Netze

1&1 oder o2: das vierte Netz gegen ein etabliertes Flächennetz

1&1 betreibt seit Dezember 2023 ein eigenes Netz, das über 34 Prozent der Haushalte erreicht, laut Bundesnetzagentur aber nur 3,0 Prozent der Fläche mit LTE. Überall sonst funken 1&1-Kunden über Vodafone-Antennen, seit November 2025 alle. 1&1 passt, wenn Sie in einer Ausbaustadt wie Berlin, Bremen oder Hamburg leben und 300 Mbit/s in jedem Tarif wollen. o2 passt, wenn Sie ein einheitliches Netz aus einer Hand, Prepaid-Auswahl oder eine kostenlose Testkarte suchen.

Von Geprüft am 7 Min. Lesezeit

Innenstadtplatz zur blauen Stunde mit vorbeifahrender Straßenbahn, vorn eine kleine Antenne an einem Laternenmast
Bild: KI-generiert

Bis 2025 war dieser Vergleich einfach: Viele 1&1-Kunden funkten damals im Netz von Telefónica, also bei o2. Heute stehen sich zwei verschiedene Bauarten gegenüber. o2 betreibt ein Flächennetz mit rund 28.000 Standorten. 1&1 betreibt seit Dezember 2023 ein eigenes Netz, das vor allem in Großstädten funkt, und nutzt überall sonst die Antennen von Vodafone mit.

Zwei Bauarten: ein Netz gegen Netz plus Roaming

Ein o2-Kunde nutzt überall dieselben Antennen. Ein 1&1-Kunde nutzt im Ausbaugebiet das eigene 1&1-Netz und wechselt außerhalb automatisch auf Vodafone-Antennen. Diese Mitnutzung heißt National Roaming: Die Daten laufen über die Antennen von Vodafone, verarbeitet werden sie im Kernnetz von 1&1. Seit November 2025 sind alle 1&1-Mobilfunkkunden auf diese Weise im 1&1-Netz; wie das Verfahren funktioniert, erklärt der Ratgeber National Roaming.

Vom Mieter zum vierten Netz: 1&1 seit 2023Zeitleiste: Dez. 2023 – Start: Mobile Dienste im eigenen Netz; 2025 – Partnerwechsel: Roaming über Vodafone statt Telefónica; Nov. 2025 – Migration fertig: Alle Kunden im 1&1-Netz; Feb. 2026 – Anhörung: Mitnutzung von Frequenzen unter 1 GHz; Juni 2026 – Über 34 % der Haushalte: 3,0 % der Fläche mit eigenem LTEVom Mieter zum vierten Netz: 1&1 seit 2023Wichtige Schritte beim Aufbau des eigenen 1&1-NetzesDez. 2023StartMobile Dienste imeigenen Netz2025PartnerwechselRoaming über Vodafonestatt TelefónicaNov. 2025Migration fertigAlle Kunden im1&1-NetzFeb. 2026AnhörungMitnutzung vonFrequenzen unter 1GHzJuni 2026Über 34 % derHaushalte3,0 % der Fläche miteigenem LTEQuellen: 1&1 Halbjahresfinanzbericht 2026, Bundesnetzagentur (Datenstand Juni 2026)
Seit November 2025 funken alle 1&1-Kunden im eigenen Netz – wo es fehlt, über Vodafone-Antennen.

Das eigene 1&1-Netz arbeitet mit Open RAN, also mit offenen Schnittstellen und Standard-Hardware statt mit der Technik eines einzelnen Ausrüsters. Es funkt bislang nur auf Frequenzen bei 2 und 3,6 Gigahertz. Diese tragen viele Daten, reichen aber weniger weit und dringen schlechter in Gebäude als Frequenzen unter 1 Gigahertz; mehr dazu im Ratgeber Frequenzen.

Über eine Mitnutzung solcher Frequenzen in den 1&1-Ausbaugebieten hat die Bundesnetzagentur im Februar 2026 eine Anhörung begonnen. Laut Halbjahresbericht von 1&1 stand eine Entscheidung noch aus.

Herzstück des 1&1-Netzes ist eine private Cloud. Nach eigenen Angaben hat 1&1 dafür mehr als 500 dezentrale Rechenzentren errichtet, rund 350 davon sind in Betrieb; alle Antennenstandorte werden per Glasfaser angebunden. Das soll kurze Reaktionszeiten ermöglichen.

