Netze

LTE und 4G: das Netz, auf dem auch 5G noch aufbaut

LTE, die vierte Mobilfunkgeneration, trägt weiterhin den Mobilfunk in Deutschland: Ende 2025 buchten sich 90,1 Millionen aktive SIM-Profile ins LTE-Netz ein, und die verbreitete 5G-Variante Non-Standalone wickelt ihren Verkehr über das LTE-Kernnetz ab. Das 800-MHz-Band versorgt die Fläche, Telefonate laufen über VoLTE. Ein Handy ohne LTE und VoLTE ist mit dem 2G-Ende 2028 für Gespräche nicht mehr brauchbar.

Von Geprüft am 6 Min. Lesezeit

Mobilfunkantennen auf einem Hausdach über einer Stadt mit roten Ziegeldächern zur blauen Stunde
KI-generiert

Seit 5G auf jedem Werbeplakat steht, wirkt LTE wie die Technik von gestern. In den Netzen ist es umgekehrt: LTE ist in Deutschland seit Ende 2010 verfügbar und bis heute die Schicht, auf der fast alles andere aufsetzt – die Versorgung der Fläche, die Telefonie und der größte Teil von 5G. Die Zahlen der Bundesnetzagentur zeigen, wie groß dieser Anteil ist.

90,1 Mio.aktive SIM-Profile im LTE-Netz, Ende 2025
57,9 Mio.davon mit 5G Non-Standalone, also 5G auf LTE-Basis
79,1 Mio.Nutzende mit VoLTE, der Telefonie über LTE
97,8 %der Fläche mit 4G durch mindestens ein Netz, Juni 2026

Warum 5G an LTE hängt

Die meisten 5G-Verbindungen in Deutschland sind 5G Non-Standalone. Dabei baut das Handy die Verbindung über ein gemeinsames 4G- und 5G-Zugangsnetz auf, der Verkehr läuft aber über das 4G-Kernnetz. Ende 2025 nutzten 57,9 Millionen Kundinnen und Kunden diese Variante, 55 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Ohne LTE-Kernnetz gäbe es für sie kein 5G.

Dazu kommt die Technik im Mast. Rund 82 Prozent der 5G-fähigen Basisstationen liefen Ende 2025 mit Dynamic Spectrum Sharing, kurz DSS: 4G und 5G teilen sich dieselben Frequenzen. Das 5G-Symbol im Display bedeutet dort nicht automatisch mehr Kapazität. Erst 5G Standalone nutzt ein eigenes 5G-Kernnetz – was das bringt, erklärt der Ratgeber 5G Standalone, den Ausbaustand je Netz die Seite 5G-Netz.

Verbreiteter IrrtumZeigt das Handy 5G, spielt LTE keine Rolle mehr.

Was stimmtBei 5G Non-Standalone, der verbreiteten Variante, läuft der Verkehr über das LTE-Kernnetz, und meist teilen sich 4G und 5G sogar die Frequenzen. Fällt LTE aus, fällt auch dieses 5G aus.

Mehr LTE-Stationen als 5G-Stationen

Auch beim Ausbau liegt LTE vorn. Ende 2025 zählte die Bundesnetzagentur 238.820 Funk-Basisstationen an 93.395 Antennenstandorten. 92.036 davon funkten mit LTE, 79.512 mit GSM, also 2G, und 67.272 mit 5G. Stationen mit geteilten Frequenzen zählen dabei sowohl als 4G- als auch als 5G-Station.

Funk-Basisstationen nach Technik, Ende 2025Balkendiagramm: LTE (4G): 92.036; GSM (2G): 79.512; 5G: 67.272Funk-Basisstationen nach Technik, Ende 2025Stationen mit geteilten Frequenzen zählen als 4G und als 5GLTE (4G)92.036GSM (2G)79.5125G67.272Quelle: Bundesnetzagentur, Jahresbericht Telekommunikation 2025
LTE hat die meisten Stationen – und auf rund 82 Prozent der 5G-Stationen teilen sich 4G und 5G dieselben Frequenzen.

Die Zahl der LTE-Stationen wächst weiter, zuletzt um rund 4 Prozent im Jahr. 5G legte mit rund 19 Prozent schneller zu, beginnt aber auf niedrigerem Niveau. An einem Standort stehen meist Stationen mehrerer Generationen nebeneinander; deshalb gibt es deutlich weniger Antennenstandorte als Basisstationen. Angekündigt ist bislang nur das Ende von 2G, nicht das von LTE.

