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Gedrosselt auf 32 oder 64 kbit/s: Was dann noch funktioniert

Nach dem Inklusivvolumen bremsen Anbieter das Tempo auf 64 oder 32 kbit/s; den Wert nennt das Produktinformationsblatt. Damit laufen Textnachrichten und Mails ohne Anhang noch flüssig, eine durchschnittliche Webseite mit 2,3 MB braucht bei 64 kbit/s aber fast fünf Minuten, bei 32 kbit/s fast zehn. Video und Videotelefonie laufen nicht mehr, Musik in normaler Qualität ruckelt bestenfalls. Normale Telefonate über VoLTE zählen nicht zum Datenvolumen.

Von Geprüft am 8 Min. Lesezeit

Smartphone liegt umgedreht auf einer hellen Steinplatte neben einer kleinen Sanduhr, viel freie Fläche, weiches Seitenlicht
KI-generiert

Ist das Datenvolumen verbraucht, bleibt das Handy online, aber nur noch im Schneckentempo. Wie langsam, steht im Produktinformationsblatt unter „Ab Verbrauch von … reduziert auf“: meist 64 oder 32 kbit/s, also 8 oder 4 Kilobyte pro Sekunde. Der Tempo-Rechner zeigt, wie lange typische Inhalte bei verschiedenen Geschwindigkeiten laden und welche Streams noch laufen. Wählen Sie eine Stufe von 32 kbit/s bis 100 Mbit/s und vergleichen Sie.

Tempo-Rechner

Was geht mit gedrosseltem Tempo noch?

Ladezeiten typischer Inhalte bei einem Tempo Ihrer Wahl. Gerechnet wird im Browser.

Verbreiteter IrrtumNach dem Datenvolumen bleiben bei allen Anbietern 64 kbit/s.

Was stimmtTelekom, Vodafone und 1&1 drosseln laut Produktinformationsblatt auf 64 kbit/s, o2 Mobile, congstar und fraenk auf 32 kbit/s – also auf die Hälfte.

So rechnet der Tempo-Rechner

Die Rechnung ist einfach: Datenmenge geteilt durch Tempo ergibt die Ladezeit. Dafür müssen beide Werte in derselben Einheit stehen. Das Tempo wird in Kilobit pro Sekunde (kbit/s) oder Megabit pro Sekunde (Mbit/s) angegeben, Dateigrößen in Kilobyte (KB) oder Megabyte (MB). Ein Byte hat 8 Bit, und wir rechnen dezimal: 1 MB sind 1.000 KB, 1 Mbit/s sind 1.000 kbit/s.

Ein Beispiel: Ein Foto im Messenger mit 300 KB entspricht 2.400 Kilobit. Bei 64 kbit/s dauert die Übertragung 2.400 geteilt durch 64, also 37,5 Sekunden; bei 32 kbit/s doppelt so lange. Die Tabelle zeigt die Ergebnisse für alle Inhalte, mit denen der Rechner arbeitet.

Ladezeiten nach dem Rechenweg Datenmenge geteilt durch Tempo, eigene Rechnung, Stand Oktober 2026
Inhalt (Größe)32 kbit/s64 kbit/s384 kbit/s10 Mbit/s
Textnachricht (2 KB)0,5 s0,25 sunter 0,1 ssofort
Sprachnachricht, 1 Minute (120 KB)30 s15 s2,5 s0,1 s
Foto im Messenger (300 KB)1 Min. 15 s37,5 s6,3 s0,2 s
E-Mail mit PDF (2 MB)8 Min. 20 s4 Min. 10 s42 s1,6 s
durchschnittliche Webseite (2,3 MB)9 Min. 35 s4 Min. 48 s48 s1,8 s
App-Update (150 MB)10 Std. 25 Min.5 Std. 13 Min.52 Min.2 Min.

Die Werte sind Untergrenzen. In der Praxis kommen Verbindungsaufbau, Wartezeiten im Netz und parallele Datenübertragungen anderer Apps hinzu, gedrosselt fällt das stärker ins Gewicht. Eine Webseite lädt außerdem nicht am Stück: Erst kommt der Text, dann folgen Bilder und Skripte. Bei 64 kbit/s sehen Sie also nach einiger Zeit etwas, fertig ist die Seite aber erst nach Minuten.

