Powerbank kaufen: welche Angaben zählen
Kurzantwort
Auf jeder Powerbank steht eine Kapazität in Milliamperestunden, und sie beschreibt nicht das, was ankommt. Der Wert gilt für die Zellspannung von etwa 3,7 Volt; geladen wird aber mit 5 Volt oder mehr. Durch die Umwandlung und die Wärmeverluste bleiben als Richtwert nur rund zwei Drittel übrig – aus 10.000 mAh werden also grob 6.000 bis 7.000 mAh, die tatsächlich im Handy landen. Die ehrlichere Angabe sind Wattstunden, und genau damit rechnen auch Fluggesellschaften: Bis 100 Wh darf eine Powerbank ohne Genehmigung ins Handgepäck, das entspricht etwa 27.000 mAh. Seit Anfang 2026 haben mehrere Airlines die Regeln verschärft – bei einigen ist die Nutzung während des Fluges verboten.
Powerbanks werden fast ausschließlich über eine einzige Zahl verkauft. Sie ist technisch korrekt und im Alltag irreführend – und für Reisen ist sie sogar die falsche Einheit.
Warum die aufgedruckte Kapazität nicht ankommt
Die Angabe in Milliamperestunden bezieht sich auf die Zellen im Inneren, die mit rund 3,7 Volt arbeiten. Ihr Handy wird aber mit 5 Volt oder mehr geladen. Bei der Umwandlung entstehen Verluste, dazu kommt Abwärme. Als Richtwert bleiben etwa zwei Drittel der aufgedruckten Kapazität übrig, bei ungünstigen Bedingungen weniger.
Die belastbarere Angabe ist die Energie in Wattstunden. Sie ergibt sich aus Kapazität mal Spannung geteilt durch tausend – bei 10.000 mAh und 3,7 Volt also 37 Wattstunden. Viele Hersteller drucken den Wert inzwischen mit auf. Wo er fehlt, lässt er sich in zehn Sekunden ausrechnen.
Die Umrechnung, die am Flughafen zählt
Wattstunden = Kapazität in mAh mal 3,7 geteilt durch 1000. Eine Powerbank mit 10.000 mAh hat rund 37 Wh, eine mit 20.000 mAh rund 74 Wh. Die Grenze von 100 Wh entspricht etwa 27.000 mAh. Übliche Modelle liegen also deutlich darunter.
Was Fluggesellschaften verlangen
Die Regeln haben sich zuletzt spürbar verschärft, nachdem es wiederholt zu Bränden durch überhitzte Akkus an Bord gekommen war. Der gemeinsame Nenner sieht so aus:
Konkret hat die Lufthansa-Gruppe zum 15. Januar 2026 Nutzung und Laden an Bord untersagt und die Aufbewahrung im Gepäckfach über den Sitzen ausgeschlossen; ähnliche Regeln gelten seit April 2026 in Japan. Prüfen Sie vor dem Flug die Angaben Ihrer Airline – das ist der einzige verlässliche Weg, weil sich die Vorgaben derzeit schneller ändern als jede Übersicht.
Worauf es beim Kauf ankommt
Bei der Leistung lohnt der Blick auf beide Richtungen. Viele Modelle geben Strom schnell ab, nehmen ihn aber langsam auf – oder umgekehrt. Wer die Powerbank über Nacht laden kann, ist damit gut bedient; wer sie zwischendurch nachladen muss, braucht einen kräftigen Eingang. Welche Wattzahl das eigene Gerät überhaupt annimmt, steht seit Ende 2024 als Piktogramm auf der Geräteverpackung, siehe Ratgeber Schnellladen.
Sicherheit und Lebensdauer
- Nicht in der Sonne oder im heißen Auto lagern. Hitze ist der Hauptfeind jeder Lithium-Zelle und die häufigste Ursache für Defekte.
- Beschädigte oder aufgeblähte Geräte sofort aussortieren. Nicht mehr laden, nicht in der Wohnung lagern und über den Wertstoffhof entsorgen.
- Vor längerer Lagerung halb aufladen. Weder leer noch voll ist gut; etwa die Hälfte ist der schonendste Zustand.
- Bei Nichtgebrauch alle paar Monate nachladen. Eine tief entladene Zelle nimmt dauerhaft Schaden.
Am Ende ihrer Nutzungsdauer gehören Powerbanks in die getrennte Sammlung, keinesfalls in den Hausmüll – die Wege stehen im Ratgeber Handy recyceln. Das gilt besonders für beschädigte Geräte, bei denen die Brandgefahr real ist.