Wie lange die LTE-Frequenzen gesichert sind

Nach Angaben des Bundesamts für Strahlenschutz wird LTE in Deutschland vor allem um 800, 1.800 und 2.600 MHz betrieben. Dazu kommen Frequenzen bei 700 MHz aus der zweiten Digitalen Dividende, knapp unter 1.500 MHz sowie um 900 und 2.000 MHz. Die Bereiche 800, 1.800 und 2.600 MHz hat die Bundesnetzagentur bis Ende 2030 verlängert, 700, 900 und 1.500 MHz laufen bis 2033, 2.100 MHz bis 2040.

Welche Technik auf diesen Frequenzen läuft, entscheiden die Netzbetreiber selbst, denn die Behörde stellt Frequenzen technologieneutral bereit. Über die Vergabe ab 2031 will sie 2028 entscheiden. Für Käuferinnen und Käufer heißt das: Ein Handy mit LTE und VoLTE bleibt auf Jahre nutzbar.

In der Fläche reicht LTE weiter als 5G

Für den Empfang auf dem Land zählt die Fläche, nicht die Bevölkerung. Hier zeigt der Jahresbericht der Bundesnetzagentur in jedem Netz einen Vorsprung von 4G vor 5G. 1&1 ist in der Auswertung nicht enthalten, weil sein Netz noch im Aufbau ist.

Flächenabdeckung je Netz nach Technik, Stand Oktober 2025 (Bundesnetzagentur)
Netz2G4G5G2G minus 4G
Telekom98,8 %92,3 %86,7 %6,5 Punkte
Vodafone98,3 %91,7 %75,0 %6,6 Punkte
o2 Telefónica98,3 %88,1 %76,1 %10,2 Punkte
mindestens ein Netz99,8 %97,7 %–2,1 Punkte

Seit Oktober 2025 ist die Versorgung weiter gewachsen: Mit Datenstand Juni 2026 erreicht 4G durch mindestens ein Netz rund 97,8 Prozent der Fläche, 5G 96,2 Prozent. Auch dieser 5G-Wert stützt sich zu einem guten Teil auf Stationen, die ihre Frequenzen mit LTE teilen.

Die Tabelle ist keine Rangliste: Wenige Prozentpunkte sagen nichts über Ihren Ort. Aufschlussreich ist die letzte Spalte, die wir aus den Werten der Behörde berechnet haben.

Je Netz erreicht 2G heute zwischen 6,5 und 10,2 Prozentpunkte mehr Fläche als 4G. Genau diese Gebiete müssen bis zum 2G-Ende auf 4G umgerüstet sein, sonst werden sie im jeweiligen Netz zum Funkloch; die Netzbetreiber haben das laut Bundesnetzagentur angekündigt. Ob Ihr Ort betroffen ist, zeigt die Karte, die unter Funkloch erklärt ist.

Warum 4G die Fläche besser erreicht, liegt an den Frequenzen. LTE funkt in Deutschland unter anderem bei 800 MHz, und dieses Band wird nach Feststellung der Bundesnetzagentur nahezu flächendeckend eingesetzt. Die Netzbetreiber bezeichneten es im Verfahren um die Verlängerung als Rückgrat der mobilen Breitbandversorgung in der Fläche. Niedrige Frequenzen reichen weiter und dringen besser in Gebäude – welche Bänder es gibt und welche Ihr Handy braucht, steht unter Frequenzen.

Telefonieren: Nach dem 2G-Ende trägt LTE die Gespräche

Seit 3G im Jahr 2021 abgeschaltet wurde, telefoniert ein Handy im Mobilfunknetz meist auf einem von zwei Wegen: über VoLTE, also Telefonie über das LTE-Netz, oder per Rückfall ins alte 2G-Netz. 79,1 Millionen Nutzende hatten Ende 2025 ein VoLTE-fähiges Gerät mit passendem Vertrag. Der zweite Weg endet 2028: Die Telekom schaltet 2G voraussichtlich Ende Juni 2028 ab, Vodafone und Telefónica planen das für die zweite Jahreshälfte 2028.

Eine Rechnung mit den Zahlen der Bundesnetzagentur zeigt, wie viele Geräte noch nachziehen müssen. Ende 2025 waren 106,4 Millionen SIM-Profile aktiv, Karten für Maschinen nicht eingerechnet. 90,1 Millionen davon nutzten das LTE-Netz – rechnerisch bleiben 16,3 Millionen aktive Profile, die nicht über LTE liefen. Wer dazu gehört, schlüsselt der Bericht nicht auf; für Geräte, die nur 2G können, wird 2028 jedenfalls zur Frist.

Wie Sie prüfen, ob Ihr Handy VoLTE nutzt, und welche Marken es freischalten, steht unter VoLTE und WLAN Call. Die Termine je Netz und die Folgen für Notrufgeräte erklärt 2G-Abschaltung.