Woher die Werte stammen

  • Sprachnachricht: Für Sprache in Breitbandqualität nennt der Standard des verbreiteten Audiocodecs Opus (RFC 6716) 16 bis 20 kbit/s als günstigen Bereich. Eine Minute mit 16 kbit/s ergibt 960 Kilobit, also 120 KB.
  • Webseite: Das HTTP Archive hat im Oktober 2024 für die mittlere mobile Webseite 2.311 KB gemessen, rund 2,3 MB.
  • Foto, E-Mail, App-Update: Das sind angenommene Größen. Wir rechnen mit einem verkleinerten Foto von 300 KB; ein Foto in voller Auflösung ist oft um ein Vielfaches größer. Ein großes App-Update kann auch mehrere hundert Megabyte haben. Die Ladezeit wächst im selben Verhältnis wie die Datei.
  • Streams: Für Musik setzt der Rechner 96 kbit/s an, die Stufe „Normal“ bei Spotify; die Stufe „Niedrig“ braucht laut Spotify rund 24 kbit/s. Für Videotelefonie rechnet er mit 0,6 Mbit/s, so viel empfiehlt Zoom für ein Gespräch zu zweit in hoher Qualität. Für Video in SD-Qualität nimmt er 1,5 Mbit/s an; YouTube empfiehlt für 480p 1,1 Mbit/s, wir rechnen mit etwas Reserve. Reicht das gewählte Tempo, zeigt der Rechner „läuft“; kommen mindestens 60 Prozent des Bedarfs an, zeigt er „ruckelt“, darunter „nicht möglich“.

Was bei 32 und 64 kbit/s noch geht

Geht

Textnachrichten, Mails ohne Anhang, Push-Benachrichtigungen, Navigation mit vorher geladenen Offline-Karten. Normale Telefonate laufen ohnehin weiter: VoLTE verbraucht laut congstar kein Datenvolumen.

Geht zäh

Sprachnachrichten und Fotos im Messenger, Mails mit kleinem Anhang, einfache Apps mit wenig Daten. Hier warten Sie Sekunden bis Minuten. Musik in normaler Qualität ruckelt bei 64 kbit/s.

Geht praktisch nicht

Webseiten, Video, Videotelefonie und App-Updates, bei 32 kbit/s auch Musik. Selbst ein reines Audiogespräch über Zoom braucht laut Zoom 60 bis 80 kbit/s.

So lange lädt eine durchschnittliche WebseiteBalkendiagramm: 32 kbit/s: 9 Min. 35 s; 64 kbit/s: 4 Min. 48 s; 128 kbit/s: 2 Min. 24 s; 384 kbit/s: 48 s; 1 Mbit/s: 18 s; 10 Mbit/s: 1,8 sSo lange lädt eine durchschnittliche Webseite2,3 MB je nach Tempo, Rechenweg Datenmenge geteilt durch Tempo, in Sekunden32 kbit/s9 Min. 35 s64 kbit/s4 Min. 48 s128 kbit/s2 Min. 24 s384 kbit/s48 s1 Mbit/s18 s10 Mbit/s1,8 sQuellen: HTTP Archive, Web Almanac 2024 (mittlere mobile Webseite 2.311 KB); eigene Rechnung; Stand Oktober 2026
Bei 32 kbit/s dauert eine durchschnittliche Webseite fast zehn Minuten, bei 1 Mbit/s 18 Sekunden. Die Werte sind Untergrenzen.

Eine zweite Rechnung zeigt die Größenordnung. Wer eine gedrosselte Verbindung einen ganzen Tag ununterbrochen auslastet, überträgt bei 64 kbit/s höchstens 64 mal 86.400 Sekunden, also 5.529.600 Kilobit oder rund 691 MB. Bei 32 kbit/s sind es rund 346 MB. Mehr geht nicht, egal wie geduldig man ist. Musik in der Spotify-Stufe „Niedrig“ mit 24 kbit/s wäre rechnerisch gerade noch möglich, praktisch stören Aussetzer und andere Apps im Hintergrund.

Die Drosselstufen der Anbieter

Welche Stufe gilt, steht im Produktinformationsblatt Ihres Tarifs; die TK-Transparenzverordnung schreibt vor, dass dort die Schwelle und das Tempo nach Erreichen der Grenze stehen (§ 1 Abs. 2 Nr. 6). Für die Netzbetreiber und zwei Telekom-Marken haben wir die Blätter selbst geöffnet, die übrigen Werte stammen aus den Prüfungen für unsere Markenseiten.

