterscheidet nach Alter und Zweck: PlusKarte für die erste weitere erwachsene Person, PlusKarte+ ab der zweiten, Kids & Teens für unter 18-Jährige und Data für Geräte ohne Telefonie.

Smartwatch: Die MultiSIM muss als eSIM kommen

Smartwatches mit Mobilfunk nutzen eine fest eingebaute eSIM. Für die eigene Verbindung der Uhr braucht es deshalb eine MultiSIM als eSIM, und der Anbieter muss Uhren zulassen. Bei der Telekom gibt es die MultiSIM laut Zusatzkarten-Seite kostenlos als eSIM, wenn das Gerät sie unterstützt. Bei o2 bestellen Sie die Multicard für die Apple Watch in der Watch-App auf dem iPhone; dafür brauchen Sie die Zugangsdaten zum o2-Kundenkonto.

Mehrere Anbieter schließen Uhren aus: congstar unterstützt laut eSIM-Seite noch keine Smartwatches, die eSIM von Aldi Talk funktioniert nur mit Handys, die Prepaid-eSIM von o2 ebenfalls. Bei Vodafone lässt sich eine OneNumber-Karte bisher nicht per eSIM-Transfer auf ein neues Gerät umziehen. Welche Uhren in welchem Netz funktionieren, vergleicht der Ratgeber Smartwatch-Tarif; die Grundlagen der eSIM erklärt die Seite eSIM-Tarife.

Wenn Uhr und Anbieter zusammenpassen, ist die Einrichtung in wenigen Minuten erledigt. Am Beispiel von o2 und der Apple Watch:

  1. Uhr und Tarif prüfen Die Uhr braucht eine Mobilfunkversion mit eSIM, der Tarif eine MultiSIM-Option, die Uhren zulässt.
  2. Voraussetzungen erfüllen o2 nennt für die Apple Watch mindestens Series 3 mit watchOS 5.1.2, ein iPhone ab Modell 6 mit iOS 12.1.1 und aktuelle Netzbetreibereinstellungen.
  3. MultiSIM bestellen Je nach Anbieter im Kundenkonto oder direkt in der Watch-App auf dem iPhone, jeweils mit den Zugangsdaten zum Kundenkonto.
  4. Profil aktivieren Die Uhr verbindet sich danach mit dem Netz; bei o2 dauert das laut Anbieter etwa fünf Minuten, eine SMS bestätigt die Aktivierung.
  5. Ohne Handy testen Handy zu Hause lassen und über die Uhr telefonieren. Danach festlegen, welches Gerät die SMS empfängt.

Tablet und Laptop: drei Wege ins Netz

Tablet und Laptop: drei Wege ins NetzGegenüberstellung: Hotspot vom Handy: Keine Zusatzkosten, nutzt das Volumen des Handys, Kostet Akku am Handy, Regeln zum Hotspot stehen in der Leistungsbeschreibung – MultiSIM: Eigene Karte im Gerät, keine Kopplung nötig, Teilt das Datenvolumen der Hauptkarte, Meist Aufpreis je Karte, Anzahl je Tarif begrenzt – Eigene Datenkarte: Eigenes Volumen, unabhängig vom Handy, Eigener Vertrag oder Zusatzkarte für Daten, Sinnvoll bei viel Nutzung ohne Handy in der NäheTablet und Laptop: drei Wege ins NetzWas für ein weiteres Gerät derselben Person passtHotspot vom HandyKeine Zusatzkosten, nutzt dasVolumen des HandysKostet Akku am HandyRegeln zum Hotspot stehen inder LeistungsbeschreibungMultiSIMEigene Karte im Gerät, keineKopplung nötigTeilt das Datenvolumen derHauptkarteMeist Aufpreis je Karte,Anzahl je Tarif begrenztEigene DatenkarteEigenes Volumen, unabhängigvom HandyEigener Vertrag oderZusatzkarte für DatenSinnvoll bei viel Nutzung ohneHandy in der NäheQuellen: Tarif- und Preisseiten von o2, Telekom und congstar, Stand Oktober 2026
Für gelegentliche Nutzung reicht der Hotspot; wer das Tablet täglich unterwegs nutzt, braucht eine eigene Karte.

Für ein Tablet, das nur gelegentlich unterwegs ins Netz soll, reicht der Hotspot des Handys; o2 erlaubt ihn ausdrücklich, auch bei unbegrenztem Volumen. Wird das Tablet täglich unterwegs genutzt, ist eine eigene Karte bequemer. Eine MultiSIM teilt dann das Volumen der Hauptkarte, eine Datenkarte wie die PlusKarte Data der Telekom ist eine eigene Karte für weitere Geräte.

Tablet in geschlossener Hülle und Smartphone mit dem Display nach unten auf einem grauen Sofa, daneben eine Strickdecke und eine Tasse Tee
Für das Tablet derselben Person reicht oft eine MultiSIM – oder der Hotspot des Handys. KI-generiert

Reine Datentarife für Tablet und Router vergleicht die Seite Datentarif. Den Hotspot richten Sie mit der Anleitung Hotspot einrichten ein; er kostet nichts extra, belastet aber den Akku des Handys.

