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Ratgeber · GrundlagenDie Geschichte des Handys in Deutschland
Kurzantwort
Die Geschichte des Mobiltelefons in Deutschland lässt sich in einem Satz erzählen: Die Rufnummer wanderte vom Ort zur Person. Im A-Netz ab 1958 wurden Gespräche von Hand vermittelt und brachen ab, sobald man den Funkbereich verließ. Im B-Netz ab 1972 musste der Anrufer wissen, in welcher Zone sich der Angerufene gerade aufhielt, und die passende Vorwahl kennen. Erst das C-Netz ab 1985 gab jedem Teilnehmer eine feste persönliche Nummer – das war der eigentliche Bruch, nicht die Digitalisierung. Die kam 1992 mit den D-Netzen und machte das Handy zum Massenprodukt. Und die Geschichte ist nicht abgeschlossen: Mit der 2G-Abschaltung ab 2028 endet genau die Technik, die 1992 begann.
Wer heute ein Telefon in die Tasche steckt, hält das Ergebnis von rund siebzig Jahren Netzbau in der Hand. Die entscheidenden Sprünge lagen dabei selten in den Geräten, sondern in der Frage, wie das Netz einen Menschen findet.
Die Netzgenerationen im Überblick
Warum das C-Netz der eigentliche Bruch war
Die Digitalisierung 1992 gilt gemeinhin als der große Schritt, und technisch war sie das auch. Für die Nutzung änderte sich der Alltag aber schon vorher grundlegend. Im A-Netz war Telefonieren ein Vorgang mit Vermittlung, im B-Netz eine Aufgabe für den Anrufer: Er musste den Aufenthaltsort kennen. Erst das C-Netz löste die Nummer vom Ort und band sie an die Person – mit einer eigenen Vorwahl und der Möglichkeit, dass ein Gespräch beim Wechsel der Funkzelle weiterlief.
Was dem C-Netz fehlte, war die Anschlussfähigkeit nach außen: Die Nachbarländer nutzten andere Verfahren, Telefonieren über Grenzen hinweg war praktisch unmöglich. Genau das war einer der Hauptgründe, einen gemeinsamen europäischen Standard zu entwickeln – und der wurde 1992 als D-Netz ausgerollt.
Was das Digitale wirklich brachte
Mit den D-Netzen kam nicht nur bessere Sprachqualität. Drei Dinge machten das Handy erst zum Massenprodukt: die Kurznachricht, das Roaming über Ländergrenzen und Geräte, die man tragen konnte statt einzubauen. Aus knapp einer Million Nutzern Ende 1992 wurden bis Ende der Neunzigerjahre über vierzehn Millionen; heute zählt die Statistik in Deutschland deutlich mehr Mobilfunkanschlüsse als Einwohner.
Woher das Wort „Handy“ kommt
Zu kaum einem Begriff kursieren so viele Erklärungen. Sie reichen von einer Ableitung des englischen Adjektivs bis zu Abkürzungen aus Funkgerätebezeichnungen, und keine davon gilt als gesichert. Fest steht nur, dass es sich um einen deutschen Sonderweg handelt: Im englischen Sprachraum versteht niemand „handy“ als Telefon. Was die Begriffe heute bezeichnen und wann sich welche Bauform lohnt, steht im Ratgeber Handy oder Smartphone.
Abschaltungen gehören zur Technik
Der auffälligste Zug dieser Geschichte ist, dass jede Generation endet. A, B und C sind abgeschaltet, das 3G-Netz folgte 2021, und für 2G haben die Betreiber Termine ab 2028 genannt – Einzelheiten im Ratgeber zur 2G-Abschaltung. Damit endet die GSM-Technik, die 1992 begann, nach über dreißig Jahren.
Für die Praxis heißt das zweierlei. Erstens: Ein Gerät ist nur so lange nutzbar, wie das Netz existiert, für das es gebaut wurde – das gilt heute genauso wie 1977. Zweitens: Wer ein Gerät lange nutzen will, sollte beim Kauf auf die unterstützten Standards achten, nicht nur auf die Ausstattung. Welche Marken wie lange Software liefern, zeigt der Markenvergleich; welche Rolle das Modem dabei spielt, erklärt der Ratgeber zum Prozessor im Smartphone.