Ende Juni 2026 zählte 1&1 rund 12,3 Millionen Mobilfunkverträge. Für die meisten Kunden zählt im Alltag aber weniger die Technik als die Frage, ob am Aufenthaltsort das eigene Netz oder Vodafone funkt.

Wie weit das eigene 1&1-Netz reicht

1&1 gibt an, dass sein Netz über 34 Prozent der deutschen Haushalte erreicht. Nach Fläche sind es laut Bundesnetzagentur 3,0 Prozent mit LTE und 2,1 Prozent mit 5G. Beide Zahlen passen zusammen, denn 1&1 baut dort, wo viele Menschen auf engem Raum wohnen. Auf Bahnstrecken versorgt das eigene Netz rund jeden siebten Kilometer mit LTE, auf Autobahnen jeden achten, auf Kreisstraßen 3,4 Prozent.

Eigene Antennen: wie weit o2 und 1&1 mit LTE reichenBalkendiagramm: Schienenwege – o2: 98,2 %; Schienenwege – 1&1: 15,0 %; Autobahnen – o2: 99,7 %; Autobahnen – 1&1: 12,7 %; Fläche – o2: 88,3 %; Fläche – 1&1: 3,0 %Eigene Antennen: wie weit o2 und 1&1 mit LTE reichenAnteil mit LTE (4G) aus dem eigenen Netz, ohne National RoamingSchienenwege – o298,2 %Schienenwege – 1&115,0 %Autobahnen – o299,7 %Autobahnen – 1&112,7 %Fläche – o288,3 %Fläche – 1&13,0 %Quelle: Bundesnetzagentur, Mobilfunk-Monitoring, Datenstand Juni 2026
Außerhalb seines Netzes nutzt 1&1 die Antennen von Vodafone – die Balken zeigen nur das eigene Netz.
Fläche mit LTE und 5G aus dem eigenen 1&1-Netz, ohne National Roaming, Bundesnetzagentur, Datenstand Juni 2026
LandEigenes 1&1-Netz mit 4GEigenes 1&1-Netz mit 5G
Bremen72,5 %54,1 %
Berlin51,5 %43,8 %
Hamburg34,9 %27,7 %
Nordrhein-Westfalen7,6 %5,5 %
Sachsen4,1 %3,1 %
Niedersachsen3,4 %2,2 %
Bayern1,2 %0,9 %
Deutschland3,0 %2,1 %

Warum 34 Prozent der Haushalte nur 3 Prozent der Fläche sind

Haushalte ballen sich in Städten. Wer zuerst die Innenstädte erschließt, erreicht viele Haushalte, aber wenig Fläche. Die Bundesnetzagentur zählt zudem nur eigene Antennen. Die Vodafone-Antennen, über die 1&1-Kunden im Roaming funken, erscheinen in den Werten für 1&1 nicht.

1&1 und o2 nebeneinander

Außerhalb des Ausbaugebiets gilt für 1&1-Kunden die Versorgung von Vodafone. Beim LTE ist sie laut Bundesnetzagentur größer als die von o2, bei 5G etwas kleiner. Die Tabelle stellt beide Seiten dar.

1&1 und o2 Telefónica im Vergleich, Versorgung laut Bundesnetzagentur (Datenstand Juni 2026), Tarife Stand Oktober 2026
Kriterium1&1o2 Telefónica
Netzeigenes Netz in Ausbaugebieten, sonst Vodafone-Antenneneigenes Netz bundesweit
Fläche mit eigenem 4G und 5G3,0 % und 2,1 %88,3 % und 80,2 %
Versorgung außerhalb des eigenen Netzesüber Vodafone-Antennen; Vodafone selbst versorgt 92,2 % der Fläche mit 4G und 77,2 % mit 5Gentfällt, eigenes Netz
5G Standalone laut Monitoringkeine Fläche ausgewiesen80,2 % der Fläche
VerträgeAll-Net-Flat mit 10, 50 oder 150 GB und Unlimited-Tarife, alle bis 300 Mbit/so2 Mobile S bis L bis 300 Mbit/s, Unlimited mit 15, 100 oder 300 Mbit/s
Laufzeit24 Monate oder ohne Mindestlaufzeit24 Monate oder monatlich kündbar
Mehrere GeräteMulti-Card inklusiveConnect-Option für bis zu zehn Geräte
Prepaid des Netzbetreiberskeineso2 Prepaid
Großbritannienvorerst wie EU-Zone, Änderung vorbehaltenbis 31. Dezember 2026 wie EU
SchweizWeltzone 2, Option buchbarZone 2, Roaming Pack buchbar
Weitere Marken im Netz (Datenliste)8, darunter winSIM und PremiumSIM12, darunter Aldi Talk und Blau