Tempo nach Verbrauch des Datenvolumens im Download und Upload, eigene Zusammenstellung, Stand 4. Oktober 2026
TarifTempo nach dem VolumenBeleg
Telekom MagentaMobil M64 / 16 kbit/sPIB, Versionsstand 1. April 2025
Vodafone Mobil XS64 / 64 kbit/sPIB, Juli 2026
o2 Mobile M (2026)32 / 32 kbit/sPIB, Stand Juni 2026
1&1 All-Net-Flat S64 / 64 kbit/sPIB, Stand 25. März 2026
congstar Allnet Flat XS32 / 32 kbit/sPIB, Versionsstand 15. Juli 2025
fraenk32 / 32 kbit/sPIB, Stand 1. Juni 2026
Aldi Talk, Blau, Tchibo Mobil FLEX, winSIM, klarmobil64 kbit/s im Downloadunsere Markenseiten
SIMon mobile32 kbit/s im Downloadunsere Markenseite
o2 Prepaid, Packs S, M und L1 Mbit/s / 384 kbit/sPreisliste, Stand Juli 2026
Vodafone GigaCube (Router)32 kbit/sTarifhinweise von Vodafone

Drei Befunde fallen auf. Selbst im selben Netz gibt es keine einheitliche Stufe: o2 drosselt den eigenen Vertrag auf 32 kbit/s, viele Marken im o2-Netz wie Aldi Talk oder Blau auf 64 kbit/s, die eigenen Prepaid-Packs S, M und L laut Preisliste dagegen nur auf 1 Mbit/s – damit lädt die durchschnittliche Webseite in rund 18 Sekunden. Der Upload kann noch unter dem Download liegen, bei der Telekom sind es 16 kbit/s. Und die Unterlagen sind nicht immer stimmig: Bei EDEKA smart nennt die Preisliste laut unserer Prüfung 32 kbit/s, die Produktinformationsblätter der 5G-Tarife nennen 64 kbit/s. Wer den Tarif wechselt, sollte die Zeile zur Drosselung im PIB deshalb genauso lesen wie das Höchsttempo.

Nachbuchen, Datenautomatik und Unlimited

Die Drosselung endet mit dem nächsten Abrechnungszeitraum oder wenn Sie Volumen nachbuchen. Die Anbieter müssen Ihnen helfen, den Überblick zu behalten: Sie müssen den Verbrauch mindestens tagesaktuell im Kundenportal oder in einer App anzeigen und Sie warnen, sobald 80 Prozent des Volumens verbraucht sind (§ 9 TK-Transparenzverordnung). Diesen Warnhinweis können Sie kostenlos ab- und wieder anbestellen.

  • Einmal nachbuchen: Fast alle Anbieter verkaufen Zusatzpakete für den Rest des Abrechnungszeitraums oder Tagesflatrates, fraenk etwa Extra-Daten oder eine Unlimited Day Flat.
  • Datenautomatik: Manche Tarife buchen automatisch gegen Gebühr nach. Bei winSIM legt die Allnet Flat 10 GB laut PIB bis zu dreimal im Monat 300 MB nach, deshalb liegt die Drosselschwelle dort bei 10,9 GB. Die Automatik lässt sich abschalten.
  • Unlimited on demand: Bei 1&1, Aldi Talk, Lidl Connect und otelo lässt sich in bestimmten Tarifen kostenlos je 1 GB nachbuchen, allerdings nur auf Ihren Klick. Ohne diesen Klick bleibt es bei der Drosselung.
  • Unlimited: Tarife ohne Volumengrenze drosseln im Inland nicht, im EU-Ausland gelten aber Fair-Use-Grenzen. Was „unbegrenzt“ wirklich heißt, erklärt der Ratgeber Unlimited-Datenflat.

Eine alte Ausweichmöglichkeit gibt es nicht mehr: MMS, also Bildnachrichten über das Mobilfunknetz, sind in Deutschland abgeschaltet. Vodafone hat den Dienst am 17. Januar 2023 eingestellt, o2 am 30. Juni 2026, Telekom und 1&1 am 1. Juli 2026. Die Telekom verweist auf Messenger und den RCS-Chat der Nachrichten-App, die beide über mobile Daten oder WLAN laufen. Welche Einstellungen dadurch überflüssig wurden, zeigt die Seite APN-Einstellungen.

