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Vergleich · Netz gegen Netz1&1 oder o2: das vierte Netz gegen das etablierte
Kurzantwort
Der Vergleich hat sich Ende 2025 grundlegend geändert: 1&1-Kunden funkten früher per Roaming im o2-Netz – seit August 2024 läuft das Roaming über Vodafone, das o2-Roaming ist Ende 2025 ausgelaufen. Heute gilt: o2 ist ein vollwertiges Flächennetz mit 937 Punkten im connect-Netztest 2026. 1&1 betreibt das technisch modernste Netz, erreicht damit aber erst rund 27 Prozent der Haushalte – überall sonst funken Sie im Vodafone-Netz.
Bis vor Kurzem war dieser Vergleich fast gegenstandslos: 1&1 nutzte das o2-Netz per National Roaming, die Netzqualität war weitgehend dieselbe. Das ist vorbei. Wer heute zwischen beiden wählt, vergleicht zwei völlig unterschiedliche Konstruktionen – ein etabliertes Flächennetz gegen ein sehr modernes Netz im Aufbau plus Roaming über einen Dritten.
Was sich geändert hat
Die beiden Netze im Vergleich
| Kriterium | 1&1 | o2 Telefónica |
|---|---|---|
| connect 2026 | sehr gut · außer Konkurrenz | 937 · sehr gut |
| Eigene Flächenabdeckung | ca. 27 % der Haushalte | Flächennetz |
| Antennenstandorte | über 2.000 | rund 28.000 |
| Außerhalb des Eigennetzes | Roaming über Vodafone | eigenes Netz |
| Technik | Open RAN, voll virtualisiert | klassisch, modernisiert |
| 5G Standalone | von Beginn an | seit Oktober 2023 |
| Ausbauziel | ca. 35 % der Haushalte Ende 2026 | bereits flächendeckend |
| Netzqualität | schwankt je nach Standort | gleichmäßiger |
1&1: modernste Technik, kleinstes Netz
Das 1&1-Netz ist technisch das fortschrittlichste in Deutschland: vollständig virtualisiert, auf Open-RAN-Basis gebaut und von Anfang an ein reines 5G-Standalone-Netz. Die Migration aller Bestandskunden ins eigene Kernnetz wurde am 11. November 2025 abgeschlossen, rund 12,5 Millionen Mobilfunkkunden funken seither im 1&1-Netz.
Der Haken liegt in der Reichweite. Im Frühjahr 2026 erreichte das Eigennetz nach Unternehmensangaben rund 27 Prozent der Haushalte bei über 2.000 eigenen Antennenstandorten – o2 betreibt rund 28.000. Der Ausbau konzentriert sich auf etwa 300 Städte; für Ende 2026 sind rund 35 Prozent Haushaltsabdeckung angepeilt, der ländliche Raum steht erst nach 2030 auf dem Plan.
Was „viertes Netz“ praktisch bedeutet
Als 1&1-Kunde nutzen Sie im Ausbaugebiet ein sehr modernes Netz und außerhalb die Vodafone-Abdeckung. Die Netzqualität schwankt damit stärker als bei einem klassischen Netzbetreiber – nicht schlechter, aber ungleichmäßiger. Wer Gleichmäßigkeit braucht, ist bei einem etablierten Netz besser aufgehoben.
o2: das Flächennetz mit dem größten Sprung
o2 Telefónica erreichte 2026 mit 937 Punkten die Note „sehr gut“ und legte in der Gesamtwertung 28 Punkte zu – die größte Steigerung im Testfeld. Der 5G-Ausbau ist nach Eigenangaben nahezu flächendeckend, 5G Standalone seit Oktober 2023 bundesweit verfügbar. Anders als bei 1&1 ist die Versorgung nicht an eine Liste von Ausbaustädten gebunden.
Welches passt zu Ihnen?
1&1 passt, wenn …
- Sie in einer der rund 300 Ausbaustädte wohnen
- Sie sich überwiegend dort aufhalten
- Sie moderne Technik und guten Preis kombinieren wollen
- Schwankungen bei der Netzqualität Sie nicht stören
o2 passt, wenn …
- Sie gleichmäßige Versorgung brauchen
- Sie viel reisen oder pendeln
- Sie außerhalb der 1&1-Ausbaugebiete wohnen
- Sie ein etabliertes Netz mit Testwertung bevorzugen
Fazit
o2 ist heute die sicherere Wahl, weil es ein vollwertiges Flächennetz mit belastbarer Testbewertung ist. 1&1 ist die interessantere Wahl für alle, die in einer Ausbaustadt wohnen und dort auch bleiben – dort bekommen Sie sehr moderne Technik, oft zu attraktivem Preis.
Entscheidend ist bei 1&1 eine Prüfung, die bei den anderen Netzen entfällt: Liegt Ihre Adresse im Eigennetz oder im Roaming-Gebiet? Die amtliche Abdeckungskarte kennzeichnet Roaming-Flächen von 1&1 gesondert.