Die Rechnung: Zusatzkarte gegen eigenen Tarif

Ob sich eine Zusatzkarte für eine zweite Person lohnt, zeigt ein Vergleich über die ganze Laufzeit. Ein Beispiel mit angenommenen Preisen: Die Zusatzkarte zum Haupttarif kostet 15 Euro im Monat ohne Anschlusspreis. Ein eigener Tarif bei einem Discounter im selben Netz kostet 10 Euro im Monat und einmalig 15 Euro.

Kosten über 24 Monate in Euro, angenommene Preise, eigene Rechnung
Variantemonatlicheinmalig24 Monate
Zusatzkarte zum Haupttarif150360
eigener Discounter-Tarif1015255

In diesem Beispiel spart der eigene Tarif 105 Euro in zwei Jahren. Die Zusatzkarte kann trotzdem die bessere Wahl sein: wenn sie mehr Leistung bringt, bei der Telekom etwa unbegrenztes Volumen in Verbindung mit M und L. Oder wenn eine gemeinsame Rechnung wichtig ist und für ein Kind ein Tarif mit festem Volumen gewünscht ist, wie die PlusKarte Kids & Teens mit 50 GB.

Für Geräte derselben Person stellt sich die Frage anders. Die Smartwatch hat keine Alternative zur MultiSIM, denn sie braucht dieselbe Nummer wie das Handy. Beim Tablet konkurriert die MultiSIM dagegen mit dem kostenlosen Hotspot und mit einem eigenen Datentarif. Entscheidend ist dann, ob das Volumen der Hauptkarte für beide Geräte reicht.

Rechnen Sie mit Ihren echten Angeboten im Effektivpreis-Rechner nach. Für Kinder lohnt zusätzlich der Blick auf Sperren und Kostenkontrolle, mehr dazu unter Handyvertrag für Kinder.

Kündigung: was mit den Zusatzkarten passiert

Eine MultiSIM hängt am Hauptvertrag. congstar formuliert es in der Preisliste eindeutig: Mit der Kündigung des Mobilfunkvertrags endet auch die MultiSIM-Option; die Option selbst lässt sich zum Ende jedes Kalendermonats kündigen. Bei Zusatzkarten mit eigener Nummer ist das anders. Sie sind oft eigene Verträge, die weiterlaufen können – und dann ihren Rabatt verlieren, wie beim Partner-Vertrag von congstar.

Prüfen Sie deshalb vor jeder Kündigung des Haupttarifs, welche Karten daran hängen. Soll eine Zusatzkarte zu einem anderen Anbieter wechseln, nehmen Sie ihre Rufnummer mit; wie das abläuft, steht unter Rufnummer mitnehmen. Den spätesten Kündigungstag rechnet der Kündigungsrechner unter Handyvertrag kündigen aus.

Wer sich gar nicht erst binden will, achtet schon beim Abschluss auf die Laufzeit der Zusatzkarte. Bei der Telekom gibt es alle PlusKarten ohne Aufpreis auch im Flex-Tarif und damit monatlich kündbar.

Nächster Schritt

Erst klären, ob es um ein Gerät oder eine Person geht, dann Anzahl, eSIM und Preis prüfen.

Quellen und Stand

Geprüft am 4. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Bekomme ich mit einer MultiSIM mehr Datenvolumen?

Nein. Die MultiSIM nutzt das Volumen der Hauptkarte mit; ein zusätzliches Gerät verbraucht es nur schneller. Mehr Volumen bringt nur eine Karte mit eigenem Kontingent, etwa eine Datenkarte oder ein eigener Tarif.

Gibt es eine MultiSIM auch bei Prepaid?

Selten. congstar bietet die MultiSIM-Option nur zu Verträgen mit monatlicher Rechnung an, nicht zu Prepaid, und die Prepaid-eSIM von o2 ist nicht für Smartwatches gedacht. Für ein zweites Gerät bleibt bei Prepaid meist nur ein eigener Tarif.

Kann eine Zusatzkarte ihre Rufnummer behalten, wenn der Hauptvertrag endet?

Die Rufnummer lässt sich wie jede andere zu einem neuen Anbieter mitnehmen. Ob die Zusatzkarte beim bisherigen Anbieter weiterlaufen kann und zu welchem Preis, regeln dessen Bedingungen; bei congstar etwa entfällt dann der Preisvorteil des Partner-Vertrags.

Passt dazu

  • Tarife o2 Handyvertrag

    GROW bringt über 24 Monate nur 3 bis 5 Prozent mehr Volumen – spürbar wird es erst danach.

  • Tarife otelo

    Go mit 50, Classic bis Flex mit 100 Mbit/s; Young verdoppelt das Volumen auch nach dem 30.

  • Tarife Prepaid

    Restguthaben muss erstattet werden; ohne Aufladung bleibt eine Karte oft nur zwölf Monate aktiv.

  • Ratgeber 5G erklärt

    Das 5G-Symbol sagt nichts über das Tempo – meist bremst der Tarif, nicht das Netz.