Junge Frau sitzt im Zug am Fenster, auf dem Klapptisch liegen ein umgedrehtes Smartphone und Kopfhörer
Unterwegs hilft, was vorher im WLAN geladen wurde: Playlists, Karten und Tickets funktionieren auch gedrosselt. KI-generiert

So kommen Sie gedrosselt durch den Monat

  1. WLAN nutzen Zu Hause, im Büro und an Hotspots surfen Sie ungedrosselt. Bei schwachem Empfang im Haus hilft WLAN Call beim Telefonieren, wie die Seite VoLTE und WLAN-Call erklärt.
  2. Hintergrunddaten bremsen Stellen Sie automatische App-Updates, Foto-Backups und das automatische Abspielen von Videos auf WLAN um. Android und iPhone haben dafür einen Datensparmodus.
  3. Offline vorsorgen Laden Sie Karten, Playlists und Tickets vorher im WLAN herunter.
  4. Messenger umstellen Schicken Sie lieber Text als Sprachnachrichten und schalten Sie den automatischen Download von Fotos und Videos ab.
  5. Volumen passend wählen Reicht das Volumen regelmäßig nicht, ist ein größerer Tarif meist günstiger als ständiges Nachbuchen. Wie viel Sie brauchen, schätzt der Datenvolumen-Rechner.

Ein Hinweis zum Messen: Das gedrosselte Tempo ist vertraglich vereinbart und kein Mangel. Das amtliche Nachweisverfahren der Bundesnetzagentur für zu langsames mobiles Internet misst deshalb nur mit verfügbarem Datenvolumen; ist es aufgebraucht, sollen Sie laut Handreichung gar nicht erst messen. Wie das Verfahren funktioniert, steht auf der Bereichsseite Handytarife. Teilt eine Smartwatch das Volumen Ihres Vertrags, zählt ihr Verbrauch mit, wie der Ratgeber Smartwatch-Tarif erklärt; Router-Tarife für zu Hause drosseln teils noch stärker, siehe Mobiles Internet zuhause.

Nächster Schritt

Im Produktinformationsblatt nachsehen, welche Drosselstufe gilt, und den eigenen Verbrauch mit dem Volumen abgleichen.

Quellen und Stand

Geprüft am 4. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Was bedeutet gedrosselt auf 64 kbit/s?

Nach dem Verbrauch des Datenvolumens überträgt die Verbindung höchstens 64 Kilobit pro Sekunde, also 8 Kilobyte. Das ist rund 780-mal langsamer als 50 Mbit/s. Für Textnachrichten reicht es, ein Foto im Messenger braucht schon über eine halbe Minute, Webseiten und Videos gehen praktisch nicht.

Kann ich nach der Drosselung noch telefonieren?

Ja. Normale Telefonate laufen über das Mobilfunknetz oder über VoLTE, und VoLTE verbraucht laut congstar kein Datenvolumen. Anrufe über Messenger-Apps brauchen dagegen Daten und funktionieren bei 32 kbit/s kaum noch.

Wann endet die Drosselung?

Mit dem nächsten Abrechnungszeitraum, wenn das Datenvolumen neu startet, oder früher, wenn Sie Volumen nachbuchen. Bei Prepaid beginnt der neue Zeitraum mit der nächsten Paketverlängerung, für die genug Guthaben auf der Karte liegen muss.

Passt dazu

  • Tarife SIM-Karte aktivieren

    Ohne Ausweisprüfung keine Prepaid-Karte: vier Wege von Video-Ident bis Postfiliale – der Führerschein zählt nicht.

  • Tarife Bester Kaufzeitpunkt

    Galaxy fällt schneller als iPhone, am Black Friday sparten Smartphones im Schnitt nur 5 Prozent.

  • Tarife Tarife

    Von 32 Discount- und Supermarktmarken erreicht nur eine 300 Mbit/s – und das mit 1 GB Volumen.

  • Ratgeber Handy-Backup

    Chats, Authenticator-Codes und eSIM fehlen im System-Backup – und gelöschte Fotos verschwinden überall.