Eigennetz oder Roaming – prüfen Sie es
Bei 1&1 entscheidet diese eine Frage über die Netzqualität an Ihrer Adresse.
Netzabdeckung prüfen National Roaming erklärtHäufige Fragen zu 1&1 und o2
Nutzt 1&1 noch das o2-Netz?
Nein. Bis August 2024 lief das National Roaming von 1&1 über das Netz von Telefónica, seit dem 29. August 2024 läuft es über Vodafone. Das frühere o2-Roaming ist Ende 2025 endgültig ausgelaufen. Wer diesen Vergleich vor 2025 gelesen hat, muss ihn neu bewerten.
Wie groß ist das eigene 1&1-Netz?
Im Frühjahr 2026 erreichte das Eigennetz nach Unternehmensangaben rund 27 Prozent der deutschen Haushalte bei über 2.000 eigenen Antennenstandorten. Zum Vergleich: o2 Telefónica betreibt rund 28.000 Standorte. Für Ende 2026 peilt 1&1 rund 35 Prozent Haushaltsabdeckung an.
Ist 1&1 schlechter als o2?
So einfach ist es nicht. Technisch ist das 1&1-Netz das modernste in Deutschland – voll virtualisiert, Open RAN, von Beginn an 5G Standalone. Es deckt aber nur einen kleinen Teil der Fläche ab. o2 ist ein vollwertiges Flächennetz mit 937 Punkten im connect-Netztest 2026 und liefert gleichmäßiger.
Was passiert, wenn ich das 1&1-Ausbaugebiet verlasse?
Ihr Smartphone wechselt automatisch ins Vodafone-Netz. Sie sind also weiterhin versorgt, nutzen dann aber die Vodafone-Abdeckung statt des 1&1-Eigennetzes. Die Netzqualität schwankt dadurch stärker als bei einem klassischen Netzbetreiber.
Warum wurde 1&1 im Netztest nicht regulär gewertet?
Weil sich das Netz noch im Aufbau befindet. connect hat es außer Konkurrenz in einer Sonderbetrachtung bewertet und die Note „sehr gut“ vergeben, ohne eine Gesamtpunktzahl zu veröffentlichen. 1&1 selbst gibt an, das Netz erreiche nach derselben Benchmark-Metrik über 910 von 1.000 Punkten.
Wie finde ich heraus, ob meine Adresse im 1&1-Eigennetz liegt?
Über die Karte des Mobilfunk-Monitorings der Bundesnetzagentur: Dort sind Flächen, in denen 1&1 über National Roaming versorgt, gesondert gekennzeichnet. Das ist bei 1&1 die entscheidende Prüfung – bei den anderen Netzen entfällt sie.
Ist 1&1 günstiger als o2?
1&1 tritt in der Regel preisaggressiv auf, konkrete Preise ändern sich aber wöchentlich. Wichtiger als der Preisvergleich zwischen beiden ist bei 1&1 die Standortfrage: Ein günstiger Tarif nützt wenig, wenn Sie dauerhaft im Roaming-Gebiet funken.
Wann wird 1&1 ein vollwertiges Flächennetz?
Auf absehbare Zeit nicht. Der Ausbau konzentriert sich auf rund 300 Städte, der ländliche Raum steht erst nach 2030 auf dem Plan. Erschwerend kommt hinzu, dass 1&1 bei der jüngsten Frequenzentscheidung keine eigenen reichweitenstarken Low-Band-Frequenzen erhalten hat.
Was ist Open RAN und bringt mir das etwas?
Open RAN bedeutet, dass die Funkzugangstechnik auf offenen Schnittstellen und Standard-Hardware läuft statt auf proprietären Systemen einzelner Hersteller. Für Sie als Nutzer ändert das im Alltag nichts Spürbares – es senkt vor allem die Kosten und beschleunigt Software-Updates auf Betreiberseite.
Lohnt sich der Wechsel von o2 zu 1&1?
Nur wenn Ihre regelmäßigen Aufenthaltsorte im 1&1-Eigennetz liegen und Sie den Preisvorteil deutlich spüren. Wer viel pendelt, reist oder außerhalb der Ausbaustädte wohnt, fährt mit einem etablierten Flächennetz gleichmäßiger.
Quellen und Stand: connect Mobilfunknetztest 2026 (veröffentlicht 26.11.2025, Messdaten 2025, Testpartner umlaut) · CHIP- und ComputerBILD-Netztest 2026 · Bundesnetzagentur, Mobilfunk-Monitoring im Gigabit-Grundbuch (Datenstand Dezember 2025) · Unternehmensangaben der Netzbetreiber zu Ausbau und Standalone-Status.
Abdeckungsangaben der Netzbetreiber sind Eigenangaben mit unterschiedlichen Bezugsgrößen und Mindestgeschwindigkeiten; sie sind untereinander nur eingeschränkt vergleichbar und als Richtwerte zu verstehen. Konkrete Tarifpreise nennen wir bewusst nicht, da sie sich wöchentlich ändern. Stand dieser Seite: 22. Juli 2026.