Die Nummer gehört zum Menschen, nicht zum Ort
Das war 1985 die eigentliche Revolution. Alles danach war schneller, aber nicht mehr so grundlegend anders.
Was als Nächstes abgeschaltet wird Wo der Ausbau heute stehtHäufige Fragen zur Geschichte des Handys
Wann begann der Mobilfunk in Deutschland?
Das A-Netz der Deutschen Bundespost startete 1958 und war bis 1977 in Betrieb. Vorläufer gab es schon vorher, etwa Funkdienste in Zügen und Häfen. Gespräche wurden von Hand vermittelt und brachen ab, sobald der Funkbereich verlassen wurde.
Was war das Besondere am C-Netz?
Es gab jedem Teilnehmer erstmals eine feste persönliche Rufnummer. Vorher war entweder eine Vermittlung nötig oder der Anrufer musste den Aufenthaltsort kennen. Damit wanderte die Erreichbarkeit vom Ort zur Person, und das war die eigentliche Zäsur.
Wann kamen die digitalen Netze?
1992 mit den D-Netzen, betrieben von der Telekom und von Mannesmann. Sie brachten bessere Sprachqualität, Kurznachrichten, Roaming über Ländergrenzen und deutlich kleinere Geräte. Ende 1992 gab es knapp eine Million Mobilfunknutzer in Deutschland.
Warum wurde ein europäischer Standard entwickelt?
Weil die analogen Netze der Nachbarländer technisch unvereinbar waren und Telefonieren über Grenzen hinweg praktisch nicht funktionierte. Ein gemeinsamer digitaler Standard löste dieses Problem und schuf zugleich einen viel größeren Markt für Geräte.
Was kosteten die UMTS-Lizenzen?
Die Versteigerung im Jahr 2000 brachte dem Staat rund 50 Milliarden Euro ein, eine Rekordsumme, die im Rückblick als Höhepunkt der damaligen Technikeuphorie gilt. Der kommerzielle UMTS-Betrieb begann einige Jahre später.
Welche Netze sind bereits abgeschaltet?
Die analogen Netze A, B und C sind seit langem Geschichte, das letzte davon endete um das Jahr 2000. Das 3G-Netz wurde 2021 abgeschaltet. Für 2G haben die Netzbetreiber Termine ab 2028 genannt.
Woher kommt das Wort Handy?
Das ist ungeklärt. Es kursieren mehrere Erklärungen, von einer Ableitung des englischen Adjektivs bis zu Abkürzungen aus Funkgerätebezeichnungen, doch keine gilt als gesichert. Sicher ist nur, dass der Begriff ein deutscher Sonderweg ist.
Hat erst das Smartphone das mobile Internet gebracht?
Nein. Mobile Datendienste gab es schon in den Neunzigerjahren, sie waren nur langsam und unhandlich zu bedienen. Was das Smartphone brachte, war die Verbindung aus Touchscreen, nachinstallierbaren Programmen und ausreichend schnellen Netzen.
Wie viele Mobilfunkanschlüsse gibt es heute?
Deutlich mehr als Einwohner. Aus knapp einer Million Nutzern Ende 1992 wurden bis Ende der Neunzigerjahre über vierzehn Millionen, und heute zählt die Statistik weit über hundert Millionen Anschlüsse, weil viele Menschen mehrere Karten nutzen.
Was bedeutet die 2G-Abschaltung historisch?
Sie beendet die Technik, mit der 1992 der digitale Mobilfunk begann, nach über dreißig Jahren. Betroffen sind vor allem einfache Tastenhandys, Notrufsysteme und ältere vernetzte Geräte, die nie auf einen neueren Standard umgestellt wurden.
Quellen und Stand: Historische Darstellungen zum deutschen Mobilfunk von Informationszentrum Mobilfunk und Fachpublikationen zu den Netzgenerationen A, B, C und D · Angaben zur UMTS-Versteigerung im Jahr 2000 · Angaben der Netzbetreiber zu Abschaltterminen · eigene Einordnung. Stand dieser Seite: 25. Juli 2026.
Zu einzelnen Jahreszahlen kursieren leicht abweichende Angaben, weil Probebetrieb, offizieller Start und flächendeckende Verfügbarkeit auseinanderfallen. Wir nennen jeweils den offiziellen Start.