Handy Prepaid Karte

Handy Ratgeber Bild Tarif Das Smartphone ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Wer bei der Nutzung auf einen Vertrag verzichten und das Handy stattdessen ungebunden nutzen möchte, entscheidet sich für eine Prepaid-SIM-Karte. Doch auch diese Option ist inzwischen nicht mehr ohne Verifikation möglich. Alles was es zum Thema Prepaid zu wissen gibt, verrät der nachfolgende Beitrag.

Was ist eine Prepaid-SIM-Karte?

Bei der Prepaid-SIM-Karte handelt es sich um eine SIM-Karte für das Mobiltelefon. Die Abkürzung steht für "Subscriber Identity Module", was übersetzt so viel wie "Teilnehmer-Identitätsmodul" bedeutet. Die englische Bezeichnung "Prepaid" gibt die Besonderheit dieser SIM-Karte an: Dabei wird vorbezahlt, bevor die Dienste des Netzanbieters in Anspruch genommen werden können. Man kauft also im Vorfeld ein Guthaben, welches dann auf dem Handy genutzt werden kann. Deshalb wir die Prepaid-Karte auch häufig als Guthaben-Karte deklariert.

Gibt es Alternativen zur Prepaid-SIM?

Ja, die gibt es. Die SIM-Karte stellt sozusagen das Herzstück des Mobiltelefons dar und wird vom Handy-Provider oder auch Netzbetreiber angeboten. Der Nutzer kann dabei wählen, ob es die Prepaid-Variante oder ein Vertrag werden soll. Der Vertrag stellt somit die Alternative zum vorab bezahlten Guthaben dar.

Was ist der Unterschied zwischen Prepaid-Karte und Vertrag?

Während das Guthaben bei der Prepaid-Karte im Vorfeld bezahlt wird, ist bei der Vertragsform das Gegenteil der Fall: Die Dienste des Netzbetreibers werden sofort in Anspruch genommen und die Rechnung dafür erhält der Kunde im Anschluss. Man könnte es also als das Gegenteil von prepaid = vorbezahlt bezeichnen: postpaid = nachbezahlt.

Wie viel Guthaben kann ich kaufen? Prepaid-Karten werden grundsätzlich in runden Summen angeboten. Die gängigsten Karten weisen folgende Guthaben-Höhen auf:

  • 10 EUR
  • 15 EUR
  • 20 EUR
  • 25 EUR
  • 30 EUR
  • 50 EUR

Der Nutzer hat somit die Wahl wie viel Guthaben er kaufen möchte. Das gekaufte Guthaben wird dann auf das Telefon, beziehungsweise auf die darin befindliche Prepaid-SIM-Karte geladen.

Wie funktioniert die Aufladung?

Die Möglichkeiten der Aufladung gestalten sich sehr variabel und sind von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich. Inzwischen ist es möglich, das Guthaben per SMS, per Anruf, direkt im Shop oder am Geldautomaten aufzuladen. Die einfachste Variante gestaltet sich dabei über die Aufladung per SMS. Der Anbieter Vodafone macht es seinen Kunden dabei besonders leicht: Man wird per SMS darauf hingewiesen, dass das Guthaben aufgebraucht ist und bekommt Vorschläge zur Aufladung. Beispiel:

5 GB für 4,99 und gültig für einen Zeitraum von 24 Stunden

oder

2 GB für 3,99 und gültig für einen Zeitraum von 14 Tagen

Als Kunde kann man einfach auf diese automatisch generierte SMS antworten, indem man 5 oder 2 eintippt und sich damit für das jeweilige Angebot entscheidet. Es folgt eine weitere SMS, in der man darauf hingewiesen wird, dass das Guthaben aufgeladen wurde und ab jetzt nutzbar ist.

Populäre Handytarife

Wo kann ich Prepaid-Karten kaufen?

Die Karten werden von den unterschiedlichsten Händlern angeboten und hängen in der Regel an der Kasse, wo auch Gutscheine für die verschiedenen Shops zu finden sind. Die Karten können aber auch an Tankstellen, im Mobilfunkshop, im Tabak-Geschäft oder am Kiosk gekauft werden. Teilweise handelt es sich dabei um richtige Karten, welche das Format einer klassischen Visitenkarte aufweisen und teilweise wird vom Händler lediglich ein Kassenbon mit einem Code ausgehändigt, welcher über die Aufladefunktion des Telefons eingegeben wird.

Welche Anbieter gibt es?