Wann 1&1 passt, wann o2: vier Fragen

  1. Liegt Ihr Alltag im 1&1-Ausbaugebiet? Öffnen Sie die Karte des Mobilfunk-Monitorings, wählen Sie das Netz von 1&1 und prüfen Sie Wohnung und Arbeitsplatz. Liegen beide im eigenen Netz, nutzen Sie dort die eigene 1&1-Technik mit LTE und 5G. Wie Sie die Karte lesen, steht im Ratgeber Netzabdeckung.
  2. Wie viel sind Sie außerhalb unterwegs? Außerhalb des Ausbaugebiets entscheidet die Vodafone-Versorgung. Sie ist beim LTE größer als die von o2, bei 5G etwas kleiner. Wie sich die beiden Netze unterscheiden, zeigt der Vergleich Vodafone oder o2.
  3. Brauchen Sie Netz hinter dicken Wänden? Ohne Frequenzen unter 1 Gigahertz dringt das eigene 1&1-Signal schlechter in Gebäude. Wo es fehlt, nutzt das Handy Vodafone-Antennen. Wer Wert auf ein einheitliches Netz legt, ist bei o2 einfacher aufgestellt.
  4. Was soll der Tarif können? 1&1 bietet in allen Tarifen bis zu 300 Mbit/s und eine Multi-Card. o2 bietet mehr Marken mit Prepaid, eine kostenlose Testkarte für 30 Tage und die Connect-Option für bis zu zehn Geräte.

Nach Lebenslage zusammengefasst:

  • Auf dem Land: Dort funken 1&1-Kunden fast immer über Vodafone-Antennen. Vodafone versorgt laut Bundesnetzagentur mehr Fläche mit LTE als o2, o2 mehr mit 5G. Wer vor allem erreichbar sein will, ist mit 1&1 deshalb nicht schlechter dran, sofern das Roaming vor Ort greift. Wer im Süden oder Osten 5G sucht, ist bei o2 besser aufgehoben.
  • Pendeln: o2 versorgt 98,2 Prozent der Schienenwege mit LTE aus einem Netz. 1&1 deckt mit eigenem Netz rund 15 Prozent ab, den Rest übernehmen Vodafone-Antennen mit 98,0 Prozent. Unterwegs wechselt das Handy bei 1&1 also häufiger zwischen zwei Netzen.
  • Viel Datenvolumen: 1&1 bietet Unlimited-Tarife, bei denen sich weiteres Volumen kostenlos aktivieren lässt, und einen Tarif ohne Datenlimit, alle mit bis zu 300 Mbit/s. o2 staffelt seine Unlimited-Tarife nach Tempo: 15, 100 oder 300 Mbit/s.
  • Ausland: Beide rechnen Großbritannien derzeit wie die EU ab, o2 mit Frist bis Ende 2026, 1&1 mit Änderungsvorbehalt. Die Schweiz gehört bei beiden nicht dazu; für eine Woche in Zürich brauchen Sie jeweils eine Zusatzoption.
  • Kleines Budget: 1&1 hat kein Prepaid-Angebot, und auch die Drillisch-Marken im selben Netz verkaufen Verträge mit oder ohne Laufzeit. Im o2-Netz gibt es dagegen viele Prepaid-Marken, etwa Aldi Talk.

Günstiger ins 1&1-Netz

Im 1&1-Netz funken auch die Marken der Drillisch Online GmbH, die zu 1&1 gehört: von winSIM über PremiumSIM bis yourfone. Sie bieten meist 50 Mbit/s, gegen Aufpreis 100, und nutzen dasselbe Netz samt Vodafone-Roaming. Mehr dazu auf der Seite Drillisch-Marken.