Wattstunden statt Milliamperestunden
Die eine Zahl beschreibt, was drin ist, die andere, was ankommt und was am Gate zählt.
Passendes Kabel wählen Was dem Akku schadetHäufige Fragen zu Powerbanks
Warum kommen von 10.000 mAh nicht 10.000 mAh an?
Weil sich die Angabe auf die Zellspannung von etwa 3,7 Volt bezieht, geladen wird aber mit 5 Volt oder mehr. Bei der Umwandlung entstehen Verluste, dazu kommt Abwärme. Als Richtwert bleiben rund zwei Drittel übrig, also etwa 6.000 bis 7.000 mAh.
Wie rechne ich mAh in Wattstunden um?
Kapazität in Milliamperestunden mal 3,7 geteilt durch 1000. Eine Powerbank mit 10.000 mAh hat also rund 37 Wattstunden, eine mit 20.000 mAh rund 74. Viele Hersteller drucken den Wert inzwischen direkt auf das Gehäuse.
Wie groß darf eine Powerbank im Flugzeug sein?
Bis 100 Wattstunden ist die Mitnahme im Handgepäck ohne Genehmigung möglich, das entspricht etwa 27.000 mAh. Zwischen 100 und 160 Wattstunden braucht es die Zustimmung der Airline, darüber ist der Transport nicht erlaubt.
Darf die Powerbank in den Koffer?
Nein. Lithium-Akkus gehören ausschließlich ins Handgepäck, weil ein Brand im Frachtraum nicht bemerkt und nicht bekämpft werden könnte. Diese Regel gilt bei allen Airlines und ist nicht verhandelbar.
Darf ich die Powerbank an Bord benutzen?
Das hängt von der Airline ab und hat sich zuletzt geändert. Die Lufthansa-Gruppe hat Nutzung und Laden an Bord zum 15. Januar 2026 untersagt, ähnliche Regeln gelten seit April 2026 in Japan. Prüfen Sie die Angaben Ihrer Fluggesellschaft vor dem Flug.
Wie viele Powerbanks darf ich mitnehmen?
In der Regel zwei pro Person, so lautet die verbreitete Empfehlung, die viele Airlines übernommen haben. Einzelne Fluggesellschaften erlauben nur eine. Maßgeblich sind immer die Bedingungen der Airline, mit der Sie fliegen.
Welche Kapazität ist sinnvoll?
Das hängt vom Zweck ab. Für eine Notreserve unterwegs genügt ein kleines, leichtes Modell, das eine Handyladung liefert. Für mehrere Tage ohne Steckdose braucht es deutlich mehr, was aber immer mehr Gewicht bedeutet. Kapazität ist nicht das erste Kriterium.
Worauf sollte ich außer der Kapazität achten?
Auf die Leistung in beide Richtungen: wie schnell die Powerbank das Handy lädt und wie schnell sie sich selbst auflädt. Der zweite Punkt wird oft übersehen, entscheidet aber darüber, ob die Reserve rechtzeitig wieder einsatzbereit ist.
Wie lagere ich eine Powerbank richtig?
Kühl und etwa halb geladen. Weder leer noch voll ist gut für die Zellen. Bei längerem Nichtgebrauch sollten Sie alle paar Monate nachladen, weil eine tief entladene Zelle dauerhaft Schaden nimmt. Hitze im Auto oder in der Sonne ist der Hauptfeind.
Was mache ich mit einer defekten Powerbank?
Nicht mehr laden, nicht in der Wohnung lagern und über den Wertstoffhof entsorgen. Aufgeblähte oder beschädigte Geräte gehören nicht in die normale Sammelbox im Handel. In den Hausmüll gehören sie in keinem Fall.
Quellen und Stand: Empfehlungen des internationalen Luftfahrtverbands zur Mitnahme von Lithium-Akkus sowie die verschärften Regeln einzelner Fluggesellschaften seit Januar 2026 · physikalische Umrechnung von Kapazität und Spannung in Wattstunden · Herstellerangaben · eigene Einordnung. Stand dieser Seite: 25. Juli 2026.
Die Regeln der Fluggesellschaften ändern sich derzeit häufig. Verbindlich sind allein die Angaben Ihrer Airline; prüfen Sie sie vor jedem Flug. Diese Seite nennt bewusst keine Produkte und keine Preise.