Was LTE im Alltag leistet

Für Streaming, Navigation und Videotelefonie reicht gut ausgebautes LTE in aller Regel aus. Wird es langsam, liegt das häufig am Tarif: Viele Marken begrenzen die Geschwindigkeit, je nach Tarif auf Werte zwischen 15 und 300 Mbit/s – eine Grenze, die für LTE und 5G gleichermaßen gilt. Was gedrosselte Tarife noch schaffen, zeigt Drosselung.

LTE versorgt auch Anschlüsse zu Hause. Ende 2025 zählte die Bundesnetzagentur rund 0,8 Millionen drahtlose LTE- und 5G-Anschlüsse zur stationären Nutzung; hinzu kommen Hybridanschlüsse, die DSL und Mobilfunk kombinieren. Wann ein solcher Router das Festnetz ersetzen kann, steht unter Mobiles Internet zu Hause.

Ein Punkt wird oft übersehen: der Akku. Ein LTE-Handy sendet nach Angaben des Bundesamts für Strahlenschutz mit höchstens 200 Milliwatt und kann die Leistung bei guter Verbindung theoretisch bis auf 0,1 Mikrowatt senken. Bei schwachem Empfang regelt es hoch – das kostet Strom und erhöht die Feldstärke am Körper. Ursachen für schnellen Akkuverbrauch stehen unter Akku schnell leer, die Behördenangaben zur Strahlung unter Mobilfunk und Gesundheit.

Nahaufnahme von Antennenpaneelen und Kabelsträngen an einem verzinkten Stahlmast vor bewölktem Himmel
An den meisten Standorten funken mehrere Mobilfunkgenerationen nebeneinander. KI-generiert

Woran Sie ein LTE-taugliches Handy erkennen

Fast jedes Smartphone der vergangenen Jahre beherrscht LTE. Kritisch sind sehr alte Geräte, einfache Tastenhandys und Importware. Diese vier Prüfschritte klären es:

  1. Netzmodus ansehen Lässt sich in den Mobilfunk-Einstellungen „LTE“ oder „4G“ auswählen, kann das Gerät LTE.
  2. Beim Telefonieren auf die Statusleiste achten Wechselt die Anzeige während eines Gesprächs von „LTE“, „4G“ oder „5G“ zu „2G“, „GSM“, „E“ oder „Edge“, nutzt das Handy kein VoLTE.
  3. Bänder im Datenblatt prüfen Wichtig sind vor allem Band 20 bei 800 MHz für die Fläche sowie die Bänder 1, 3, 7, 8 und 28.
  4. Bei Tastenhandys gezielt fragen Ein Gerät, das nur 2G kann, verliert 2028 den Dienst. Was beim Kauf eines einfachen Handys zählt, steht unter Tastenhandy.

Weitere Netzthemen von der Abdeckung bis zur Wahl des Netzes bündelt die Übersicht Netzbetreiber.

Quellen und Stand

Geprüft am 4. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Ist 4G das Gleiche wie LTE?

Im Alltag ja: Netzbetreiber und Handys verwenden beide Bezeichnungen für dieselbe vierte Mobilfunkgeneration. LTE steht für Long Term Evolution. Zusätze wie „LTE+“ oder „4G+“ kennzeichnen meist Verbindungen, bei denen mehrere Frequenzbänder gebündelt werden.

Warum zeigt mein Handy LTE, obwohl mein Tarif 5G enthält?

5G erreicht in jedem Netz weniger Fläche als 4G, besonders in Gebäuden und auf dem Land. Außerdem muss das Handy die 5G-Bänder des Netzes unterstützen, und 5G muss in den Einstellungen aktiviert sein. Für das Tempo ist das oft unerheblich, weil der Tarif die Höchstgeschwindigkeit begrenzt.

Wird LTE bald abgeschaltet?

Angekündigt ist bislang nur das Ende von 2G im Jahr 2028. LTE trägt die Telefonie und den größten Teil von 5G und bleibt deshalb auf absehbare Zeit in Betrieb. Wer heute ein Handy mit LTE und VoLTE kauft, ist für das 2G-Ende gerüstet.

Passt dazu

  • Netze VoLTE und WLAN Call

    WLAN Call bei 36 von 43 Marken belegt – im Ausland kostet der Anruf ins Urlaubsland wie aus Deutschland.

  • Netze Frequenzen

    Alle Ländervarianten des iPhone 18 Pro können Band 20 – Lücken liegen eher bei VoLTE und Einmarkt-Geräten.

  • Netze Handy über Satellit

    Per Satellit geht in Deutschland nur der Notruf – mit iPhone ab Modell 14 und Pixel ab 9, ohne 9a.

  • Hilfe Speicher voll

    Gelöschte Fotos liegen 30 Tage im Papierkorb – erst danach wird der Speicher wirklich frei.