Tarifmarken im 1&1-Netz Stand 4. Oktober 2026
MarkeNetzDownload (Mbit/s)VertragsartBei leerem GuthabenEigenheit
1&1 Mobilfunk1&1300Laufzeit und monatlich kündbarentfällt, kein PrepaidEigenes Open-RAN-Netz, wo es noch fehlt, automatisch National Roaming über Vodafone-Antennen
handyvertrag.de1&150 bis 100 (mit Option)Laufzeit und monatlich kündbarentfällt, kein PrepaidNeben Allnet Flats ein Unlimited-on-demand-Tarif und ein Kids-Tarif, alle auch monatlich kündbar
maXXim1&150 bis 100 (mit Option)Laufzeit und monatlich kündbarentfällt, kein PrepaidNeben Allnet Flats ab 5 GB auch reine Datentarife, alle wahlweise mit 24 Monaten oder monatlich kündbar
PremiumSIM1&150 bis 100 (mit Option)Laufzeit und monatlich kündbarentfällt, kein PrepaidAllnet Flats ab 4 GB Grundvolumen, kein Unlimited-Tarif im Angebot
sim.de1&150 bis 100 (mit Option)Laufzeit und monatlich kündbarentfällt, kein PrepaidDuzt die Kundschaft, neben Allnet Flats ein Unlimited-on-demand-Tarif mit 40 GB Grundvolumen
simplytel1&150 bis 100 (mit Option)Laufzeit und monatlich kündbarentfällt, kein Prepaid2005 als simply gestartet, bei der Bestellung ist die eSIM bereits vorausgewählt
smartmobil.de1&150 bis 100 (mit Option)Laufzeit und monatlich kündbarentfällt, kein PrepaidTarife mit refurbished Smartphones und Fairphones kombinierbar, Schwerpunkt laut Anbieter Nachhaltigkeit
winSIM1&150 bis 100 (mit Option)Laufzeit und monatlich kündbarentfällt, kein PrepaidNeben Allnet Flats ein Unlimited-on-demand-Tarif, nach 30 GB weitere GB per Klick zubuchbar
yourfone1&150 bis 100 (mit Option)Laufzeit und monatlich kündbarentfällt, kein PrepaidAllnet Flats nur mit 24 Monaten und 30 Tagen Testphase, monatlich kündbar ist nur der Kids-Tarif

Beide Netze im Detail

Ausbaustand, Technik und Marken stehen auf den Netzseiten. Welches Netz zu Ihren Wegen passt, fragt der Netz-Finder ab.

Quellen und Stand

Die Werte für 1&1 zeigen nur das eigene Netz; die Vodafone-Werte stammen aus derselben Auswertung. Geprüft am 4. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Welches Netz nutzt 1&1?

Ein eigenes Mobilfunknetz, das 1&1 seit Dezember 2023 betreibt. Wo es noch fehlt, greifen 1&1-Kunden automatisch über Antennen von Vodafone auf das 1&1-Netz zu. Das o2-Netz nutzt 1&1 seit der Migration im Jahr 2025 nicht mehr.

Merkt man den Wechsel zwischen 1&1-Netz und Vodafone?

Laut 1&1 läuft der Wechsel unterbrechungsfrei. Weil auch im Roaming das Kernnetz von 1&1 die Daten verarbeitet, bleiben Tarif und Rufnummer gleich. Wie gut der Empfang dann ist, hängt von den Vodafone-Antennen vor Ort ab.

Ist 1&1 für Pendler geeignet?

Das hängt von der Strecke ab. Das eigene 1&1-Netz versorgt bislang rund 15 Prozent der Schienenwege und 13 Prozent der Autobahnen mit LTE. Auf dem Rest funken 1&1-Kunden über Vodafone, das 98,0 Prozent der Schienenwege mit LTE versorgt – Netz ist also meist da, nur eben das von Vodafone.

Passt dazu

  • Netze congstar oder Telekom

    Dieselben Masten, aber 50 statt 300 Mbit/s: wann der Originaltarif der Telekom passt.

  • Netze Telekom oder o2

    An Bahn und Autobahn gleichauf, in der Fläche hat die Telekom rund 15.200 km² mehr LTE.

  • Netze Telekom oder Vodafone

    Beim LTE fast gleichauf (92,6 zu 92,2 % der Fläche), bei 5G liegt die Telekom 12,7 Punkte vorn.

  • Tarife Drittanbietersperre

    Abofallen sperren und Geld zurückholen, Wege je Netz