Die Anzahl der Provider die Prepaid-SIM-Karten anbieten, ist groß. Jeder bietet ein anderes Tarifmodell an, weshalb es sinnvoll ist, die Angebote miteinander zu vergleichen. Auf diese Weise lässt sich der Tarif ausfindig machen, welcher am besten zum eigenen Nutzungsverhalten des Mobiltelefons passt:

  • Lidl Connect / Smart S (Vodafone)
  • Blau / 3GB LTE (Telefónica O2)
  • Norma Connect / Smart S (Telekom)
  • K-Classic mobil / Surf & Talk S (Telefónica O2)
  • Aldi Talk / Paket S (Telefónica O2)
  • ja! mobil / Prepaid Smart (Telekom)
  • Penny Mobil / Prepaid Smart (Telekom)
  • Otelo / Smart XL (Vodafone)
  • Vodafone / Smartphone Special (Vodafone)
  • Telekom / Prepaid M (Telekom)
  • Tchibo / Smart M (Telefónica O2)
  • O2 / my Prepaid S (Telefónica O2)
  • Ay Yildiz / Smart S (Telefónica O2)
  • Edeka smart / Kombi M (Telekom)
  • Smartmobil / Flat S (Telefónica O2)
  • Discotel / Flat S (Telefónica O2)
  • Congstar / Prepaid Allnet M (Telekom)
  • Fyve / Smart S (Vodafone)

Welche Vorteile nutze ich mit einer Prepaid-Karte?

Die Vorteile treten sehr zahlreich in Erscheinung und liegen auf der Hand. Hier kann es nicht passieren in die unerwünschte Kostenfalle zu rutschen: Ist das Guthaben aufgebraucht, ist auch Schluss mit Telefonie, SMS und Internet. Aber auch bei negativen Schufa-Einträgen bietet die Prepaid-Karte einen entscheidenden Vorteil: Im Gegensatz zur Vertrags-SIM wird kein Interessent während der Schufa-Prüfung im Hintergrund abgelehnt. Die Prepaid-SIM stellt auch immer dann eine sinnvolle Alternative dar, wenn man sich vertraglich nicht binden möchte. In der Regel bieten die Provider Verträge mit einer Mindestlaufzeit von 24 Monaten an. Das bedeutet, dass man für die nächsten zwei Jahre gebunden ist und den Vertrag nicht vorzeitig beenden kann. Es sei denn man wandert aus und meldet sich beim Bürgeramt ab. Dann besteht auch vor Ablauf dieser Frist die Möglichkeit, den Mobilfunkvertrag aufzulösen. Die ungebundene Nutzung der Prepaid-SIM ermöglicht einen schnellen Wechsel, wenn man bei einem Konkurrenz-Anbieter bessere Konditionen entdeckt hat.

Bleibe ich mit einer SIM-Karte anonym?

Nein, diese Zeiten sind leider vorbei. Früher war es noch möglich eine SIM-Karte ohne Angabe von persönlichen Daten zu kaufen, diese in das Telefon einzulegen und loszutelefonieren. Inzwischen ist das nicht mehr so. Am 1. Juli 2017 wurde mit dem Paragraf 111 des Telekommunikationsgesetzes festgelegt, dass man sich beim Kauf der Karte identifizieren muss. Zu den Identifikationsverfahren gehören:

  • Personalausweis
  • Video-Ident
  • Post-Ident

Damit gestaltet sich die Anschaffung einer Prepaid-SIM ähnlich aufwändig, wie es auch beim Abschließen eines Mobilfunkvertrags der Fall ist.

Ist die Prepaid-SIM für jeden Nutzer geeignet?

Auch hier ein klares Nein: neben den zahlreichen Vorteilen welche sich aus der Nutzung einer Prepaid-SIM-Karte ergeben, kommt diese Mobilfunkform nicht ohne einen Wermutstropfen aus: Für Dauertelefonierer und Vielnutzer könnte es damit ziemlich teuer werden. Hier ist ein Vertrag mit günstigen Flatrate-Angeboten die besser Wahl. Auch das Abzahlen eines neuen Smartphones ist mit der Prepaid-SIM nicht möglich. Das Telefon muss separat gekauft werden und sollte auch frei von einem SIM-Lock sein. Wer also das neue iPhone ins Auge gefasst hat und die rund 1.000 EUR nicht auf einmal bezahlen möchte oder kann, ist mit einem Vertrag besser bedient. Dort besteht die Möglichkeit, das Handy in Form von monatlichen Raten abzubezahlen. Die fällige Rate wird dann zusammen mit der Grundgebühr für den jeweiligen Tarif vom Konto abgebucht.